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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2026

Chaos hoch drei

Mama kommt gleich
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Der Roman handelt vom chaotischen, turbulenten Leben der Sexualtherapeutin Toni, die sich nebenbei um ihren demenzkranken Vater kümmert und Josch, der sich als Autor durchs Leben schlägt, als alleinerziehender ...

Der Roman handelt vom chaotischen, turbulenten Leben der Sexualtherapeutin Toni, die sich nebenbei um ihren demenzkranken Vater kümmert und Josch, der sich als Autor durchs Leben schlägt, als alleinerziehender Vater und nebenbei als Hundesitter etwas dazuverdienen muss, um den Alltag zu meistern. Als ein Paket von Toni unabsichtlich bei Josch landet, beginnen sich ihre zwei Welten miteinander zu vermischen. Aus einem Missverständnis entsteht das nächste und das Chaos nimmt überhand. Die Autorin schafft es, auch in peinlichen oder ernsten Situationen, diese mit Satire und Humor die Spitze zu nehmen. Generell überwiegen lustige, chaotische Szenen, eine Liebesgeschichte bahnt sich an und eskaliert. Die Charaktere wirken authentisch und liebenswert, vor allem Horst, der aufgrund seiner Demenzerkrankung sich selbst und die Worte für viele Dinge wiederfinden wird, aber auch Josch, der ihn ohne zu überlegen in seiner Männer-WG aufnimmt, aber allen voran Frankie, der zu allen sehr liebenswürdig ist und sich toll an die jeweiligen Situationen und das vorprogrammierte Chaos anpassen kann. Im Vordergrund stehen Humor und lustige Szenen, aber auch ernste Themen wie Demenz oder Alleinerzieher oder berufliche Flauten finden Platz. Die Entwicklung ist etwas vorhersehbar, kam für mich nicht überraschend, dafür gibt es einen kleinen Abzug, aber ansonsten habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.

Veröffentlicht am 22.04.2026

Verletzung und Versöhnung

Junikinder
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Der Roman erzählt die Lebensgeschichten von drei Frauen, die mit ihren aktuellen Situationen kämpfen und völlig unterschiedlich damit umgehen. Julia ist Krankenschwester auf einer Säuglingsstation und ...

Der Roman erzählt die Lebensgeschichten von drei Frauen, die mit ihren aktuellen Situationen kämpfen und völlig unterschiedlich damit umgehen. Julia ist Krankenschwester auf einer Säuglingsstation und hat einen kleinen Jungen, der nach einer unschönen Trennung abwechselnd bei ihr und bei seinem Vater lebt und diese Situation belastet sie stark, denn am liebsten hätte sie Truls immer bei sich. Zu ihrer Schwester Liv hat sie teilweise eine gute schwesterliche Beziehung, dann wiederum beherrschen ungelöste Konflikte und Vorwürfe ihre Beziehung, aber für die Kinder reißen sich alle zusammen, so gut es möglich ist. Nachdem eines Tages Livs Ehemann Henrik mit einer anderen schwangeren Frau auf Julias Säuglingsstation auftaucht, befindet sich Julia in einem moralischen und emotionalen Konflikt. Darf sie ihrer Schwester vom Doppelleben ihres Mannes erzählen? Was passiert, wenn sie gegen die Schweigepflicht verstößt? Verliert sie dann ihren Job und vielleicht sogar auch noch das Sorgerecht für ihren Sohn? Ein wahres Dilemma, das Julia stark beschäftigt und das auch beim Lesen deutlich spürbar ist. Die gesamte Atmosphäre wirkt bedrückend, schwer, kaum auszuhalten. Auch wenn ich mich noch nie in einer ähnlichen Situation befunden habe, so ist es deutlich nachvollziehbar und spürbar, wie es den einzelnen Charakteren geht und wie sie unter der jeweiligen Situation leiden. Die Geschichte entwickelt sich ruhig, erzählend und ist stark an Julias Leben orientiert, beginnend von der aktuellen Situation ausgehend, aber es werden auch viele Rückblenden in die Jugendzeit gegeben und wie es zum Zerwürfnis der beiden Schwestern damals kam. Auch wenn Julia, Liv und Hannah zeitweise unterwürfig und blass erscheinen, so entwickeln sie sich im Laufe der Erzählung und zeigen auch ihre starken Seiten, ihre Muttergefühle bewirken wahre Superkräfte und der Zusammenhalt und die persönlichen Weiterentwicklungen sind schön zu lesen.

Veröffentlicht am 16.04.2026

sensibler Regionalkrimi

Emmelie
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Der Regionalkrimi beschreibt die Region sehr detailliert und bildhaft, sodass man als Leser*in auch das Gefühl hat, mit vor Ort zu sein. Die Atmosphäre ist ruhig, in der kleinen dörflichen Gemeinschaft ...

Der Regionalkrimi beschreibt die Region sehr detailliert und bildhaft, sodass man als Leser*in auch das Gefühl hat, mit vor Ort zu sein. Die Atmosphäre ist ruhig, in der kleinen dörflichen Gemeinschaft kennt jeder jeden und daher ist es schwierig herauszufinden, was damals mit der kleinen Emmelie tatsächlich passiert ist. Julia ist nach persönlichen Rückschlägen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt und versucht als Anwältin neue Ansätze und Informationen herauszufinden, was sich als schwierig herausstellt, da Familiengeheimnisse gut verborgen wurden. Hauptaspekt sind die inneren Konflikte und psychologische Spannungen, nicht so sehr blutige Taten oder Aktionen, finde ich für das Thema auch passend. Die Leseatmosphäre empfinde ich als sehr angenehm, das Tempo passt auch gut, allerdings waren mir am Ende etwas zu viele Wendungen, sodass ich zu tun hatte, um den Hauptstrang nicht aus den Augen zu verlieren, da Nebengeschichten überhandgenommen hatten. Ich bin gespannt, wie sich Julia in ihrem nächsten Fall schlägt.

Veröffentlicht am 15.04.2026

das Böse ist Chaos

Ein guter Blick fürs Böse
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Der Kriminalroman hat mich zuerst aufgrund des erfrischenden, auffälligen Covers und des Titels angesprochen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, stellt drei unterschiedliche Frauen in den Mittelpunkt ...

Der Kriminalroman hat mich zuerst aufgrund des erfrischenden, auffälligen Covers und des Titels angesprochen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, stellt drei unterschiedliche Frauen in den Mittelpunkt und liest sich wie eine Beobachtung einer Freundinnenclique, im gehobeneren Alter. Dadurch, dass sich die Ereignisse zeitlich in den 1960er Jahren abspielen, sind noch gewisse Unterschiede, vor allem in Bezug auf feministische Ansichten, das Berufsleben von Beverley, Margot und Elsie zu erkennen, aber auch in der Ansicht, wie eine Vorzeigefamilie auszusehen hat. Charakterlich sind die drei Frauen komplett unterschiedlich, ergänzen sich dadurch aber in ihren Handlungen und Gedanken sehr gut. Als Gemeinsamkeit verbindet sie, dass sie jeweils mit einem Serienmörder verheiratet waren und die Anzeichen nicht erkannt haben oder erst im Nachhinein reflektiert haben, dass gewisse Vorzeichen doch schon vorhanden waren. Ihr Ziel, weitere Frauen zu schützen und den mutmaßlichen Serientäter, der gerade momentan sein Unwesen treibt, zu enttarnen, finde ich hochgesteckt, es ähnelt aber eher Hobbydetektivinnen, da sie von einem Verdächtigen zum nächsten switchen. Ihre Vermutung, dass sie Serientäter erkennen müssten, da sie selbst Erfahrung damit gemacht haben, hat sich nicht wirklich als treffsicher herausgestellt und von der Polizei werden ihre Ermittlungen und Beobachtungen auch nicht ernst genommen. Gewisse Szenen sind nicht ganz ernst gemeint, sind eher mit Humor zu betrachten, aber gewisse bedeutende Themen, wie der Umgang mit ihren Schuldgefühlen und der Stigmatisierung durch ihr gesellschaftliches Umfeld oder das Behaupten im Beruf in einer Männerdomäne, haben ernsthafte Hintergründe. Der Roman vermittelt Frauenpower und die Stärke, die durch Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung entstehen kann.

Veröffentlicht am 14.04.2026

Serie mit Urlaubsfeeling

Nordweststurm
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Der fünfte Fall der Serie ist auch diesmal wieder atmosphärisch und emotional, der Ermittlungsfall ist komplex und die Beschreibung der örtlichen Gegebenheiten bildhaft und authentisch, sodass man als ...

Der fünfte Fall der Serie ist auch diesmal wieder atmosphärisch und emotional, der Ermittlungsfall ist komplex und die Beschreibung der örtlichen Gegebenheiten bildhaft und authentisch, sodass man als Leserin das Gefühl hat, mit den Ermittlerinnen direkt vor Ort in St. Peter Ording zu sein. Da ich die Reihe von Anfang an mitverfolge, fällt vor allem die Weiterentwicklung der Charaktere auf. Anna und Hendrik haben sich stark verändert, während Anna offener wird, neue Bekanntschaften schließt und wieder entschlossener wirkt, hat Hendrik momentan stark mit sich und seinen Mitmenschen zu kämpfen. Vor allem Hendriks belastende Beziehung zu seinem Vater steht diesmal im Mittelpunkt, die Beziehung zu Anna ist zaghaft, abtastend und ich finde es gut, dass nichts überstürzt oder unrealistisch gehandelt wird. Der relativ offene Schluss und Annas Gedanken lassen mich hoffen, dass die Serie noch weiter fortgesetzt werden.