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Veröffentlicht am 12.07.2020

Eine fantastische Geschichte mit philosophischen Komponenten.

Uprising (Die Legende der Assassinen 1)
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„Es ist nicht deine Schuld, dass du mir das Herz brichst“, murmelt er und seufzt, „es ist meine Schuld, dass ich es dir geschenkt habe.“ ✨

Was würdest du tun, wenn du dich verliebst, er sich aber als ...

„Es ist nicht deine Schuld, dass du mir das Herz brichst“, murmelt er und seufzt, „es ist meine Schuld, dass ich es dir geschenkt habe.“ ✨

Was würdest du tun, wenn du dich verliebst, er sich aber als dein Feind entpuppt?
In diesem Buch spielen zwei Handlungen ab. Im Prolog und Epilog geht es um Ivy und die Assassine. Während es in der eigentlichen Handlung um die Vorgeschichte zu Ivy‘s Situation geht. Es wird nämlich von der Legende der Assassine berichtet. Assassine sind Assets, gentechnisch veränderte Schöpfungen, die phänotypisch weitestgehend wie Menschen aussehen- sie haben nämlich Krallen, aber dennoch nicht als solche angesehen werden, da sie gentechnisch modifizierte Eigenschaften besitzen. Sie sind dafür da, dass sie Menschen beschützen. Wir begleiten Esme, die als Mensch die Assets ganz normal behandelt. Sie sieht nicht auf sie hinab. Mehr noch, insgeheim liebt sie einen Asset, sieht es aber zunächst nicht ein. Doch eines Tages werden die Menschen von einer Rebellion der Assets überrollt und sind nicht mehr die herrschenden, sondern die beherrschten. Esme überlebt den Überfall und wird von ihrem Asset in Gefangenschaft genommen. Sie aber denkt nur daran, dass sie fliehen und überlebende Menschen finden muss. Gleichzeitig lernt sie die Assets tatsächlich kennen und merkt schnell, dass das, was ihr eingetrichtert wurde, doch gar nicht wirklich stimmt. •
Der Schreibstil von Amy ist so bildhaft, dass ich die Straßen New Yorks vor meinen Augen hatte. Jede Szene war Kopfkino in HD Auflösung. Die Geschichte beginnt mit viel Action sowohl im Prolog als auch in den ersten Kapiteln, da wir mit Esme um ihr Überleben fiebern. Als sie dann von ihrem Asset eingenommen wird, sinkt das Level an Action. Dafür rücken aber mehr philosophische Themen in den Vordergrund, die mich auch zum Nachdenken gebracht haben. Denn was macht einen Menschen menschlich? Was ist Menschlichkeit? Wer bestimmt, wessen Leben wert ist?
Wer darf entscheiden, welche Gruppe unterdrückt und beherrscht wird? Vor allem, warum müssen wir überhaupt über andere herrschen? Eine weitere Sache, die ich lernte, ist, dass man nicht einfach alles hinnehmen darf, was einem erzählt wird. Man sollte sich selber eine Meinung bilden und hinter die Fassade blicken. Esmes Asset ist zwar ein Asset, aber sehr liebenswürdig und menschlicher als Menschen. Während der Herrschaft hatten die Assets keinen Namen, Esmes Asset bekommt seinen Namen von ihr, Atair. Ich finde den Namen sehr schön und die Szene war so toll.
Und immer wieder lernt Esme, dass die Menschen nicht immer ehrlich waren. Dass die Assets ganz normal wie Menschen denken, reden, lachen und fühlen. Immer wieder gerät ihre Vorstellung ins Schwanken. Immer wieder fragt sich Esme, wie die Wahrheit nur so vertuscht werden konnte. Wie man Lügen so glaubhaft auf den Tisch bringen konnte. Es stehen so viele Konflikte im Raum, dass man selber nicht weiß, was man glauben soll. Einfach diese Gedankengänge und das ganze Weltbild hat Amy so toll in der Geschichte eingebaut. Als Leser wird man zum Nachdenken angeregt. Wer darf bestimmen? Ein Lob an die Autorin, so wichtige, umstrittene und sensible Themen einzubauen. Gegen Ende des Buches nimmt die Geschichte wieder Fahrt an und endet mit einer sehr schwierigen Entscheidung und einem mehr oder weniger miesen cliffhanger. Jetzt will man wissen, wie es weitergeht. Und mein Herz ist gebrochen, dass Atair diese Entscheidung getroffen hat. Und Atair ist einfach zuckersüß. Der besinnliche und ruhige Asset, der durch Loyalität zu Aktionen gezwungen wird, die er selber nicht vollziehen mag. Insgesamt eine gelungene Geschichte mit tiefem Sinn.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.07.2020

Für alle ein Muss, die SciFi, Action, Liebesgeschichte und Sinnlichkeit lieben.

Unendlich
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[unbezahlte Werbung/ Rezensionsexemplar]

„Wir sehen uns im nächsten Leben.“

In diesem Buch geht es um Liam und seine Freunde Emma, Scarlett, Mason und Oliver, die kurz vor ihrem Abschluss stehen und ...

[unbezahlte Werbung/ Rezensionsexemplar]

„Wir sehen uns im nächsten Leben.“

In diesem Buch geht es um Liam und seine Freunde Emma, Scarlett, Mason und Oliver, die kurz vor ihrem Abschluss stehen und sich nun Gedanken über ihren künftigen Werdegang machen müssen. Auch wenn dies mehr oder weniger durch ihr altes Leben bestimmt ist. Mit Ausnahme von Liam ist niemand von ihnen mit der aktuellen Situation zufrieden und sie wünschen sich insgeheim eine Veränderung- ob des Lebens oder des Systems ist dabei irrelevant. Hauptsache sie können ihren eigenen Weg gehen. Eines Tages trifft genau diese Veränderung unerwartet ein, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt und ihre bisher gewohnten Umstände aus den Fugen geraten lässt. Eine Veränderung, die die Gruppe sich niemals hätte erträumen können. Eine Veränderung, die das Fünfergespann für eine Ewigkeit prägen wird; die sie in ein Spiel um das Schicksal und in einem Kampf gegen den Staat verwickelt. Sie stecken nämlich viel tiefer in ein gut behütetes Geheimnis als sie denken. Ein Geheimnis, das selbst der Staat ungedeckt haben wollte. Denn Fehler der Vergangenheit bedrohen die Zukunft der Menschheit und des Systems. Schaffen Liam und seine Freunde, das Gleichgewicht der Natur wiederherzustellen und das System vor dem Sturz zu bewahren? Können sie ihre Liebsten retten? Vor allem, können sie sich selber retten?

Der Schreibstil ist sehr flüssig geschrieben, lässt sich super gut lesen und ermöglicht eine super tolle Vorstellung vom ganzen Geschehen, sodass ich mich als die unsichtbare sechste Freundin fühlte, die mit der und für die Gruppe fieberte und angespannt den Atem anhielt. Das Buch war eine Gefühlsachterbahn, die jede Emotion von Freude bis Trauer und Anspannung abdeckte.

Das Buch fängt mitten im Leben der Freunde an, wo sie kurz vor der Berufsberatung stehen. Man lernt Liam näher kennen und wie er zu den einzelnen Charakteren steht. Aber auch die Beziehungen unter den anderen Freunden kommt nicht kurz. Man erfährt in schön beschriebenen Rückblenden, wie sie sich kennenlernten und zu guten Freunden zusammenschmolzen. Vor allem die Geschichte, wie Mason und Scarlett sich kennenlernen war so unglaublich toll, dass ich einfach nur permanent ein breites Grinsen hatte.

Am Anfang des Buches ist die Atmosphäre noch locker, weshalb so viel Witz und Humor zum Vorschein kommt. Aber auch freundschaftliche Beleidigungen und Sticheleien fehlen nicht, durch die die Autorin ihrer Freundschaft Glaubwürdigkeit verleiht, die mich selber an meine Schulzeit erinnern ließ. Ich habe wirklich sehr herzhaft über Oliver, Scarlett und Mason lachen müssen. Aber auch im Verlauf der Geschichte spürt man förmlich, dass die Fünf mehr eine Familie als Freunde sind. Unterschiedlicher hätten sie nicht sein können, aber eben diese Unterschiede und die verschiedenen Stärken der einzelnen Freunde macht die Gruppe perfekt. Sie ergänzen sich wie angegossen, stehen zueinander und halten zusammen.
Die Autorin hat bis ins kleinste Detail alles durchdacht und diese in die Geschichte eingebaut, sodass das Geschehen sehr authentisch und lebhaft wirkt. Selbst das Beschreiben des Sabbers passte einfach gut. Da musste ich in den gegebenen Situationen einfach nur lachen und schmunzeln. Ich finde, dass die Darstellung der Beziehungen und generell der Anfang mit seinen Nebensträngen sehr wichtig für die Geschichte sind, damit sie nicht einfach hingeklatscht wirkt, sondern der Realität entsprechend gezeigt wird, weil eben diese Stränge eins zum anderen leiten.
Dann tritt ein trauriges Ereignis ein. An dieser Stelle rückt die lockere Umgebung in den Hintergrund und die Anspannung ist zum Greifen Nah. Bei diesem Schicksalstag habe ich geahnt, dass da etwas passieren wird. Aber niemals hätte ich mir erträumen können, dass dies passieren könnte. Ich war so sprachlos und meine Gefühle spiegelten denen der Freunde wider. Das ist der Tag, an dem sich alles für sie ändert. So begeben sich die Freunde auf die Suche nach Antworten. Sie wollen herausfinden, warum dieser Schicksalsschlag eintraf und welches Geheimnis nicht aufgedeckt werden darf. Sie sind nämlich mehr in die Vergangenheit verwickelt als sie ahnen. Denn das Spiel um das Schicksal begann schon vor Jahrzehnten. Zusammen besteigen sie diesen Weg, der voller Hindernisse und Hürden ist. Viele Situationen und Stränge führen die vielen kleinen Puzzleteile zusammen und ergeben ein größeres Bild, das so viel Sinn ergibt und einen staunend zurücklässt. Als Leser fühlt man mit den Fünf und jede ihrer Emotion spiegelt die eigene wider. Dabei ist weder die Romance noch Action zu kurz gekommen. Aber auch die philosophischen Elemente fehlen nicht, die sich mit Themen wie Freiheit, Körper und Seele auseinandersetzen. Was ist Freiheit? Was ist die Seele? Was hat der Körper mit der Seele zu tun? Wie stehen sie zueinander? Und darf man nicht das alte Leben zurücklassen und einen Neuanfang starten? Oder ist man für das nächste Leben einfach durch die Vergangenheit geprägt? Des Weiteren kommen SciFi Komponente ins Spiel. Da merkt man deutlich, dass die Autorin sich viel Mühe gegeben hat, dass alles Sinn ergibt und schlüssig klingt. Die ganze Idee rund um die Seele und Wiedergeburt der Seele ist echt gut geschrieben und wirkt sehr originell. Deswegen ein großes Lob an die Autorin.
Die Autorin baut viele kleine Überraschungen ein; das letzte Highlight war jedoch eins, wo ich die Hand auf den Mund schlug und dachte "nicht dein Ernst!". Die Autorin weiß mit den Gefühlen der Leser zu spielen und ihnen Gänsehaut unter die Haut fühlen zulassen. Gebannt las ich, wie Liam, Emma, Scarlett, Mason und Oliver sich auf den Weg der Wahrheit begeben und viele Hürden und Hindernisse bewältigen müssen. Helena baut viele actionreiche Elemente ein, dass das ganze Buch wie ein Film vor meinen Augen abspielte. Es gab so viele Momente, wo ich nur dachte, "als ob das jetzt wirklich geschehen ist". Ich glaube, allein die Tatsache, dass ich das Buch an einem Tag gelesen habe, sagt vieles aus. Gegen Ende des Buches ist die Spannung und Anspannung am höchsten und die Fünf sind so ausgelaugt von der ganzen Reise, dass sie wieder ihre Sprüche rauslassen, damit sie nicht vom Ernst der Lage überrollt werden. Dafür war ich Helena auch sehr dankbar, weil ich sonst untergangen wäre. Da war die Anspannung doch zu viel des Guten. Am Ende erwartet uns ein sehr großes Überraschungsmoment, wo ich nur dachte, „oh mein Gott, warum bin ich nicht eher darauf gekommen?“. Und das Ende? Da war die Autorin fies und lässt für uns einen richtig miesen Cliffhanger da, dass ich vor Unglauben nur noch den Kopf geschüttelt habe. Bei diesem epischen Finale dachte ich nur, „nicht dein Ernst, Helena?! Das kannst du nicht mit mir machen!“. Meine Gefühle und Nerven lagen blank. Und jetzt warte ich gespannt auf den nächsten Band!
Insgesamt eine sehr gelungene Geschichte, die mich viel zum Nachdenken anregte und mich tagelang beschäftigte.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Emotionale Tiefe mit relevanten Themen

Infinity Falling - Change My Mind
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Mit Infinity Falling – Change My Mind liefert Sarah Sprinz eine Fortsetzung, die weit über eine klassische New-Adult-Romance hinausgeht. Der Roman verbindet emotionale Tiefe mit gesellschaftlich relevanten ...

Mit Infinity Falling – Change My Mind liefert Sarah Sprinz eine Fortsetzung, die weit über eine klassische New-Adult-Romance hinausgeht. Der Roman verbindet emotionale Tiefe mit gesellschaftlich relevanten Themen und schafft es, eine Geschichte zu erzählen, die sowohl berührt als auch zum Nachdenken anregt.

Im Mittelpunkt stehen Holly und Ruben, zwei Charaktere, die beide im Managementbereich der Filmindustrie tätig sind. Ihre Zusammenarbeit ist zunächst von Konflikten geprägt – nicht nur aufgrund unterschiedlicher Persönlichkeiten, sondern auch wegen ihrer jeweiligen Positionen und Verantwortungen.

Das Setting rund um Filmproduktion, öffentliche Wahrnehmung und Machtstrukturen in der Branche verleiht der Geschichte eine besondere Dynamik. Es geht nicht nur um persönliche Beziehungen, sondern auch um berufliche Abhängigkeiten, Einfluss und die Frage, wie viel Kontrolle Einzelne tatsächlich haben.

Holly ist eine Protagonistin, die durch ihre Stärke und Professionalität überzeugt. Gleichzeitig wird im Verlauf der Geschichte deutlich, dass hinter dieser Fassade eine komplexe emotionale Welt steht. Ihre Entwicklung ist nachvollziehbar und fein ausgearbeitet.
Ruben hingegen wirkt zunächst kontrolliert und distanziert. Doch auch bei ihm zeigt sich schnell, dass diese Haltung nicht ohne Grund existiert. Seine Tiefe entfaltet sich schrittweise, wodurch er als Figur greifbar und authentisch wird.
Besonders gelungen ist die Dynamik zwischen den beiden. Ihre Beziehung entwickelt sich nicht abrupt, sondern basiert auf einem stetigen Wechsel zwischen Nähe und Distanz, Vertrauen und Zweifel. Genau diese Ambivalenz macht die Beziehung realistisch und intensiv.

Ein zentrales Merkmal des Romans ist sein inhaltlicher Tiefgang. Neben der romantischen Handlung werden wichtige Themen behandelt. Diese Themen werden nicht nur angerissen, sondern in die Handlung integriert und durch die Charaktere greifbar gemacht. Was dem Ganzen eine authentische und interessante Nuance verleiht.

Der Schreibstil von Sarah Sprinz ist einfach Sarah Sprinz: emotional, flüssig und gleichzeitig präzise. Besonders hervorzuheben ist die Art, wie innere Konflikte dargestellt werden. Gefühle werden nicht überdramatisiert, sondern wirken authentisch und nachvollziehbar.

Die Geschichte lebt weniger von großen Plot-Twists, wobei doch auch die ein oder andere unerwartete Wahrheit über die Vergangenheit und Realität der Charaktere zum Vorschein kommt, als von der Entwicklung der Figuren und ihrer Beziehungen. Dadurch entsteht eine intensive Spannung, die den Leser durchgehend begleitet.

Infinity Falling – Change My Mind ist ein Roman, der zeigt, wie vielschichtig moderne Romance sein kann. Die Kombination aus emotionaler Tiefe, relevanten Themen und gut ausgearbeiteten Charakteren macht das Buch zu einer starken Fortsetzung der Reihe.
Die Geschichte ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch eine Auseinandersetzung mit Macht, Verantwortung und den Spuren, die Erfahrungen in uns hinterlassen.

Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern nachwirkt.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Schreib dich in die Seele

Write Me for You
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Mit Write Me for You erzählt Tillie Cole eine Geschichte, die sich bewusst von klassischen Liebesromanen abgrenzt. Statt Leichtigkeit steht hier Vergänglichkeit im Mittelpunkt – und die Frage, was von ...

Mit Write Me for You erzählt Tillie Cole eine Geschichte, die sich bewusst von klassischen Liebesromanen abgrenzt. Statt Leichtigkeit steht hier Vergänglichkeit im Mittelpunkt – und die Frage, was von uns bleibt, wenn Zeit keine Selbstverständlichkeit ist.

Im Zentrum steht June, eine junge Frau, deren Leben durch eine schwere Krankheit geprägt ist. Schon früh wird deutlich, dass ihre Zukunft ungewiss ist. Diese Ausgangssituation bestimmt die gesamte Erzählung und verleiht ihr eine besondere Schwere.
June beginnt zu schreiben – nicht nur als Ausdruck ihrer Gedanken, sondern als Versuch, etwas Bleibendes zu schaffen. Worte werden zu einem Mittel, Kontrolle über eine Situation zu gewinnen, die sich eigentlich nicht kontrollieren lässt.

Als Jesse in ihr Leben tritt, entwickelt sich eine Beziehung, die von Anfang an unter anderen Voraussetzungen steht. Beide wissen, dass ihre gemeinsame Zeit begrenzt ist. Diese Gewissheit verändert die Dynamik ihrer Beziehung grundlegend.


June ist eine Protagonistin, die nicht durch Lautstärke überzeugt, sondern durch ihre innere Stärke. Ihre Gedanken, ihre Ängste und ihr Umgang mit der eigenen Situation wirken authentisch und nachvollziehbar.
Jesse ergänzt diese Dynamik auf eine ruhige, unterstützende Weise. Auch er bringt seine eigene Geschichte und Verletzlichkeit mit. Die Beziehung zwischen den beiden wirkt nicht idealisiert, sondern geprägt von Ehrlichkeit und dem Bewusstsein für die Realität.

Das zentrale Thema des Romans ist Vergänglichkeit. Doch darüber hinaus behandelt das Buch andere wichtige Themen. Neben den Umgang mit Krankheit und Endlichkeit, der Bedeutung von Erinnerungen und Geschichten geht es auch um Kontrolle vs. Loslassen und die Frage, was es bedeutet, „zu bleiben“. Besonders hervorzuheben ist, dass der Roman den Schmerz nicht romantisiert. Stattdessen wird er als Teil der Realität dargestellt.

Tillie Cole schreibt in einem ruhigen, emotionalen Stil. Die Sprache ist zugänglich, ohne oberflächlich zu wirken. Besonders die inneren Monologe und Gedanken der Protagonisten tragen die Geschichte und schaffen Nähe. Die Erzählweise ist weniger von Spannung im klassischen Sinne geprägt, sondern von einer stetigen emotionalen Intensität.

Write Me for You ist kein Buch, das man schnell wieder vergisst. Es ist eine Geschichte, die nachwirkt – leise, aber nachhaltig. Es richtet sich an Leser:innen, die bereit sind, sich auf emotionale Tiefe einzulassen und sich mit Themen wie Verlust, Vergänglichkeit und Liebe auseinanderzusetzen. Ein Roman, der zeigt, dass Geschichten manchmal nicht dazu da sind, ein Happy End zu haben – sondern um etwas zu hinterlassen.

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Veröffentlicht am 26.06.2023

Neuanfänge

In jedem Atemzug nur Du
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Hach ja, das Buch, die Story - wenn ich sie mit Schlagwörtern beschreiben soll, dann würde ich sagen: süß, wohlfühlen, tiefgründig, echt, real, ernst. Die Geschichte ist so vieles, so bunt und facettenreich. ...

Hach ja, das Buch, die Story - wenn ich sie mit Schlagwörtern beschreiben soll, dann würde ich sagen: süß, wohlfühlen, tiefgründig, echt, real, ernst. Die Geschichte ist so vieles, so bunt und facettenreich. Es geht um die Natur, das Leben, den Tod, Neuanfänge, die Liebe, Familie, Entscheidungen treffen und so vieles mehr. Um Trauma und Ängste, um Mut zu zeigen und diese zu überwältigen und zu konfrontieren. Aber auch, um einfach mal zu leben. Hazel - eine ruhige Protagonistin, die ihr ganzes Leben schon gegen Mukoviszidose, einer unheilbaren Krankheit, kämpft und eine Lungentransplantation hinter sich hat - trifft auf Lewis, der wegen stottern, der Anerkennung seines Vaters und der Konkurrenz zu seinem Bruder zu leiden hat. Beide unterschiedliche Charaktere, die doch eine Gemeinsamkeit finden: die Ruhe in der Gegenwart des jeweils anderen. Sie fühlen sich frei, geborgen und sie selbst, wenn sie miteinander sind. Ohne Maske, ohne Verstellung, ohne irgendwas. Nur sie in der ganzen Form. Später verbindet sie auch die Liebe zur Natur und schweißt beide zusammen. Und natürlich auch die Suche nach Ms X. Das Buch ist sehr ruhig und still, es passiert kein Drama, keine künstliche Inszenierung irgendwelcher herbeigezogener Szenen, um Spannung zu verleihen, nichts. Nur Realität pur. Was mir auch vor allem aufgefallen ist, ist die Unschuld und manchmal auch das eher kindliche wirkende Vorangehen an einer Sache. Denn obwohl Hazel ja biologisch älter ist, lebt sie erst seit ihrer Transplantation richtig. Und diese ist 2 Jahre her. Deswegen sprüht in jeder Ecke Unsicherheit und Unschuld raus. Was mal sehr erfrischend war in dem Genre! Was auch sehr deutlich von der Autorin hervorgehoben wurde, ist die Tatsache, wie privilegiert wir eigentlich sind. Für die Mehrheit der Menschen sind Atmen und Luftnehmen selbstverständlich, für Hazel und Menschen, die ein ähnliches Schicksal wie sie teilen, jedoch ein Privileg! Sie müssen für einen Atemzug kämpfen! Und da wird einem wieder bewusst, wie gut es einem geht. Solange man psychisch und physisch gesund ist, hat man alles. Denn nur gesund kann man kämpfen und erreichen und ändern. Beim Lesen wurde mir dies immer und immer mehr bewusst. Auch wenn ich im beruflichen als Medizinstudentin unendlich viele Krankheiten begegne, vergisst man doch oft im Arbeitsalltag, sich seiner Privilegien bewusst zu werden. Weil jeder Patient leider nur ein Patient ist, den man vorübergehend begleitet und Anweisungen gibt. Aber hier in dem Buch begleiten wir Hazel für eine längere Zeit und lesen mit, wie sie sich an die Anweisungen hält, wie sie sich an die Einschränkungen hält, Alternativen sucht und auf sich aufpasst. Aus dem Krankenhaus raus heißt nicht, alles gut. Sondern jetzt beginnt der langjährige Kampf. Denn ein Transplantat hält nicht ewig. Es hat seine Zeit, sein Limit. Aber um diese vollständig ausschöpfen zu können, muss man sich eben an die Regeln halten, die einen eingrenzen. Und das bedarf an Dedikation und Disziplin. Das alles wird hier sehr deutlich - vielleicht auch, weil ich das alles aus anderen Augen lese. Die Krankheit spielt zwar eine große Rolle, aber nicht die einzige. Die Autorin hat diese sehr gut eingeflossen, dass es nicht penetrant wirkt. Sondern wie im Alltag auftaucht und einfach existiert. Neben Lewis lernen wir eine tolle Truppe kennen, die man sofort ins Herz schließt und die zeigt, was Freundschaft sein kann. Gegen Ende kommt natürlich ein kleiner Wirbelwind auf, um für bisschen Kitzel zu sorgen. Aber die Auflösung finde ich wiederum sehr schön. Es war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe, und wird auch nicht das letzte sein. Der angenehme Schreibstil erleichtert einem, durch die Seiten zu fliegen.
Insgesamt ein super wichtiges Buch, das ebenfalls auch schön zu lesen ist.

Rezensionsexemplar

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