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MrInsomnia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein leiser Dialog mit der japanischen Kultur

Kokoro
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Da ich mich derzeit intensiv mit der japanischen Kultur beschäftige und gerne Werke japanischer Autorinnen und Autoren lese, kam mir dieses Buch gerade recht, um noch tiefer in diese faszinierende Welt ...

Da ich mich derzeit intensiv mit der japanischen Kultur beschäftige und gerne Werke japanischer Autorinnen und Autoren lese, kam mir dieses Buch gerade recht, um noch tiefer in diese faszinierende Welt einzutauchen. Schon das schlichte, zurückhaltende Cover hat mir sehr gut gefallen – es passt hervorragend zur Atmosphäre des Buches. Inhaltlich jedoch muss ich gestehen, dass meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden. Der Verlag ordnet das Buch unter anderem der Kategorie „zeitgenössische Lifestyle-Literatur“ zu – eine Einordnung, die nicht ganz leichtfällt. Durch die spürbare Auseinandersetzung der Autorin mit einem persönlichen Verlust wirkt das Werk stellenweise fast biografisch. Die kulturellen Impulse und Gedanken aus Japan sind zweifellos bereichernd und regen immer wieder zum Innehalten und Nachdenken an. Doch dieses Nachdenken über das eigene Leben wurde für mich häufig durch die sehr persönliche Perspektive der Autorin unterbrochen. Zwar ist es schön, manche Gedanken weiterzuspinnen und über sich selbst zu reflektieren, doch am Ende fehlte mir ein gewisses Etwas – vielleicht ein klarerer Fokus. Oder ist genau das die Absicht? Uns Leser:innen Raum zu lassen, um in der Stille unsere eigenen Gedanken zu entfalten?

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Köhlmeier kann mehr

Die Verdorbenen
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Köhlmeiers Bücher lese ich meist sehr gerne, insbesondere besuche ich auch gerne seine Lesungen. Dieses Buch zählt für mich jedoch nicht zu seinen stärksten. Ich konnte keine Verbindung zum Protagonisten ...

Köhlmeiers Bücher lese ich meist sehr gerne, insbesondere besuche ich auch gerne seine Lesungen. Dieses Buch zählt für mich jedoch nicht zu seinen stärksten. Ich konnte keine Verbindung zum Protagonisten aufbauen - im Gegenteil, im Laufe der Lektüre entwickelte ich sogar eine gewisse Antipathie.
Das Buch liest sich leicht, Köhlmeiers Sprache ist wie gewohnt souverän.. Jedoch weiß ich noch immer nicht, was ich inhaltlich mit dem Buch anfangen soll. Die gesamte Geschichte um die Dreiecksbeziehung wirkt seltsam, konstruiert und damit für mich unglaubwürdig. Auch vermisse ich eine notwendige Tiefe. Der Stil ist wie gewohnt stark, Inhaltlich aber leider für mich enttäuschend.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

hätte mir mehr erwartet

Trinken wie ein Dichter
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Die Aufmachung des Buches ist durchaus gelungen, der rote Leineneinband ist mal etwas anderes, auch wenn das Cover schlicht gehalten ist. Die Idee des Buches finde ich an sich gut, obwohl Alkohol für manche ...

Die Aufmachung des Buches ist durchaus gelungen, der rote Leineneinband ist mal etwas anderes, auch wenn das Cover schlicht gehalten ist. Die Idee des Buches finde ich an sich gut, obwohl Alkohol für manche Dichterinnen und Dichter ein heikles Thema war, da Alkoholsucht nicht selten vorkam. Die vorgestellten Rezepte decken eine breite Palette ab: von aufwendigeren Kreationen über verschiedene Martini-Variationen bis hin zu einer einfachen Tasse Tee. Mit kurzen Anekdoten wird jeweils der Bezug zu einer Dichterin oder einem Dichter bzw. auch einem ihrer Werke hergestellt. Diese Anekdoten sind jedoch recht oberflächlich. Ich hätte mir hier wesentlich mehr Tiefgang und Informationen über die verschiedenen Autorinnen und Autoren gewünscht. So bleibt das Buch insgesamt ziemlich an der Oberfläche. Es bietet eine schöne Sammlung von gut beschriebenen Rezepten, aber alles darüber hinaus wirkt leider wie ein nettes, aber oberflächliches Gimmick.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

keinen Zugang gefunden

Melken
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Die Grundidee von Sanna Samuelssons Melken fand ich nach der Lektüre des Klappentextes durchaus interessant - zum eigentlichen Text habe ich jedoch keinen wirklichen Zugang gefunden.
Die Protagonistin ...

Die Grundidee von Sanna Samuelssons Melken fand ich nach der Lektüre des Klappentextes durchaus interessant - zum eigentlichen Text habe ich jedoch keinen wirklichen Zugang gefunden.
Die Protagonistin Ellen steig ins Auto und fährt in ihre Heimat, in ihr ehemaliges Zuhause, einem abgeschiedenen Bauernhof. Es gehört schon längst anderen Bewohnern, diese sind jedoch auf Urlaub und Ellen verschafft sich Zutritt zu ihrer ehemaligen Heimat, zu ihrem ehemaligen kindlichen Bauernleben. In den Tagen, die sie nun hier einfach verbringt, kommen Erinnerungen hoch, Erinnerungen an den Hof, die Schule und auch an den Nachbarsjungen, der noch immer hier wohnt und sie während ihres Aufenthaltes öfter besucht.
Gerade diese Rückblenden und Erinnerungen hätten das Potenzial, den Text besonders eindringlich zu machen. Doch genau hier fehlt es für mich an Substanz und Tiefe. Auch nach den knapp 150 Seiten blieb für mich unklar, worauf der Text letztlich hinauswill: ein Ziel, eine Entwicklung oder eine klare Aussage sind für mich kaum greifbar. So bleibt wenig, das nachwirkt oder sich festsetzt. Melken ist damit für mich vor allem eine interessante Idee, die in der Umsetzung zu wenig greifbar wird – und mich letztlich etwas ratlos zurücklässt.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

leider nicht meins

Reise nach Laredo
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Arno Geiger genießt im deutschsprachigen Raum große Anerkennung als gefeierter Autor. Sein Roman "Der alte Konig in seinem Exil" ist natürlich bekannt und wird von mir geschätzt. Im neuen Roman "Reise ...

Arno Geiger genießt im deutschsprachigen Raum große Anerkennung als gefeierter Autor. Sein Roman "Der alte Konig in seinem Exil" ist natürlich bekannt und wird von mir geschätzt. Im neuen Roman "Reise nach Laredo" geht es tatsächlich um einen echten König, Karl V. Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, auch weil es vielerorts positiv erwähnt wurde, wurde aber leider insgesamt enttäuscht. Freilich, der Schreibstil ist interessant, gut zu lesen. Trotzdem musste ich mich durch das Buch fast quälen, weil: es passiert einfach fast nichts. Der Inhalt des Buches ist für mich einfach belanglos, die Innenwelten des Protagonisten Karl geradezu langweilig. Lediglich der Einstieg, die detaillierte Beschreibung, wie Karl per Hebevorrichtung in einen Badezuber gehoben wird, fand ich sehr gelungen. Mit diesem Schreibstil und den eindrucksvollen Bildwelten könnte man großartige Romane schaffen, doch meiner Meinung nach bedarf es einer spannenderen Handlung. Daher konnte mich dieser Roman nicht wirklich begeistern.

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