Ein berührendes und ehrliches Buch
Muscheln am Strand von Gaza„Das war meine Welt.“ Ein Satz, den der Autor des Buches "Muscheln am Strand von Gaza" auf der ersten Seite schrieb. Al Rimal war seine Heimat. Hier wurde er geboren und hier verbrachte er seine Kindheit. ...
„Das war meine Welt.“ Ein Satz, den der Autor des Buches "Muscheln am Strand von Gaza" auf der ersten Seite schrieb. Al Rimal war seine Heimat. Hier wurde er geboren und hier verbrachte er seine Kindheit. Viele schöne Erinnerungen gibt es, auf die er gerne zurückschaut. Er erzählt von dem Zusammenhalt der Einwohner, beschreibt das Aussehen der Häuser und der Stimmung bei Festen. Dann gab es gutes Essen und angeregte Unterhaltungen. Leider wurde abrupt alles beendet, als die Hamas das Viertel überfiel. Sie mordeten, legten Brände und erpressten die Menschen.
Hamza Abu Howidy schreibt als Ich-Erzähler, was er unter der Herrschaft von Hamas und deren Anhänger erleiden musste. Wie er sich immer wieder mit den starren Richtlinien des Glaubens auseinandersetzte. Ebenso sah er, welche Vorteile es mit sich brachte, wenn Menschen der Hamas folgten. Ihre Häuser waren größer und sie bekamen viel bessere Jobs und hatten dadurch auch mehr Geld als andere. Wer der Hamas und deren Ansichten folgte, hatte ein besseres Leben.
Das Buch nahm mich gefangen. Endlich vernahm ich eine neutrale Stimme direkt aus Gaza. Ein junger Mann, der hier aufgewachsen ist, die Liebe zur Heimat beschreibt und dennoch fliehen musste. Ob er in Deutschland die ersehnte Ruhe findet? Ich denke nicht. Zu stark sind die Anfeindungen gegenüber Menschen, die Israel nicht als Dämon bezeichnen. Auf beiden Seiten gibt es schäbige Aktionen und der 07.Oktober 2023 ist in die Herzen der Israelis eingebrannt. Kann man sich trotzdem versöhnen? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass dieses Buch zum Verständnis beiträgt und aus dem Grund empfehle ich es ausdrücklich.