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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2020

Sehr beeindruckende Geschichte

So weit die Störche ziehen (Die Gutsherrin-Saga 1)
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Dora ist 16 Jahre jung, wächst auf einem Trakehnergestüt mit ihren fünf Geschwistern in Ostpreußen auf. Sie ist hübsch, lebenslustig, termperamentvoll und "verliebt". Ihr Wunsch fürs Leben ist ...

Dora ist 16 Jahre jung, wächst auf einem Trakehnergestüt mit ihren fünf Geschwistern in Ostpreußen auf. Sie ist hübsch, lebenslustig, termperamentvoll und "verliebt". Ihr Wunsch fürs Leben ist mit ihrem späteren Mann auf dessen Gut zu leben und Pferde zu züchten.Die Ambitionen ihrer Mutter sie in eine kultivierte Dame zu verwandeln sind bisher fehlgeschlagen. Während Dora noch ganz naiv - ihrem Alter entsprechend vor sich hinträumt -, sich auf die nächste Hochzeit freut und auf das Tanzen, sind schon längst dunkle Wolken aufgezogen. Es gibt Krieg und während Dora zunächst wenig davon wahrnimmt, ändert sich ihr Leben erst Stück für Stück, dann Schlag auf Schlag.

Das Cover und der Titel des Buches fangen die Stimmung des Romans hervorragend ein. Ein winziger Kritikpunkt meinerseits ist der Klappentext, der der Geschichte nicht gerecht wird und auch teilweise sachlich falsch ist, da der Vater Dora nicht die Verantwortung für das Gut übergeben hat.

Die Autorin Theresia Graw nahm mich als Leserin mit auf eine Reise in die Vergangenheit Deutschlands. Sie verwebt in ihrem Roman die wirkliche Geschichte ihrer eigenen Familie mit fiktiven Erlebnissen, die sich aber genauso zugetragen hätten können. Im Gegensatz zu Dora, die von den Geschehnissen in der Zukunft noch nichts ahnt, habe ich das Wissen, was passieren wird und trotzdem bin ich genauso bestürzt wie Dora. Durch viele andere Figuren wie Hausangestellte, Zwangsarbeiter, Verwandte Familie,Nachbarn etc.und nicht zu vergesssen, die Männer, zu denen Dora Gefühle entwickelt, von denen Lebensausschnitte puzzlestückartig erzählt werden, erhalte ich ein großes Gesamtbild. Von manchen der Figuren hätte ich gerne weiteres erfahren, aber sie gehen verloren wie so vieles im Krieg.

Der Roman lässt mich tief bewegt zurück, denn ich habe mich den Menschen sehr nah gefühlt und auch mit ihnen gefühlt. Die Autorin hat die Atmosphäre hervorragend transportiert!

Ich würde mich freuen zu erfahren, wie das Leben von Dora weitergeht. Wie lebt man mit dem Geschehenen weiter?

4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Sehr düster und grausam

Nebelbeute
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Der Einstieg in die Geschichte ist mir einerseits leicht gefallen, andererseits war mir am Anfang nicht so ganz klar, was es mit Toblach auf sich hatte und was Milas Mission war. Um die Protagonisten, ...

Der Einstieg in die Geschichte ist mir einerseits leicht gefallen, andererseits war mir am Anfang nicht so ganz klar, was es mit Toblach auf sich hatte und was Milas Mission war. Um die Protagonisten, damit meine ich das Ermittlerteam besser zu kennen und zu verstehen, ist es sinnvoll die beiden ersten Teile gelesen zu haben, denn es gibt immer wieder diesbezüglich Andeutungen. Der Thriller ist nichts für schwache Nerven und die Szenen ließen mich gruseln bzw.war mir gefühlt ständig kalt. Alleine Winter, Schnee, Abgeschiedenheit im Dorf und oberhalb davon den Bergen im Wald teilweise wegen des Wetters gar kein Durchkommen, hatten schon für schlaflose Nächte gereicht, denn dort in der gemieteten Hütte hat auch Mila Alpträume. Sie jagt einen brutalen Mann in der Einsamkeit. Als sie verschwindet, kommen ihre Kollegen..... Doch was ist passiert? Die Spuren sind vielfältig und verzwickt. Mir sind einige der Szenarien sehr nahe gegangen, zwischendrin habe ich aufgrund dessen überlegt abzubrechen, doch ich wollte unbedingt wissen, wie es sich auflöst. Die Auflösung hat mich überrascht, dich alles wurde logisch erklärt. Nervenkitzel bis zum Schluss. Vier Sterne

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Tiefergreifendes Blicken auf das Leben Ende fünfzig

Alt genug
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Dieses Mal hat die Autorin sich nicht hinter dem Ich einer anderen Protagonistin "versteckt", sondern den Mut gehabt ganz klar sich selbst in den Fokus zu nehmen und ihr Leben im Jetzt zu beschreiben. ...

Dieses Mal hat die Autorin sich nicht hinter dem Ich einer anderen Protagonistin "versteckt", sondern den Mut gehabt ganz klar sich selbst in den Fokus zu nehmen und ihr Leben im Jetzt zu beschreiben. Ich habe Romane aus ihrer Anfangszeit als Schriftstellerin gelesen und da war das Leben noch - im Rückblick betrachtet doch unbeschwert. Dieses Buch ist eine Bestandsaufnahme ihres eigenen Ichs und ihres Lebens. Es geht auch um die Familie, wo das Zusammenleben sich sehr verändert hat, aber viel um sie selber - ihre Ängste und wie das Äußere sich im Alter verändert. Aber auch geht es darum, dass sie jetzt "ehrlicher" zu anderen ist und nicht der Höflichkeit halber alles erträgt. Was mich völlig überrascht hat, war die Tatsache, dass sie es gar nicht mag über sich in Talkshows zu sprechen bzw. sehr aufgeregt ist. Sie erschien mir stets sehr selbstsicher und so habe ich eine Talkshow mit ihr plötzlich mit ganz anderen Augen gesehen. Es ist mit Sicherheit so, dass Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen sowieso vielen Blicken auch bezüglich ihrer Optik ausgesetzt sind und "bewertet" werden. An einigen Stellen hat das Buch sich für mich in die Länge gezogen bzw. hatte ich das Gefühl, dass es sich wiederholte. Berührt hat mich der Zusammenhalt mit ihren Freundinnen, die einiges an Schicksalsschlägen zu verpacken haben.
Mich hat das Buch berührt. Vier Sterne

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Traumatische Erfahrungen, die an die nächste Generation weitergegeben werden

Elbland
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Während das Cover auf mich eher leicht und froh wirkte, so ist die Geschichte dahinter eine, die viele teilweise ungeweinte Tränen und nie erzählte, traumatische Erinnerungen, beinhaltet.
Als die Mutter ...

Während das Cover auf mich eher leicht und froh wirkte, so ist die Geschichte dahinter eine, die viele teilweise ungeweinte Tränen und nie erzählte, traumatische Erinnerungen, beinhaltet.
Als die Mutter von Nina stirbt, muss Nina sich damit auseinandersetzen,dass sie über die Vergangenheit ihrer Mutter, die am Ende ihres Lebens sehr in ihren Depressionen gefangen war, keine Ahnung hat. Nina selber war stets die ältere Tochter und Schwester und hat sich somit für beide verantwortlich gefühlt. Als sie ein Mathebuch und ein Foto in den Hinterlassenschaften ihrer Mutter findet, will sie mehr über die Vergangnheit ihrer Mutter erfahren. Die Autorin arbeitet in dem Buch ihre eigene Familiengeschichte auf, was sie um so packender für mich gemacht hat, obwohl ich zu Nina stets eine Distanz wahrte.
Es geht in dem Roman, um das Ende der Kindheit von Ninas Mutter, denn dies war, als sie ihre Heimat als kleines Mädchen bei Kriegsende verlassen musste. Sie "verlor" ihre Familie teilweise für immer. Einige Menschen würden evtl. trotzdem von Glück sprechen, da Ninas Mutter von lieben Menschen "gerettet" wurde. Ja, Ninas Mutter hat überlebt und trotzdem ist ein großer Teil von ihr damals gestorben. Im Nachgang lernt Nina das Verhalten ihrer Mutter zu verstehen. Mich hat bewegt, dass die traumatischen Erfahrungen unbewusst weitergegeben wurden und ich bin froh, dass Nina nun selber die Chance hat sich aus diesen zu "befreien" bzw. sie nicht mehr über ihr eigenes weiteres Leben bestimmen zu lassen.
Vier Sterne

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Während das Cover verspielt wirkt, sind die Themen sehr ernst

Der Sommer, der uns blieb
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Das Buch fällt zunächst schon mal durch seine ansprechende optische Gestaltung auf, dazu zählt neben dem wunderschön verträumt wirkendem Cover, das sich nicht nur auf dem Schutzumschlag sonden auch auch ...

Das Buch fällt zunächst schon mal durch seine ansprechende optische Gestaltung auf, dazu zählt neben dem wunderschön verträumt wirkendem Cover, das sich nicht nur auf dem Schutzumschlag sonden auch auch dem Buch selbst befindet, auch der farblich bedruckte Buchschnitt sowie ein Lesebändchen. Die innere Gestaltung besticht durch ein ansprechendes Schriftbild, in der Mitte gibt ein transparentes Bild mit dem See der Kindheit der Hauptfiguren, sowie den einzelnen kurzen Kapiteln jeweils kleine Lebensweisheiten bzw. Sprüche in einer anderen Schrift vorangestellt werden. Mir hat die Gestaltung sehr gut gefallen und die Autorin hat die Geschichte ihrer drei Hauptfiguren - Britta, Martin und Pia, diese jeweils sie selbst erzählen lassen. Dies geschieht in kurzen Kapiteln, wobei der Name des Erzählenden immer genannt wird und sie wechseln sich scheinbar willkürlich ab und schwenken zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin unher. Schnell wird mir klar, dass die schöne, unbeschwerte Kindheit der Nachbarskinder und Freundestro nicht so unbeschwert war. Nach dem Abitur verschwindet Pia spurlos und lässt die anderen beiden zurück, doch auch deren Kontakt endet. Zwanzig Jahre später treffen die drei am Ort ihrer Kindheit gewollt und ungewollt wieder aufeinander, wobei nur Martin dort noch wohnt. Mich hat der Roman sehr bewegt und auch sehr traurig gemacht, denn das Leben hat vieles für sie im Gepäck. Wer einen leichten und fröhlichen Sommerroman erwartet, liegt hier völlig verkeht, denn es werden viele ernste Themen behandelt. Eine Anmerkung noch am Rande, auch Corona wird häufiger erwähnt, obwohl es nie zum Hauptthema wird.
Trotz allem blieben mir die Figuren teilweise zu wenig beschrieben und ich hätte manchmal, insbesondere bei Britta und Martin mehr über ihr Gefühlsleben bzw. Gedanken erfahren. Es wurde einiges am Rande erwähnt und für mich nicht zu Ende erzählt.
3,5 Sterne

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