Angesehene Menschen
Wer Zwietracht sätIn dem kleinen Küstenort Trevellas wird der Unternehmer Michael Lobb ermordet aufgefunden. Er hat vor Jahren seine Familie für die erst neunzehnjährige Kayla verlassen. Natürlich waren Frau und Kinder ...
In dem kleinen Küstenort Trevellas wird der Unternehmer Michael Lobb ermordet aufgefunden. Er hat vor Jahren seine Familie für die erst neunzehnjährige Kayla verlassen. Natürlich waren Frau und Kinder alles andere als glücklich. Doch schienen sich die Wogen geglättet haben. Warum also jetzt dieser Mord? Lobb wollte seine Anteile an dem Unternehmen nicht verkaufen, obwohl es ein lukratives Angebot gab. Andererseits ist der Täter vielleicht doch im persönlichen Umfeld zu suchen. Die örtliche Polizei hat schnell einen Verdächtigen. Was zu einem Anruf bei Barbara Havers führt, die wegen des Todes ihrer Mutter für jede Ablenkung dankbar ist. Dass sie ihre Aktivitäten nicht vor Inspector Lynley geheimhalten kann, war eher nicht der Plan.
In ihren 22. Fall geraten Barbara Havers und Thomas Lynley mal wieder durch Zufall. Eigentlich ermitteln sie in London und Trevellas liegt nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich. Havers ist schockiert vom Tod ihrer Mutter. Dieser war zwar zu erwarten, da die unter Demenz leidende alte Dame schon eine Weile im Pflegeheim lebte. Aber wenn ein naher Angehöriger stirbt, fühlt es sich immer plötzlich und zu früh an. Die verordnete Auszeit auf Lynleys heimatlichem Herrenhaus kommt ihr nach einigem Zögern ganz recht. Sie muss nur zusehen, dass der Inspector von der anderen Sache nichts mitbekommt.
Wie gewohnt entwickelt sich ein Kriminalroman von der Autorin zwar langsam, aber gründlich. Es wird erklärt, wie sowas zu sowas führt. Wenn man beim Lesen langsam merkt, wie die Intention war und sich dadurch die Einstellung zu einzelnen Personen ändert, sieht man wieder, was für eine tolle Schriftstellerin Elizabeth George ist. Geschickt ist auch, wie die privaten Belange von Havers und Lynley mit leichter Hand in die Handlung gewoben werden. Lediglich einer der Handlungsstränge wird entweder etwas aufgepfropft oder nicht richtig auserzählt. Doch insgesamt bietet die Autorin wieder ein fesselndes Drama, in dem einiges ganz anders ist als man zu Beginn denken würde.