Mord auf einem Schloss
Tod auf HohenzollernManche Krimis leben von Hochspannung, andere von Atmosphäre. „Tod auf Hohenzollern“ schafft beides und serviert dazu noch eine ordentliche Portion Charme. Yvette Eckstein entführt ihre Leser*innen auf ...
Manche Krimis leben von Hochspannung, andere von Atmosphäre. „Tod auf Hohenzollern“ schafft beides und serviert dazu noch eine ordentliche Portion Charme. Yvette Eckstein entführt ihre Leser*innen auf die eindrucksvolle Burg Hohenzollern, die hier weit mehr ist als nur Kulisse: Sie wird zum heimlichen Star der Geschichte.
Im Mittelpunkt steht Wolfgang, ein traditionsbewusster Schlossmeister, der „seine“ Burg eigentlich bestens kennt – bis ein toter Wachmann die gewohnte Ordnung erschüttert. Was zunächst wie ein tragischer Unfall wirkt, entpuppt sich schnell als Mordfall. Spätestens als ein wertvolles Kirchenfenster verschwindet, ist klar: Hinter den historischen Mauern geht mehr vor sich, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Besonders gelungen ist die Dynamik zwischen Wolfgang und seiner Tochter Hannah. Ihre gemeinsamen Ermittlungen bringen nicht nur Spannung, sondern auch Wärme und eine angenehme Leichtigkeit in die Geschichte. Der Humor ist dabei fein dosiert und lockert die düstere Grundstimmung genau richtig auf, ohne die Ernsthaftigkeit des Falls zu untergraben.
Atmosphärisch punktet der Roman auf ganzer Linie: Die Autorin versteht es, die geheimnisvolle Aura der Burg lebendig werden zu lassen. Man spürt förmlich die Kälte der Steinmauern, hört das Echo in den Gängen und ahnt, dass hinter jeder Ecke ein weiteres Geheimnis lauern könnte.
Die Handlung selbst ist solide aufgebaut, mit einigen überraschenden Wendungen, die bis zum Schluss neugierig machen. Wer allerdings einen hochkomplexen Thriller erwartet, sollte seine Erwartungen leicht anpassen – hier steht eher der „Wohlfühlkrimi“-Charakter im Vordergrund, bei dem Setting, Figuren und Atmosphäre genauso wichtig sind wie die Auflösung.