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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2026

Eine kleine Auszeit

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene erfüllt ihren Job als Managerin einer großen Firma sehr erfolgreich: Sie arbeitet strukturiert, effizient und sorgt für gute Zahlen. Doch um CEO zu werden reicht es nicht aus, da werden weitere ...

Marlene erfüllt ihren Job als Managerin einer großen Firma sehr erfolgreich: Sie arbeitet strukturiert, effizient und sorgt für gute Zahlen. Doch um CEO zu werden reicht es nicht aus, da werden weitere Kompetenzen gefordert. Aus diesem Grund schickt Marlenes Chef sie zu Alex Grow, einem Lebenscoach, der ihr helfen soll, ihre menschliche Seite besser zu entwickeln. Doch während des Coachings wird deutlich, dass nicht alles immer so läuft, wie geplant und auch der beste Trainer manchmal etwas Unterstützung braucht.

Im ersten Moment hat man das Gefühl, dass wirklich jedes Klischee zum Thema Lifestyle und Coaching parodiert wird, bis man es fast nicht mehr aushält. Die Maßnahmen wirken überspitzt, lächerlich und überflüssig. Eine Hilfe für Menschen, die eigentlich keine Hilfe brauchen. Doch dann ändert sich ganz unauffällig die Stimmung und der Roman bekommt mehr Tiefe. Marlene ist zwar eine sehr rationale Person, aber je besser man sie kennenlernt, desto mehr kann man es verstehen. Und auf einmal spürt man, dass ein Coaching vielleicht doch etwas bewirken kann. Jeder hat seine eigene Geschichte und eigene Dämonen, mit denen er kämpfen muss und sehr oft verbirgt sich hinter einer Person viel mehr, als man auf den ersten Blick erkennen kann.

Zu den Charakteren: Mit Alex bin ich leider über den ganzen Roman hinweg nicht wirklich warm geworden, ich kann seine Lebensweise schlicht und ergreifend nicht nachvollziehen. Dafür habe ich Marlene im Laufe der Zeit wirklich schätzen gelernt. Ihre pragmatische Art, die ehrliche Art und Weise, wie sie Situationen beschreibt und den Nagel auf den Kopf trifft, hat mich des Öfteren Tränen lachen lassen. Auch einige Nebenfiguren haben mir sehr gut gefallen, sofern sie nicht lebende Klischees waren.

Es passiert nicht viel, trotzdem habe das Buch fast in einem Stück durchgelesen und hätte alle Charaktere gerne noch etwas länger begleitet, um zu erfahren, wie sie ihr weiteres Leben meistern. Es ist ein sehr angenehmer, leichter und unterhaltsamer Roman, der durch manche Szenen und Rückblicke einen gewisse Tiefe erhält.

Aufgrund es Covers habe ich mit einem etwas „anspruchsvolleren“ Roman gerechnet. Es handelt sich jedoch vor allem um ein lustiges und unterhaltsames Buch, welches ein paar traurige oder nachdenkliche Szenen enthält. Mir hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht, für mich ist es die perfekte Lektüre für zwischendurch, auch wenn es wahrscheinlich nicht allzu lange bei mir in Erinnerung bleiben wird.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Ist es das Ende oder erst der Anfang?

EDEN - Wenn das Sterben beginnt
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Die Menge an Plankton reduziert sich drastisch, die Böden vertrocknen, die Lebensmittel werden knapper. Jede Entwicklung für sich ist bereits eine Herausforderung für die Menschheit. Was passiert jedoch, ...

Die Menge an Plankton reduziert sich drastisch, die Böden vertrocknen, die Lebensmittel werden knapper. Jede Entwicklung für sich ist bereits eine Herausforderung für die Menschheit. Was passiert jedoch, wenn alles auf einmal passiert?
Aus der Sicht von verschiedenen Personen wird die Verschlechterung unserer Umwelt beschrieben, dabei wird z.B. die wirtschaftliche oder politische Sichtweise aufgezeigt und wie alles miteinander verbunden ist. Leider sind es gerade die vielen verschiedenen Charaktere, die sich innerhalb von wenigen Seiten immer wieder abwechseln, welche mir ein wenig die Freude am Lesen genommen haben. Auch wenn es am Ende des Buchs ein Personenverzeichnis gibt und man nach 700 Seiten weiß, wer wer ist, konnte ich mich anfangs nur schwer in die verschiedenen Personen hineinversetzen. Ich verstehe, dass so die weltweite Vernetzung deutlich gemacht werden soll, trotzdem hätte ich mir von meinen Lieblingscharakteren eindeutig ein häufigeres Auftreten gewünscht.
Ansonsten hat mich der Roman sehr erschüttert. Natürlich war mir einiges bewusst, aber welche extremen Auswirkungen es haben kann, wenn die Sojaernte zum Beispiel nur teilweise ausfällt, war mir nicht klar. Elsberg erklärt die Zusammenhänge zwischen unserem Handeln und den Auswirkungen auf die Natur sehr eindrücklich, ohne zu sehr in Richtung Lehrbuch abzudriften. Es regt zum Nachdenken an und ich frage mich in letzter Zeit öfters, ob ich das, was ich im Leben gerade alles habe und nutze, auch tatsächlich brauche. Wer Veränderungen scheut, sollte dieses Buch also besser nicht lesen…
Dies ist kein Buch für jemanden, der den Klimawandel als eine Lüge ansieht oder das Schweineschnitzel als Kulturgut. Wer sich aber offen mit dem aktuellen Thema unserer immer weiter zerstörten Umwelt auseinander setzen möchte, kann hier mal einen anderen Weg finden. Es geht nicht um einen erhobenen Zeigefinger oder ein schlechtes Gewissen. Vielmehr wird uns gezeigt, was sich an unserem Denken ändern muss, damit wir auch in Zukunft diese Erde bewohnen können. Natürlich können wir einfach so weitermachen wie bisher, aber dann müssen wir auch mit den Konsequenzen leben.
Es ist kein einfaches Buch. Es zwingt einen Hinzuschauen, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und in den Gesamtkontext einzuordnen. Gleichzeitig ist es aber auch ein sehr gut geschriebenes Buch, welches die Spannung bis zum Schluss immer weiter aufbaut. Es bietet keine Musterlösungen, sondern eine Starthilfe zum Umdenken. Es muss nicht alles enden… vielleicht können wir gerade jetzt neu anfangen?

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Düster und erschreckend

Dark Places - Gefährliche Erinnerung
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Libby hat als kleines Kind die Ermordung ihrer Familie erlebt, ihr großer Bruder wird als Mörder verhaftet. Jetzt, als erwachsene Frau, führt sie ein einsames und unglückliches Leben, welches noch immer ...

Libby hat als kleines Kind die Ermordung ihrer Familie erlebt, ihr großer Bruder wird als Mörder verhaftet. Jetzt, als erwachsene Frau, führt sie ein einsames und unglückliches Leben, welches noch immer durch das Trauma ihrer Kindheit geprägt ist. Da es aber immer mehr Personen gibt, die an der Schuld ihres Bruders zweifeln, beginnt sie über die Ermordung ihrer Familie nachzuforschen.

Das Buch ist in zwei Zeitebenen aufgebaut, einmal aus Libbys Sicht in heutiger Zeit, die versucht die Ereignisse, die zum Mord geführt haben, zu rekonstruieren. Zum anderen Rückblicke in die Vergangenheit aus Sicht der Familie selbst.

Libby war mir anfangs sehr unsympathisch. Obwohl mittlerweile über 30 sieht sie sich immer noch als das kleine traumatisierte Kind von damals, schafft es kaum ihr Leben in den Griff zu bekommen und erwartet, dass andere ihre Probleme lösen. Im Laufe des Romans jedoch wird Libby jedoch immer menschlicher, vielleicht nicht wirklich nett, aber man merkt, dass sie auch gute Seiten an sich hat.

Insgesamt sind die Charaktere sehr schwierig. Obwohl man viele Handlungen nachvollziehen kann, sind viele Reaktionen stark an der Grenze zum Erträglichen oder es geht sogar darüber hinaus. Es handelt sich um keine an sich netten Personen, sondern um Menschen die sich im Grenzbereich der Gesellschaft aufhalten und mit allen Mitteln versuchen ihren Platz zu finden oder ihn zumindest zu halten.

Obwohl es sicher brutalere Thriller gibt, habe ich durch die bedrückende Atmosphäre des Buches jede grausame oder unangenehme Szene wesentlich stärker wahrgenommen. Es waren tatsächlich manchmal einfach kleine Details, die es mir ermöglicht haben, die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit der einzelnen Personen nachzuempfinden.

„Dark Places“ hat mir gezeigt, wie durch ein paar schlechte Entscheidungen, die Dynamik einer Kleinstadt und die Vorurteile gegenüber einer Familie nahe an der Armutsgrenze, eine Situation völlig eskalieren kann. Ich habe mich während des Lesens oft gefragt, ob es in einem anderen Setting überhaupt zu den Morden hätte kommen können.

Besonders bedrückend war es vor allem für mich, dass man die Rückblicke aus der Sicht von Libbys Mutter und ihrem Bruder miterlebt hat. Man konnte die Familie mit all ihren Fehlern, aber auch ihren Hoffnungen und Bemühungen kennen lernen und wusste trotzdem von Anfang an, dass sie ein brutales und tragisches Ende nehmen würden.

Zeitweise war mir der Thriller zwar etwas zu langatmig und zu sehr auf das Selbstmitleid und Trauma von Libby fixiert. Trotzdem war es für mich insgesamt spannend, da ich mir während des Lesens wirklich nie ganz sicher sein konnte, wer der Mörder war und am Ende fast jeden einmal im Verdacht hatte. Auch wenn es für mich nicht der beste Thriller von Gillian Flynn ist, wurde ich doch regelmäßig auf falsche Fährten gelockt, sodass das Ende für mich überraschend kam.

Für mich war es ein faszinierendes Buch, welches mir die Abgründe, aber die Stärken der menschlichen Seele aufgezeigt hat. Es war düster, beklemmend und vermittelte mir eine ganz neue Dimension von Hoffnungslosigkeit, die mich in ihrer Endgültigkeit erschreckt hat. Bis auf ein paar langatmige Abschnitte, gerade zu Anfang, hat das Buch mich insgesamt in seinen Bann gezogen und mein Gehirn ordentlich durcheinander gewirbelt, wie ich es bereits von Gillian Flynn kenne.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Subtile Frauenpower

Die Kryptografin
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Margot studiert als eine von wenigen Frauen Mathematik und wird aufgrund ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten als Mitarbeiterin für den Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes angeworben. Die anfangs verheißungsvolle ...

Margot studiert als eine von wenigen Frauen Mathematik und wird aufgrund ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten als Mitarbeiterin für den Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes angeworben. Die anfangs verheißungsvolle Stelle birgt jedoch seine eigenen Herausforderungen.

Margot muss sich mit Vorurteilen, Mobbing und ihrem eigenen Seelenleben auseinander setzen, welches noch vom zweiten Weltkrieg traumatisiert ist. Dabei hilft ihr einerseits ihre Freundin Sue, welche selbst gerne eine erfolgreiche Journalistin werden möchte, jedoch stattdessen verzweifelt versucht ihren kleineren verwaisten Geschwistern ein sicheres Zuhause zu bieten, auch wenn es sie fast an ihre Belastungsgrenze bringt. Und natürlich Willi, welcher mit seiner sanften und verständnisvollen Art einer meiner Lieblingscharaktere ist.

Der Roman beeindruckt durch seine sanften Töne. Die Story an sich ist nicht wirklich überraschend, mir hat sie jedoch einen völlig neuen Blickwinkel auf die Nachkriegszeit eröffnet. Es sind so viele Frauen gewesen, die durch ihre Stärke geholfen haben, dass es weitergehen konnte. Stellvertretend Margot, die ihren Weg geht und sich langsam selbst akzeptieren lernt und ihre Kriegstraumata überwindet. Aber auch Sue, die alles in ihrer Macht stehende für ihre Familie tut. Sie möchte Geschwistern ein Zuhause bieten, muss aber gleichzeitig für den Lebensunterhalt sorgen. Es sind hier nicht die großen Töne der Männer, die Karriere machen und damit alle beindrucken, sondern Frauen, die durch ihre subtile Art alles zusammen halten und damit neue Perspektiven ermöglichen.

Genauso wie Margot ist das Buch eher ruhig und zeigt auf subtile Art, was Frauen leisten können, wenn sie zusammen halten und sich erlauben ihre Träume zu leben. Die Story birgt vielleicht nicht viele Überraschungen und es hätte für mich etwas mehr von der Kryptografie handeln können, trotzdem hat es mich durchweg interessiert, wie es weitergeht und die einzelnen Personen ihre Probleme lösen. Insgesamt hat mir der Roman ein gutes und hoffnungsvolles Gefühl gegeben, denn in uns allen steckt mehr Positives und Besonderes, als man auf den ersten Blick vielleicht erkennen kann.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Wenig überraschend…

Atlas - Die Geschichte von Pa Salt
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Die sieben Schwestern treffen sich, um sich gemeinsam von ihrem Vater zu verabschieden. Dabei erfahren sie durch Pa Salts Tagebücher seine bewegende Lebensgeschichte und wie es zu ihrer Adoption kam.

Genauso ...

Die sieben Schwestern treffen sich, um sich gemeinsam von ihrem Vater zu verabschieden. Dabei erfahren sie durch Pa Salts Tagebücher seine bewegende Lebensgeschichte und wie es zu ihrer Adoption kam.

Genauso wie bei den Bänden der Reihe, bin ich auch beim letzten Buch hin- und hergerissen. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass Lucinda Rileys Sohn das Buch zu Ende schreiben musste oder ob es an der Thematik an sich lag, aber mir hat einiges an Spannung gefehlt. Natürlich wurden zum einen viele schöne, emotionale Momente beschrieben und ich habe mich sehr gefreut alle sieben Schwestern noch einmal wiederzusehen. Doch auf der anderen Seite gab es in dem Roman kaum überraschende Entwicklungen, da man ja bereits die anderen Bände kennt und gelesen hat, wie es zu den Adoptionen kam. Natürlich war es faszinierend, welche Rolle Pa Salt jeweils gespielt hat, aber so außergewöhnlich war sein Wirken meistens nicht, dass es für ein wirkliches Aha-Erlebnis gesorgt hätte.

Für mich persönlich lag auch der Abstand zu den ersten Bänden zu weit zurück. Gerade durch die vielen Figuren viel es mir teilweise schwer mich zu erinnern, wer jetzt genau wer war und wie sie mit den Schwestern zusammenhingen. Eigentlich müsste man noch einmal alle vorherigen Bände lesen, um wirklich zu erkennen, wie verknüpft alles miteinander ist.

Trotzdem finde ich es beeindruckend wie die alte Mythologie der sieben Schwestern ins Moderne übertragen wurde und wie sich alles im letzten Buch findet und zu einem Ende kommt.

Ich bin froh den Roman gelesen zu haben, da er einen guten Abschluss für die Reihe gebildet hat und ich mich von jeder Figur noch einmal verabschieden konnte. Trotzdem war er mir zeitweise viel zu langatmig und ich hätte mir mehr Szenen gewünscht die nur Pa Salt erlebt hat. So jedoch wurde vieles aus den vorherigen Bänden wiederholt und es wirkte zeitweise sehr konstruiert, nur um eine Verbindung zu allen sieben Schwestern herzustellen.

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