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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2017

Jugendbuch mit Tiefe

Der Widerspruch
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„...Alle warten auf irgendetwas, aber nichts kommt...“

Wir schreiben das Jahr 1963. Für Reni, Robert, Jonas und Britta ist das ihr vorletztes Schuljahr auf der Realschule. Die vier jungen Leute kommen ...

„...Alle warten auf irgendetwas, aber nichts kommt...“

Wir schreiben das Jahr 1963. Für Reni, Robert, Jonas und Britta ist das ihr vorletztes Schuljahr auf der Realschule. Die vier jungen Leute kommen aus unterschiedlichen Verhältnisse. Jeder hat seine Träume für die Zukunft.
Der Autor hat einen beeindruckenden Jugendroman geschrieben. Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Es ist ein historischen Zeitgemälde. Noch dominiert das Alte, doch es regt sich Widerspruch.
Der Schriftstil des Buches ist von hohem Niveau und sehr vielseitig. Das Buch gliedert sich in die vier Jahreszeiten. Jeder Abschnitt beginnt mit Zeitungsausschnitten, die wichtige Ereignisse in Europa und der Welt repräsentieren. Es ist das Jahr des Kennedybesuchs in Berlin, aber auch seiner Ermordung.
Die vier jungen Leute kommen abwechselnd zu Wort. Dabei wird aber von jedem die Geschichte fortgeführt. Obiges Zitat stammt von Reni. Sie will weg aus dem Dorf. Sie sehnt sich nach Veränderungen.
Robert galt lange als Traumtänzerin. Seit er aber bei der Schülerzeitung mitarbeitet, ist er selbstbewusster geworden. Nun stellt er sich der Wahl zum Klassensprecher.
Jonas hat schon ein Schuljahr wiederholt. Er wird gern vom Lehrer als Zielscheibe genommen. Dabei weiß keiner um seine häuslichen Probleme. Er lebt allein mit der Mutter, die finanziell vom Bruder des Vaters, einem Bankdirektor, unterstützt wird. Sein Vater ist wenige Jahre nach Kriegsende gestorben.
Britta stammt aus Stralsund. Sie hat mit ihren Eltern die DDR verlassen. Ihre neue Freiheit will sie sich nicht nehmen lassen. Doch sie muss erkennen, dass auch ihr neues Leben seine Schattenseiten hat. Wer Geld hat, hat das Sagen!
Im Verhalten und vor allem in den Gesprächen der Schüler wird die politische Situation deutlich. Manche Lehrer rühmen sich ihrer Kriegserlebnisse. Trotzdem sehen sich alle nur als Mitläufer, nicht als Täter. Wer einst gegen das Naziregime gekämpft hat, schweigt darüber, um nicht scheel angesehen zu werden. Zwei Personen drohen daran zu zerbrechen. Das ist zum einen Jonas` Mutter, zum anderen der Lehrer Dr. Freytag.
Der Autor versteht es, die Entwicklung der jungen Leute durch ihr Handeln und Reden deutlich zu machen. Sie lassen sich nicht vereinnahmen und stehen zu ihrem Tun. Besonders Jonas gewinnt zunehmend an Stärke und ist für die anderen Ansprechpartner und Halt. Natürlich gibt es schon erste radikale Tendenzen. Das Jahr 1968 wirft seine Schatten voraus.
Das Cover ist auffallend. Der Umschlag besteht aus einer Zeitungsseite. Ein aufmerksamer Leser findet darauf eine kurze Charakteristik der Hauptpersonen. In dieser Zeitungsseite ist ein Kreis ausgestanzt, der einen Blick auf einen blauen Himmel mit dem Titel ermöglicht.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es gehört als Lektüre in jeden Geschichtsunterricht, denn in der Handlung wird Geschichte lebendig.

Veröffentlicht am 08.02.2017

Schöne Geschichte

Wohin der Wind uns trägt
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„...Alte Wunden wurden regelmäßig aufgerissen, neue konnten nicht heilen. Ständig war ich auf der Flucht vor mir selbst...“

Mit 18 Jahren muss Sarah die Schule für straffällig gewordene Jugendliche verlassen. ...

„...Alte Wunden wurden regelmäßig aufgerissen, neue konnten nicht heilen. Ständig war ich auf der Flucht vor mir selbst...“

Mit 18 Jahren muss Sarah die Schule für straffällig gewordene Jugendliche verlassen. Statt ihres Freundes holt sie ihre Grandma ab und gibt ihr ein Heim. Reichlich zwei Jahre später allerdings stellt sie Sarah ein Ultimatum. Sollte sie die neue Arbeitsstelle im Supermarkt wieder verlieren, muss sie endgültig auf eigenen Beinen stehen.
Der Autor hat einen abwechslungsreichen Gegenwartsroman geschrieben. Im Mittelpunkt steht die jetzt 21jährige Sarah. Die junge Frau hat ein dunkles Kapitel ihrer Kindheit, dass mit dem Tod der Eltern zusammenhängt, verdrängt. Die Großmutter weigert sich, ihr darüber Informationen zu geben. Sarah fällt es schwer, etwas auf die Reihe zu bekommen, weil sie sich durch Kritik sofort angegriffen fühlt. Deshalb ist es ihr hoch anzurechnen, dass sie trotz der unmöglichen Art ihrer Vorgesetzten im Supermarkt ruhig bleibt. Als ein neuer 70jähriger Bewohner namens Freddie ins Haus zieht, dem sie beim Einzug hilfreich unter die Arme greift, lernt sie dessen Neffen Ashton kennen. Der angehende Anwalt kann mit Sarahs Launen umgehen.
Der Schriftstil des Buches lässt sich angenehm lesen. Die Geschichte ist spannend, weil man nie weiß, welchen Weg Sarah als nächstes einschlägt. Sie handelt erst und denkt später darüber nach, was schief gelaufen ist. Auffallend ist die Zunahme ihrer Flashbacks. Sehr behutsam wird die Beziehung zwischen Sarah und Ashton aufgebaut. Das Auf und Ab ist meist Sarah geschuldet. Mangelndes Selbstwertgefühl überdeckt sie mit Wutanfällen. Sehr geschickt schließt der Autor nach und nach die Kapitel der Vergangenheit auf. Währenddessen bahnt sich zwischen Freddie und ihrer Großmutter ebenfalls eine zarte Beziehung an. Auch hier geht nicht alles glatt. Gut beschrieben werden die Verhältnisse im Supermarkt. Mobbing gehört zur Tagesordnung. Eine ganz andere Situation findet Sarah vor, als sie in eine sozialen Einrichtung ihre Stunden ableistet, die ihr zu schnelles Autofahren eingebracht haben. Hier wird sie so angenommen, wie sie ist und darf Verantwortung übernehmen. Ihr wird Mut gemacht, etwas für ihre Zukunft zu tun.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Der Autor erzählt nicht nur eine Liebesgeschichte. Er zeigt, wie schwer es sein kann, sich aus den Verstrickungen der eigenen Vergangenheit zu lösen und nicht jedes Wort persönlich zu nehmen. Besser wie obiges Zitat kann man Sarahs anfängliche Situation nicht in Worte fassen.

Veröffentlicht am 04.11.2016

Spannung pur

Der Nostradamus-Coup
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„...Und sollten Sie auf den Gedanken kommen, auf eigene Faust Recherchen anzustellen, dann unterzeichnen Sie Ihr Todesurteil...Geben Sie mir das Buch oder vernichten Sie es selbst. Es gibt Dinge, an die ...

„...Und sollten Sie auf den Gedanken kommen, auf eigene Faust Recherchen anzustellen, dann unterzeichnen Sie Ihr Todesurteil...Geben Sie mir das Buch oder vernichten Sie es selbst. Es gibt Dinge, an die rührt man besser nicht...“

Obige Mahnung erhält Finch von Khamis Al-Gaddafi, als sich die Wege der beiden in Tunis trennen. Doch Finch wäre nicht Finch, wenn seine Neugier dadurch nicht besonders geweckt worden wäre. Dem Gespräch war einiges vorausgegangen.
Finch hatte sich eine alte DC-3 zugelegt. Die stand auf dem libysche Flughafen Ghad irgendwo im Nirgendwo und wurde dort flugtüchtig gemacht. Zusammen mit Amber Rains wollte er die Maschine nach Tunis fliegen. Beim Abflug stand Gaddafi vor ihm. Finch hatte keine Wahl und musste ihn und seinen Begleiter Umar mitfliegen lassen. Doch einem Finch droht man nicht. Bei einem gewagten Flugmanöver wurde Gaddafi verletzt. Sein Begleiter Umar starb an Genickbruch. Dabei fiel Finch ein Notizbuch in die Hände. Sein Inhalt, insbesondere ein Bild, war Thema des obigen Gesprächs.
Der Autor hat einen fesselnden und abwechslungsreichen Thriller geschrieben. Es ist der dritte Roman, in dem der begnadete Flieger Finch im Mittelpunkt steht. Auch einige weitere Bekannte durfte ich beim Lesen wiedertreffen. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Die knapp 800 Seiten verflogen wie nichts.
Schnell merkte Finch, dass Gaddafis Warnung nicht aus der Luft gegriffen war. Er wurde zum Gejagten. Dabei suchte er nur nach Informationen über ein Bild, das sich im Notizbuch befunden hatte. Die eigentliche Entschlüsselung der sprachlichen Inhalte legte er in die Hände eines englischen Kryptologen.
Der Schriftstil des Buches ist gewohnt abwechslungsreich. Das beginnt schon damit, dass mehrere Handlungsstränge anfangs nebeneinander laufen. Erst im Laufe der Geschichte werden nach und nach die Zusammenhänge aufgedeckt. In einem dieser Nebenlinien spielt Alexander Reiter die Hauptrolle. Er bringt gestohlene Kunstwerke ihren Besitzern zurück. Und dann führt mich der Autor weit zurück in die Vergangenheit. In der Zisterzienserabtei Cambron ist 13. Jahrhundert ein besonderes Dokument angefertigt worden. Auch die jüngere Vergangenheit spielt eine Rolle. Bei der Besetzung des Klosters Admont in der Steiermark war die SS im Jahre 1939 nicht zimperlich. Menschenopfer waren im Vorab eingeplant. Was aber hat all das mit einem Bild des Malers Poussin zu tun?
Neben rasanten Abschnitten gibt es Momente der Ruhe. Ernste Themen wechseln mit humorvollen Sprachstil. Finchs spitze Zunge ist nicht zu unterschätzen. Llewellyns Humor bringt eine besondere Facette in die Geschichte. Dabei gehören gut herausgearbeitete Dialoge zu den Glanzleistungen des Buches, sei es zwischen Finch und Llewellyn oder Sanseverino und Maria, um nur zwei Beispiele zu nennen, die sprachlich und inhaltlich völlig gegensätzlich ablaufen. Sarkastische Bemerkungen über die politische Lage und Moral dürfen nicht fehlen. Treffende Megapher finden sich an vielen Stellen. Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Dazu gehört auch, dass ich vielfältige Informationen über wichtige Lebensabschnitte in ihrer Vergangenheit erhalte. Das gilt selbst für sogenannte Nebenrollen. Da Finch von Kunst nicht allzu viel versteht, war das für den Autor die Gelegenheit, mir als Leser Wissen über Bilder und Kunsthandel zukommen zu lassen. Gleiches gilt für die Geschichte der Handlungsorte. Als Beispiel möchte ich Kloster Admont herausgreifen. Nach dem Lesen des Buches kenne ich nicht nur seine Historie, sondern wurde genau über das Bauwerk und seine Besonderheiten unterrichtet. Auch die österreichische Nachkriegsgeschichte wird thematisiert.
Immer neue Ideen sorgen für eine Erhöhung des Spannungsbogens. Die Geschichte liest sich wie ein Wettlauf um die Entschlüsselung des Buches. Nicht nur Geheimdienste, auch was in der Unterwelt Rang und Namen hat, ist hinter Finch und seinem Wissen her. Dabei ergeben sich ungewöhnliche Koalitionen. Mathematische Spielereien und Grundlagen der Kryptologie gehören zum Handwerkszeug für die Lösung des Rätsels.
Einige Bilder von Poussin veranschaulichen die Geschehen und zeigen die Besonderheit der Gemälde.
Das Cover mit der DC-3 passt perfekt zur Handlung.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es steckt voller ungewöhnlicher Ideen und bleibt trotzdem an den meisten Stellen nahe an der Realität. Der Autor beherrscht die Fähigkeit, auf dem schmalen Grat zwischen Wirklichkeit und dichterischer Freiheit gekonnt zu balancieren.

Veröffentlicht am 29.04.2026

Frauen wollen gesehen werden

Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt
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„...Wenn eine große Idee geboren wird, ist es immer interessant zu sehen, wer die Weichen zur rechten Zeit gestellt hat – oder nicht?…“

Mit dieser Frage auf einer der ersten Seiten des Buches werde ich ...

„...Wenn eine große Idee geboren wird, ist es immer interessant zu sehen, wer die Weichen zur rechten Zeit gestellt hat – oder nicht?…“

Mit dieser Frage auf einer der ersten Seiten des Buches werde ich in die Geschichte eingeführt, die im Jahre 1810 in Berlin beginnt.
Die Autorin hat einen abwechslungsreichen und sehr gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Der gehobene Schriftstil passt sich an die Zeitverhältnisse an. Er beinhaltet außerdem zwei Besonderheiten. Jedes Kapitel beginnt mit dem Ausschnitt aus einem Märchen. Dann folgen erste Gedanken der Chronistin, deren Name bis zum Schluss im Dunklen bleibt. Auch zwischendurch meldet sie sich, um historische Zusammenhänge gekonnt zu vertiefen.
In der Geschichte begegnen mir viele historische Persönlichkeiten, die mit kurzem Lebenslauf am Anfang des Buches vorgestellt werden.
Die eigentliche Handlung beginnt im literarischen Salon der Frau von Grotthuis. Dort trifft man sich zu Gesprächen. Man diskutiert die Rolle der Frau in den Dramen Shakespeares und erfährt Neues über die Märchensammlung der Gebrüder Grimm. Die Frauen haben es satt, nur eine schöne Staffage zu sein und sich auf gewisse Themen beschränken zu müssen.
Es ist die Zeit der Napoleonischen Kriege. In Berlin wird die Universität eröffnet.

„...Diese Universität steht für Freiheit. Was wir heute eröffnen, ist kein gewöhnlicher Ort der Wissenschaft. Sie ist nicht nur eine Keimzelle von Wissen, sondern eine Stätte der Erhebung….“

Damit lehnt sich Fichte in seiner Eröffnungsrede weit aus dem Fenster. Er plädiert für Bildung. Aber Frauen bleibt der Zugang verwehrt.
Die Frauen suchen nach eigenen Wegen, um sichtbar zu werden. Die junge Annette von Droste – Hülshoff möchte zu den erlesenen Kreis gehören. Sie interessiert sich für Politik. Ihr Großvater aber ermahnt sie:

„...Politik verlangt Stärke und Standhaftigkeit, Eigenschaften, die dem Wesen der Frau fremd sind. Verstricke dich nicht in Bereiche, die dir fremd sind…“

Sehr gut wird dargestellt, wie es zur Gründung der Liga kommt, wie neue Mitglieder aufgenommen werden, mit Widersprüchen und unterschiedlichen Meinungen umgegangen wird und welche Wege gefunden werden, um auf sich aufmerksam zu machen. Allerdings ist das immer eine Spagat zwischen aktiven Handeln und verdeckten Operationen. Die Reaktionen der Herren nämlich sind heftig.

„...Aber wenn ein Stein erst einmal ins Rollen kommt, dann sei demjenigen Gnade gegeben, der sich davor legt…“

Ausführlich wird im Roman auch darüber berichtet, wer alles an der Sammlung der Märchen beteiligt war und welche Gedanken man sich darüber gemacht hat, wie sie geändert werden könnten.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es beleuchtet ein bisher wenig beachtetes Stück Geschichte.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Ein Urlaub voller Überraschungen

Andere nennen es Urlaub
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„...Sie hatte nie im Luxus gelebt. Für Luis und sie reichte es immer so, dass sie auf nichts verzichten mussten…“

Netti ist alleinerziehende Mutter. Neben ihren Job als Schauspielerin gibt sie Kurse. ...

„...Sie hatte nie im Luxus gelebt. Für Luis und sie reichte es immer so, dass sie auf nichts verzichten mussten…“

Netti ist alleinerziehende Mutter. Neben ihren Job als Schauspielerin gibt sie Kurse. Außerdem arbeitet sie in einem Callcenter. Da aber wurde ihr gerade gekündigt. Die Arbeit macht nun eine KI. Außerdem fordert das Finanzamt eine Steuernachzahlung.
Die Autorin hat einen humorvollen Roman geschrieben. Was als amüsante Urlaubsgeschichte beginnt, erweist sich bald als komplexe Familiengeschichte. Der Schriftstil ist leicht und locker.
Netti braucht eine Pause. Deshalb kommt ihr das Angebot der Frau aus der Reiseagentur gerade recht. Ihr Neffe würde sie mit nach Triest nehmen. Dort könne sie in deren Wohnung ziehen und nach dem Rechten sehen.
Doch ihr 18jähriger Sohn hat andere Pläne. Da kommt ihre Schwester Ellen auf die Idee, dass sie ja ihren Vater Bruno mit auf die Reise nehmen könne. Er könnte in Triest seinen 80. Geburtstag feiern. Bruno ist hell begeistert.
Weniger begeistert ist Netti von ihrem Fahrer Giorgio. Er wirkt leicht genervt.

„...Netti versucht, ihn beruflich einzuordnen, denn seine Hände sehen nicht nach Autoschrauber aus. Hoffentlich ist er kein Lehrer, die wissen immer alles besser und haben auf alles eine Antwort…“

Netti hat zwar ihr Leben im Griff, ringt aber um Anerkennung des Vaters. Der lässt sich seit dem Tode seiner Frau ziemlich gehen. Netti hat nie die Achtung erhalten, die er ihrer Schwester Ellen zukommen lässt. Es war die Mutter, die Nettis berufliche Ambitionen unterstützt hat.
Die Reise erweist sich anfangs als amüsant. Dafür sorgen schon Brunos Kommentare. In Triest angekommen, zeigt sich, dass Bruno all die Orte aufsuchen möchte, die er damals auf der Hochzeitsreise mit seiner Frau besucht hat. Netti ahnt nicht, welche Überraschungen auf sie warten.
Das Buch hart mir sehr gut gefallen. Die Autorin zeigt, wie wenig die Kinder manchmal über ihre Eltern wissen. Außerdem ist es nie zu spät zu einem Neuanfang.

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