Wunderschön anzusehen und im Inneren verzaubernd
The Faraway Inn„The Faraway Inn“ ist der neue cozy Fantasy von Sarah Beth Durst und perfekt für einen lauen Sommerabend, für einen regnerischen Nachmittag oder einfach dann, wenn ihr euch nach einer sanften Umarmung ...
„The Faraway Inn“ ist der neue cozy Fantasy von Sarah Beth Durst und perfekt für einen lauen Sommerabend, für einen regnerischen Nachmittag oder einfach dann, wenn ihr euch nach einer sanften Umarmung sehnt.
Calisas Herz ist gebrochen und so folgt sie der unerwarteten Einladung ihrer Großtante und verbringt ihren Sommer in deren B&B – abgelegen in einem Wald in Vermont. Doch hier ist nichts wie sie es aufgrund ihrer Kindheitserinnerungen erwartet hatte: weder wird sie von der dringend benötigten Herzlichkeit empfangen noch nächtigt sie in einer hübsch-ansehnlichen Oase. Ganz im Gegenteil: Zee ist schroff und will sie schnellstmöglich wieder loshaben, die Gäste sind schräg, das Ferienhaus marode, was die Schülerin noch vor dem ersten Eintreten am eigenen Leib erleben muss, und Jack … der ist süß, scheint aber nicht so recht zu wissen, wie er mit Calisa umgehen soll.
Trotz des Gefühls, unwillkommen zu sein, und der Gewissheit, dass im Faraway Inn irgendetwas ganz und gar nicht stimmt, beschließt die junge Frau zu bleiben und zu helfen. Während sie versucht, das Gasthaus auf Vordermann zu bringen, kommt sie dem unbeholfenen Jack langsam näher, dringt zu ihrer Tante durch und kommt einem Geheimnis auf die Spur, das Calisas Verständnis von Realität und ihr Weltbild auf den Kopf zu stellen vermag …
Sarah Beth Durst ist eine der Anlaufstellen, wenn es um magische Gemütlichkeit geht, um softe Fantasy und um ganz viel Herz. Wir werden an der Seite der anfänglich pragmatischen Schülerin in die Geschichte geführt, entdecken Stück für Stück das staubige Anwesen, rätseln mit ihr gemeinsam über die Mysterien und Ungereimtheiten und werden von so manch BesucherIn und Hürde überrascht. Aber Calisa lässt sich von nichts und niemanden, weder von Echsen noch kratzbürstigen Katzen, weder von ihrer Tante noch von seltsamen Vorkommnissen davon abhalten, das Inn zu schrubben und zu putzen. In der Hoffnung, so nicht nur Zee davon überzeugen zu können, sie bleibenzulassen, sondern auch um Ethan aus ihrem Kopf zu waschen.
Stets zur Stelle ist der Sohn des Hausmeisters, der sich mit seiner unfreiwilligen Eigenartigkeit Sympathiepunkte erschleicht und gleichzeitig Neugier weckt. Zwischen ihm und Calisa kommt es zu allerhand witzigen Unterhaltungen und auch seine wenig subtilen Ausreden, um das eine oder andere Ereignis, diese und jene Entdeckung zu erklären, sorgen für Amüsement. Da die Autorin zu einfachen, jedoch sehr detailreichen Worten greift, war es leicht, sich in dem urigen Setting zu verlieren, sich die liebevoll ausgearbeiteten Figuren und Gegebenheiten genaustens vorzustellen und sich von der Stimmung, die durchweg etwas Beruhigendes hat, einlullen zu lassen. Das Tempo ist hierbei gemächlich, ohne gedrosselt zu wirken, unterstützt jedoch die Entfaltung einzelner Skurrilitäten und der charakterlichen Veränderungen.
„The Faraway Inn“ ist nicht frei von Melancholie und nachdenklich stimmenden Aussagen, aber enthält genauso viel Trost, Witz und einen ganz besonderen Zauber.
Was ihre Tante zu verbergen versucht und welche Funktion das Faraway Inn innehat? Ob Calisa sich in diesem Sommer neu finden kann und vielleicht sogar verlieben wird? Und welche Hintergründe, welche Schätze in den Tiefen der alten Mauern, in den Tiefen der Geschichte schlummern? Das solltet ihr unbedingt selbst herausfinden.