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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2026

Wohlfühlen im Bücherdorf

Mathilde und Marie
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In dem Bücherdorf Redu in den belgischen Ardennen hat die Zeit noch eine ganz andere, nebensächliche Bedeutung. Im Fokus stehen Bücher und das Lebensgefühl - mitten in der Natur, am rauschenden Fluss, ...

In dem Bücherdorf Redu in den belgischen Ardennen hat die Zeit noch eine ganz andere, nebensächliche Bedeutung. Im Fokus stehen Bücher und das Lebensgefühl - mitten in der Natur, am rauschenden Fluss, umgeben von Anhöhen und mit einer möglichen Stunde Internet am Tag und einem Fernseher.
Torsten Woywod hat einen sehr ruhigen, gelassenen Schreibstil, der die beschriebene Atmosphäre ebenso widerspiegelt und in der Lektüre wirken lässt. So hatte das Buch auf mich tatsächlich eine wohlige, entschleunigende Wirkung, indem ich mir die Umgebung, die Bewohner*innen und das achtsame Lebensgefühl sehr gut vorstellen konnte.
Ich mag, wie die erste Irritation über die Französin Marie, die ins Dorf kommt, sich langsam wendet und sich vor allem zwischen ihr und Mathilde, zunächst zart und dann immer intensiver, eine Beziehung entwickelt, die an Tiefe und Bedeutung gewinnt.

Ein absoluter Wohlfühlroman für gemütliche Lesestunden!

Veröffentlicht am 13.04.2026

Erinnerungen an die Kindheit im Landleben

Melken
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Nach der Trennung von ihrer Freundin Diana braucht Ellen eine Auszeit vom trubeligen Stadtleben und fährt kurzerhand aufs Land - zu dem Bauernhof, auf dem sie aufgewachsen ist. Offenbar sind die neuen ...

Nach der Trennung von ihrer Freundin Diana braucht Ellen eine Auszeit vom trubeligen Stadtleben und fährt kurzerhand aufs Land - zu dem Bauernhof, auf dem sie aufgewachsen ist. Offenbar sind die neuen Besitzer*innen verreist, der Schlüssel liegt jedoch noch in demselben Versteck wie früher, sodass Ellen problemlos in das Haus kommt und in ihrem ehemaligen Kinderzimmer liegen und alten Erinnerungen nachhängen kann

Sanna Samuelssons schreibt in "Melken" sehr anschaulich und körperlich von Ellens Aufwachsen auf dem Land. Dabei werden unter anderem der schambehaftete Kuhstallgeruch, die Spiele im Stall mit anderen Kindern sowie die Aufgaben auf dem Hof und der Umgang mit den Kühen geschildert.
Der bildhafte Schreibstil bzw. die geschaffenen Bilder wirkten auf mich häufig irritierend und ich bin mir nicht sicher, ob diese Störfaktoren intendiert sind oder Ergebnis der Übersetzung.
Das Buch ist knapp 160 Seiten lang, weshalb es sich schnell lesen ließ und ich mich auf die Lektüre und Ellens Kindheitserinnerungen einlassen konnte - auch wenn ich bis zum Schluss eine große Distanz und wenig Sympathie empfunden habe.

Ein kurzweiliger Roman mit interessanten Perspektiven und Bildern, die während der Lektüre einiges mit mir gemacht haben.

Veröffentlicht am 16.03.2026

Eine Autofahrt ins vermeintliche Nichts

Grüne Welle
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Eine Frau steigt nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin in ihre Auto um nach Hause zu fahren. Doch wegen einer Autobahnsperrung muss sie eine Umleitung nehmen, gelangt auf einer ihr unbekannten ...

Eine Frau steigt nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin in ihre Auto um nach Hause zu fahren. Doch wegen einer Autobahnsperrung muss sie eine Umleitung nehmen, gelangt auf einer ihr unbekannten Straße und findet dann immer wieder Anlässe, noch nicht umzudrehen und heimzufahren. Während sie sich immer weiter von ihrem Haus, ihrer Ausstellung und ihrem Ehemann entfernt, ins vermeintliche Nichts fährt, kommt sie sich selbst dabei ungewohnt nahe. Sie denkt zurück, lässt die Beziehung zu ihrer besten Freundin Revue passieren, setzt sich mit ihrer Kunst und auch mit ihrer Ehe auseinander.
Die Namenlosigkeit, bzw. nennt sich die Frau im Verlauf Amy, und die Distanzlosigkeit macht die Figur nahbar, bietet Identifikationsfläche für viele und bietet Gedankenanlässe und Impulse für die eigenen Beziehungen und das eigene Leben. Wer kennt es nicht, den Gedanken, jetzt einfach weiterzufahren, die nächste Abbiegung irgendwohin zu nehmen und sich treiben zu lassen. Doch die wenigsten tun das wirklich.
Mir war es ein Vergnügen, die Frau bei ihrer Fahrt und bei ihren Begegnungen zu begleiten.

Veröffentlicht am 14.03.2026

Romance trifft auf Horror

A Killer Crush
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Jamie Prescott, absolute Filmliebhaberin, geht mit ihrer besten Freundin zum Speed-Dating in einen Club. Die Erwartung ist, dass die beiden einen unterhaltsamen Abend haben und anschließend witzige Geschichten ...

Jamie Prescott, absolute Filmliebhaberin, geht mit ihrer besten Freundin zum Speed-Dating in einen Club. Die Erwartung ist, dass die beiden einen unterhaltsamen Abend haben und anschließend witzige Geschichten zu erzählen haben. Womit sie gar nicht gerechnet haben: Nach wenigen Dating-Durchläufen geht plötzlich das Licht aus und mit dem es wieder angeht, ist Jamies Datingpartner tot. Wer auch immer ihn erstochen hat, muss im Raum sein und Panik bricht unter den Teilnehmer*innen aus. Die weitere Challenge: Aus dem verwinkelten Club finden ohne dem Mörder in die Arme zu laufen - und herausfinden, bei wem es sich darum handelt. Die Gruppe teit sich in kleinere Grüppchen auf, um einen Ausgang zu finden und was dann folgt, ist die verzweifelte Suche nach einem Ausgang, einem ewigen Versteckspiel und diversen grausamen Leichenfunden. Und zwischen alldem bandelt Jamie tatsächlich mit einem der Männer an.

Für mich war der Genremix aus Romance und Horror neu. Da ich jedoch gerne Thriller lese, war ich gespannt und mochte gerade die ersten Kapitel sehr. Während der Ausgangssuche jedoch war mir das Tempo zu langsam, es gab einige Wiederholungen und ich konnte den Beschreibungen der jeweiligen Gänge und Ränge auch nicht ganz folgen. Shailee Thompson schreibt flüssig und locker, gerade Jamie hat sie einiges an Humor zukommen lassen und teilweise mochte ich die Dynamiken zwischen den Figuren.
Was den love interest angeht, fand ich die ein oder andere Szene jedoch unglaubwürdig und konnte auch einige Handlungen nicht nachvollziehen. Was die Vermutungen hinsichtlich der Morde angeht, habe ich immer wieder neue Spuren gesucht, weitere Theorien aufgestellt, wieder verworfen und habe mich gefragt, wie vorhersehbar es wohl aufgelöst wird.
Insgesamt hat "A Killer Crush mir spannende und unterhaltsame Lesestunden beschert.

  • Einzelne Kategorien
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  • Spannung
Veröffentlicht am 08.03.2026

Fesselnder Kriminalroman

Wem du traust
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Eva lebt mit ihrem Mann Daniel und ihrem fünfjährigen Sohn Linus ein scheinbar perfektes und sehr geordnetes Leben in einer Reihenhaussiedlung am Stadtrand. Sofia, die Tochter von Evas bester Freundin ...

Eva lebt mit ihrem Mann Daniel und ihrem fünfjährigen Sohn Linus ein scheinbar perfektes und sehr geordnetes Leben in einer Reihenhaussiedlung am Stadtrand. Sofia, die Tochter von Evas bester Freundin Susanne, babysittet dort gelegentlich. Da Susanne und Sofia vor kurzem zu Susannes neuem Freund gezogen sind, fährt Daniel sie nach dem Babysitting zurück in die neue Wohnung. Doch am nächsten Morgen ist ihr Bett leer - Sofia ist verschwunden. Als ihr blutbefleckter Pullover auftaucht, starten die Ermittlungen durch Heidi Westphal und Eva muss sich fragen, ob sie ihrem Mann Daniel trauen kann und er wirklich nichts mit Sofias Verschwinden zu tun hat.

Petra Johann hat mit "Wem du traust" einen spannenden und fesselnden Kriminalroman mit ganz unterschiedlichen Figuren geschrieben. Jede davon bekommt den Platz, dass sich die Leserinnen ein Bild machen können, jede Beziehung einordnen und Thesen aufstellen kann, was mit Sofia passiert ist und wer inwiefern involviert ist. Während des Lesens habe ich meine Theorien immer wieder erneuert, angepasst, über den Haufen geworfen und neu geordnet, da einige Entwicklungen unvorhergesehen für mich waren und ich bis zum Ende nicht sicher war, ob ich auf der richtigen Spur war.
Mir gefiel dier ruhige Schreibstil, der Raum für Entfaltung bot, und einen stetig wachsenden Spannungsbogen aufbaute, sehr gut. Interessant und authentisch fand ich darüber hinaus die familiären Konflikte und die verarbeiteten Themen von Freund
innenschaften und Vertrauen, die durchgehend eine Rolle spielten.