Eine Achterbahn der leisen Töne
The Night We MetAbby Jimenez hat mit "The Night We Met" ein Buch geschaffen, das mich emotional völlig unvorbereitet erwischt hat. Die Geschichte beginnt mit einer vermeintlich kleinen Entscheidung – wer darf Larissa ...
Abby Jimenez hat mit "The Night We Met" ein Buch geschaffen, das mich emotional völlig unvorbereitet erwischt hat. Die Geschichte beginnt mit einer vermeintlich kleinen Entscheidung – wer darf Larissa nach Hause fahren? – und spinnt daraus ein Netz aus verpassten Chancen und moralischen Zwickmühlen.
Was dieses Buch für mich so besonders macht, ist der Erzählstil. Jimenez schreibt nicht einfach nur eine Romanze; sie webt eine Atmosphäre, die gleichermaßen humorvoll und tiefgründig ist. Die Kapitel wechseln zwischen Larissa und Chris, was uns tief in deren Seelen blicken lässt. Besonders die Dynamik zwischen den beiden ist ein Paradebeispiel für „Slow Burn“. Es knistert gewaltig, doch statt auf körperliche Erotik setzt die Autorin auf emotionale Intimität und bedeutungsvolle Blicke.
Die Figuren sind herrlich unperfekt. Während Chris als loyaler Fels in der Brandung sofort mein Herz stahl, war Mike eine harte Nuss. Doch gerade seine Komplexität und die thematisierten Schattenseiten (Stichwort: psychische Gesundheit) geben der Story eine notwendige Schwere, die über ein gewöhnliches Liebesdreieck hinausgeht. Trotz kleinerer Längen im Mittelteil und eines gewöhnungsbedürftigen Vierbeiners hat mich der Sog der Geschichte bis zum Schluss nicht losgelassen. Ein absolut lesenswertes Buch für alle, die Herzschmerz mit Hirn suchen.