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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2026

sensibler Regionalkrimi

Emmelie
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Der Regionalkrimi beschreibt die Region sehr detailliert und bildhaft, sodass man als Leser*in auch das Gefühl hat, mit vor Ort zu sein. Die Atmosphäre ist ruhig, in der kleinen dörflichen Gemeinschaft ...

Der Regionalkrimi beschreibt die Region sehr detailliert und bildhaft, sodass man als Leser*in auch das Gefühl hat, mit vor Ort zu sein. Die Atmosphäre ist ruhig, in der kleinen dörflichen Gemeinschaft kennt jeder jeden und daher ist es schwierig herauszufinden, was damals mit der kleinen Emmelie tatsächlich passiert ist. Julia ist nach persönlichen Rückschlägen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt und versucht als Anwältin neue Ansätze und Informationen herauszufinden, was sich als schwierig herausstellt, da Familiengeheimnisse gut verborgen wurden. Hauptaspekt sind die inneren Konflikte und psychologische Spannungen, nicht so sehr blutige Taten oder Aktionen, finde ich für das Thema auch passend. Die Leseatmosphäre empfinde ich als sehr angenehm, das Tempo passt auch gut, allerdings waren mir am Ende etwas zu viele Wendungen, sodass ich zu tun hatte, um den Hauptstrang nicht aus den Augen zu verlieren, da Nebengeschichten überhandgenommen hatten. Ich bin gespannt, wie sich Julia in ihrem nächsten Fall schlägt.

Veröffentlicht am 15.04.2026

das Böse ist Chaos

Ein guter Blick fürs Böse
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Der Kriminalroman hat mich zuerst aufgrund des erfrischenden, auffälligen Covers und des Titels angesprochen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, stellt drei unterschiedliche Frauen in den Mittelpunkt ...

Der Kriminalroman hat mich zuerst aufgrund des erfrischenden, auffälligen Covers und des Titels angesprochen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, stellt drei unterschiedliche Frauen in den Mittelpunkt und liest sich wie eine Beobachtung einer Freundinnenclique, im gehobeneren Alter. Dadurch, dass sich die Ereignisse zeitlich in den 1960er Jahren abspielen, sind noch gewisse Unterschiede, vor allem in Bezug auf feministische Ansichten, das Berufsleben von Beverley, Margot und Elsie zu erkennen, aber auch in der Ansicht, wie eine Vorzeigefamilie auszusehen hat. Charakterlich sind die drei Frauen komplett unterschiedlich, ergänzen sich dadurch aber in ihren Handlungen und Gedanken sehr gut. Als Gemeinsamkeit verbindet sie, dass sie jeweils mit einem Serienmörder verheiratet waren und die Anzeichen nicht erkannt haben oder erst im Nachhinein reflektiert haben, dass gewisse Vorzeichen doch schon vorhanden waren. Ihr Ziel, weitere Frauen zu schützen und den mutmaßlichen Serientäter, der gerade momentan sein Unwesen treibt, zu enttarnen, finde ich hochgesteckt, es ähnelt aber eher Hobbydetektivinnen, da sie von einem Verdächtigen zum nächsten switchen. Ihre Vermutung, dass sie Serientäter erkennen müssten, da sie selbst Erfahrung damit gemacht haben, hat sich nicht wirklich als treffsicher herausgestellt und von der Polizei werden ihre Ermittlungen und Beobachtungen auch nicht ernst genommen. Gewisse Szenen sind nicht ganz ernst gemeint, sind eher mit Humor zu betrachten, aber gewisse bedeutende Themen, wie der Umgang mit ihren Schuldgefühlen und der Stigmatisierung durch ihr gesellschaftliches Umfeld oder das Behaupten im Beruf in einer Männerdomäne, haben ernsthafte Hintergründe. Der Roman vermittelt Frauenpower und die Stärke, die durch Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung entstehen kann.

Veröffentlicht am 14.04.2026

Serie mit Urlaubsfeeling

Nordweststurm
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Der fünfte Fall der Serie ist auch diesmal wieder atmosphärisch und emotional, der Ermittlungsfall ist komplex und die Beschreibung der örtlichen Gegebenheiten bildhaft und authentisch, sodass man als ...

Der fünfte Fall der Serie ist auch diesmal wieder atmosphärisch und emotional, der Ermittlungsfall ist komplex und die Beschreibung der örtlichen Gegebenheiten bildhaft und authentisch, sodass man als Leserin das Gefühl hat, mit den Ermittlerinnen direkt vor Ort in St. Peter Ording zu sein. Da ich die Reihe von Anfang an mitverfolge, fällt vor allem die Weiterentwicklung der Charaktere auf. Anna und Hendrik haben sich stark verändert, während Anna offener wird, neue Bekanntschaften schließt und wieder entschlossener wirkt, hat Hendrik momentan stark mit sich und seinen Mitmenschen zu kämpfen. Vor allem Hendriks belastende Beziehung zu seinem Vater steht diesmal im Mittelpunkt, die Beziehung zu Anna ist zaghaft, abtastend und ich finde es gut, dass nichts überstürzt oder unrealistisch gehandelt wird. Der relativ offene Schluss und Annas Gedanken lassen mich hoffen, dass die Serie noch weiter fortgesetzt werden.

Veröffentlicht am 07.04.2026

verfluchtes Herrenhaus

Die Rache der Freundin
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Der Thriller überzeugt mit seiner Atmosphäre, indem die Abgeschiedenheit, die schlechten Wetterbedingungen, das alte, renovierungsbedürftige Herrenhaus mit Charakter und das Treffen der Freundesgruppe ...

Der Thriller überzeugt mit seiner Atmosphäre, indem die Abgeschiedenheit, die schlechten Wetterbedingungen, das alte, renovierungsbedürftige Herrenhaus mit Charakter und das Treffen der Freundesgruppe nach einigen Jahren erzeugen eine Stimmung, die durchgehend unheilvoll und spannungsgeladen ist. Da nur eine begrenzte Anzahl an Charakteren vorkommen, hat man als Leserin die Möglichkeit, diese im Zuge ihres Kurzurlaubes genauer kennenzulernen. Außerdem erfährt man nach und nach auch Geschichten und Hintergründe aus ihrer gemeinsamen Schulzeit und Kindheit. Am spannendsten finde ich persönlich die Tagebucheinträge von Clara, einer vorherigen Bewohnerin des Herrenhauses und ihre tragische Familiengeschichte. Man hat auch das Gefühl, dass sich gewisse Ereignisse wiederholen. Im aktuellen Geschehen ist Luna die Person, aus deren Perspektive die Schilderungen erzählt werden und die auch mit ihrer Kamera alles bildhaft dokumentiert. Zwischenzeitlich gab es ein paar Längen, indem Wiederholungen vorkamen und zusätzliche Schleifen in der Erzählung gedreht wurden, die nicht unbedingt erforderlich gewesen wären, ansonsten war es durchgehend spannend, mystisch und nervenaufreibend.

Veröffentlicht am 04.04.2026

das beste kommt zum Schluss

Teure Täuschung
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Der zwölfte Teil der Serie ist zugleich auch der Abschluss, was ich einerseits schade finde, aber auch die Beweggründe der Autorin nachvollziehen kann, dass es wieder Zeit für etwas Neues für sie ist. ...

Der zwölfte Teil der Serie ist zugleich auch der Abschluss, was ich einerseits schade finde, aber auch die Beweggründe der Autorin nachvollziehen kann, dass es wieder Zeit für etwas Neues für sie ist. In diesem Teil ist Bastian persönlich involviert, indem seine Ex-Frau Nora einen entscheidenden Part innehat, und somit wird er zum Teil vom Fall abgezogen, sodass Silja und Sven auf sich alleine gestellt sind. Generell ziehen sich die Ermittlungen in diesem Fall oder kommen gar nicht erst richtig in Schwung, habe ich das Gefühl. Stressen lassen sich die Ermittler*innen nicht, es bleibt immer noch Zeit für den alltäglichen Pizzeriabesuch zu Mittag, da merkt man, dass es auf der Insel gemütlicher zu geht und die Wasserleiche läuft ja nicht mehr davon. Ich finde es nicht gut, dass Bastian und Silja eine private und eine berufliche Beziehung haben, das merkt man auch deutlich, wenn sie private Probleme haben, wirkt sich dies auf das gesamte Team aus, ist menschlich, aber auch unprofessionell. Der Journalist Fred Hübner und seine Freundin die Staatsanwältin kommen auch wieder vor, wobei beide milder geworden sind und schon fast sympathisch wirken. Der Nachspann hat mir am besten gefallen, hier gibt die Autorin noch einen Ausblick, wie sich die Charaktere in Zukunft entwickeln werden und wie es in ihren Lebenssituationen weitergehen könnte.