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Veröffentlicht am 14.05.2026

Unterhaltung für zwischendurch mit zu vielen Anspielungen

Once Upon A Tender Kiss
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Once upon a Tender Kiss machte mich mit seinem Klappentext neugierig: Eine moderne Version von Dornröschen verspricht, dass ein Prinz daherkommt und seine zukünftige Partnerin aus ihrem scheinbar immerwährenden ...

Once upon a Tender Kiss machte mich mit seinem Klappentext neugierig: Eine moderne Version von Dornröschen verspricht, dass ein Prinz daherkommt und seine zukünftige Partnerin aus ihrem scheinbar immerwährenden Schlaf weckt. In diesem Fall wird dieser Schlaf durch die lebenslange Kontrolle ihrer Eltern ausgedrückt, die kaum Raum zum Atmen und Leben lässt. Dieser Aspekt interessierte mich besonders: Wie würde Mia es schaffen, ihrer Mutter die neuen Wünsche zu vermitteln?

Weil der Klappentext beschreibt, wie verklemmt Tate Mia findet, hatte ich mehr Diskussionen und Streit erwartet. Stattdessen ist er ihr schon fast von Anfang an komplett verfallen - nicht, dass das zu einer schnell beginnenden Beziehung geführt hätte ... Ja, er kommentiert durchaus öfter Mias kaum vorhandene Flexibilität, aber von "du bist total verklemmt, das stört mich" habe ich nichts bemerken können. Dadurch fehlte für mich die erwartete gegenseitige Reibungsfläche zwischen den beiden; eine Ausgangslage für Missverständnisse oder Meinungsverschiedenheiten und schließlich daran anschließende tiefe Gespräche, bei denen Gefühle entstehen könnten. Das ist natürlich im echten Leben sehr angenehm, wenn zwei Menschen beinahe nahtlos von Fremden zu Nachbarn zu Partnern übergehen, ohne sich der gegenseitigen Gefühle jemals wirklich unsicher sein zu müssen - zum Lesen fühlte es sich für mich etwas zu glatt an.

Mias Eltern sind mir ein Graus. Sie sind derart kontrollierend und davon überzeugt, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, dass sie nicht einmal versuchen, ihrer erwachsenen Tochter oder deren Ärztin zuzuhören, geschweige denn zu glauben. Besonders ihre Mutter ist extrem übergriffig und manipulierend. Dass Mia nicht schon früher explodiert ist und Grenzen gesetzt hat, wundert mich - besonders, da sie doch seit ihrer Kindheit keinerlei gesundheitliche Probleme mehr hatte, die als Basis für all das ausgenutzt werden.

Ihre anhaltende Passivität war für mich zunehmend schwerer nachzuvollziehen. Es ist als Kind sicherlich schwer, sich gegen Helikoptereltern zu wehren, aber Mia ist kein Kind mehr. Wenn ich weiß, dass es mir gut geht, dann gehe ich nicht in die Notaufnahme, nur, weil meine Eltern das am Telefon von mir verlangen. Und wenn ich merke, dass es mir gesundheitlich schlechter geht, wenn ich von meiner Mutter umgeben bin und diese Druck auf mich ausübt, dann nehme ich Abstand. Ja, Trauma existiert, ich weiß. Trotzdem war es für mich oft unverständlich, wie Mia auf die elterliche Manipulation reagiert - oder eben nicht reagiert - und vor allem, dass es über die Jahrzehnte scheinbar keinerlei Weiterentwicklung für sie gab. Bis der ach so passende Mann auftaucht und eingreift.

Sehr störend empfand ich die ständige Wiederholung und Benennung von Elementen, die als Anspielung an Dornröschen in die Geschichte eingebaut wurden. Dass beide Hauptfiguren vom selben Märchen besessen sind: schön und gut. Dass aber jede noch so kleine Bewegung, Aussage oder Beschreibung nicht einfach auf eine Weise formuliert werden konnte, die Lesende die Anspielung an das Märchen selbst erkennen lassen, sondern dass es immer eine explizite Nennung sein musste - das hat mich irgendwann regelrecht genervt.

Ein paar Beispiele:
"Da war das Single-Dasein um Welten besser, auch wenn das Dornröschen in ihr Träume hatte. Doch bevor diese am erstbesten Rosendorn zerplatzten, ließ sie es lieber ganz."
"Sie war zart wie Dornröschen, und genauso schön. Die unsichtbare Dornenhecke, die sich um sie wand, forderte ihn erst recht heraus."
"»Du scheinst mir wie Dornröschen: abgeschottet und überbehütet aufgewachsen.«"
"»Das hier ist nicht Dornröschen. Die Welt da draußen ist nicht voller Prinzen, die nach dir suchen, sondern voller Spindeln, an denen man sich stechen kann.«"
"Hast du mal die Kraft von Pflanzen erlebt? Dass Dornröschen in ihrem Schloss angeblich hundert Jahre schlafen konnte und sonst niemand verletzt wurde, geht echt nur im Märchen.«"
Und so weiter, und so weiter. Es ist einfach irgendwann genug und dann sehr schnell zu viel gewesen. Dass Tate dann auch noch mit Nachnamen Prince heißt, setzt dem Ganzen die Krone auf (pun intended).

Dass es bei diesem Buch Märchen-Anspielungen gibt, ist ja an sich nicht schlecht. Bei dem Titel war es zu erwarten und spätestens im Klappentext wird klar, um welches Märchen es konkret geht. Ich lese sogar ganz gern mal eine Märchen-Nacherzählung, zum Beispiel die Science-Fiction-Variationen von Marissa Meyer. Aber dass der gesamte Text nicht nur einzelne Anspielungen enthalten, sondern dermaßen von sich ständig wiederholenden Ausdrücken und Analogien durchzogen sein würde, konnte man vorab nicht erahnen.

Für mich macht das den Anschein, als würde man den Lesenden das Denken und Erkennen nicht zutrauen, sondern müsste ihnen alles ganz genau auseinanderpflücken: Hast du verstanden, dass dieses Softdrink-Werbeplakat eine Anspielung an Dornröschen ist? Nein? Dann erkläre ich es dir noch einmal in zwei Dialog-Zeilen und einem langen Absatz, in dem mindestens zweimal das Wort Dornröschen steht!

Dass mir der Schreibstil trotz dieses großen Ärgernisses trotzdem insgesamt sehr gefallen hat und sich so locker lesen ließ, dass ich das Buch an nur 2 Abenden durchgelesen hatte, ist für mich ein Merkmal für gutes Handwerk der Autorin. Sie hat es trotz der für mich zu locker-leichten, gefühlt etwas zu einfachen Liebesgeschichte und der sprachlichen Hürde der vielen Dornröschen-Wiederholungen geschafft, mich einigermaßen zu fesseln. Ja, ich habe zwischendurch mehrfach geschaut, wie viel ich denn noch lesen müsste. Aber andere Abschnitte waren dann wieder so gut geschrieben und auch in ihrer Handlung so fesselnd, dass plötzlich 100 Seiten gelesen waren, ohne dass ich es bemerkt hätte. Besonders gegen Ende wurde im Tempo ordentlich eine Schippe draufgelegt.

Meistens waren das die Kapitel mit oder über Riley. Hier habe ich spüren können, was im Nachwort bzw. in der kurzen Biografie der Autorin deutlich wurde: Sie arbeitet nicht nur therapeutisch, sondern hat auch Psychologie studiert. Bei allem, was Rileys Kindeswohl und die damit zusammenhängenden Prozesse betraf, war enormes Fingerspitzengefühl bemerkbar. Ich habe rückblickend den Eindruck, dass bei diesen Szenen auf Erfahrungen zurückgegriffen wurde, während der Rest des Buches etwas zu konstruiert und ausgedacht wirkt - eben märchenhaft.

Um das noch einmal ganz deutlich klarzustellen: Einfache, seichte oder auch von Märchen inspirierte Liebesgeschichten sind nicht falsch oder weniger wertvoll als andere Geschichten!

Aufgrund des Klappentextes, der darin thematisierten Schwierigkeiten im Leben der Hauptcharaktere und ja, schließlich auch aufgrund des Alters dieser Charaktere habe ich allerdings mehr Tiefgang in der Liebesbeziehung erwartet und weniger mit-der-Nase-auf-die-Märchen-Anspielungen-stoßen auf der sprachlichen Ebene.

Deshalb blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf Once upon a tender Kiss zurück: Lachend, weil ich ja durchaus eine Weile ganz okay unterhalten wurde, aber weinend, weil diese Zeit der Unterhaltung immer wieder durchbrochen wurde von inhaltlichen und sprachlichen Faktoren, die einfach nicht hätten sein müssen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Die Gefühlsachterbahn funktioniert einfach nicht. Es bleibt viel zu oberflächlich

Almost isn't enough. Echoes of the Past (Secrets of Ferley 2)
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Nach vielen Fantasy-Romanen brauchte ich mal wieder etwas Romance als Abwechslung, da kam mir Echoes of the Past aus dem NetGalley-Adventskalender 2024 gerade recht.

Der Klappentext von Echoes of the ...

Nach vielen Fantasy-Romanen brauchte ich mal wieder etwas Romance als Abwechslung, da kam mir Echoes of the Past aus dem NetGalley-Adventskalender 2024 gerade recht.

Der Klappentext von Echoes of the Past verspricht viel, und das Buch hält auf den ersten Blick diese Versprechen: Die Formulierung „Hazel schleppt mehr Geheimnisse mit sich herum als sie tragen kann“ passt wirklich gut. Sie hat mir oft leidgetan, ist sie doch an den meisten Dingen absolut unschuldig. Und Damian ist die Erfüllung des Klischees „reiches liebloses Elternhaus, aber der Junge ist eigentlich ziemlich gut geraten“. Die beiden haben nette Freunde und zumindest Hazels Großvater bringt familiäre Zuneigung mit. Trotz dieser Pluspunkte bin ich mir ziemlich sicher, dass ich mir in wenigen Monaten nichts mehr über dieses Buch in Erinnerung rufen kann.

Denn in Echoes of the Past bleibt alles so unglaublich oberflächlich! Das kann natürlich zum Teil daran liegen, dass ich mit Band 2 und ohne Vorwissen über Band 1 in diese Figurenkonstellation eingestiegen bin – womöglich geht Band 1 viel mehr ins Detail. Allerdings beschäftigt sich Band 1 mit einem anderen Paar, also dürften Damian und Hazel da nur Nebenfiguren sein, falls Hazel aufgrund ihrer jahrelangen Abwesenheit überhaupt auftaucht.

Nach meinem jetzigen Wissensstand weiß ich über die Freunde von Damian kaum mehr als ihre Namen, dass er mit einigen studiert und andere schon seit der Kindheit kennt und dass er sich mit einem einen Hund als Haustier teilt. Echoes of the Past schildert aber keine einschneidenden Erlebnisse, die die Freundschaften haben entstehen lassen, und auch wie Hazel in die Gruppe aufgenommen wurde ist kaum Thema.

Selbst in den Rückblicken, die einen besseren Überblick über die Beziehung von Hazel und Damian bieten, wird nicht einmal deutlich, wie es dazu kam, dass Hazel und Summer – Damians beste Freundin – ebenfalls beste Freundinnen wurden. Und schon jetzt, etwa 2 Stunden nach dem Lesen von Echoes of the Past, weiß ich nicht, wie Hazel Gefühle für Damian entwickelt hat. Eine Szene, in der sie ein Paar werden, existiert. Aber wann ist aus Hazels Ablehnung von Damians Versuchen, ihr in bestimmten Momenten zu helfen, Zuneigung geworden? Keine Ahnung.

Das ganze Buch fühlte sich so an, als ob man mir einen Haufen Figuren vorsetzt und diese mir einen kurzen Ausschnitt aus ihrem Leben erzählen – nämlich wie Hazel wieder in der Stadt auftaucht und damit einige unterdrückte Gefühle bei vielen Leuten, sie selbst eingeschlossen, lostritt -, aber das war es auch schon. (An sich ist das kein Problem, dafür gibt es ja das Genre Slice of Life. Aber das passt hier auch nicht recht. Es wirkt nicht so, als sei das das gewünschte Ergebnis.)

Ich konnte nicht wirklich mit Hazels oder Damians Traumata mitfühlen, weil keinerlei Nähe zu den Hauptcharakteren aufgebaut wurde. Oder auch Jackson: Ja, er ist eindeutig der Böse in Echoes of the Past, keine Frage. Aber eine drei, vier Sätze lange Zusammenfassung von Hazel ist alles, was wir über den Ursprung dieser Situation erfahren. Da wurde sogar ihre drogenabhängige Mutter detaillierter beschrieben, und die ist neben den Weichen, die sie für Hazels Leben gestellt hat, eigentlich nur eine Randnotiz.

Darüber hinaus gibt es Momente, die mir wie Lücken in der Geschichte vorkommen („plot holes„). Ein Beispiel: Hazel erhält die Chance, ihre Gemälde in einer Galerie zum Verkauf auszustellen, und die Abholung der Bilder bei ihr zuhause wird angekündigt. Das ist ein wichtiger Moment für Hazel, weil es die Lösung all ihrer Probleme bedeuten könnte. Man wolle per Mail einen Zeitpunkt am nächsten Tag vereinbaren, sagt man ihr am Telefon. Bevor die Mail bei Hazel ankommt passiert aber etwas Schlimmes, weshalb ich davon ausging, dass das Thema Galerie erst einmal vom Tisch ist. Es wurde schlicht nie wieder erwähnt.

Und dann, ein paar Kapitel später, ist die Rede von einer großen Geldsumme, die durch den Verkauf der Bilder eingenommen wurde.

Wie kann das sein? Nie wurde ein Wort darüber verloren, wie Hazel die Abholung organisiert – geschweige denn ihren Mitmenschen, die nach dem schlimmen Vorfall sehr aufmerksam sind, den geheimen Kontakt zum Galeristen erklärt. Nie wurde die Preisverhandlung beschrieben, die anfangs erwähnt wurde, nie die Vorbereitungen auf den Versand, die Hazel hätte vornehmen müssen. Es war einfach nur: Galerist meldet Interesse an – etwas Schlimmes passiert – das Geld aus den Verkäufen ist da. Das wars.

Wie schon gesagt ist es durchaus möglich, dass die Figuren im ersten Band etwas mehr ausgeschmückt werden und es dann doch sinnvoll wäre, die Bücher in der Reihenfolge des Erscheinens zu lesen. Doch da der Fokus in Band 1 auf einem anderen Paar liegt und auf meiner Erfahrung mit ähnlich strukturierten New-Adult-Reihen basierend halte ich das für unwahrscheinlich. Es ändert auch nichts an der Tatsache, dass die Handlung von Echoes of the Past Lücken aufweist und dass die Beschreibungen der Erfahrungen, die sowohl Hazel als auch Damian als Kinder und Jugendliche machen mussten, kaum Mitgefühl entstehen lassen.

Um den letzten Satz etwas zu erklären, muss ich im folgenden Absatz minimal spoilern, weil hier auch einzelne Triggerthemen angesprochen werden. Wenn du das nicht lesen möchtest, kannst du einfach zum nächsten Absatz springen.

Natürlich habe ich Mitgefühl für Menschen, die misshandelt werden, die wie Hazel und Damian auf der Suche nach elterlicher Zuneigung nur kalte Erwartungen und Abscheu vorfinden oder in der Schule gemobbt werden. Aber dieser spezielle Fall von Damian und Hazel, diese konkrete Art in Echoes of the Past, über ihre Erlebnisse zu berichten, die Oberflächlichkeit und der Fakt, dass diesem emotionalen Trauma jeweils viel zu wenig Platz eingeräumt wird, all das sorgt dafür, dass es auf mich eher den Effekt eines kurzen Zeitungsberichts („xy ist passiert“) als den einer persönlichen, aufwühlenden Erzählung hat, bei der ich mich in die betroffenen Personen hineinversetzen könnte. Ich kenne die Figuren einfach nicht gut genug.

Fazit
Und, und das ist der Knackpunkt, das ist für mich eigentlich eine Grundvoraussetzung für gute New-Adult-Romance: Das Mitfühlen mit den Hauptfiguren, seien es positive oder negative Gefühle. „Gefühlsachterbahn“ ist ja nicht umsonst eines der wichtigsten Marketing-Schlagworte für diese Sparte. Und wenn diese Gefühlsachterbahn nicht funktioniert, wenn die emotionale Ebene beim Kinder-Kettenkarussell bleibt und durch die Oberflächlichkeit ein Eindruck von Unfertigkeit entsteht, dann ist Echoes of the Past für mich schlicht kein gutes Buch für dieses Genre.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Nicht mein Geschmack

Feminist Fight Club
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Ich habe mir einige Passagen markiert, aber so richtig überzeugt bin ich von den Tipps, die die Autorin Jessica Bennett hier für das Berufsleben an Frauen gibt, leider nicht. Ein paar Beispiele: Wenn ein ...

Ich habe mir einige Passagen markiert, aber so richtig überzeugt bin ich von den Tipps, die die Autorin Jessica Bennett hier für das Berufsleben an Frauen gibt, leider nicht. Ein paar Beispiele: Wenn ein Mann die Rednerin unterbricht, einfach weiterreden. Die Argumente von weiblichen Kolleginnen (mit Credit) wiederholen, um sie zu unterstützen. Männern gegenüber einen bestimmenden Ton an den Tag legen, wenn sie von oben herab agieren oder versuchen, die eigenen Lorbeeren einzuheimsen.

Sorry, aber diese Ratschläge sind so allgemein, dass es dafür kein Buch mit über 300 Seiten braucht. Scheinbar stehe ich mit dieser Meinung nicht alleine da, denn inzwischen ist das erst 2018 erschienene Buch schon vergriffen und nur noch gebraucht erhältlich.

Sprachlich versucht Feminist Fight Club betont witzig zu sein, was meinen Geschmack oft nicht trifft, und es sind einige blöde Rechtschreibfehler durchs Lektorat gerutscht – aus NASA wird einfach einmal NSA, wie der Kontext verrät. Ein Pluspunkt sind die Fußnoten, die weitere Recherche ermöglichen und ein Minuspunkt die Tatsache, dass sich die meisten Beispiele aus der US-amerikanischen Arbeitswelt nicht international übertragen lassen. Für mich war das wichtigste Element von Feminist Fight Club die Hilfestellung dabei, Alltagssexismus als solchen zu erkennen – aber ob man das auf über 300 Seiten strecken muss, das stelle ich in Frage.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Langeweile in Buchform

Five Broken Blades
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Five Broken Blades ist eines dieser Bücher, für die ich ewig gebraucht habe: Der Klappentext und die ersten paar Seiten waren so interessant, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte, aber sehr schnell ...

Five Broken Blades ist eines dieser Bücher, für die ich ewig gebraucht habe: Der Klappentext und die ersten paar Seiten waren so interessant, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte, aber sehr schnell verflog die Spannung und die Geschichte plätscherte langsam dahin. Dabei war die Grundidee so vielversprechend!

Leider hat es mehr als die Hälfte der fast 500 Seiten gebraucht, bis die Hauptfiguren auch nur aufeinandertreffen. Bis dahin werden mal mehr, mal weniger episodisch und mal mehr, mal weniger vage Werdegang und Motivation der fünf Charaktere in jeweils eigenen Kapiteln beschrieben und ein grobes Bild der Welt skizziert. Erst bei etwa 65 % von Five Broken Blades fing es für mich an spannender zu werden, und selbst dann zog sich die Handlung viel zu sehr in die Länge. Deshalb habe ich das Lesen oft unterbrochen und zwischendurch sogar immer wieder ein paar andere Bücher eingeschoben.

Die Planung und Vorbereitung des Auftrags, den König zu töten, nimmt viel Raum ein, nur damit die Durchführung dann nach gefühlt 2 Seiten vorbei war. Es erinnerte mich an schlechte Spionagefilme, in denen die Hauptfiguren extrem viel über die Vorbereitung zum Beispiel eines Diebstahls reden, aber nichts filmisch gezeigt wird. Für mich gehört das in die Kategorie „Netter Versuch, Ziel verfehlt“.

Auch das Ende von Five Broken Blades hat mir nicht wirklich gefallen, wenn auch die „überraschende Wendung“ endlich einmal wirklich überraschend für mich war. Dass der Plan nicht so einfach umsetzbar ist, das war schnell zu erahnen. Wer aber noch die Finger im Spiel hat und wer tatsächlich die Entscheidungen trifft, das kam aus dem Nichts. So angenehm ich es finde, dass nicht alles mit 10 Kapiteln Anlauf zu erahnen ist, so wenig gefällt es mir, dass es nicht die geringste Andeutung gab. Im Ergebnis wirkt es so, als sei die Auflösung der Verschwörung und die Enthüllung der Strippenzieher der Autorin im letzten Moment eingefallen. Es hatte einfach nichts mit dem gesamten Rest des Buches zu tun.

Und ein Detail ist mir erst beim Schreiben dieser Rezension so richtig aufgefallen; während des Lesens war es eher ein unterschwelliges, aber stets vorhandenes Gefühl: Es gibt in diesem als Fantasy-Roman beworbenen Buch kaum Fantasy-Elemente. Stattdessen liest Five Broken Blades sich vielmehr wie ein historischer Roman mit einer fiktiven Geschichte. Das einzige, was ich hieran als Fantasy bezeichnen würde, sind die scheinbar von Göttern gegebenen Eigenschaften einzelner Artefakte, die sich auf ihre Besitzer übertragen.

Band 2, der offensichtlich in Planung ist, werde ich nicht lesen.

Hinweis: Weil NetGalley – die Online-Plattform, über die ich das Rezensionsexemplar erhalten habe, eine Sternebewertung im Wert von 1 bis 5 im Rahmen von Rezensionen verlangt, bezieht sich der nächste Abschnitt darauf. Am liebsten hätte ich mich nicht auf Sterne festgelegt, wie es für meine Rezensionen hier auf dem Blog üblich ist.

Im Vergleich mit anderen Büchern, die mir nicht recht gefallen wollten, schneidet Five Broken Blades gar nicht mal so schlecht ab. Aber am Lesen hatte ich wirklich kaum Freude. Ich habe immer wieder auf die Seitenzahl geschielt in der Hoffnung, weiter vorangekommen zu sein und nicht mehr so viel vor mir zu haben. Irgendwann wurde das Lesen eine Pflicht, weil ich das Buch endlich beenden wollte. Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich es vielleicht schon vor der Hälfte abgebrochen und nur über diesen Abschnitt meine Rezension geschrieben. Aber dann wiederum war das letzte Drittel ganz in Ordnung – könnte der Rest mit diesem Endspurt mithalten, hätte ich eine ganz andere Meinung zum Buch!

Ich pendele meine abschließenden Gedanken deshalb bei 3 von 5 Sternen ein, mit einer Tendenz nach unten. 2 Sterne wären zu wenig, 3 fühlen sich eigentlich zu viel an – in Momenten wie diesem wünsche ich mir die Möglichkeit, halbe Sterne vergeben zu können.

Veröffentlicht am 13.11.2024

Künstlerisch gut gemacht, aber trotzdem nicht mein Fall

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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Ich habe es vor einigen Jahren mit Jane Austens Stolz und Vorurteil versucht, aber weder die Geschichte noch die Art, wie die Autorin diese erzählt, konnten mich wirklich fesseln. Graphic Novels tragen ...

Ich habe es vor einigen Jahren mit Jane Austens Stolz und Vorurteil versucht, aber weder die Geschichte noch die Art, wie die Autorin diese erzählt, konnten mich wirklich fesseln. Graphic Novels tragen ihre Storys auf einer ganz anderen Ebene als Romane. Deshalb habe ich der bekannten Geschichte hiermit eine zweite Chance gegeben.

Und ich muss sagen, diese grafische Version gefällt mir tatsächlich gar nicht so schlecht! Ich mag den Zeichenstil und die Farbwahl. Besonders toll finde ich, dass die einzelnen Abschnitte, die nach Jahreszeiten unterteilt sind und mit einem kurzen Zitat beginnen, jeweils andere dominierende Farben haben: Der Frühling ist sehr grün, im Sommer gab es viele Gelbtöne usw. Damit meine ich nicht nur Naturdarstellungen, sondern auch die Kleider der Figuren und die Hintergrundfarben, wenn zum Beispiel für eine Menschenmenge nur in Farbe angedeutete Schemen gezeichnet sind.

Der Farbwechsel ist mir sofort aufgefallen und ich habe ein paar Seiten zurückgeblättert, was mein Bauchgefühl bestätigt hat. Das ist eine subtile Weise, um verstreichende Zeit auch optisch abzubilden und bei Unterbrechen der Lektüre weiß man direkt, wo in der Handlung man stehen geblieben war. Mir gefällt auch, dass am Ende ein paar Skizzen und Entwürfe enthalten sind, beispielsweise für Details an der Kleidung. Es ist deutlich, dass die Illustratorin Tara Spruit weiß, was sie tut.

Allerdings konnte mich die Geschichte von Stolz und Vorurteil selbst erneut nicht abholen. Die Figuren waren klischeehaft, die getroffenen Entscheidungen oft extrem spontan und ohne wirkliche Grundlage, die Romantik und Liebe kaum spürbar. Natürlich muss beachtet werden, dass diese Graphic Novel wesentlich weniger Raum hat als der Originalroman, um die Figuren aufzubauen und eine glaubwürdige Erzählung zu spinnen. Ich finde das fast angenehmer als das Original, das mir stellenweise viel zu ausführliche und langatmige Phasen hatte. Trotzdem, für mich ist Stolz und Vorurteil auch in dieser Variante leider nicht das richtige Buch. Ich kann auch die Romantisierung, die Mr. Darcy in der Popkultur erfährt, schlicht nicht nachvollziehen, aber das ist ein anderes Thema.

Eine kurze Bemerkung am Rande: Es war nicht immer überdeutlich, aber einige Panels waren eindeutig von der Filmadaption mit Keira Knightley inspiriert. Einzelne Gesichtsausdrücke und bestimmte Perspektiven kamen mir so vor, als könnte man ein Standbild aus dem Film darüber legen (oder irgendeinen anderen Film der Schauspielerin), so nah waren sie an Keira Knightleys Gesicht – und das fiel sogar mir auf, die den Film nur ein einziges Mal vor bestimmt fast 10 Jahren gesehen hat. Das kann gut („beinah lebensecht!“) oder schlecht („abgekupfert?“) gewertet werden; Für mich war es schlicht ein Zeichen dafür, dass Spruit gut recherchiert hat und echte Gesichtszüge zeichnen kann, ohne sich im Detail zu verlieren.

Fazit


Dies ist meiner Meinung nach eine gelungene Umsetzung als Graphic Novel, leider von einer Geschichte, der es auch in diesem Format nicht gelingt, mich zu überzeugen. Es ist deutlich, dass die Macherinnen dieses Buches ihr Handwerk verstehen und viel Arbeit in das Ergebnis geflossen ist. Ich hätte Lust, mehr von Tara Spuits Arbeit zu sehen – besonders, wenn sie nicht Stolz und Vorurteil betreffen. Mit dem Roman habe ich dann jetzt wirklich abgeschlossen, die zweite Chance hat leider nichts gebracht. Einen Versuch war es wert, um immerhin habe ich damit eine vielversprechende neue Illustratorin für mich entdeckt!