interessante Idee mit kleineren Schwächen
Ruinous Creatures - Der Kuss des PhönixZuallererst: Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, trotz kleinerer Schwächen. Der Schreibstil ist angenehm und einfach, wodurch sich das Buch recht schnell und flüssig lesen lässt. Ich fand es zudem ...
Zuallererst: Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, trotz kleinerer Schwächen. Der Schreibstil ist angenehm und einfach, wodurch sich das Buch recht schnell und flüssig lesen lässt. Ich fand es zudem überrachend erfrischend, dass Adela und Kian, unsere Protagonisten, bereits um die 30 Jahre alt sind. Leider ist Adela allerdings etwas jünger geschrieben, wodruch mich ihr tatsächliches Alter erst einmal irritiert hat. Was mir ebenfalls gefallen hat, dass Adela eine recht schnelle Auffassungsgabe hat und alles um sich schnell erfasst und Zusammenhänge herstellt. Sie ist nicht naiv und lässt sich auch nicht für dumm verkaufen. Ich konnte ihre Gedankengängen und ihr Handeln gut nachvollziehen. Nebenbei werden Themen wie Body Positivity, gleichgeschlechtliche Beziehungen und Konsens eingewoben, ohne aufdringlich, oder deplatziert zu wirken. Es wird nicht erklärt, sondern fügt sich ganz natürlich in die Geschichte ein.
Die Idee mit den Schädeln und der Magie ist mal was neues und das, was wir von der Welt und ihrer Ordnung mitbekommen, hat mir auch gefallen. Generell hätte aber etwas mehr Worldbuilding stattfinden können, um das große Ganze noch besser greifen zu können. Stellenweise sind die Szenen schon recht düster und grausam ge/beschrieben. Mir hat das gefallen, weil es die Stimmung und die Gegebenheiten gut widergespiegelt hat, aber das sagt eventuell nicht jedem zu. Die ersten ⅔ des Buches wird sich noch relativ viel Zeit genommen, das letzte Drittel hingegen wirkt sehr gehetzt. Es passiert viel um die Geschichte zum Abschluss zu bringen, aber man hat dadurch leider keine Zeit durchzuatmen und das Geschehene zu verarbeiten. Für mich hätte die Geschichte auch sehr gut als Dilogie funktioniert. Damit hätte man dem Worldbuilding und Beziehungen zwischen den Charakteren noch mehr Tiefe geben können und der Höhepunkt der Geschichte wäre nicht so schnell abgefrühstückt worden.