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Veröffentlicht am 23.01.2025

Mauldawien regiert: Eine Prinzessin trotz dem Chaos

Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt Mein kaputtes Königreich
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Der Roman von Finn-Ole Heinrich dreht sich um die kleine Paulina, welche von allen eigentlich nur Maulina genannt wird, weil sie ziemlich gerne und oft wütend wird und für ihr Leben gern mault. Daher hat ...

Der Roman von Finn-Ole Heinrich dreht sich um die kleine Paulina, welche von allen eigentlich nur Maulina genannt wird, weil sie ziemlich gerne und oft wütend wird und für ihr Leben gern mault. Daher hat sie ihr altes Zuhause auch Mauldawien genannt, ein ganzes Königreich, welches ihr allein gehört und in dem sie die Königin ist. Dort lebte sie mit ihren Eltern und ihren beiden Schildkröten. Doch vor Kurzem trennten sich Maulinas Eltern, weshalb sie nun mit ihrer Mutter in eine muffige Plastikwohnung ziehen musste. Sie ist wütend auf alles, aber besonders auf ihren Vater, den sie kurzerhand nur noch „den Mann“ nennt. Zunächst will Maulina nichts von der neuen Schule und den neuen Freunden wissen und setzt alles daran, damit sie und ihre Mutter wieder nach Mauldawien zurückkehren können. Doch eines Morgens steht Paul vor ihrer Tür, der eine Straße weiter in einer Jugendwohngruppe lebt, und die beiden beginnen sich anzufreunden. Zusammen mit ihm schmiedet sie Pläne, um ihr altes Reich zurückzuerobern. Allerdings ist das Leben nicht immer so, wie man es gerne haben möchte. Das wird Maulina unmissverständlich bewusst, als ihre Mutter ihr eröffnet, dass sie an einer schweren Krankheit leidet. Ganz schlimm, aber zum Glück gibt es ja auch noch den „General für Käse“, der ihr stets mit Rat und Tat zur Seite steht.

Mir hat das Buch von Finn-Ole Heinrich beim Lesen ungemein viel Spaß und auch Zeiten des Nachdenkens bereitet, Heiteres und Tragisches wechseln sich miteinander ab. Paulina präsentiert sich als besonders ideenreiches Kind, welches ihre Fantasiewelt auch gerne mit ihren Freunden und ihrer Familie teilt. Davon abgesehen ist ihr größtes Hobby das Maulen, sodass es verständlich ist, dass sie von Zeit zu Zeit einen “Maul” bekommt. Die Geschichte zeigt dabei auch auf, wie schwer sich Erwachsene oft tun, offen mit ihren Kindern über Probleme, Krankheiten oder schwierige Situationen zu sprechen. Kein Wunder also, dass Maulina durch mangelnde Informationen völlig falsche Schlüsse zieht, welche entsprechende Folgen für ihre Familie und Freunde mit sich bringen.

Besonderen Charme hatte für mich das Detail, dass die 84 Topfpflanzen, welche Maulina und ihre Mutter besitzen, als kleine Illustrationen im Buch versteckt sind. Diese können gefunden und auf den ersten und letzten Seiten abgehakt werden, sobald man eine von ihnen entdeckt.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Ein Sommer, der alles verändert

Mein Sommer mit Mucks
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"Mein Sommer mit Mucks" ist ein tiefgründiger und durchaus bewegender Jugendroman, der die Freundschaft zwei ungewöhnlichen Außenseitern in den Mittelpunkt stellt.

Das Buch handelt von Zonja mit Z, die ...

"Mein Sommer mit Mucks" ist ein tiefgründiger und durchaus bewegender Jugendroman, der die Freundschaft zwei ungewöhnlichen Außenseitern in den Mittelpunkt stellt.

Das Buch handelt von Zonja mit Z, die in den Sommerferien im Schwimmbad Mucks kennenlernt, als sie ihn vor dem Ertrinken rettet. Von nun an treffen sie sich jeden Tag im Bad und spielen stundenlang Scrabble, stellen sich Fragen und lernen sich langsam näher kennen. Nach einem Streit bringt Zonja ihm seine Tasche nach Hause und entdeckt dabei Mucks ganz privates Umfeld, seine Familie, und Erschreckendes über seinen Vater, der den Jungen mit höchster Wahrscheinlichkeit schlägt. Zusammen mit seiner Mutter und Oma ist Mucks auf der Flucht vor ihm. Als Zonja allen Mut zusammennimmt und ihrer Mati endlich von den blauen Flecken ihres Freundes erzählt, eilen sie dem Jungen in letzter Sekunde zu Hilfe.

Stefanie Höfler gelingt es, auf eine sehr angenehme, verständnisvolle und einfühlsame Weise, das Thema der häuslichen Gewalt zu behandeln. Der Roman besticht durch lebendige und vielschichtige Charaktere, die sowohl humorvolle sind und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Das Buch vermittelt wichtige Werte wie Achtsamkeit, Freundschaft und Zivilcourage, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Die Autorin zeichnet ein realistisches Bild kontrastreicher Lebenswelten und lässt ihre Protagonistin langsam erkennen, dass die Welt nicht überall so heil ist wie in ihrem behüteten Zuhause.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Freundschaft kennt keine Grenzen

Feuerwanzen lügen nicht
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"Feuerwanzen lügen nicht" ist ein bewegendes und tiefgründiges Buch, dass die Freundschaft zweier ungleicher Jungen in den Mittelpunkt stellt. Die Geschichte wird aus der Perspektive des quirligen und ...

"Feuerwanzen lügen nicht" ist ein bewegendes und tiefgründiges Buch, dass die Freundschaft zweier ungleicher Jungen in den Mittelpunkt stellt. Die Geschichte wird aus der Perspektive des quirligen und lebensfrohen Nits erzählt, der langsam aber sicher entdeckt, dass sein bester und langjähriger Freund Mische ein dunkles Geheimnis verbirgt.

Stefanie Höfler gelingt es auf eine spannende und mitfühlende Weise, das durchaus schwierige Thema der Kinderarmut in Deutschland literarisch zu behandeln. Sie zeigt, wie Scham und Angst vor Stigmatisierung zu Lügen und Geheimnissen führen können, aber auch, wie wahre Freundschaft solche Hindernisse überwinden kann. Die beiden Jungen wachsen dem Leser sofort mit ihren Eigenheiten ans Herz, die Charaktere sind sehr lebendig und vielschichtig. Dennoch ist der Roman nicht nur ernst, sondern schlägt an den richtigen Stellen auch einen humorvollen oder nachdenklichen Ton ein.

Das Buch ist mit seiner Thematik sowohl für Jugendliche, als auch Erwachsene geeignet und regt nachhaltig zum Nachdenken an. Einzig das Cover passt meiner Meinung nach eher nicht zum Thema des Buches, tut dem Inhalt aber keinen Abbruch.

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Veröffentlicht am 02.03.2024

Alma und die Landkarte der Zeit: Ein mitreißendes Abenteuer durch die Jahrhunderte

Alma und die Landkarte der Zeit
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Als Alma in den Zug steigt, um sich über die Ferien auf den Weg zu ihrer Großmutter zu machen, ahnt sie noch nicht, dass alles ganz anders werden würde, als von ihr erwartet. Denn plötzlich taucht eine ...

Als Alma in den Zug steigt, um sich über die Ferien auf den Weg zu ihrer Großmutter zu machen, ahnt sie noch nicht, dass alles ganz anders werden würde, als von ihr erwartet. Denn plötzlich taucht eine gewisse Mrs. Newton wie aus dem Nichts auf und erklärt ihr, dass sie eine so genannte Zeitläuferin sei. Als sie dann auch noch regelrecht mit ihrem Leben auf die Landkarte der Zeit aufpassen soll, weiß Alma erst recht nicht mehr, wo oben und unten ist. Immerhin trifft sie Eddie, der in der gleichen Misere steckt wie sie. Gemeinsam machen sie sich auf ein spannendes Abenteuer, um die Landkarte der Zeit zu retten und damit auch das Herz der Zeit zu schützen. Dabei lernen sie einige neue Menschen kennen, die sich rasch zu Freunden entwickeln, erleben wahrlich geschichtsträchtige Ereignisse mit und sind dabei auch noch auf der Flucht vor ihren Widersachern, die sie quer durch die Zeit verfolgen. Können sie es tatsächlich schaffen, die Landkarte zu schützen und sicher wieder in ihre eigene Zeit nach Hause zu kommen?

Alma empfand ich als eine sehr angenehme und liebenswerte Hauptprotagonistin, die zwar stets entschlossen und mutig handelt, dabei aber auch fortwährend an ihre Mitmenschen denkt und deren Wohlergehen nicht selten über ihr eigenes stellt. Eddie steht ihr während der Reise durch die Zeit als Begleiter zur Seite, der anfangs eher keine große Hilfe zu sein scheint, letzten Endes aber dennoch unabdingbar für die Lösung einiger Probleme ist. Obwohl Alma zu Beginn eher wenig Sympathien für den Jungen zeigt, lernt sie seine Art zunehmend zu schätzen und ist am Ende sogar traurig, als sie ihn wieder verlassen muss. Es bahnt sich zwischen den beiden eine kleine Liebesgeschichte an, die in einer Fortsetzung des Buches sicherlich noch von Bedeutung sein und für einige Spannungen sorgen könnte. Auch die anderen Handelnden, wie Olivia (die junge Mrs. Newton), oder Benjamin, ergänzen das reisende Duo auf eine sympathische und spannende Art und Weise und tragen maßgeblich zum Fortgang der Handlung und Lösungen bei. Die Gruppe entwickelt im Verlauf der Geschichte eine ganz eigene Dynamik, über die man gerne noch mehr lesen möchte.

Das Buch „Alma und die Landkarte der Zeit“ von Akram El-Bahay war insgesamt ungemein flüssig und angenehm zu lesen. Die Thematik des Zeitreisens wurde ebenfalls auf eine recht ausführliche und verständliche Weise erklärt, sodass man die einzelnen zeitlichen Epochen und Zwischenstationen, die während der Reise von Bedeutung sind, sehr gut nachvollziehen konnte. Die Karte mit den Schnittpunkten der Zeit, welche im Buch noch einmal abgedruckt ist, hilft dabei ebenfalls außerordentlich. Zum Ende hin erschien mir die Handlung in Teilen leider ein wenig überstürzt, da einige neue und auch wichtige Charaktere in die Handlung einsteigen und diese rasch vorantreiben. Ich hätte mir gewünscht, dass an diesen Stellen einige genauere Beschreibungen der Zusammenhänge erfolgen oder auch der abschließende Kampf im Herzen der Zeit ein wenig mehr Raum erhalten hätte, denn da wird das Thema „Zeitreisen“ leider doch noch einmal ein wenig unübersichtlich, sodass man wirklich etwas genauer lesen muss. Das tut der Geschichte im Ganzen allerdings keinen weiteren Abbruch.

Die Altersempfehlung ab 10 Jahren empfinde ich als durchaus angebracht, da man doch ein paar der wichtigen geschichtlichen Ereignisse als solche kennen sollte, um bestimmte Zusammenhänge oder Easter-Eggs verstehen zu können. Dennoch ist das Buch auch wunderbar für ältere und erwachsene Leser geeignet, da der Leser doch viele kleine Details in der Historie entdecken kann.

Zwar wurden schon ein paar wichtige geschichtliche Ereignisse thematisiert, dennoch bietet sich noch eine Vielzahl an Orten, an die Alma gemeinsam mit Eddie (oder auch alleine) in Zukunft noch reisen könnte. Es bleibt also abzuwarten, auf welche spannenden Abenteuer sich das Mädchen in Zukunft noch begeben könnte und welche interessanten Persönlichkeiten ihr dabei so alles über den Weg laufen. Potential für eine Fortsetzung gibt es auf jeden Fall! Vielleicht wird es ja, entgegen der Vermutungen des Autors, auch noch eine geben… :)

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Blut, Götter und Vergeltung

Blutnacht
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Mit Blutnacht findet John Gwynnes epische Trilogie ihren Abschluss. Das Buch ist, ebenso wie seine Vorgänger, rau, gewaltig und voller göttlicher Machtspiele. Auch hier kehren die bekannten Figuren Orka, ...

Mit Blutnacht findet John Gwynnes epische Trilogie ihren Abschluss. Das Buch ist, ebenso wie seine Vorgänger, rau, gewaltig und voller göttlicher Machtspiele. Auch hier kehren die bekannten Figuren Orka, Varg und Elvar zurück, doch im Vergleich zu den vorherigen Bänden verliert der Roman für mich etwas an emotionaler Tiefe. Wo zuvor die Charakterentwicklung im Zentrum stand, dominieren nun Rache, Macht und Vergeltung als Antrieb vieler Handlungen. Das lässt die Figuren stellenweise eindimensionaler wirken und mindert die emotionale Wirkung ihrer Entscheidungen.
Besonders schade fand ich, dass Elvar, die in den ersten beiden Teilen eine der interessantesten und komplexesten Figuren war, hier deutlich in den Hintergrund rückt. Der Fokus liegt stärker auf Nebencharakteren, deren Perspektiven zwar Abwechslung bringen, aber nicht immer die gleiche Bindung zum Leser aufbauen. Orka und Varg bleiben kraftvolle Protagonisten, doch auch bei ihnen fehlt nun das feine Gleichgewicht zwischen Stärke und Verletzlichkeit, das Nordnacht und Frostnacht so eindrücklich gemacht hat.

Gwynnes Schreibstil bleibt gewohnt intensiv und bildstark, seine Beschreibungen von Kämpfen, Landschaften und Götterschlachten sind weiterhin eindrucksvoll. Blutnacht ist brutal, voll von Blut und Mythos, manchmal fast erschlagend in seiner Wucht. Trotzdem gelingt es Gwynne, mit der finalen Schlacht einen spannenden und würdigen Abschluss zu schaffen, der thematisch wie atmosphärisch den Kreis der Reihe schließt.

Alles in allem ist Blutnacht der mitreißende, wenn auch emotional schwächere Schlusspunkt einer groß angelegten Wikinger-Fantasy-Saga, gewaltig im Ausmaß, aber weniger berührend in der Tiefe ihrer Figuren.

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