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Veröffentlicht am 08.04.2026

Dark Academia-Romantasy die Spannung bereithält

Magic Drowned in Blood
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Mit ihrem Tod haben sich die Zukunftspläne von Lark Sinclair drastisch verändert.
Um schnellstmöglich aus dem renommiertesten College für Schattenwesen und von den abschätzigen Blicken der perfekten Untoten ...

Mit ihrem Tod haben sich die Zukunftspläne von Lark Sinclair drastisch verändert.
Um schnellstmöglich aus dem renommiertesten College für Schattenwesen und von den abschätzigen Blicken der perfekten Untoten wegzukommen, lernt die Schülerin unermüdlich. Denn als Halb-Magierin und Halb-Vampirin ist sie für beide Gattungen eine unwillkommene Abnormalität. Zu allem Überfluss erinnern nicht nur ihre MitschülerInnen sie täglich an ihre Ausgestoßenen-Stellung, sondern auch ihre Kräfte.
Dieses Schuljahr hält für die Vampire des „Nightcastle“ noch mehr bereit als den üblichen Unterricht. Denn alle drei Jahre reisen die Prinzen des magischen Königshauses an, um sich ihren Tribut zu holen und damit das Abkommen zwischen ihnen und der Vampirgesellschaft zu erneuern.
In einem tödlichen Wettkampf treten Freiwillige gegeneinander an, doch nur zwei Studentinnen begleiten Loras und Tarabas als deren Schattengeliebte an ihren Hof im Norden. Hier binden sie sich in einem blutigen Ritual an die Magier. Um ihnen zu gehören. Ihnen zu dienen. Ruhm zu erlangen.
Lark hält nichts von den Royals und noch weniger von dieser mittelalterlichen, herabwürdigenden Auswahl. Aber irgendjemand hat für ihre Teilnahme gesorgt und schon bald gerät die Halbvampirin mitten hinein in eine geschwisterliche Fehde, weitreichende Intrigen – und endlich näher zu ihrer Vergangenheit, von der ihr nur ein dunkles Mal geblieben ist …

Christina Rains neue Dark-Academia Romantasy-Trilogie „Blood and Magic“ war für mich ein Muss, konnte mich die Autorin zuletzt mit ihrer Serie über die „Knightstone Academy“ überzeugen. Hatte ich leise Bedenken, dass sich diese beiden Fantasy-Romances zu sehr ähneln, spielen sie letztlich lediglich im selben Universum. Larks Schicksal ist anders als Haydens Geschichte, fesselt aber genauso sehr – und das von Anfang an.

Hauptsächlich führt uns Sinclar durch die mystische, manches Mal blutige Handlung, gibt uns Eindrücke des bzw. ihres Alltags am und eine Einführung in die Strukturen und Regeln des „Nightcastle Colleges“. Als unvollkommene Vampirin, die weder in Sachen Stärke noch Schnelligkeit an die für ihre Art typischen Kräfte heranreicht, ist Lark täglich den Spitzen und vermeintlichen Späßen der anderen ausgesetzt. Zu allem Übel ist sie auch noch immer auf Schlaf und echte Nahrung angewiesen, während sie zumindest auf einen Funken ihrer magischen Fähigkeiten zugreifen kann. Aber vor allem hadert die Protagonistin mit den optischen Vergleichen, mit offensivem Bodyshaming und der Einsamkeit. Obgleich Lark versucht, aus Eis zu sein, sich nichts anmerken und jeden Spruch an sich abprallen zu lassen, werden die LeserInnen Teil ihrer Verletzlichkeit, ihrer Selbstzweifel und Struggles. Diese Gefühle und Empfindungen wurden mit Tiefe dargelegt, mit nachvollziehbaren Gedanken unterlegt. Rain lässt Raum, um sich mit Lark zu identifizieren, und letztlich sind es der Trotz, die Unperfektheit und ihre vermeintlichen Schwächen, die sie nahbar und real machen.

„Magic Drowned in Blood“ wird von zwei weiteren, deutlich düsteren Perspektiven aufgewertet:
Wirkt Loras wie ein offenherziger, charmanter Sonnenschein, mit dem mensch Pferde stehlen kann, verhüllt Tarabas seine Emotionen genauso gut wie sein Gesicht. Beide Prinzen sind dunkel, bedrohlich und nicht einschätzbar. Ihre Intentionen? Verborgen. Doch ihre Sicht verheißt nicht viel Gutes …
Payne, der vampirische Bodyguard der magischen Adelssprösslinge, mischt ebenfalls als eine unberechenbare Komponente mit.
Andere Charaktere nehmen zwar mehr oder weniger Raum ein, bleiben aber eher im Hintergrund, wenn die/der eine oder andere dennoch für Überraschungen sorgt.

Christina Rain erzählt wie gewohnt in einem eindringlichen und modernen Ton, greift zu direkten Worten ohne an Eleganz einzubüßen und verzichtet weder auf Humor und spritzige Schlagabtausche noch auf beklemmende, temporeiche und emotionale Sequenzen. Der Autorin gelang die Balance zwischen Ereignissen und Informationen, zwischen Dunkelheit und Leichtigkeit ebenso wie die atmosphärische Inszenierung des Settings und die greifbare, interessante Darstellung des fantastischen Aspekts bzw. der übernatürlichen Gegebenheiten. In diesem Auftakt halten sich sowohl die expliziten Szenen als auch das sabbernde Teenie-Geschmachte in Grenzen, sodass sich der Fokus vornehmlich auf die Umstände und die sich im späteren Verlauf zuspitzende Situation samt aufploppender Geheimnisse und Ungereimtheiten richtet. Nichtsdestotrotz flirren zwischen Lark und den drei Besuchern auf ganz unterschiedliche Weise die Funken – oder die Schneeflocken.
Leidenschaftlich, verführerisch, anrüchig.

Neben Larks unfreiwilliger Teilnahme am gefährlichen Auswahlprozedere werfen auch mysteriöse Vor- und Todesfälle an der Universität und das stellenweise widersprüchliche Verhalten der Prinzen Fragen auf. Rain hält zusätzlich mit der mehrfach erwähnten Uneinigkeit zwischen den MagierInnen und den VampirInnen, mit dem Missfallen einzelner die Monarchie betreffend und mit Sinclairs Rolle eine unterschwellige Spannung aufrecht. Wir werden mit Rebellion und Vorurteilen, mit Verrat und Geheimnissen, mit Intrigen und Machtspielen konfrontiert, die es in Teil 2 der „Blood and Magic“-Trilogie unbedingt weiterzuverfolgen gilt! Bereit?

„Palace Woven in Darkness“: 01. Juni
„Crowns Buried in Chaos“: 28. September

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Veröffentlicht am 06.04.2026

High-Fantasy mit hintergründiger Romance

Blade of Night. Silberkuss
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»Das bedeutet Krieg. Du und ich, bis in den Tod.«

Vor Jahrhunderten teilte ein magischer Meteorit das Land Xio in zwei Teile – der Aufprall brachte nicht nur die Sternenkluft mitsamt dem Mondschimmer ...

»Das bedeutet Krieg. Du und ich, bis in den Tod.«

Vor Jahrhunderten teilte ein magischer Meteorit das Land Xio in zwei Teile – der Aufprall brachte nicht nur die Sternenkluft mitsamt dem Mondschimmer in die Welt, sondern auch die Magier.
Um sich aus den Fängen der Unterdrückung, der Not, zu befreien, riefen die Nachtelfen nach Hilfe. Nach dämonischer Unterstützung. Und ganz Mevell fiel in einem blutigen Massaker.
Seitdem verteidigen die überlegenen Nachtelfen unermüdlich die Sternenkluft, um den wertvollen Mondschimmer abzubauen und gierig die Magie in ihrem Reich zu halten.
Aber nun scheint sich eine alte, über die Zeit zur Legende verschwommene Bedrohung zu manifestieren. Noch mehr ausgerottet Geglaubtes kehrt zurück. Und der fragile Frieden zwischen den Arten droht endgültig zu brechen.

Zeline will den Gerüchten auf den Grund gehen, um ihr Volk zu schützen. Auch Aries Ascendere kann sich seiner Neugier und der Ahnung, dass der König ihm etwas verschweigt, nicht verwehren und sucht nach Gewissheit. Was beide finden, mehr als befürchtet, ahnen sie nicht …

„Silberkuss“ ist der Auftakt der „Blade of Night“-Dilogie und bringt uns in das durch die Sternenkluft gespaltene Xio. Nicht diese Grenze ist es, die die Völker trennt, sondern eine Vergangenheit, die in Blut geschrieben steht. Vorurteile und über Generationen weitergegebener Hass. Eine Feindschaft, die nicht ausgesprochen werden muss, um sie greifen zu können.

Jessica Iser schuf einen spannenden Planeten, durch dessen Ortschaften sie uns in anschaulichen, klaren Worten führt. Wir werden mit den Gegebenheiten von Melantes und Ostmelan, mit der Population besonderer Wesen – bspw. den drachenartigen Finstergleitern, den Mondschleichern oder den Kleifern – bekannt und mit den Hierarchien, der politisch und sozial angespannten Situation, den herrschenden Problemen vertraut gemacht. Im Taschenbuch dient eine Karte zur Veranschaulichung, während Band 1 der zweiteiligen Serie von Illustrationen der Autorin aufgewertet wird.

Wir verfolgen das Geschehen aus wechselnder Perspektive, sodass wir stets die jeweiligen Zweifel und Vorhaben der Protagonisten, ihr Wanken und Hinterfragen verstehen und ihre Erkenntnisse teilen können.
Einst als Waise umhergereicht, steht Zeline heute an vorderster Front des menschlichen Heers. Wurde eine pragmatische Frau mit Rückgrat, Prinzipien und einer festsitzenden Rüstung, erschaffen aus „schon zu viel gesehen“. Dass sie eines Tages tatsächlich einen Waffenstillstand mit einer Mondhaut eingehen, mit dieser hinab in die Tiefe Xios steigen, sich dem Feind hingeben, ihm vertrauen und hoffnungsvoll an seine Worte glauben würde, wäre der „Blutbefleckten“ nicht im Traum eingefallen. Doch vielleicht … vielleicht könnten sie, gemeinsam mit dem Wissen und den Fähigkeiten des Bibliothekars Dzem, der Ausbreitung der Dämonen Einhalt gebieten, sie auslöschen.
Thronverweigerer Aries dient dem Nachtelfenkönig als einer der sieben gnadenlosen Paladine. Obgleich Wut auf die Menschen ebenso in seinen Adern fließt wie in jenen seines besten Freundes Dayrin und ihren Artgenossen, ist der Kronprinz nicht bereit, Halbwesen zu verdammen oder einen neuerlichen Krieg zu provozieren. Zu viele Leben wurden bereits durch die nie beigelegte Fehde genommen.
Je öfter sich Aries' Weg auf der Suche nach Anzeichen von Dämonen mit jenem von Zelie kreuzt, umso stärker wird das Interesse, das bereits bei ihrer ersten Begegnung in ihm aufgeflammt ist … Zeline brennt sich in ihn ein. Aber wenn ein Tod ein ganzes Volk schützen kann – wem gilt dann seine Loyalität?

Dieser Fantasy-Roman besticht nicht mit Action und Tempo, sondern mit einer bedachten Herangehensweise, der es nicht an Langeweile und Ereignissen, nicht an Geheimnissen und Atmosphäre, nicht an Zorn und scheinbar nie endendem Hass mangelt. Wir lernen einige (un)sympathische, nicht einschätzbare Figuren kennen, spüren das Misstrauen, decken Lügen auf und werden von Intrigen, von Übergriffen überrascht. Von heimlichen Abkommen und Verrat, der tief trifft, von grenzenloser Machtgier und realer Ungerechtigkeit. Über der dichten Storyline liegt eine beklemmende Stimmung, etwas Mystisches. Immer im Schatten die Gefahr. Ohren, die lauschen. Idee, Setting und Plot empfand ich durchaus als gelungen.

Aries und Zelie sind beide starke, kriegerische Persönlichkeiten. Ihre flüchtigen Zusammentreffen, das unterkühlte, vorsichtige Miteinander, werden von Anspannung dominiert, von leiser Verachtung und einer unbestimmten Anziehung. So sehr sie versuchen, sich gegen ihre Sorgen um den/die FeindIn zu wehren, Gleichgültigkeit zu mimen und vage Pläne schmieden, um einander zu vernichten, so sehr glühen Verlangen und Neugier in ihnen. Das Wissen, das ihre Gefühle nirgendwohin führen dürfen … Perfekte Ausgangslage also für emotionale Zerstörung.
ABER: Mir fehlte der Grund, eine Basis für derartige zarte, manchmal verzweifelte Gedanken an diese verbotenen, plötzlich existenten Empfindungen. Wenn es hier auch (noch) keine griffige, keine nennenswerte Romance gab, fügte sich diese Inszenierung der fragilen Dynamik stimmig in die harschen, feindlichen Umstände. Ebenso wie der Wunsch, den anderen zu vergessen. Und die bittersüße Enttäuschung.

Soll heißen: Wer auf eine seichte Romantasy, auf überschwängliche Liebesschwüre oder prickelnde Momente hofft, hofft vergebens. Denn selbst beim körperlichen Näherkommen heißt es: Closed Door.
Wer jedoch nach Originalität sucht, nach zurückhaltenden, rohen Emotionen, nach düsterer Fantasy und uralten Dämonen, nach mystischen Geheimnissen und Überraschungen, der sollte sich Blade of Night gleich zulegen. Band 2 „Flammenherz“ erscheint schon im Juli!

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Veröffentlicht am 02.03.2026

»Willkommen auf der Montcrest Universität (...) Hier werden Sie lernen, die Menschen stets daran zu erinnern, dass es die Hölle auf Erden tatsächlich gibt.«

Montcrest University 1: Lessons in Evil
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Hoch oben auf einem Berg in den Schweizer Alpen liegt die geheime Montcrest-Eliteakademie. Hier werden Dämonen mit und ohne aktive Sündenmagie sowie Schattenengel dazu ausgebildet, die Menschheit heimzusuchen ...

Hoch oben auf einem Berg in den Schweizer Alpen liegt die geheime Montcrest-Eliteakademie. Hier werden Dämonen mit und ohne aktive Sündenmagie sowie Schattenengel dazu ausgebildet, die Menschheit heimzusuchen und unbemerkt zu infiltrieren. Das Böse, Verderben und Tod zu streuen.

Dass statt Können und Intelligenz vor allem Blut, Macht und Geld in den altehrwürdigen Hallen zählen, wirft Grace Blackmore bei ihrer Ankunft nicht aus der Bahn. Ihre Inkompetenz in Sachen Teamwork und Vertrauen sowie ihr Mangel an Informationen über ihre KonkurrentInnen erweisen sich hingegen schnell als Problem.
Dabei wurde der introvertierte, bis dato isolierte Schattenengel auf das nahende Ereignis ihr Leben lang vorbereitet. Nichts und niemand, auch nicht Volstrom und die Sinners, wird sie von ihrem Ziel ablenken.

Isak Volstrom ist es gewohnt, immer die Kontrolle zu behalten und jede/n zu durchschauen. Ihn zu überrumpeln, ist unmöglich. Als er im Kopf der widerspenstigen, düsteren Erstsemesterin auf eine undurchdringbare Barriere stößt, weckt dies seine Wut – und sein Interesse. Dabei darf er jetzt weniger denn je den Fokus verlieren. Zu viel hat er schon aufgegeben, auf sich genommen, und nicht nur sein Wohlergehen hängt von seinen Erfolgen ab. Aber wer konnte schon mit einer unbekannten Rivalin rechnen, die sich weder seinem Familiennamen noch seinen Intrigen beugt?

Folgende Situation:
1500 Jahre sind vergangen, seit die Hölle und damit auch drei Todsünden versiegelt wurden. Nun sieht Der Hohe Rat die Zeit gekommen, die Flamme der Verdammnis an die Oberfläche zu befördern und mit dieser die Zahl der wirkenden SündenmagierInnen zu erhöhen. Nur fünf SchülerInnen, nur die Besten, dürfen die zwei Lehrkräfte bei dieser riskanten, denkwürdigen Expedition begleiten. Ein Wettstreit entbrennt an der Montcrest University, den Grace und Isak unter allen Umständen gewinnen wollen.
Dabei buhlen im Verborgenen verschiedene Instanzen und Intentionen um diese brennende Macht. Das Gleichgewicht der Welt, die Existenz der Menschen und die Rangordnung der Dämonen stehen auf dem Spiel …

Laurie Harmening führt uns in einem leichten, klaren Stil durch ihre atmosphärische Dark-Academia-Story, die durchaus auf einer originellen Idee – Todsünden und die Erben der Hölle – basiert. Die Montcrest, der gnadenlose Unterricht samt der nicht zimperlichen LehrerInnen, der Evilscore, die konkurrierenden Häuser und die Lage im unwirtlichen Gefilde bilden gemeinsam mit dem Höllen-Tripp – der von diesem ausgehenden, verstärkten Rivalität – ein faszinierendes Setting. Hinzu kommen die eingebundene, deutlich hervorgehobene Ideologie der stärkeren Dämonen, das Machtgefälle zwischen den Spezies, die Gier.

Grace ist eine reservierte, pragmatische Einzelkämpferin mit weitreichendem, altem Wissen. Aufgewachsen in einer englischen Kleinstadt, ohne den Zugriff auf Unterwelttratsch und Kontakte zu ihresgleichen, trainiert darauf, niemanden zu vertrauen und auszuschalten, was sich ihr in den Weg stellt, ist diese neue Situation – sich anpassen, Smalltalk führen – für sie eine Herausforderung. Kam ihr Tereza, ihr magieloses Dämonenanhängsel, anfangs wie eine Strafe vor, entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine Freundschaft, die mich auf unterhaltsame Art an Wednesday Enid erinnerte.
Isak kennt die Regeln und Konventionen der Universität in und auswendig, doch sind diese für einen Volstrom biegsam. Immerhin bilden er und seine eingeschworene Wahlfamilie
– Martha, Lucien und Dante –
die Spitze der Elitesprösslinge. Er macht die Hierarchie. Blackmores Respektlosigkeit ist ihm genauso ein Dorn im Auge wie ihre mentalen Mauern, wie ihre Neugier, die ihm gefährlich werden kann, und das Geheimnis, das sie gewiss tief in sich verbirgt …
Ganz langsam zeigt sich, dass sich der Dämon und der Schattenengel gar nicht so unähnlich sind. Teilen sie beide das Los, ein Werkzeug zu sein, manipuliert von jenen, die sie schützen sollten.

Abgesehen von den Protagonisten, die uns aus wechselnder Perspektive durch das ereignisreiche Schuljahr mitnehmen, halten die Sinners, Professor/In Petrovic und Koster wie andere Studierende das Interesse aufrecht. Sind sie alle doch Teil der "Bösen Gesellschaft" und demnach berechnend, geschaffen, um Zerstörung und Unheil zu bringen. Im Verlauf finden sich dem Verständnis zuträgliche Hintergründe über das hier geschaffene System, letztlich fehlte es mir aber an Worldbuilding, an mehr Details das Widernatürliche, die Gegebenheiten und Magie betreffend.
Vorsicht, Misstrauen und der Hauch von Bedrohung liegen durchweg in der Luft, während die Haters-Dynamik zwischen Blackmore und Volstrom für Reibung, Drohungen und Konflikte sorgt – und für prickelnde Momente.
Je mehr wir über die beiden, ihr Aufwachsen, ihre Leben erfahren, über die unsichtbare Bürde auf ihren Schultern und ihre ihnen aufgezwungene Pflicht, umso häufiger blitzen Verletzlichkeit, Trauer, Reue durch die Eiseskälte. Druck, dem Standgehalten werden muss. Es sind Einblicke, die berühren, Verständnis entfachen. Und doch sollte niemals vergessen werden, dass an dieser Schule ein dunkles Vermächtnis gelehrt wird und niemandem zu glauben ist … Ein Augenblick der Unachtsamkeit und alles könnte verloren sein.

Harmening geleitet uns in emotionale Situationen, in temporeiche Augenblicke, in den unermüdlichen Kampf um die Spitze, jedoch auch in vorhersehbare Entwicklungen und erwarteten Verrat. Dafür waren einige charakterliche Veränderungen und aufgedeckte Geheimnisse überraschend und auch die lang verborgenen Intentionen einzelner, die Unberechenbarkeit der Elite, die sich verschiebenden Motivationen fesseln an den Auftakt der Dilogie, bis uns ein gnadenloser Cliffhanger aus der Hölle reißt und nur Hoffnung, Enttäuschung, Fragen hinterlässt.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Unterhaltsame und spannende Fantasy-Romance

Witch of the Wolves - Halbmond Erbe
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Die 23-jährige Cordelia Levine lebt seit dem Tod ihrer Mutter bei ihrer Tante in London und hilft dieser bei ihren magischen Geschäften. Als Angestellte in einer Apotheke und in einer Zeit, in der Frauen ...

Die 23-jährige Cordelia Levine lebt seit dem Tod ihrer Mutter bei ihrer Tante in London und hilft dieser bei ihren magischen Geschäften. Als Angestellte in einer Apotheke und in einer Zeit, in der Frauen eher schmuckes Beiwerk als ernstzunehmende Gesprächspartnerinnen sind, geht die junge Hexe einem eintönigen Alltag nach, während dem sie weder das Vermögen von Lenora noch ihre Kräfte zur Schau stellen kann. Jedes Treffen mit ihren beiden Freundinnen weckt in Cordelia denselben bitteren Beigeschmack wie es die zahlreichen Avancen und lüsternen Blicke der Männer tun.
Nur gut, dass sie als Hexe in dem Bewusstsein aufgewachsen ist, eine flüchtige Affäre einer Ehe vorzuziehen, und sie im Gegensatz zu ihren menschlichen Geschlechtsgenossinnen frei ist.
Bis sie genau das nicht mehr ist – denn als sie von einem Werwolf, einem Handlanger ihres bis dato unbekannten Vaters, entführt wird, kippt Cordelias geordnetes Leben. Plötzlich findet sie sich in der vermeintlichen Obhut des Albion-Rudels wieder. Was als zeitlich begrenzter Aufenthalt zu ihrem Schutz beginnt, wird zu einer Gefangenschaft, aus der sich Cordelia weder durch ihre Hexenausbildung noch durch ihre sekundären Werwolfskräfte befreien kann.
Aber vielleicht … nur vielleicht findet sie in Bishop Daniels einen Verbündeten. Immerhin hat Silas Stockwell auch sein Schicksal in der Hand.

„Witch of the Wolves: Halbmond Erbe“ ist der Auftakt einer unterhaltsamen, oftmals spannenden Fantasyreihe, in der relevante Punkte aufgegriffen werden – beispielsweise die Unterdrückung der Frau, die Reduzierung auf deren Geschlecht und patriarchale Muster. Im Fokus steht Cordelia und ihr Aufenthalt in Trevelyan, dem Sitz des Rudels, das seinen Anspruch auf die seltene Lykanerin und ihre Gene geltend gemacht hat.
Ich empfand Kaylee Archers Stil – im Vergleich zu anderen aktuellen Romantasy-Storys – als anspruchsvoller, die Worte wirkten sorgsamer gewählt und allein deswegen bekommt das Buch von mir schon eine Leseempfehlung. Zusätzlich konnte mich das Worldbuilding – heißt hier die übernatürlichen Gegebenheiten und Lebensweisen, die Regeln der Hexen samt der Strukturen der Gestaltwandler – mit allerhand originellen Ideen, interessanten Hintergründen und Einblicken überzeugen.

Cordelia ist eine selbstbewusste, begabte und intelligente Hexe, die sich zu wehren weiß und nicht bereit ist, sich zu unbedachten oder naiven Reaktionen hinreißen zu lassen. Nach all den Jahren endlich zu wissen, woher ihr ausgeprägter Geruchssinn, die Ruhelosigkeit und der ständige Hunger kommen, ist eine Wohltat. Dennoch sind ihr die Enttäuschung über den Verrat und die Lügen der beiden für sie wichtigsten Frauen anzumerken. Doch sich genauer damit zu beschäftigen, dafür fehlt dem Mischling die Zeit.

Bishop wirkt unterkühlt und unnahbar, hält eine Distanz aufrecht, aber je häufiger er sich zu echter Interaktion, zu offenen Gesprächen hinreißen lässt, umso klarer wird, dass er im Kern ein Guter ist. Ein Werwolf mit Manieren und Anstand, einer, der Grenzen wahrt – ganz im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern seiner Meute …
Um seinen Fehler wiedergutzumachen, begibt sich Bishop selbst in größte Gefahr, geht Risiken ein.
Aber wie soll er die Hexe retten, wenn sie so wichtig für sämtliche Wolfsrudel ist und sie ihm nicht mehr vertraut?

Obgleich es hier und da zu Stillstand kommt, der Plot mehrfach gen romantisches Gefühlschaos driftet, bietet „Witch of the Wolves“ insgesamt Abwechslung, eine fesselnde Geschichte, die zwar in Teilen vorhersehbar ist, aber mit der einen oder anderen Wendung und Offenbarung überrascht. Einige Nebenfiguren und ihre Besonderheiten bereichern den Verlauf, während Emotionen und Setting nachvollzieh- bzw. vorstellbar zur Geltung kamen. Auf passende Weise wird das Geschehen von einer von Misstrauen, Vorsicht und Argwohn durchtränkten, nicht selten angespannten Atmosphäre umschmeichelt. Hingegen lockerten humorvolle Dialoge – und vor allem die direkten Schlagabtausche zwischen Bishop und Cordelia –, anzügliches Geplänkel, Charme und der Kampfgeist der Gefangenen die Stimmung rege auf.

Ihr wollt mitfiebern, schmachten und euch in einer logisch ausgearbeiteten Fantasyromance verlieren? Dann ist „Witch of the Wolves: Halbmond Erbe“ euer Buch. Teil zwei steht auf jeden Fall auf meiner Merkliste.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Starke Story mit reiferen Figuren und etlichen Geheimnissen

These Ancient Flames 1: Awake
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„Awake“ ist der Auftakt der „These Ancient Flames“-Dilogie von Melanie Lane, die mich vor allem durch den Trope „Dragons are real“ sofort auf den Plan gerufen hat.

Meiling Yolanda Ang ist eine ranghohe, ...

„Awake“ ist der Auftakt der „These Ancient Flames“-Dilogie von Melanie Lane, die mich vor allem durch den Trope „Dragons are real“ sofort auf den Plan gerufen hat.

Meiling Yolanda Ang ist eine ranghohe, angesehene Leibwächterin, die sich einen Namen gemacht – hart erarbeitet – hat. Ihr Schutz gilt Tao Yao – ihrem besten Freund und dem Fürstensohn Tianlongs. Ungebrochen ist ihr Glaube an die Drachen, die als Ursprung der Magie der Auguren gelten und vor fast einem Jahrhundert verschwunden sind. Als Raven – Sohn des Fürsten des dritten Kantons – in Meis Zimmer auftaucht, um sie vor dem Angriff seines Vaters zu warnen, gerät ein Stein ins Rollen der alles ändert. Plötzlich sind Raven und sein Wächter Cole sowie Mei und Tao Teil einer Mission, die bittere Enttäuschung bringen oder die größte Hoffnung sein kann …

»Strebe nach Frieden, aber sei bereit, um in den Krieg zu ziehen.«

Erzählt wird aus wechselnder Perspektive von Raven und Meiling, was uns die Protagonisten und ihre Eigenarten sowie die nach und nach stattfindenden (inneren und zwischenmenschlichen) Veränderungen näher bringt. Auch werden wir auf diese Weise intensiv in das Quartett eingebunden, denn Tao und Cole gehören zur Story, sind mehr als bloße Statisten. Diese Gruppendynamik war hervorragend ausgearbeitet und eingebettet – echt, ehrlich, humorvoll. Trotz Konflikten und Schwierigkeiten, Argwohn und leiser Abneigung rücken die vier zusammen, arbeiten und kommunizieren offen miteinander.
Während Mei ihr Ziel – Taos Schutz, die Sicherheit von Tianlong und die Suche nach der einzigen Möglichkeit, einen Krieg zu verhindern – nie aus den Augen verliert, Mitgefühl und Effizienz vereint, taff und stark agiert, hüllt Raven sich und sein Motiv, sein Können, gekonnt in Schatten, animiert subtil dazu, ihn nie zu unterschätzen. Erinnerungen, die ihn zu Distanz mahnen, auf seinem Weg gen Freiheit halten, begleiten ihn – doch je länger er mit Mei unterwegs ist, umso näher sich die beiden kommen, umso schwerer wird es für den Rabenprinzen, seine Mauern hochzuhalten …

In „These Ancient Flames“ betreten wir Valtherra, eine Welt, die mich aufgrund der äußerst gelungenen und vielversprechenden Kombination aus High- und Urban-Fantasy tatsächlich überrascht hat. Unter den vier „magischen“ Kantonen, die alle von einem/r FürstIn regiert werden, von Kraftlinien durchzogen sind und auf Mythen bauen, existieren Menschen – mit all ihren technischen, modernen Fortschritten. Eine Art Koexistenz, eine stille Übereinkunft, eine fragile Akzeptanz. Das komplette System war interessant und originell, wenn es auch hier und da an Details, Hintergründen und Tiefe fehlte. Bspw. den scheinbar längst unterschwellig brodelnden Zwist unter den Kantonen, die verschiedenen Fähigkeiten einzelner Auguren und die Kraftlinien betreffend.
Melanie Lane hat jedoch ihre im Fokus stehenden Charaktere detailreich und greifbar gezeichnet. Es machte Spaß, das Vierergespann kennenzulernen und zu begleiten, die sich wandelnde Dynamik zu verfolgen, hinter Ravens Mysterium und Meis Schutzwall zu dringen. Die Dialoge waren locker, oft spritzig und interessant – kurz: genauso lebendig wie die gesamte Geschichte. Aufgrund einer bedrohlichen Note, allerhand Geheimnissen, unterschwelligem wie offensiven Misstrauen und der im Verlauf aufgeworfenen Fragen – welche Intentionen verfolgt Fürst Ignació und welche sein Sohn? Was ist vor all den Jahrzehnten geschehen, um die erhabensten Geschöpfe vom Erdboden zu tilgen, und wie lange noch, bis die Magie der Linien von Valtherra vollends versiegt? – bleibt die Spannung selbst in den ruhigen, von Stillstand geprägten Sequenzen erhalten.

Neben der Suche nach Spuren, die die Existenz der Drachen belegen, erhält auch die Beziehung zwischen Raven und Mei einiges an Beachtung – die gegenseitige körperliche Anziehung ist von Anfang an präsent und wird schnell zu mehr. Gerade der unnahbare Fürstensohn von Marviento lässt uns an seinen Empfindungen und an seiner Faszination für Meiling teilhaben, gibt nachvollziehbare Einblicke in sein Umdenken und seine Entscheidungen. Mei hingegen wird von Vorsicht und Enttäuschung zurückgehalten, zögert, obwohl sie genau weiß, was sie will.
Je näher das kleine Team der Wahrheit kommt, desto mehr Emotionen mischen die Gemüter und somit die Handlung auf. Das Ende empfand ich verhältnismäßig knapp, dabei sparte die Autorin hier nicht an Wendungen – zwar waren nicht alle Offenbarungen unvorhergesehener Natur, doch einige Entwicklungen ändern alles.

Mit bildreichen Worten, einer guten Portion Action und heißem Spice, mit bedingungslosen Freundschaften und warmherzigen Found-Family-Vibes, mit Geheimnissen und Misstrauen, Humor und der eindrucksvollen Drachenkomponente konnte mich „Awake“ auf jeden Fall unterhalten und überzeugen. „Burn“ kann kommen – ich bin gespannt, wie es weiter- und ausgeht.

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