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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2022

Die außergewöhnliche Geschichte der Samen

Das Leuchten der Rentiere
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In diesem außergewöhnlichen Roman begleiten wir die Samin Elsa, die mit Ihrer Familie und deren Rentierherde im hohen Norden aufwächst. Das Buch umfasst den Zeitraum von Elsa als 9jährigem Mädchen bis ...

In diesem außergewöhnlichen Roman begleiten wir die Samin Elsa, die mit Ihrer Familie und deren Rentierherde im hohen Norden aufwächst. Das Buch umfasst den Zeitraum von Elsa als 9jährigem Mädchen bis zur jungen Erwachsenen. Es ist eine Geschichte voller Warmherzigkeit der Samen untereinander und im Umgang mit ihren Tieren, aber auch voller Tragik. Die Tragik eines alteingesessenen indigenen Volkes, das sich nicht nur den Widrigkeiten der Natur sondern auch denen der übrigen Bevölkerung stellen muss, weil einige die Samen und ihre Lebensweise nicht mehr anerkennen wollen und mit allen Mitteln dagegen ankämpfen, wobei diese Mittel oft ins Kriminelle ausufern.
Die Autorin nimmt uns mit dieser berührenden und sehr einfühlsam erzählten Geschichte mit in eine mir bisher in diesem Ausmaß unbekannte Kultur. Der bildhafte Schreibstil über eine wunderbare weite und einsame Landschaft lässt einen tief in die Geschichte eintauchen, Elsa ist ein schon als junges Mädchen sehr ausgereifter und erwachsener Charakter, zutreffend beschrieben, bedingt durch die harten Lebensumstände.
Ein sehr empfehlenswertes Buch über ein ungewöhnliches Thema, welches an einigen Stellen für mich ein paar Längen hatte, die aber insgesamt zur Thematik passen.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Der große Traum vom exotischen Land

Poyais. Ein Land, das es nie gab
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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts machen sich diverse Auswanderungswillige auf ins mittel-/südamerikanische Paradiesland Poyais, wo sie sich, aus ärmlichen Verhältnisen kommend, eine neue Zukunft versprechen. ...

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts machen sich diverse Auswanderungswillige auf ins mittel-/südamerikanische Paradiesland Poyais, wo sie sich, aus ärmlichen Verhältnisen kommend, eine neue Zukunft versprechen. Ein gewisser General Gregor McGregor hat ihnen dazu bereits in der Heimat Land und auch die neue Währung des exotischen Landes verkauft. Dort angekommen, stellen die neuen Siedler fest, dass an den Versprechungen McGregors kaum bis gar nichts dran ist und sie wahrscheinlich einem Betrüger aufgesessen sind.

In einem zweiten Erzählstrang einige Jahre zuvor erleben wir McGregor mit seinen Mannen in südamerikanischen Freiheitskämpfen.

Die Geschichte ist zwar fiktiv, lehnt sich aber an tatsächliche historische Begebenheiten an, McGregor und seine Geschichte hat es seinerzeit so wirklich gegeben.

Dieser Roman lässt sich so richtig in keine Schema fassen, es ist eine gelungene Mischung aus Abenteuerroman, Historie und auch die Liebe kommt hier nicht zu kurz. Mich hat wirklich sehr erstaunt, dass neben den aktuell durch die Presse gehenden zahlreichen Betrugsmaschen dies auch bereits vor mehr als zwei Jahrhunderten recht professionell möglich war, wie immer scheint sich Geschichte ständig zu wiederholen. Gerade die Schilderung des Aufbruchs der Siedler, ihre Hoffnungen und ihre Verzweiflung im "gelobten" Land fand ich hier sehr gelungen und plastisch geschildert, so dass man sich manches Mal mittendrin im Geschehen fühlen konnte. Der Sinn der Rückblenden zu den Kriegsgeschehnissen einige Jahre zuvor hat sich mir jedoch nicht so ganz erschlossen, diese hätte ich hier nicht unbedingt benötigt und brachten der Geschichte so einige Längen.

Dennoch verdiente 4 Sterne von mir für ein ungewöhnliches und sehr unterhaltsames abenteuerliches Thema!

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Flaco ermittelt wieder

Rote Sonne - Mord auf Fuerteventura
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In diesem zweiten Band rund um den ehemaligen Kriminalinspektor "Flaco", der nun als Sicherheitschef einer Hotelkette tätig ist, erleben wird direkt zu Beginn einen Todesfall: Eine Dame wurde im Hotel ...

In diesem zweiten Band rund um den ehemaligen Kriminalinspektor "Flaco", der nun als Sicherheitschef einer Hotelkette tätig ist, erleben wird direkt zu Beginn einen Todesfall: Eine Dame wurde im Hotel vergiftet! Die Geschichte spielt diesmal nicht auf Gran Canaria, sondern auf der Kanareninsel Fuerteventura. In seiner gewohnt unkonventionellen Art, aber mit messerscharfen Verstand, begibt sich Flaco an die "Ermittlungen", als schon bald weitere Todesfälle nicht auf sich warten lassen.

Wieder einmal habe ich diesen Krimi sehr gerne gelesen. Die etwas eigene Art Flacos mag ich gerne, seine Gedankenspiele, bei denen man als Leser immer direkt mit involviert ist, sowie seine private Geschichte zeigen uns nicht nur einen Ermittler, der auch mal hinter die Kulissen schaut, sondern bringen uns Flaco auch menschlich sehr nah. Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut, bringt Nebengeschichten und somit auch verschiedene Verdächtige ins Spiel, um mich am Ende doch mit einer überraschenden, aber sehr schlüssigen Auflösung zu überzeugen. Auch von Land und Leuten erfährt man so einiges. Einige heftige Szenen zwischendurch, bei denen sich die Ereignisse zu überschlagen scheinen, nimmt man Flaco sofort ab. Bei seinem "Schlussplädoyer", in dem sich die Geschichte insgesamt auflöst, erinnerte er mich ein wenig an Inspector Columbo.

Gerne lese ich demnächst einen weitern Krimi mit Beteiligung Flacos, vielelicht diesmal auf noch einer anderen Insel?

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Neubeginn in der alten "Heimat"

Fäden des Glücks
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Die junge Unternehmensberaterin Karla hat gerade ihren Job geschmissen, als sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhält. Dieser hatte sich vor Jahren bereits von der Mutter getrennt und keinen rechten ...

Die junge Unternehmensberaterin Karla hat gerade ihren Job geschmissen, als sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhält. Dieser hatte sich vor Jahren bereits von der Mutter getrennt und keinen rechten Kontakt zur Familie mehr. Karla erbt vom Vater ein altes Häuschen in Mecklenburg-Vorpommern, in dem die Familie damals häufig ihre Ferien verbrachte. Sie verbindet nicht nur gute Erinnerungen mit dem Haus, hat doch damals der Nachbarssohn Rasmus Karla das Herz gebrochen. Als sie nun dorthin reist, in der Absicht, das Haus für den Verkauf herzurichten, begegnet sie Rasmus zum ersten Mal wieder. Sind die alten Gefühle noch da und kann sie ihm verzeihen? Der Fund einer alten Nähmaschine auf dem Speicher erweckt zumindest ihre seineizeitige Lust am Nähen wieder. Vielleicht bietet sich hier ja auch eine neue berufliche Chance für Karla?
Diesen Roman mit absolutem Wohlfühlfeeling habe ich sehr gerne gelesen. Die Autorin hat einen wunderbar leichtgängigen und bildhaften Schreibstil, bei dem man sich sowohl die Umgebung, das alte Häuschen als auch die Gefühlswelt der Beteiligten bestens vorstellen kann. Die Zerrissenheit Karlas, aber auch die alltäglichen Probleme der sie umgebenden Menschen werden hier für mich sehr gut transportiert. Freundschaften werden geschlossen, alte Interessen wiederentdeckt und Vorurteile ausgeräumt.
Ein wunderbares Buch über zweite Chancen und Neuanfänge, das ich gerne empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Un-Ruhestand an der Algarve

Das letzte Kind hat Fell
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Das Rentnerpaar Angelika und Hans wollen ihren Lebensabend in Portugal an der Algarve verbringen und beginnen gerade, sich dort häuslich einzurichten, als ihnen unterwegs ein Hund zuläuft. Da dieser niemendem ...

Das Rentnerpaar Angelika und Hans wollen ihren Lebensabend in Portugal an der Algarve verbringen und beginnen gerade, sich dort häuslich einzurichten, als ihnen unterwegs ein Hund zuläuft. Da dieser niemendem zu gehören scheint, wird der Vierbeiner kurzfristig adoptiert, "Fellina" stellt ab sofort das Leben der beiden auf den Kopf. Als dann auch noch Tochter Sandra und Enkel Finn zu Besuch kommen, ist es mit der Ruhe der Renter vorbei.

In gewohnt humorvoller Art präsentiert uns die Autorin ihren neuesten unterhaltsamen Roman, der bereits dank des bezaubernden Covers sofort einen großen Wiedererkennenungwert für mich hatte. Turbulente Szenen wechseln sich ab mit durchaus auch tiefgehenden und gefühlvollen Momenten von Jung und Alt, Freundschaften als auch familiärer Zusammenhalt kommen hier ebenfalls nicht zu kurz. Star des Romans ist jedoch die Hündin Fellina, einfach nur zum Knuddeln und ein tolles neues Familienmitglied!

Die schönen Landschaftsbeschreibungen haben mich beim Lesen nach Portugal träumen lassen. Gerne habe ich diesen schönen kurzweiligen Roman für zwischendurch wieder gelesen, auf Tessa Hennig ist einfach Verlass!

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