Mauldawien regiert: Eine Prinzessin trotz dem Chaos
Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt Mein kaputtes KönigreichDer Roman von Finn-Ole Heinrich dreht sich um die kleine Paulina, welche von allen eigentlich nur Maulina genannt wird, weil sie ziemlich gerne und oft wütend wird und für ihr Leben gern mault. Daher hat ...
Der Roman von Finn-Ole Heinrich dreht sich um die kleine Paulina, welche von allen eigentlich nur Maulina genannt wird, weil sie ziemlich gerne und oft wütend wird und für ihr Leben gern mault. Daher hat sie ihr altes Zuhause auch Mauldawien genannt, ein ganzes Königreich, welches ihr allein gehört und in dem sie die Königin ist. Dort lebte sie mit ihren Eltern und ihren beiden Schildkröten. Doch vor Kurzem trennten sich Maulinas Eltern, weshalb sie nun mit ihrer Mutter in eine muffige Plastikwohnung ziehen musste. Sie ist wütend auf alles, aber besonders auf ihren Vater, den sie kurzerhand nur noch „den Mann“ nennt. Zunächst will Maulina nichts von der neuen Schule und den neuen Freunden wissen und setzt alles daran, damit sie und ihre Mutter wieder nach Mauldawien zurückkehren können. Doch eines Morgens steht Paul vor ihrer Tür, der eine Straße weiter in einer Jugendwohngruppe lebt, und die beiden beginnen sich anzufreunden. Zusammen mit ihm schmiedet sie Pläne, um ihr altes Reich zurückzuerobern. Allerdings ist das Leben nicht immer so, wie man es gerne haben möchte. Das wird Maulina unmissverständlich bewusst, als ihre Mutter ihr eröffnet, dass sie an einer schweren Krankheit leidet. Ganz schlimm, aber zum Glück gibt es ja auch noch den „General für Käse“, der ihr stets mit Rat und Tat zur Seite steht.
Mir hat das Buch von Finn-Ole Heinrich beim Lesen ungemein viel Spaß und auch Zeiten des Nachdenkens bereitet, Heiteres und Tragisches wechseln sich miteinander ab. Paulina präsentiert sich als besonders ideenreiches Kind, welches ihre Fantasiewelt auch gerne mit ihren Freunden und ihrer Familie teilt. Davon abgesehen ist ihr größtes Hobby das Maulen, sodass es verständlich ist, dass sie von Zeit zu Zeit einen “Maul” bekommt. Die Geschichte zeigt dabei auch auf, wie schwer sich Erwachsene oft tun, offen mit ihren Kindern über Probleme, Krankheiten oder schwierige Situationen zu sprechen. Kein Wunder also, dass Maulina durch mangelnde Informationen völlig falsche Schlüsse zieht, welche entsprechende Folgen für ihre Familie und Freunde mit sich bringen.
Besonderen Charme hatte für mich das Detail, dass die 84 Topfpflanzen, welche Maulina und ihre Mutter besitzen, als kleine Illustrationen im Buch versteckt sind. Diese können gefunden und auf den ersten und letzten Seiten abgehakt werden, sobald man eine von ihnen entdeckt.