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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Tiefergreifendes Blicken auf das Leben Ende fünfzig

Alt genug
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Dieses Mal hat die Autorin sich nicht hinter dem Ich einer anderen Protagonistin "versteckt", sondern den Mut gehabt ganz klar sich selbst in den Fokus zu nehmen und ihr Leben im Jetzt zu beschreiben. ...

Dieses Mal hat die Autorin sich nicht hinter dem Ich einer anderen Protagonistin "versteckt", sondern den Mut gehabt ganz klar sich selbst in den Fokus zu nehmen und ihr Leben im Jetzt zu beschreiben. Ich habe Romane aus ihrer Anfangszeit als Schriftstellerin gelesen und da war das Leben noch - im Rückblick betrachtet doch unbeschwert. Dieses Buch ist eine Bestandsaufnahme ihres eigenen Ichs und ihres Lebens. Es geht auch um die Familie, wo das Zusammenleben sich sehr verändert hat, aber viel um sie selber - ihre Ängste und wie das Äußere sich im Alter verändert. Aber auch geht es darum, dass sie jetzt "ehrlicher" zu anderen ist und nicht der Höflichkeit halber alles erträgt. Was mich völlig überrascht hat, war die Tatsache, dass sie es gar nicht mag über sich in Talkshows zu sprechen bzw. sehr aufgeregt ist. Sie erschien mir stets sehr selbstsicher und so habe ich eine Talkshow mit ihr plötzlich mit ganz anderen Augen gesehen. Es ist mit Sicherheit so, dass Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen sowieso vielen Blicken auch bezüglich ihrer Optik ausgesetzt sind und "bewertet" werden. An einigen Stellen hat das Buch sich für mich in die Länge gezogen bzw. hatte ich das Gefühl, dass es sich wiederholte. Berührt hat mich der Zusammenhalt mit ihren Freundinnen, die einiges an Schicksalsschlägen zu verpacken haben.
Mich hat das Buch berührt. Vier Sterne

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Traumatische Erfahrungen, die an die nächste Generation weitergegeben werden

Elbland
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Während das Cover auf mich eher leicht und froh wirkte, so ist die Geschichte dahinter eine, die viele teilweise ungeweinte Tränen und nie erzählte, traumatische Erinnerungen, beinhaltet.
Als die Mutter ...

Während das Cover auf mich eher leicht und froh wirkte, so ist die Geschichte dahinter eine, die viele teilweise ungeweinte Tränen und nie erzählte, traumatische Erinnerungen, beinhaltet.
Als die Mutter von Nina stirbt, muss Nina sich damit auseinandersetzen,dass sie über die Vergangenheit ihrer Mutter, die am Ende ihres Lebens sehr in ihren Depressionen gefangen war, keine Ahnung hat. Nina selber war stets die ältere Tochter und Schwester und hat sich somit für beide verantwortlich gefühlt. Als sie ein Mathebuch und ein Foto in den Hinterlassenschaften ihrer Mutter findet, will sie mehr über die Vergangnheit ihrer Mutter erfahren. Die Autorin arbeitet in dem Buch ihre eigene Familiengeschichte auf, was sie um so packender für mich gemacht hat, obwohl ich zu Nina stets eine Distanz wahrte.
Es geht in dem Roman, um das Ende der Kindheit von Ninas Mutter, denn dies war, als sie ihre Heimat als kleines Mädchen bei Kriegsende verlassen musste. Sie "verlor" ihre Familie teilweise für immer. Einige Menschen würden evtl. trotzdem von Glück sprechen, da Ninas Mutter von lieben Menschen "gerettet" wurde. Ja, Ninas Mutter hat überlebt und trotzdem ist ein großer Teil von ihr damals gestorben. Im Nachgang lernt Nina das Verhalten ihrer Mutter zu verstehen. Mich hat bewegt, dass die traumatischen Erfahrungen unbewusst weitergegeben wurden und ich bin froh, dass Nina nun selber die Chance hat sich aus diesen zu "befreien" bzw. sie nicht mehr über ihr eigenes weiteres Leben bestimmen zu lassen.
Vier Sterne

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Während das Cover verspielt wirkt, sind die Themen sehr ernst

Der Sommer, der uns blieb
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Das Buch fällt zunächst schon mal durch seine ansprechende optische Gestaltung auf, dazu zählt neben dem wunderschön verträumt wirkendem Cover, das sich nicht nur auf dem Schutzumschlag sonden auch auch ...

Das Buch fällt zunächst schon mal durch seine ansprechende optische Gestaltung auf, dazu zählt neben dem wunderschön verträumt wirkendem Cover, das sich nicht nur auf dem Schutzumschlag sonden auch auch dem Buch selbst befindet, auch der farblich bedruckte Buchschnitt sowie ein Lesebändchen. Die innere Gestaltung besticht durch ein ansprechendes Schriftbild, in der Mitte gibt ein transparentes Bild mit dem See der Kindheit der Hauptfiguren, sowie den einzelnen kurzen Kapiteln jeweils kleine Lebensweisheiten bzw. Sprüche in einer anderen Schrift vorangestellt werden. Mir hat die Gestaltung sehr gut gefallen und die Autorin hat die Geschichte ihrer drei Hauptfiguren - Britta, Martin und Pia, diese jeweils sie selbst erzählen lassen. Dies geschieht in kurzen Kapiteln, wobei der Name des Erzählenden immer genannt wird und sie wechseln sich scheinbar willkürlich ab und schwenken zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin unher. Schnell wird mir klar, dass die schöne, unbeschwerte Kindheit der Nachbarskinder und Freundestro nicht so unbeschwert war. Nach dem Abitur verschwindet Pia spurlos und lässt die anderen beiden zurück, doch auch deren Kontakt endet. Zwanzig Jahre später treffen die drei am Ort ihrer Kindheit gewollt und ungewollt wieder aufeinander, wobei nur Martin dort noch wohnt. Mich hat der Roman sehr bewegt und auch sehr traurig gemacht, denn das Leben hat vieles für sie im Gepäck. Wer einen leichten und fröhlichen Sommerroman erwartet, liegt hier völlig verkeht, denn es werden viele ernste Themen behandelt. Eine Anmerkung noch am Rande, auch Corona wird häufiger erwähnt, obwohl es nie zum Hauptthema wird.
Trotz allem blieben mir die Figuren teilweise zu wenig beschrieben und ich hätte manchmal, insbesondere bei Britta und Martin mehr über ihr Gefühlsleben bzw. Gedanken erfahren. Es wurde einiges am Rande erwähnt und für mich nicht zu Ende erzählt.
3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Vielfältiges Kinderbuch mit anspruchsvollen Texten

Judiths kleine Farm
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Ich finde die Autorin Judith Rakers sehr sympathisch und kenne sie natürlich als Nachrichtensprecherin und Moderatorin. Auch weiß ich um ihre Leidenschaft dem Gärtnern, dem sie sich seit einigen Jahren ...

Ich finde die Autorin Judith Rakers sehr sympathisch und kenne sie natürlich als Nachrichtensprecherin und Moderatorin. Auch weiß ich um ihre Leidenschaft dem Gärtnern, dem sie sich seit einigen Jahren verschrieben hat. Bisher habe ich nur positives über ihre Bücher gehört, aber bis dato noch keines von ihr gelesen bzw. Kindern vorgelesen. Die kleine Leserin, mit der ich dieses Buch gelesen habe, fand die Zeichnungen der Tiere total schön und konnte sich insbesondere nicht von den Katzen losreißen. Doch genau an dieser Stelle tauchten dann auch Fragen und Ängste auf, da es fand, dass das Fohlen Charlie bestimmt Schmerzen wegen des Ziehens am Strick hat und als die Katzen alleine auf der Straße waren, da hatte sie fast keine Geduld auf das Beenden des Vorlesen des Textes zu warten, sondern wollte unbedingt weiterblättern, um zu sehen, ob es den Katzen gut geht.
Ich selber als Erwachsene fand den Text für vierjährige Kinder ziemlich viel und schwierig, da u.a. auch Ausdrücke "Tschüssikowski" oder überhaupt viele Worte mit denen Kinder, in dem Alter, nicht sofort etwas anfangen können.
Was ich sehr schön fand, war die Einheit über das Kartoffelpflanzen oder die Pferdepflege, die für mich aber besser hinten im Buch als Anhang mit Sachwissen aufgehoben gewesen wären. Stattdessen wurde die Erzählung dafür unterbrochen, was uns beide - klein und groß - gestört hat. Was ich trotz der schönen Idee der Bastelecke leider nicht so gut fand, war der Gebrauch einer Kartoffel als Stempel. Es handelt sich um Lebensmittel und da hätte ich anderes Materal besser gefunden.
Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen, aber ich würde es definitiv nur für vorleseerfahrene Kinder mit viel Ausdauer empfehlen und auf keinen Fall abends zum ersten Mal vorlesen, denn es ist schon "spannend".
Vier Sterne - insbesondere für die schönen Illustrationen!

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Ein Roman, der interessant, packend und zugleich ein wenig anstrengend zu lesen ist.

Eine vergessene Schuld
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Der pensionierte Verfassungsrichter Rudolf Heppner macht mit Äußerungen Stimmung und als er angegriffen wird, stellt sich indirekt die Frag,e ob er Täter oder Opfer ist. Die Frage wird am Ende des Buches ...

Der pensionierte Verfassungsrichter Rudolf Heppner macht mit Äußerungen Stimmung und als er angegriffen wird, stellt sich indirekt die Frag,e ob er Täter oder Opfer ist. Die Frage wird am Ende des Buches für mich beantwortet und ich will nicht spoilern.Die Kriminalpsychologien Jasina Behrens, die als Kind geflüchtet ist wird mit damit betraut die Psyche von Heppner zu untersuchen. Schnell wird sie tiefer in emotional von seiner Geschichte angesprochen als ihr lieb ist. Selber ist sie als Kind geflüchtet und hat ihren Bruder zurücklassen müssen, was für ihre Eltern und für sie ein Trauma ist. Während ich als Leserin erfahre, was Rudolf alles erlebt hat und woran er sich Schuld gibt bzw.. welche Schuld sein Vater getragen hat, werde ich überflutet mit vielen Details. An manchen Stellen verlieh die sorgfältige und intensive Recherche des Autoren dem Roman fast "Sachbuchartige Züge". Das Cover des Buches suggeriert etwas anderes , nämlich für mich eine historisches Liebesgeschichte. Meine "Beziehung" zu Rudolf Heppner ändert sich im Laufe der Geschichte, was ich äußerst geschickt vom Autor gemacht finde Die Geschichte beschäftigt sich mit der Zeit Ende des zweiten Weltkrieges, sowie Ende der 60ziger Jahre zur Zeit der Studentenunruhen und Hausbesetzern und die Gegenwart von 2023. Über alle dem steht die Frage nach der Schuld , und wer hatte Schuld woran. Es gibt Menschen, die sich keiner Schuld je bewusst waren und andere, die eine Schuld fühlen.. Mein Kritikpunkt am Roman ist die Überfrachtung des Buches mit Personen und Themen, die es für mich manchmal sehr anstrengend zu lesen machten, aber ich habe viel gelernt.

Vier Sterne

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