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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2026

Zwischen falschem Spiel und echten Funken

Casino Durable - All in with the Devil
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Mit „All in with the Devil“ entführt uns Carina Benning an einen Ort, an dem Schein und Sein oft nur durch ein Kartendeck getrennt sind. Der Auftakt ihrer „Heat & Betrayal“-Reihe punktet vor allem durch ...

Mit „All in with the Devil“ entführt uns Carina Benning an einen Ort, an dem Schein und Sein oft nur durch ein Kartendeck getrennt sind. Der Auftakt ihrer „Heat & Betrayal“-Reihe punktet vor allem durch eine ungewöhnliche Prämisse: Die Protagonistin Dawn, eine Meisterin der Maskerade, flieht nicht vor dem Gesetz, sondern will sich ihm aus Verzweiflung stellen – ein riskantes Manöver, das sie stattdessen direkt in die Arme von Gabriel Durable führt.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm lebendig und fängt die glamouröse, aber doch bedrohliche Aura von Monte Carlo gekonnt ein. Besonders die Details rund um die Casino-Welt und das Blackjack-Spiel verleihen der Erzählung eine greifbare Tiefe. Zwar driften die Dialoge zwischen den Hauptfiguren manchmal in eine fast schon lyrische Schwere ab, die etwas Konzentration erfordert, doch das unterstreicht gleichzeitig die emotionale Intensität ihrer Begegnungen.

Die Geschichte selbst lebt vom ständigen Misstrauen. Dawn ist kein klassisches Opfer; sie ist ein Chamäleon, das gelernt hat, hinter Mauern zu überleben. Gabriel hingegen verkörpert die kühle, fast schon aggressive Kontrolle eines Mannes, der alles für sein Erbe tun würde. Die Chemie zwischen den beiden ist kein sanftes Lodern, sondern ein heftiger Schlagabtausch, der Zeit braucht, um sich von Feindseligkeit in echte Anziehung zu verwandeln.

Besonders hervorzuheben ist das familiäre Geflecht der Durables. Die Brüder Mathis und Bastien bringen eine Dynamik ein, die Lust auf die Fortsetzungen macht. Auch wenn das Tempo im letzten Drittel etwas anzieht und manch spannungsgeladene Situation noch mehr Raum zur Entfaltung hätte vertragen können, bleibt ein fesselndes Leseerlebnis zurück. Wer Geschichten über starke Frauen, düstere Familiengeheimnisse und eine Prise Mafia-Vibe mag, wird hier definitiv fündig. Ein solider Start, der neugierig auf die kommenden Einsätze am Spieltisch der Emotionen macht.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Wenn Narben zu Leuchttürmen werden

Clashing with No. 6
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Es gibt Bücher, die liest man, und es gibt Bücher, die man regelrecht einatmet. „Clashing with No. 6“ gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Alicia Sommer setzt mit dem Abschluss ihrer Vipers-Trilogie ...

Es gibt Bücher, die liest man, und es gibt Bücher, die man regelrecht einatmet. „Clashing with No. 6“ gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Alicia Sommer setzt mit dem Abschluss ihrer Vipers-Trilogie keinen simplen Schlusspunkt unter eine Sport-Romanze, sondern zeichnet ein hochemotionales Porträt zweier Seelen, die unter der Last fremder Erwartungen fast zu ersticken drohen.

Der Schreibstil: Ein Echo der Seele
Alicia Sommers Sprache ist in diesem Band fast schon poetisch, ohne dabei den Bodenkontakt zu verlieren. Sie schreibt nicht nur über Gefühle, sie seziert sie. Ihr Stil ist ehrlich, intensiv und besitzt eine fast schmerzhafte Präzision, wenn es darum geht, die „Zweifelsblau“-Nuancen ihrer Charaktere zu beschreiben. Man merkt in jedem Satz, dass hier keine Schablonen bedient werden. Die Dialoge zwischen Callie und Saint sind anfangs von einer spürbaren Reibung geprägt, wandeln sich aber in eine Tiefe, die weit über das übliche Genre-Niveau hinausgeht. Es ist diese Mischung aus gewittergrauer Melancholie und dem warmen Licht eines Sonnenaufgangs, die den Lesefluss so besonders macht.

Die Geschichte: Mehr als nur Schlagzeilen
Im Zentrum steht Saint Alvarez, ein Mann, der sich hinter Mauern aus Verantwortung und Schweigen verschanzt, und Callie McQueen, die als Journalistin und Influencerin zwischen Schein und Sein gefangen ist. Was als erzwungene Zusammenarbeit für eine Homestory beginnt, entwickelt sich zu einer Reise in die Abgründe ihrer Biografien.

Besonders beeindruckend ist die thematische Dichte:

Identität: Wie definieren wir uns, wenn wir nur noch die Fehler sehen, die andere uns zuschreiben?

Heilung: Saint versucht Dinge zu kitten, die er gar nicht zerbrochen hat, während Callie lernen muss, dass sie „genug“ ist, auch ohne das Rampenlicht.

Ehrlichkeit: Das Buch bricht mit der Fassade der perfekten Social-Media-Welt und zeigt das einsame Gefühl, inmitten von Menschen nicht erkannt zu werden.

Fazit
Dieses Finale fühlt sich weniger wie ein Abschied von einer Buchreihe an, sondern wie ein nach Hause kommen. Es ist ein heilsames Leseerlebnis, das Mut macht, die eigenen Unvollkommenheiten nicht länger als Makel, sondern als Teil der eigenen Stärke zu begreifen. Wer Geschichten sucht, die das Herz erst schwer machen, um es dann federleicht wieder zusammenzusetzen, wird Saint und Callie lieben. Ein absolutes Jahreshighlight, das noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Eine Achterbahn der leisen Töne

The Night We Met
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Abby Jimenez hat mit "The Night We Met" ein Buch geschaffen, das mich emotional völlig unvorbereitet erwischt hat. Die Geschichte beginnt mit einer vermeintlich kleinen Entscheidung – wer darf Larissa ...

Abby Jimenez hat mit "The Night We Met" ein Buch geschaffen, das mich emotional völlig unvorbereitet erwischt hat. Die Geschichte beginnt mit einer vermeintlich kleinen Entscheidung – wer darf Larissa nach Hause fahren? – und spinnt daraus ein Netz aus verpassten Chancen und moralischen Zwickmühlen.

Was dieses Buch für mich so besonders macht, ist der Erzählstil. Jimenez schreibt nicht einfach nur eine Romanze; sie webt eine Atmosphäre, die gleichermaßen humorvoll und tiefgründig ist. Die Kapitel wechseln zwischen Larissa und Chris, was uns tief in deren Seelen blicken lässt. Besonders die Dynamik zwischen den beiden ist ein Paradebeispiel für „Slow Burn“. Es knistert gewaltig, doch statt auf körperliche Erotik setzt die Autorin auf emotionale Intimität und bedeutungsvolle Blicke.

Die Figuren sind herrlich unperfekt. Während Chris als loyaler Fels in der Brandung sofort mein Herz stahl, war Mike eine harte Nuss. Doch gerade seine Komplexität und die thematisierten Schattenseiten (Stichwort: psychische Gesundheit) geben der Story eine notwendige Schwere, die über ein gewöhnliches Liebesdreieck hinausgeht. Trotz kleinerer Längen im Mittelteil und eines gewöhnungsbedürftigen Vierbeiners hat mich der Sog der Geschichte bis zum Schluss nicht losgelassen. Ein absolut lesenswertes Buch für alle, die Herzschmerz mit Hirn suchen.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Zwischen Götterzorn und Wellengang: Ein Herz aus Abgrund

His Monstrous Heart
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Lara Große beweist mit diesem Auftakt, dass Sagen kein verstaubtes Relikt sind, sondern lebendige, schmerzhafte Realität werden können. Sie entführt uns in eine Welt, die zwar ihre Wurzeln in der griechischen ...

Lara Große beweist mit diesem Auftakt, dass Sagen kein verstaubtes Relikt sind, sondern lebendige, schmerzhafte Realität werden können. Sie entführt uns in eine Welt, die zwar ihre Wurzeln in der griechischen Mythologie schlägt, aber durch eine eigenständige politische Geographie und kulturelle Tiefe besticht. Besonders die visuelle Aufmachung des Buches mit der farblich markierten Landkarte hilft dabei, das Machtgefüge des Imperiums sofort zu greifen.

Der Schreibstil: Atmen unter Wasser
Die Erzählweise ist intensiv und arbeitet stark mit der Dualität der Perspektiven. Während Andromeda uns ihre Welt durch die Augen einer stolzen, fast schon trotzigen Thronfolgerin zeigt, ist Ketos’ Sichtweise von einer beklemmenden Melancholie geprägt. Die Autorin nutzt eine Sprache, die die salzige Meeresluft fast spürbar macht. Auch wenn manche Szenen sehr ausführlich gezeichnet sind, dienen sie doch dazu, das moralische Dickicht der Figuren zu entwirren. Es ist kein Buch für den schnellen Konsum; es ist eine Geschichte, die Raum fordert.

Die Geschichte: Mehr als nur Opfergabe
Andromeda ist keine Prinzessin, die gerettet werden will. Ihr Kampf gegen die Fremdbestimmung – sowohl durch ihre Eltern als auch durch den gierigen Kaiser Ren – ist der Motor der Handlung. Dem gegenüber steht Ketos, die lebende Waffe, dessen silberhaarige Erscheinung so gar nicht zu dem Grauen passt, das in ihm schlummert. Die Dynamik zwischen den beiden lebt von einer untergründigen Spannung, die ohne übertriebene Erotik auskommt und stattdessen auf emotionaler Zerrissenheit basiert. Das Geflecht aus Prophezeiungen und politischen Intrigen sorgt dafür, dass man als Leser oft auf der falschen Fährte gelockt wird, nur um am Ende von einem Cliffhanger emotional entwurzelt zu werden.

Wer Charaktere sucht, die nicht nur schwarz oder weiß sind, und wer Lust auf eine düstere, meeresgewaltige Neuerzählung hat, wird hier sein Herz verlieren – und es wahrscheinlich erst im zweiten Band im Dezember 2026 zurückerhalten.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Wenn Narben auf Heilung treffen: Ein fulminantes Finale

The East Wind – Reich aus Sturm und Flammen (The Four Winds 4)
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Mit dem Abschluss der Four Winds-Reihe beweist Alexandria Warwick, dass die lautesten Geschichten oft die leisesten Helden brauchen. Im Mittelpunkt steht Min, die so gar nicht dem Klischee der unerschütterlichen ...

Mit dem Abschluss der Four Winds-Reihe beweist Alexandria Warwick, dass die lautesten Geschichten oft die leisesten Helden brauchen. Im Mittelpunkt steht Min, die so gar nicht dem Klischee der unerschütterlichen Fantasy-Heldin entspricht. Ihr Mut ist kein flammendes Schwert, sondern ein zögerliches Glimmen, das erst durch die toxische Asche ihrer Vergangenheit brechen muss. Es ist fast schmerzhaft authentisch zu beobachten, wie sie versucht, ihren eigenen Wert zu finden, während sie noch die Stimmen ihrer Unterdrücker im Ohr hat.

Dann ist da Eurus, der Ostwind. Warwick zeichnet ihn nicht als unnahbaren Gott, sondern als ein Wesen, das unter der Last seiner eigenen Geschichte fast zerbricht. Die Dynamik zwischen den beiden ist kein klassischer "Enemies-to-Lovers"-Galopp, sondern eher ein vorsichtiges Herantasten zweier Verwundeter.

Zum Schreibstil und der Handlung:
Warwicks Sprache ist atmosphärisch dicht und beinahe lyrisch, ohne dabei den Blick für die harten Kanten ihrer Welt zu verlieren. Sie verwebt Elemente aus Rapunzel und dem Amor & Psyche-Mythos zu etwas völlig Eigenem. Besonders beeindruckend ist, wie sie das Tempo drosselt, um der emotionalen Entwicklung Raum zu geben. Man liest hier keinen rasanten Action-Plot, sondern eine psychologische Reise durch ein Reich aus Sturm und Flammen. Dass die Reihe hiermit endet, hinterlässt eine wehmütige Lücke – es ist ein Abschied, der nachhallt.

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