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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2018

Interessante Story mit schönem Artwork

Graffiti of the Moment 01
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Auf Graffiti of the Moment habe ich mich besonders gefreut, weil dieser Manga a) ein wunderschönes Cover hat und b) das Thema, um das sich die gesamte Handlung dreht, das Feuerwerk ist. In der japanischen ...

Auf Graffiti of the Moment habe ich mich besonders gefreut, weil dieser Manga a) ein wunderschönes Cover hat und b) das Thema, um das sich die gesamte Handlung dreht, das Feuerwerk ist. In der japanischen Kultur spielen Feuerwerke eine große Rolle (Sie heißen dort Hanabi, jap. 花火, „Blumen aus Feuer“. Schön, nicht?). Das bedeutet, dass keine Liebesgeschichte im Fokus steht, kein unnötiges Drama.

Letztendlich beinhaltete Graffiti of the Moment weniger Fantasy als erwartet, aber eine trotzdem sehr interessante Story, die mit gut eingesetzten Flashbacks und einem wirklich schönen Artwork überzeugen kann.

Veröffentlicht am 07.08.2017

Kurzrezension

Love & Lies
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Bevor ich diesen zweiten Band gelesen habe, habe ich ein Reread des ersten Bandes Alles ist erlaubt veranstaltet. Diese Bücher würde ich schon fast eher ins Genre Krimi stecken, als in New Adult oder so, ...

Bevor ich diesen zweiten Band gelesen habe, habe ich ein Reread des ersten Bandes Alles ist erlaubt veranstaltet. Diese Bücher würde ich schon fast eher ins Genre Krimi stecken, als in New Adult oder so, zumindest den zweiten Band. Die Entführungssituation ist sowohl im ersten als auch im zweiten Band eben mehr im Vordergrund, als die Beziehungsgeschichte. Klar, es dreht sich hintergründig, also in der Rahmenhandlung, um die Liebe zwischen Kash und Rachel, aber die tatsächliche Handlung geschieht eben eher auf Krimiterritorium – was nichts Schlechtes ist. Ganz im Gegenteil, ich finde das sehr erfrischend. Es ist mal etwas anderes. Besonders gut hat mir in Alles ist verziehen gefallen, wie sich die Charaktere weiterentwickelt haben. Sie sind am Ende des zweiten Bandes vollkommen andere Menschen, als sie es am Anfang des ersten Bandes waren. Ich finde es sehr gut, wenn sich solche Charakterentwicklungen erkennen lassen. Schließlich verändert man sich im echten Leben auch ständig, entwickelt sich weiter und wächst an seinen Aufgaben und an der Umgebung.

Veröffentlicht am 24.05.2026

Gute Unterhaltung für zwischendurch, hat mich aber nicht ganz abgeholt

Fever Dream
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Auf Elsie Silvers "Fever Dream" war ich sehr gespannt, weil eine Kollegin mir schon länger von dieser Autorin und ihren Büchern vorschwärmt. Daher war meine Freude groß, als ich in der Lesejury-Leserunde ...

Auf Elsie Silvers "Fever Dream" war ich sehr gespannt, weil eine Kollegin mir schon länger von dieser Autorin und ihren Büchern vorschwärmt. Daher war meine Freude groß, als ich in der Lesejury-Leserunde mitmachen durfte. Eine der letzten Leserunden auf der Plattform, wie sich herausstellt: Die Lesejury wird leider eingestellt, aber das ist ein anderes Thema.

Die Prämisse von Fever Dream wurde in der Leseprobe schon deutlich und erinnerte mich durch die Stimmung und das Setting ein bisschen an Lauren Brookes "Heartland", wodurch ich extra neugierig wurde. Mit "Heartland" verbinde ich viele schöne Erinnerungen: Die Bücher haben mich durch die Schulzeit begleitet, bevor ich die Serienverfilmung als Studentin entdeckte. Beide Autorinnen haben außerdem eine Reihe mit dem Namen Rose Hill und eine, die sich mit Cowboys beschäftigt, geschrieben - ein Zufall?

Ich habe mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt gefreut, auf das trope Frenemies to Lovers und auf eine charmante Großfamilie mit jeder Menge schrulligen Charakteren. Nur bei einem dieser drei Aspekte habe ich das Gefühl, dass das Versprechen aus Klappentext und Leseprobe gehalten wurde.

Positives

Einerseits war es schön, mal wieder eine Cowboy-Ranch-Lovestory zu lesen, über Menschen mit Geldsorgen, die nicht durch einen Milliardär ganz einfach gelöst werden. Es hat mir gefallen, dass der männliche Part mit Emmett durch und durch gut war und er keine traumatic backstory brauchte, um irgendein Arschlochverhalten zu relativieren. (Ja, es gab tote Eltern und einen miesen Vater, aber das hat Emmetts Charakter scheinbar nicht geschadet.) Consent wurde durchweg groß geschrieben und sobald eine Grenze ignoriert und/oder überschritten wurde, wurde es entsprechend beschrieben und kritisiert.

Besonders die Familiendynamik der Brandts gefiel mir richtig gut. Tatsächlich war ich das ganze Buch hindurch fast mehr an den Beziehungen zwischen den Geschwistern und Großeltern interessiert als an der Liebesbeziehung zwischen Julia und Emmett, die ja eigentlich im Vordergrund stehen sollte.

Ich mag, dass sich die Charaktere mit einigen wenigen Ausnahmen zum Positiven entwickeln, und dass man die negativen Ausnahmen schon meilenweit im Voraus kommen sieht. Gleichzeitig nimmt das viel Potenzial für überraschende Wendungen - und das ist eines meiner größten Probleme mit "Fever Dream".

Negatives

Denn "Fever Dream" bleibt in meinen Augen viel zu oberflächlich und einfach.

Trotz der für mich positiven Grundstimmung und der interessanten Ausgangssituation fehlte mir das gewisse Etwas, das "Fever Dream" besonders gemacht hätte. Die Story plätscherte für mich zu seicht dahin, ohne mich emotional wirklich abholen zu können.

Im zweiten der drei Lese-Abschnitte der Leserunde habe ich geschrieben, dass meine Taschentücher bereit liegen, weil ich mit einer emotionalen Achterbahnfahrt zum Abschluss gerechnet habe. Aber die kam nicht. Beide Hauptfiguren blieben bis zum Schluss für mich unnahbar und distanziert, als ob ich von außen Leute beobachten würde und nicht in ihre Köpfe schauen könnte. Genau das sollten Bücher wie dieses mit wechselnden Perspektiven pro Kapitel aber ermöglichen.

Wir haben für meinen Geschmack zu wenig über Julia und Emmett gelernt. Über Julia weiß ich quasi nur, wie sie aussieht, dass ihr Vater tot ist, was sie arbeitet, dass sie Pflanzen mag und dass sie eine traumatische Erfahrung machen musste. Aber wer ist sie, wenn sie nicht arbeitet? Welche Musik hört sie, hat sie überhaupt Freunde außerhalb ihrer Arbeit, was macht sie zum Abschalten oder welche ist ihre Lieblingspflanze? Weil sich die gesamte Geschichte rund um ihre Arbeit abspielt, habe ich nicht das Gefühl, Julia wirklich kennengelernt zu haben - und kann mir deshalb auch kaum vorstellen, dass Emmett sie wirklich kennt, was für mich die gesamte Liebesgeschichte oberflächlich wirken lässt.

Emmett sagt mehrfach, dass er nur bei Julia er selbst sein kann, verletzlich und ein guter Mensch, im Gegensatz zu seinem publicity-Ego als Cowboy, das er dem Rest der Welt zeigt. Aber auch über Emmett erfahren wir kaum Dinge, die über seine Familiengeschichte oder seinen Charakter hinaus gehen. Warum ist sein Haus so spartanisch eingerichtet? Welche Musik hört er im Auto, wenn er einkaufen fährt? Welches ist sein Lieblingsbuch? Wo hält er sich am liebsten in der Stadt auf, wenn er nicht in der Natur unterwegs ist?

Wir wissen einfach nichts, was diese beiden menschlich macht oder Gemeinsamkeiten erlaubt. Julia wird als Arbeitstier beschrieben und Emmett als Rampensau, die eigentlich ganz anders ist. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass diese Geschichte von Anfang an als Reihe mit mehreren Bänden angelegt wurde und dass man die Charaktere über alle Bände hinweg besser kennenlernen soll. Es soll wahrscheinlich eine slow burn-Geschichte sein, nicht nur in Bezug auf die Liebesbeziehung dieses Paares, sondern auch, wenn man das Buch bzw. die Reihe als Ganzes betrachtet.

Das kann man natürlich durchaus machen, besonders in Fantasy- oder Science-Fiction-Reihen ist das meiner Erfahrung nach nichts Außergewöhnliches. Doch in einem Romance-Buch wie diesem erwarte ich schon, dass im ersten Band zumindest die Hauptcharaktere genau genug vorgestellt werden, um uns Lesende mitfühlen zu lassen. Julia und Emmett bleiben für mich Fremde, über die ich etwas erzählt bekam. Klar, ab und zu war das unterhaltsam, aber insgesamt hat mich diese Story ziemlich kaltgelassen.

Genauso die Spice-Szenen. Sollen Emmett und Julia doch übereinander herfallen, wo immer sich die Gelegenheit bietet - es hat mich schlicht nicht berührt, und es passte auch nicht immer zum jeweiligen Moment. Ein Kuss hier und eine Berührung da, geschenkt. Aber in der Sattelkammer übereinander herzufallen, während draußen ein ganzes Drehteam auf einen wartet und man mit einer fadenscheinigen Ausrede vielleicht 4 Minuten herausgeschlagen hat - und der Erfolg der Show nicht nur über meine eigene finanzielle Zukunft bestimmt, sondern über die meiner gesamten Familie -, ist doch einfach dämlich bei dem großen Risiko, einfach alles zu verlieren. So beherrscht, wie Emmett beschrieben wird, passt diese Szene - und noch ein paar andere - weder zu seinem Charakter, noch zum Moment. Warum also existiert diese Szene? Hoffentlich nicht nur, um eine Portion spice mehr im Buch zu haben und damit dem TikTok-Trend hinterher zu laufen, zum Nachteil der Geschichte ...

Die Dating-Show

Apropos Drehteam und Dating-Show. Anfangs war ich ein bisschen skeptisch, ob ein Buch mit einer Dating-Show im Zentrum für mich interessant sein könnte. Ich mag solche Formate nicht - zumindest ist mir noch nicht eines untergekommen, das gut genug klang, um es wirklich anzuschauen - und die Sorge war groß, dass sich alles nur um das Drama fürs Fernsehen drehen würde.

Es überraschte mich daher sehr positiv, dass die Show zwar den gesamten Rhythmus der Story beherrschte und viele Faktoren bestimmte, die wiederum Einfluss auf die frische Beziehung zwischen Julia und Emmett nahmen; dass aber sehr wenige Szenen der Dreharbeiten ausführlich beschrieben wurden. Stattdessen wurden ganze Drehtage in knappen Memos an den Produzenten effizient zusammengefasst.

Es ließ sich aber nicht vermeiden, dass in der Show und bei allem, was damit zusammenhängt, Manipulation, Machtmissbrauch - und Missbrauch allgemein - groß geschrieben werden. Falsche Versprechen, um Menschen zu einem bestimmten Verhalten zu drängen; Druckerzeugung durch Geldsorgen; illegales Eindringen in persönliche Räume; sexuelle Nötigung - das sind nur einige der Elemente in diesem Buch.

Und am Ende weiß ich nicht, was die Autorin mir damit sagen möchte. Sind alle Dating-Shows falsch und die Menschen, die daran beteiligt sind, böse? Darf man nicht nach dem sprichwörtlichen Strohhalm greifen, wenn die Geldsorgen immer größer werden, weil man nie weiß, was hinter den Kulissen passiert? Oder soll es einfach nur eine Lektion für die beiden Hauptfiguren sein, nicht für uns Lesende? Dürfen wir einfach die Unterhaltung genießen, während für einige der Charaktere aus "Fever Dream" die Welt zusammenbricht? Es kommt mir so leer, so nichtssagend vor, während gleichzeitig so viel Unnötiges passiert. Eine perfekte Beschreibung von Dating-Shows im Allgemeinen also? Ach, ich weiß einfach nicht, was ich mit diesem Story-Element anfangen, wie ich es einordnen soll.

Immerhin sorgt Emmett am Ende dafür, dass die meisten Leute ein Happy End bekommen, die es verdient haben. (Obwohl diese Lösung für mich dann wieder zu simpel war. Ein weiterer Moment, in dem es für mich zu oberflächlich blieb, zu einfach war.)

Fazit

Ich schaue zwiegespalten auf "Fever Dream" zurück: Das Element der Dating Show holte mich überhaupt nicht ab, das war aber zu erwarten und spielt daher keine so große Rolle in meiner Wertung. Daher ist es gut, dass die Show im Buch keinen so großen Raum einnimmt. Hier habe ich bewusst über meinen Tellerrand geschaut und mir, wie befürchtet, ein bisschen die Finger verbrannt. Was mich stattdessen sehr viel mehr stört, ist die Oberflächlichkeit der ganzen Geschichte und dass die Hauptfiguren für mich Fremde bleiben. Es war für mich nicht möglich, mit ihnen mitzufühlen, weil durchweg eine unüberwindbare Distanz blieb.

Gleichzeitig habe ich das Setting der Ranch geradezu genossen und mich über die schrulligen Charaktere in Emmetts Familie amüsiert. Auch Emmett und Julia hatten ein paar unterhaltsame Momente, sodass ich das Buch insgesamt recht gern gelesen habe - besonders, weil der Schreibstil sehr angenehm zu lesen ist.

Trotzdem ist da eine gewisse Enttäuschung: Ich könnte so viele plot holes oder eine langweilige Handlung "verzeihen", wenn man so will, wenn zumindest die Chemie zwischen dem Paar stimmt und ich mit den Hauptfiguren mitfühlen kann. Das war in "Fever Dream" für mich einfach nicht der Fall.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Schwieriger Anfang, dann spannende Fantasy

Das Mädchen, das in den Wellen verschwand
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Nach einem minimal zähen Einstieg war Das Mädchen, das in den Wellen verschwand eine wirklich schöne Geschichte, die ich an einem Wochenende verschlungen habe.

Ganz ähnlich wie bei A Magic Steeped in ...

Nach einem minimal zähen Einstieg war Das Mädchen, das in den Wellen verschwand eine wirklich schöne Geschichte, die ich an einem Wochenende verschlungen habe.

Ganz ähnlich wie bei A Magic Steeped in Poison, was ich nur wenige Wochen vorher gelesen habe, brauchte ich eine kurze Weile, mich in der Welt von Das Mädchen, das in den Wellen verschwand zurechtzufinden. Das Buch ist inspiriert von koreanischen Legenden und Mythen, sodass mir als Europäerin Einiges etwas fremd vorkam. Es dauerte aber nicht lange, bis ich die Struktur aus Gottheiten und dem (Aber-) Glauben der Menschen und vor allem die Zeremonie um die Braut des Meeresgottes verstehen konnte.

Den Originaltitel The Girl Who Fell Beneath the Sea finde ich etwas passender als die deutsche Übersetzung mit Das Mädchen, das in den Wellen verschwand, denn die Protagonistin Mina verschwindet nicht einfach in den Wellen, sondern fällt quasi durch das Meer hindurch in das Reich des schlafenden Meeresgottes, wo Fische am Himmel schwimmen und der Fluss der Toten über die Ufer schwillt, weil im Reich der Menschen zu viel Krieg und Unwetter herrschen.

Die Personen, denen Mina dort begegnet, sind alle irgendwie mit ihr und ihrem Lebensweg verwoben. Die einen, weil sie Teil ihrer Vergangenheit waren, die anderen, weil sie fest zu ihrer Zukunft gehören. Das Rote Band des Schicksals, das in vielen asiatischen Ländern in Legenden und Glaubenssystemen vorkommt und Seelenverwandte aneinander bindet, spielt auch in dieser Geschichte eine wichtige Rolle und stellt eine Verbindung zwischen Mina und dem Meeresgott selbst her. Die Frage, ob sie deshalb wirklich seine wahre Braut ist und einen Fluch von ihm nehmen kann – und ob diese Verbindung wirklich etwas mit Liebe zu tun hat – begleitet schon sehr früh in der Geschichte alle Entwicklungen der Handlung.

Ich mochte besonders, wie subtil die Figuren in Das Mädchen, das in den Wellen verschwand Zuneigung zueinander entwickeln. Die Liebe kommt nicht wie ein Hammerschlag, plötzlich und unerwartet wie von einer höheren Macht bestimmt, und auch Freundschaften entstehen nur langsam über die Zeit, die Mina in der Unterwasserwelt verbringt.

Mir gefällt auch, welchen Stellenwert Frauen und Kinder in der Mythologie, die hier dargestellt wird, einnehmen. Dass eine Gottheit, die für diese allzu oft diskriminierten Gruppen zuständig ist, automatisch einen höheren Rang einnimmt und mehr Macht hat als andere, weil sie von so vielen Menschen angebetet und geliebt wird. Das ist ein relativ kleines (aber nicht unbedeutendes) Detail im Verhältnis zum Rest des Abenteuers, aber eine Botschaft, die ich sehr gern vermittelt sehe.

Insgesamt hat mich Das Mädchen, das in den Wellen verschwand nicht komplett vom Hocker gehauen und es wurde auch das Rad nicht neu erfunden. Trotzdem ist es eine wirklich schöne Geschichte mit mehreren willkommen

Veröffentlicht am 12.04.2026

Okay, aber leider für die falsche Altersgruppe vermarktet

Bonds and Curses- Flammengezeichnet
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Aufmerksam wurde ich auf Bonds and Curses durch das Cover, das wirklich toll gestaltet ist und die Magie, die das Buch verspricht, geradezu verströmt. Danach wurde ich sehr neugierig auf diese Geschichte, ...

Aufmerksam wurde ich auf Bonds and Curses durch das Cover, das wirklich toll gestaltet ist und die Magie, die das Buch verspricht, geradezu verströmt. Danach wurde ich sehr neugierig auf diese Geschichte, weil der Klappentext ein düsteres Abenteuer voller Gefahren in der Anderwelt der keltischen Mythologie verspricht. Ziemlich schnell wurde dann aber schon nach wenigen Kapiteln deutlich, dass ich den Punkt „Erin beginnt gerade ihr Studium“ etwas unterschätzt hatte:

Sie ist gerade erst fertig mit der Schule und damit eben noch nicht so richtig im Erwachsenenleben angekommen, obwohl sie schon während der Schulzeit gearbeitet hat und somit eigentlich einen guten Einblick hätte haben können. Ihre Gedanken- und Gefühlswelt ist die eines Teenagers, nicht die einer jungen Erwachsenen. Das ist einer der beiden Gründe, weshalb ich lange Zeit mit Bonds and Curses nicht recht warm wurde.

Der andere Grund ist, dass die Handlung erst nicht in Gang kommen wollte und dann viel zu schnell vorpreschte. Es fühlte sich so an, als sei die große Mission, die nicht nur die Anderwelt sondern sogar die Menschenwelt vor dem drohenden Untergang retten sollte, innerhalb von zwei Tagen abgehakt und als seien die großen Hürden, an denen andere vor Erin und Connor tödlich gescheitert sind, eigentlich kein großes Problem, so einfach konnten die beiden die jeweiligen Lösungen finden.

Das, zusammen mit dem absolut gar nicht so düsteren Weltendesign, das mir nicht tief genug ging und etwas oberflächlich blieb, sorgte für mich für das Gefühl, ein Buch für Zehn- oder vielleicht Zwölfjährige zu lesen und nicht ein Buch für junge Erwachsene. Dazu später mehr.

Das blieb so, bis die unvermeidliche Liebesgeschichte beginnt und zwei Figuren plötzlich nicht mehr die Finger voneinander lassen können. Das fühlte sich genau deshalb so schräg und unpassend an, weil Erin vorher einfach keinerlei Interesse daran gezeigt hat. Von jetzt auf gleich wurde ein Schalter umgelegt, und auf einmal sind sie Seelenverwandte? Zugegeben, die Art und Weise wie die Seelenverbindung hier dargestellt wird, hat mir richtig gut gefallen!

Aber dass aus einem gelegentlichen „oh, seine Augen sind eigentlich ganz hübsch“ und „du erinnerst mich an etwas Schreckliches aus meiner Vergangenheit, also blaffe ich dich an, sooft ich kann“ ohne richtigen Übergang ein „ich will nicht zurück in meine Welt gehen, weil ich dich verlassen müsste“ und „lass uns hinter einer Säule versteckt herummachen“ wird – das war mir einfach zu unrealistisch (und das will einiges heißen, in einem Fantasy-Roman). Gegen Ende gab es einige Szenen, in denen ich mich stark an Bella und Edward aus Twilight erinnert gefühlt habe – diese Ausweglosigkeit von obsessiver Liebe, das „mein Leben wird vorbei sein, wenn wir uns nicht mehr sehen können“.

Ich möchte nicht nur Schlechtes über Bonds and Curses schreiben, denn letztendlich hat mich dieses Buch doch auch unterhalten. Ich mag die Botschaften, die hier vermittelt und die Themen, die angesprochen werden sollen (auch, wenn es manchmal ziemlich on-the-nose war und man es subtiler hätte verpacken können): Klimaschutz, Politikversagen, Gruppenzwang, eigene Entscheidungen treffen, die auch mal gegen den Wunsch der Eltern gehen, Vergebung auch sich selbst gegenüber, der Mut, man selbst zu sein, Coming Out. Wie beispielsweise auch in Smaragour – Die Dracheninsel sind die einzelnen Bauteile von Bonds and Curses nicht grundsätzlich schlecht – aber das Ergebnis nach der Kombination dieser Bauteile funktioniert für mich einfach nicht.

Eine Ursache für meine beiden großen Probleme mit diesem Buch sehe ich darin, dass weder auf NetGalley, wo ich auf Bonds and Curses aufmerksam geworden bin, noch auf der Website der Autorin, wo ich vorab ein bisschen gestöbert habe, eine Altersempfehlung angegeben wurde. Nach dem Lesen, erst direkt vor dem Schreiben dieser Rezension, habe ich in einigen gängigen Onlineshops nachgesehen und musste feststellen, dass Bonds and Curses ab 14 Jahren empfohlen wird. Hätte ich diese Information vorab gehabt, wäre ich mit völlig anderen Erwartungen an Bonds and Curses herangegangen!

Dass es keine Altersempfehlung gibt (dort, wo ich naheliegenderweise zuerst nach Informationen gesucht habe), ist normalerweise ein Hinweis darauf, dass ein Buch an ein erwachsenes Publikum gerichtet ist. Auch Formulierungen wie „Frauenschwarm“ oder „mordlüsterne magische Wesen“ im Beschreibungstext deuten auf ein älteres Zielpublikum hin (bei einem vierzehnjährigen Zielpublikum und einer Hauptfigur, die gedanklich noch in der Schule ist, erwarte ich eher „Mädchenschwarm“). Sogar das Coverdesign kann sich in eine Reihe mit Fantasyromanen für Erwachsene oder zumindest für die Sparte New Adult stellen. Dagegen gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass Bonds and Curses sich eben an Jugendliche richtet.

Nach dieser Erkenntnis ergibt es dann natürlich Sinn, dass die beschriebene Welt nicht zu komplex, die Geschehnisse nicht zu grauenhaft und die Gedanken und Gefühle der Hauptfiguren noch etwas kindlich erscheinen. (Es passt weiterhin nicht, dass Erin plötzlich ein regelrecht sexuelles Interesse ausdrückt, wo vorher ausschließlich und allerhöchstens vorsichtige Neugier war!) Trotzdem hatte ich eher das Gefühl, wie oben schon angedeutet, Abenteuer-Fantasy für Zwölfjährige zu lesen und nicht Romantasy, wie es von der Autorin beworben wird, für Vierzehnjährige.

Ich hatte öfter den kleinen Zeichentrick-Wikinger Wiki vor Augen, wie er sich an der Nase reibt und einen Gedankenblitz hat – genau so haben Erin und Conor die Rätsel gelöst, vor die sie gestellt wurden. Es gibt keine unlösbaren Aufgaben, keine wirklich tödlichen Feinde. Stattdessen sammeln sie Freunde und Verbündete auf allen Seiten und steuern geradewegs auf das Happy End zu.

Das letzte Drittel von Bonds and Curses hat mir besser gefallen als die vorherigen Abschnitte, weil die Hauptpersonen sich langsam in ihre Rollen eingefunden haben und die Handlung in einem ordentlichen Tempo voranging. Hier sind auch tatsächlich unvorhersehbare Wendungen vorgekommen, von denen einige wenige dann jedoch schon wieder zu abwegig für meinen Geschmack waren.

Ich finde es gut, wie Conors Geschichte ihr Ende findet und wie Erins Familienprobleme ausgehen. Fintan mochte ich von Anfang an und Cormack kam mir viel zu selten vor. Die Autorin weiß also durchaus, wie man gute Figuren schreibt, wenn es mir auch eher bei Nebencharakteren auffiel. Leider ließ, wie schon gesagt, das Wordbuilding etwas zu Wünschen übrig und das häufige „das hier ist die Moral von der Geschichte, ich sage es dir noch einmal, hast du es jetzt verstanden, lieber Leserin?“ war stellenweise wirklich so betont, dass es den Lesefluss gestört hat.

Fazit
Ich werde zukünftig genauer schauen und dabei Spoiler in Onlineshops in Kauf nehmen müssen, wenn ich Enttäuschungen wie diese vermeiden möchte. Bonds and Curses hätte mir wahrscheinlich viel besser gefallen, wenn ich vor dem Lesen die nötigen Informationen zur Altersempfehlung gehabt hätte und dadurch meine Erwartungen andere gewesen wären. Trotzdem war das Buch nicht furchtbar schlecht, sondern „nur“ mit einer sehr simplen Struktur, einer ziemlich oberflächlich beschriebenen Welt und einer nach nachvollziehbaren Romanze. Ich habe Bonds and Curses immer noch lieber gelesen als andere Bücher in diesem Jahr (zum Beispiel Die Prinzessinnen), aber dieses Buch wird mir wohl nicht lange im Gedächtnis bleiben.

PS: Der Gedanke kam mir später, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe, was „Flammengezeichnet“ im Titel zu bedeuten hat, worauf in der Geschichte das Bezug nimmt.