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Veröffentlicht am 12.01.2022

Ungewöhnlicher Krimi

Das Loft
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Linus Geschke hat schon viele interessante Krimis geschrieben, aber dies ist sein erster, der nicht zu einer Reihe gehört.
In einem schicken Loft leben Sarah und Marc zusammen, ein Zimmer bewohnt Marcs ...

Linus Geschke hat schon viele interessante Krimis geschrieben, aber dies ist sein erster, der nicht zu einer Reihe gehört.
In einem schicken Loft leben Sarah und Marc zusammen, ein Zimmer bewohnt Marcs Freund aus Kindertagen Henning. Doch eines Tages findet die Putzfrau eine große Menge Blut in der Küche, Henning ist verschwunden. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf und bald fällt der Verdacht auf Sarah und Marc, zumal Marc und Henning ihren luxuriösen Lebensstil durch den Verkauf von Drogen finanzieren. Oder hat Hanning seinen Tod nur inszeniert, um eine Gang in die Irre zu führen, die ihm sein Geschäft kaputtmachen will?
Das Buch ist formal ungewöhnlich geschrieben, abwechselnd erzählen Sarah und Marc aus ihrer Perspektive und dazwischen wird über die Ermittlungen der Polizei berichtet. Dabei bekommt man Einblick in die Weltsicht der beiden, Sarahs Naivität und Marcs Coolness. Ist ihre große Liebe zueinander krisenfest und übersteht die schlimme Phase oder hauen sie sich gegenseitig in die Pfanne, um ihren eigenen Kopf zu retten? Das psychologische Spiel ist sehr geschickt inszeniert und man ahnt lange nicht die Wahrheit. Der Schluss hat noch eine Überraschung bereit, aber die wird nicht verraten.
Das Buch liest sich leicht und schnell, zumal es sehr großzügig gesetzt ist. Aber auch die Spannung bleibt insgesamt hoch.
Ein guter Krimi mit einem ungewöhnlichen Plot!

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Veröffentlicht am 01.12.2021

Großartig!

606
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Auf Candice Fox wurde ich durch die "Hades"-Reihe aufmerksam, die mir durch ihre ungewöhnlichen Figuren und spannenden Plots schon sehr gut gefiel.
Aber dieses Buch ist noch besser.
606 Gefangene vom Dieb ...

Auf Candice Fox wurde ich durch die "Hades"-Reihe aufmerksam, die mir durch ihre ungewöhnlichen Figuren und spannenden Plots schon sehr gut gefiel.
Aber dieses Buch ist noch besser.
606 Gefangene vom Dieb bis zum Todeskandidaten brechen bei einer spektakulären Aktion aus einem Hochsicherheitsgefängnis mitten in der Wüste bei Las Vegas aus. Unter ihnen ist auch John Kradle, der seine Familie umgebracht haben soll und nun auf die Vollstreckung des Todesurteils wartet. Er ist allerdings unschuldig und nutzt die Gelegenheit, um die Wahrheit über den Tod seiner Familie zu erfahren. Ihm auf den Fersen ist die Wärterin Celine Osbourne, die selbst Schweres erlebt hat und Kradle unbedingt wieder hinter Gitter bringen will. Doch dann überrascht Kradle alle mit "guten Taten".
Das Buch ist eine atemlose Jagd auf die Ausbrecher und die Suche nach den Hintermännern. Immer wieder ergeben sich überraschende Wendungen und neue Aspekte. Man kann es kaum aus der Hand legen und verfolgt das Geschehen manchmal mit Herzklopfen bis hin zum großen Finale.
Erstklassig geschrieben, unheimlich spannend - der perfekte Thriller!

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Veröffentlicht am 02.08.2021

Sehr gute Geschichte

Von hier bis zum Anfang
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Das Buch wurde angepriesen als Nachfolger von "Der Gesang der Flusskrebse", das ist ein hoher Anspruch, den das Buch fast erfüllt, aber ganz reicht es nicht an es heran.
Hauptperson ist die 13jährige Duchess, ...

Das Buch wurde angepriesen als Nachfolger von "Der Gesang der Flusskrebse", das ist ein hoher Anspruch, den das Buch fast erfüllt, aber ganz reicht es nicht an es heran.
Hauptperson ist die 13jährige Duchess, die mit ihrer depressiven Mutter Star und ihrem kleinen Bruder Robin zusammenlebt und praktisch allein für die Familie verantwortlich ist. Star ist immer noch geschädigt vom Mord an ihrer kleinen Schwester. Nun kommt deren Mörder Vincent nach 30 Jahren wieder frei.
Die zweite Hauptperson ist der Polizist Chief Walker, er ist der gute Mensch von Cape Haven, achtet auf die Schwachen, warnt die Aggressiven und hat auch ein Auge auf Duchess, die sich selbst als Outlaw bezeichnet und wie einen Löwenmutter für ihren kleinen Bruder kämpft.
Alles bricht zusammen, als Star ermordet und Vincent verhaftet wird.
Zuerst hatte ich einige Probleme mich an den Schreibstil zu gewöhnen, aber nach ein paar Seiten wurde es besser.
Das Buch ist sehr spannend und die Figuren kommen dem Leser sehr nahe. Man kann sich gut in ihr Handeln hineinversetzen. Nicht ganz klar wurde mir allerdings das Geschehen um den Immobilienbesitzer Darke, seine wirkliche Rolle bleibt im Dunkeln.
Das Buch hat zahlreiche Nebenschauplätze, das ist manchmal verwirrend, aber lockert das Buch auf. Man muss es deshalb sehr aufmerksam lesen, nicht nur nebenbei.
Insgesamt ein wirklich gutes Buch, das aber nicht ganz an die "Flusskrebse" heranreicht.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Lebendiges Dorfleben

Mirabellentage
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Der zweite Roman von Martina Bogdahn führt uns wieder in den kleinen Ort Blumfeld irgendwo in Bayern.
Josef, der Ortspfarrer, ist überraschend gestorben und seine Haushälterin Anna steht allein da. Sie ...

Der zweite Roman von Martina Bogdahn führt uns wieder in den kleinen Ort Blumfeld irgendwo in Bayern.
Josef, der Ortspfarrer, ist überraschend gestorben und seine Haushälterin Anna steht allein da. Sie muss die Beerdigung organisieren und dann kommt auch noch überraschend der neue Pfarrer aus Rom angereist. Fridtjof, ein Nordfriese mit blondem Haar und einer seltsamen Sprache, ist ein Fremdkörper im Dorf, aber Anna bemüht sich ihm die Eingewöhnung zu erleichtern. Und dann ist da auch noch der alte grüne Mercedes des Pfarrers, der nutzlos in der Garage steht...
Auch dieses Buch zeigt und wieder wie schon "Mühlensommer" einen liebevollen Blick auf die Dorfgemeinschaft. Zwar wird allerorten getratscht, was das Zeug hält, aber Bogdahn schildert die Zusammenhänge und die Vergangenheit der Bewohner immer mit einem positiven Blick. Manchmal musste ich laut lachen, aber manche Erinnerungen waren auch sehr traurig oder dramatisch.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil es nicht urteilt und dadurch eine positive Ausstrahlung hat. Genau das Richtige für unsere zum ständigen Meckern neigenden Zeit!

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Drei Frauen gegen den Rest der Welt

Ein guter Blick fürs Böse
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Kalifornien 1966: Margot, Beverly und Elsie sind so unterschiedlich wie Frauen es nur sein können, aber sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Ehemänner waren Mörder und sitzen nun im Knast. Zusammen versuchen ...

Kalifornien 1966: Margot, Beverly und Elsie sind so unterschiedlich wie Frauen es nur sein können, aber sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Ehemänner waren Mörder und sitzen nun im Knast. Zusammen versuchen sie das Erlebte zu verarbeiten und sich gegenseitig Beistand zu leisten. Als in der Nähe ihres Wohnorts Frauen ermordet und zur Schau gestellt werden, versuchen sie mit ihrer persönlichen Expertise den Mörder zu finden, denn die Polizei interessiert sich nicht sehr für ein paar tote Frauen.

Die Kombination von diesen drei verschiedenen Frauen hat mir gut gefallen, denn sie bringen alle ihre unterschiedlichen Kompetenzen ein und ergänzen sich so sehr gut. Auch ihre Hartnäckigkeit fand ich gut, sie lassen sich nicht entmutigen und ich bin buchstäblich durch das Buch geeilt, denn es wird mit der Zeit immer spannender und ich konnte kaum aufhören zu lesen.

Leider ist das Buch immer noch aktuell, denn immer noch werden Frauen von Familienangehörigen oder guten Bekannten gequält, misshandelt und getötet. Über 150 Femizide im Jahr allein in Deutschland sprechen eine deutliche Sprache. Insofern ist das Buch nicht nur ein guter und fesselnder Unterhaltungsroman, sondern auch explizit politisch, da noch immer viel zu wenig dagegen getan wird.

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