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Veröffentlicht am 14.04.2026

drei schräge Vögel für Leo

Pina fällt aus
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Es gibt Bücher , die nimmt man zur Hand und möchte sie niemals loslassen, weil sie einen so tief im Herzen berührt haben, dass es so gar ein wenig weh tut. Genauso ist es mir mit dem neuen Buch von Vera ...

Es gibt Bücher , die nimmt man zur Hand und möchte sie niemals loslassen, weil sie einen so tief im Herzen berührt haben, dass es so gar ein wenig weh tut. Genauso ist es mir mit dem neuen Buch von Vera Zischke gegangen. Schon "Ava liebt noch" war ein Highlight für mich, doch ihr neues Buch " Pina fällt aus" wird für mich ein Jahrzehnte Highlight, weil die Aussage dieses Buches einfach so wichtig für uns alle ist.
Ein Buch über das " Anderssein" und über das Überwinden von Vorurteilen und Unsicherheiten,die wir haben im Umgang mit Menschen, die nicht der "Norm unserer Gesellschaft " entsprechen und die uns davon abhalten,wichtige Erfahrungen über uns selbst und das Miteinander mit diesen Menschen zu machen.

Leo ist 20 Jahre alt und besonders. Er ist Autist und braucht in seiner Welt feste Strukturen und immer wiederkehrende Rituale, die ihm Sicherheit geben, denn jede Abweichung von seinen Routinen bedeuten für ihn Angst. Seine Wahrnehmung ist eine andere als bei gesunden Menschen, er kann viele Reize und Eindrücke nicht richtig verarbeiten und das verunsichert ihn.

"Es ist eine große Aufgabe die Welt passend zu machen, die nicht für ihn geschaffen ist ", aber Pina, Leos Mutter, tut alles dafür und bleibt dabei selbst auf der Strecke.

Als Pina auf der Straße zusammenbricht und für lange Zeit im Krankenhaus bleiben muss, ist die Frage, wer sorgt für Leo, der nicht in der Lage ist , sein Leben selbst zu managen ?

Die 86 jährige Nachbarin Inge Russek,die seit Jahren ihre Wohnung nicht mehr verlassen hat und bei der Leo während Pinas Abwesenheit fern sieht, fühlt sich vollkommen überfordert, als sie erfährt, dass Pina nicht zurückkommt. Sie kennt Leo nur wenig und ist mit seinen Reaktionen nicht vertraut, weiß nicht, wie sie ihm beibringen soll, dass seine "Mutsch" im Krankenhaus ist.
Zusammen mit der 16 jährigen Zola, die gerade die Schule abgebrochen hat und nur wütend ist, auf die Welt, ihren Vater und auch sonst und dem Einsiedler Wojtek, dessen Komunikation sich auf eine Internetfreundschaft im fernen Jakutien beschränkt,versucht man den Alltag mit Leo zu bewältigen.
Was zu Anfang undenkbar schien für die drei, wird im Laufe der Zeit zu einer unschätzbaren Erfahrung für alle, auf die keiner der drei mehr verzichten will.

Ich habe gelacht und geweint bei diesem Buch das den Alltag eines gehandycapten Menschen ziemlich realistisch wiedergibt. Zu beobachten wie sich die Protagonisten Stück für Stück weiterentwickelten, war schon toll zu erleben. Inge , die eigentlich schon mit dem Leben abgeschlossen hatte, Zola, die nicht genau weiß, wofür sie eigentlich da ist und wohin sie will und wie sie ihre Wut kanalisieren soll und Wojtek, der ähnlich wie Leo in seiner eigens für ihn geschaffenen Welt lebt. Da ich selbst Mutter eines gehandycapten Sohnes bin, habe ich mich in vielen Situationen wiedergefunden und habe oft gedacht " Wäre es schön gewesen, wenn Julian auch solche Menschen um sich gehabt hätte", denn in der Realität sind diese Menschen und somit auch die Angehörigen oft allein, weil man oft auch unsicher im Umgang mit besonderen Menschen ist. Um so schöner war es in diesem Buch mitzuerleben, wie ein Miteinander möglich ist und alle Beteiligten dabei profitieren. Gelebte Inklusion, die leider immer noch nicht selbstverständlich ist.

Ein Buch das für mich ein großes Plädoyer für das Anderssein und ein offeneres Miteinander ist und für das ich mich ganz herzlich bei Vera Zischke bedanke, denn wer legt fest was normal ist und wenn wir ehrlich sind, sind wir doch alle ein bisschen Leo oder nicht ?

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Veröffentlicht am 07.04.2026

guter zweiter Band

Montmartre - Traum und Schicksal
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Auch der zweite Teil der „Montmartre“ Dilogie „Traum und Schicksal“ hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert.

Wir begleiten die beiden Frauen Elise Lambert und Valerie Dumas und ihre Leben weiter in ...

Auch der zweite Teil der „Montmartre“ Dilogie „Traum und Schicksal“ hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert.

Wir begleiten die beiden Frauen Elise Lambert und Valerie Dumas und ihre Leben weiter in diesem Buch.
Elise ist mittlerweile zu einem gefeierten Star des Moulin Rouge aufgestiegen, verliebt sich in einen Adeligen und findet ihre Schwester Simone wieder, die von ihrem Mann zur Prostitution gezwungen wurde.

Valerie Dumas ist gezwungen einen Mann zu heiraten, der ihr nicht nur zuwider ist, sondern sie auch misshandelt. Doch ihr Vater hat sich beim Projekt „Panamakanal“ verspekuliert und Valerie sieht sich in der Verantwortung ihre Familie vor dem finanziellen Ruin zu bewahren, auch zu diesem hohen Preis.
Doch sie findet einen Weg ihrer Malerei weiter nachzugehen.

Was soll ich sagen, diese Bücher sind Unterhaltung pur. Man taucht wieder ein in das Paris des 19. Jahrhundert, erlebt das Schicksal des Moulin Rouge und der Stars dieses Varietés und verfolgt sowohl das verruchte Nachtleben von Paris,als auch die Kunstszene, die dominiert wird von überwiegend männlichen Malern, wie Toulouse-Lautrec, Edgar Degas oder Pizarro und Van Gogh. Impressionistische Maler, die sich nach und nach ihren Platz in der konservativen Kunstszene erobern. Aber auch Frauen halten Einzug in die Kunstszene, obwohl sie es deutlich schwerer haben davon zu leben als ihre männlichen Kollegen, doch Frankreich war Vorreiter der weiblichen Kunstszene.

Ich muss sagen, dass mir die Geschichte um Valerie ein bisschen besser gefallen hat, als Elises Geschichte, weil sie mich mehr berührt hat, aber auch Simones Schicksal war schwer zu ertragen.

Marie Lacrosse verbindet Unterhaltung mit historischen Fakten, was mir sehr gut gefallen hat.
Ihr Schreibstil ist flüssig, ihre Figuren facettenreich dargestellt und liebevoll dargestellt, sodass man sich ihnen nahe fühlt und mit ihnen mitfiebert und mit,endet.

Auch dieses Buch bekommt eine dicke Leseempfehlung für Liebhaber leichter Literatur.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

für mich ein Highlight

Frag nicht nach Agnes
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„Frag nicht nach Agnes“ von Valerie Jacob, erschienen im @rowohltverlag, ist eine kluge einfühlsame Schilderung dreier Frauen in Zeiten historischer Umbrüche. Die Autorin taucht tief in die Kriegs,- und ...

„Frag nicht nach Agnes“ von Valerie Jacob, erschienen im @rowohltverlag, ist eine kluge einfühlsame Schilderung dreier Frauen in Zeiten historischer Umbrüche. Die Autorin taucht tief in die Kriegs,- und Nachkriegsgeschichte ein und konnte mich mit ihrem Buch absolut begeistern.

In der Gegenwart lernt der Leser Lilo kennen, die als Goldschmiedin arbeitet und sich für nachhaltige Schmuckverarbeitung einsetzen möchte. Zu ihrer Mutter hat sie ein angespanntes Verhältnis. Ein Geheimnis steht zwischen ihnen, dass eng mit der Geschichte ihrer Großmutter zusammenhängt, über das ihre Mutter aber nicht reden möchte. Der einzige Ausspruch ihrer Mutter ist „deine Großmutter hat mein Leben zerstört“.
In Rückblicken erfährt man nun was es mit dieser Geschichte auf sich hat, die zum einen mit der Situation in der Familie in die Lilos Großmutter eingeheiratet hat zu tun hat, aber auch mit Ereignissen in einem Dorf in Frankreich „Oradour“ in dem es durch die Waffen SS zu einem Massaker an der französischen Bevölkerung gekommen ist.

In dem Buch wird klar, wie wenig Interesse die deutsche Justiz, aber auch die deutsche Bevölkerung an einer Aufarbeitung der deutschen Kriegsverbrechen hatte,aber auch,wie dieses fehlende Interesse zu fatalen Fehlentscheidungen führte und Auswirkungen auf individuelle Schicksale hatte. Die Stellung der Frau in der Nachkriegszeit spielt auch eine große Rolle und in mir kam häufig Wut hoch ob der ausweglosen Situation mancher Frauen in dieser Zeit, die sich mit dieser Situation nicht abfinden wollten oder konnten.
Auch die Sprachlosigkeit der Kriegsgeneration und deren Konsequenzen für nachfolgende Generationen, die Traumata, die das Leben dieser Generationen prägte bis in die heutige Zeit hinein.

Die beiden Geschichten, die hier auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt werden, haben mir beide gut gefallen. Die Gegenwartsgeschichte orientiert sich ein wenig an aktuellen Themen wie der Nachhaltigkeit in der Schmuckherstellung, zeigt aber eben auch, dass Familientramata bis in die Gegenwart reichen.

Die Vergangenheitsgeschichte hat mich sehr stark berührt, mich lange nicht losgelassen. Sowohl die Kriegsereignisse, aber vor allem das Schicksal von Lilos Mutter, aber vor allem das von Agnes, Lilos Großmutter, waren mehr als berührend.
Ein vielschichtiges, emphatisch verfasstes Porträt zwischen gesellschaftlichen Zwängen und individuellen Sehnsüchten, die in einem fatalen Ende münden und Jahrzehnte nachhallt.

Mich wird diese Geschichte sicherlich noch lange beschäftigen und ich spreche diesem Buch eine dicke Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Der Krieg aus Sicht eines Kindes

Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
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„Vergiss nicht zu tanzen,Hanna“,erschienen im @atlantikverlag ,ist eine Aufforderung an Hanna von ihrem Großvater, dass man auch in schlimmen Zeiten das Schöne nicht vergessen soll.

Hannas Familie ist ...

„Vergiss nicht zu tanzen,Hanna“,erschienen im @atlantikverlag ,ist eine Aufforderung an Hanna von ihrem Großvater, dass man auch in schlimmen Zeiten das Schöne nicht vergessen soll.

Hannas Familie ist in den zwanzigerJahren des 20. Jahrhunderts aus dem Oldenburger Münsterland in ein kleines Dorf im Osten der Republik, nahe der polnischen Grenze, umgesiedelt worden.Als streng katholische Familie haben es die Gehrkens im protestantischen Osten nicht leicht, vor allem nicht während der Nazizeit.Doch sie haben auf ihrem Hof ein ausreichendes Auskommen.Hanna, aus deren Sicht diese Geschichte erzählt wird, hat noch drei ältere Brüder und später kommt noch die kleine Rosa zur Welt, zu der Hanna ein sehr enges Verhältnis hat.Hanna erlebt das Erstarken des Nationalsozialismus das die Dorfgemeinschaft, aber auch die Familie spaltet und später auch den Einmarsch der Russen in das Dorf mit. Später wird ihre Familie zur Flucht gezwungen, weil die Polen das Dorf übernehmen.Die Flucht hat für die Familie weitreichende Konsequenzen und hinterlässt einen tief sitzenden Schmerz.

Diese Geschichte ist fiktiv, wie der Autor dieses Buches , der hier unter dem Pseudonym Mareike Busch schreibt,am Ende mitteilt, doch er hat das Buch im Gedenken an seine Mutter geschrieben und deshalb denke ich, dass wohl einige biographische Anteile im Buch sein werden.

Ich fand es sehr interessant diese Zeit mal aus der Sicht eines Kindes erzählt zu bekommen.Die kleine Hanna, die am Ende des Krieges 13Jahre alt ist, gibt Einblick in die Gedanken,- und Gefühlswelt eines Kindes, die diese Zeit miterlebt hat, obwohl sie die Tragweite des Ganzen sicherlich nicht begriffen hat. Gott sei Dank. Doch Hanna bekommt die Sorgen und Nöte ihrer Eltern, die sie abends durch die Wand belauscht, mit und auch zwei ihrer Brüder müssen in den Krieg ziehen. Auch die unterschiedlichen politischen Einstellungen der Menschen im Dorf, aber auch innerhalb der Familie bleiben ihr nicht verborgen.Auch die Flucht ist für Hanna ein einschneidendes Erlebnis.
Der unerschütterliche Glaube der Familie spielt hier eine große Rolle.Mich hat dieses Buch sehr an meine Mutter erinnert, die diese Zeit auch als Kind und Jugendliche miterlebt hat und auch in ihrem Leben hat der Glaube immer eine große Rolle gespielt.
Auch der Dümmersee, wo die Familie ihren Ursprung hat, ist mir ein Begriff. Wir besuchen ihn regelmäßig.

Ich fand diesen Roman sehr berührend und er ist auch eine Erinnerung an all die Menschen, die aus den Ostgebieten flüchten mussten und deren Familien zerrissen wurden und teilweise bis heute nicht wieder zusammengeführt wurden.

Ein Buch das für mich eine besonderes Leseerlebnis war und das ich sehr gerne empfehle.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

spannende Fortsetzung mit neuer Besetzung

Tote Seelen singen nicht
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Ich bin ein bekennender Adler Olsen Fan und deshalb hat es mich sehr getroffen erfahren zu müssen, dass der Autor schwer erkrankt ist.An dieser Stelle, alles erdenklich Gute für ihn.

Als Fan seiner Bücher ...

Ich bin ein bekennender Adler Olsen Fan und deshalb hat es mich sehr getroffen erfahren zu müssen, dass der Autor schwer erkrankt ist.An dieser Stelle, alles erdenklich Gute für ihn.

Als Fan seiner Bücher war es dann aber sehr schön zu hören, dass diese Reihe trotzdem weitergeführt wird, mit zwei Co-Autoren.Das ist ja immer so eine Sache, denn bei Stieg Larsson hat es meiner Meinung nach nicht so gut geklappt. Hier muss ich aber sagen, dass Stine Bolter und Line Holm dieser Reihe einen neuen Kick gegeben haben.
Die letzten Bücher des Autors fand ich so lala, dieses hat mich wieder mehr überzeugt.

Das Sonderdezernat Q fährt nur auf halbe Flamme. Carl Mork hat nach seinem unverschuldeten Gefängnisaufenthalt nicht ins Sonderdezernat zurück gefunden, sondern schreibt und vermarktet seine Bücher. So ganz kann er das ermitteln aber doch nicht lassen. Übriggebliebene sind Assad und Rose. Gordon hat eine Stelle in Nordjütland angenommen. Doch Unterstützung naht in Person der Französin Helena Henry, die Rose von Anfang an als Konkurrentin ansieht.
Carl ist dann auch derjenige, der dem Sonderdezernat einen neuen Fall beschert. Eine alte Tonbandaufnahme gibt Rätsel auf. Ein Fall, der als begleiteter Suizid eingeordnet wurde,bekommt plötzlich eine andere Bedeutung und die Spur führt in ein Musikinternat.

Erst einmal war es wieder schön das Team des Sonderdezernats Q wieder zu treffen und ihre Ermittlungen, aber auch ihre Querelen untereinander zu erleben. Das hat teilweise schon Slapstickcharakter.Aber auch die Spannung erreicht hier wieder ein annehmbares Niveau.Die Mordserie zu verfolgen war wirklich mehr als spannend. Wer bleibt übrig und ist der Fall zu lösen und wird Carl Mørck zurückkehren?Wir werden es erleben, denn die Reihe geht weiter, wie der Cliffhanger am Ende zeigt.Ich bin gespannt.

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