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Veröffentlicht am 19.04.2026

Wenn ein Neuanfang plötzlich gefährlicher ist als die Vergangenheit

Zuflucht
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Ein Leben auf der Flucht klingt erstmal aufregend. Ist es auch. Aber nur bis zu dem Punkt, an dem man merkt, dass man nirgendwo wirklich ankommt.

Genau da packt einen diese Geschichte. Grace ist keine ...

Ein Leben auf der Flucht klingt erstmal aufregend. Ist es auch. Aber nur bis zu dem Punkt, an dem man merkt, dass man nirgendwo wirklich ankommt.

Genau da packt einen diese Geschichte. Grace ist keine klassische Heldin, eher jemand, der ständig zwischen Bewunderung und Kopfschütteln schwankt. Meisterdiebin mit Stil, klar. Aber auch jemand, der nie gelernt hat, wie sich echtes Zuhause anfühlt. Und plötzlich steht da dieser kleine Antiquitätenladen, diese leise, fast zerbrechliche Erin, und man denkt sich kurz: Vielleicht geht da was.

Die ruhigen Momente haben mich fast mehr gekriegt als die Spannung. Dieses vorsichtige Annähern, dieses Gefühl von vielleicht könnte alles gut werden. Spoiler im Kopf: Wird es natürlich nicht so einfach.

Denn die Vergangenheit hängt wie ein Schatten über allem. Und Disher spielt genau damit. Kein übertriebener Action-Krach, sondern eher dieses unangenehme Kribbeln im Nacken. Man weiß, da kommt was. Und man will trotzdem nicht aufhören zu lesen.

Manchmal hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht, gerade im Mittelteil. Aber ehrlich, die Figuren machen das locker wieder wett. Vor allem Grace bleibt hängen. Nicht perfekt, nicht immer sympathisch, aber verdammt interessant.

Unterm Strich ein richtig starker, ruhiger Thriller mit Herz und Kante. Einer, der nicht schreit, sondern unter die Haut geht.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Drei Schwestern und alles, was zwischen ihnen verloren ging

Die Schwestern
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Manchmal liest man ein Buch und merkt erst Stunden später, was es eigentlich mit einem gemacht hat. Genau so ein Fall hier. Die Schwestern schleicht sich rein, ganz leise, und plötzlich sitzt man da und ...

Manchmal liest man ein Buch und merkt erst Stunden später, was es eigentlich mit einem gemacht hat. Genau so ein Fall hier. Die Schwestern schleicht sich rein, ganz leise, und plötzlich sitzt man da und denkt über Familie nach, über Distanz, über dieses komische Gefühl, wenn Nähe irgendwie verloren gegangen ist.

Drei Schwestern, ein gemeinsamer Anfang und dann dieses langsame Auseinanderdriften. Kein Drama mit Türenknallen, eher dieses stille Entfernen, das fast noch mehr weh tut. Und genau das trifft. Diese kleinen Blicke, unausgesprochenen Dinge, Erinnerungen, die irgendwo zwischen schön und schmerzhaft hängen bleiben.

Beim Lesen hatte ich öfter diesen Moment von das kenne ich doch irgendwoher. Dieses Gefühl, wenn man sich fragt, wann genau sich Beziehungen verändert haben. Ohne dass man es wirklich gemerkt hat. Tóibín schreibt das so ruhig runter, dass es fast beiläufig wirkt, aber genau da liegt die Wucht.

Argentinien, die alte Heimat, das Haus in den Pyrenäen, alles wirkt wie so ein emotionaler Speicher. Orte, die mehr wissen als die Figuren selbst. Und plötzlich geht es gar nicht mehr nur um die Schwestern, sondern um dieses große Thema Zugehörigkeit.

Kein Buch für nebenbei, eher eins für ruhige Abende, wenn man bereit ist, sich ein bisschen selbst zu begegnen. Hat mich nicht komplett umgehauen, aber ziemlich tief getroffen.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Wenn Vertrauen zur Gefahr wird

Abgründig
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Ein Gefühl von Enge legt sich schon nach wenigen Seiten wie ein kalter Schleier über die Geschichte. Nebel zieht auf, Regen prasselt gegen die Fenster der einsamen Hütte und mit jeder Seite wächst die ...

Ein Gefühl von Enge legt sich schon nach wenigen Seiten wie ein kalter Schleier über die Geschichte. Nebel zieht auf, Regen prasselt gegen die Fenster der einsamen Hütte und mit jeder Seite wächst die bedrückende Ahnung, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Die Dynamik der Gruppe entfaltet sich dabei besonders intensiv. Freundschaften bekommen Risse, Blicke werden misstrauisch und plötzlich wirkt jeder verdächtig. Die Atmosphäre ist dicht, fast greifbar, und erzeugt ein konstantes Unbehagen, das sich leise, aber unerbittlich steigert.

Besonders faszinierend ist die Art, wie die Situation die Figuren verändert. Angst, Druck und Isolation holen Seiten hervor, die im Alltag verborgen bleiben. Genau darin liegt die eigentliche Stärke der Geschichte: weniger im klassischen Thrillerplot, sondern in den menschlichen Abgründen.

Nicht jede Wendung überrascht vollkommen, doch die Spannung bleibt durchgehend auf einem hohen Niveau. Die kurze, prägnante Sprache treibt die Handlung voran und sorgt dafür, dass sich das Buch kaum aus der Hand legen lässt.

Zurück bleibt ein beklemmendes Gefühl und die Frage, wie gut man die Menschen wirklich kennt, denen man vertraut.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Wenn der Junggesellinnenabschied zur Falle wird

Bachelorette Party
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Schwedische Inseln haben ja irgendwie immer direkt diesen leichten Gruselfaktor. Viel Wasser, viel Einsamkeit und meistens läuft es nie so entspannt, wie es am Anfang klingt. Genau so fühlt sich das hier ...

Schwedische Inseln haben ja irgendwie immer direkt diesen leichten Gruselfaktor. Viel Wasser, viel Einsamkeit und meistens läuft es nie so entspannt, wie es am Anfang klingt. Genau so fühlt sich das hier auch an. Erst denkt man noch, netter Mädels-Trip, bisschen Yoga, bisschen Wein, bisschen Drama. Und dann kippt die Stimmung schneller als man gucken kann.

Diese unterschwellige Anspannung hat mich ziemlich schnell gepackt. Da ist dieses Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt, noch bevor überhaupt wirklich etwas passiert. Und genau das macht das Buch stark. Kein plumper Horror, sondern dieses leise Unbehagen, das sich langsam hochschraubt.

Die Dynamik zwischen den Freundinnen ist dabei fast noch spannender als die eigentliche Mordgeschichte. Da brodelt es gewaltig unter der Oberfläche. Alte Geschichten, kleine Sticheleien, unausgesprochene Dinge. Man merkt schnell, hier ist niemand komplett ehrlich. Und ganz ehrlich, genau das macht es so unterhaltsam.

Als dann die Situation eskaliert, zieht das Tempo ordentlich an. Ab da wird es ein klassischer Thriller mit Insel-Setting und steigender Paranoia. Nicht alles überrascht komplett, aber die Atmosphäre trägt einen ziemlich zuverlässig durch die Story.

Unterm Strich ein richtig solider Thriller, der weniger durch krasse Twists glänzt, sondern durch dieses unangenehme Gefühl, dass jederzeit alles auseinanderbrechen kann. Perfekt für einen Abend, an dem man eigentlich nur kurz reinlesen wollte und plötzlich viel zu spät ins Bett geht.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Wenn die eigene Ehe zum Kriminalfall wird

Gesetz und Frau. Kriminalroman
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Frisch verheiratet und plötzlich steht da dieser eine Gedanke im Raum der alles vergiftet hat. War der eigene Mann ein Mörder? Genau da packt einen die Geschichte und lässt nicht mehr los.

Valeria ist ...

Frisch verheiratet und plötzlich steht da dieser eine Gedanke im Raum der alles vergiftet hat. War der eigene Mann ein Mörder? Genau da packt einen die Geschichte und lässt nicht mehr los.

Valeria ist keine, die sich abspeisen lässt. Während ihr Umfeld lieber wegschaut, geht sie dahin wo es unbequem wird. Und genau das macht sie so stark. Beim Lesen entsteht schnell dieses Gefühl von Respekt. Gleichzeitig denkt man sich immer wieder ob sie sich da nicht gerade selbst in Gefahr bringt.

Die Story lebt weniger von Action und mehr von diesem unterschwelligen Druck. Geheimnisse, Andeutungen, kleine Details die sich erst nach und nach zusammensetzen. Man merkt einfach, dass hier jemand schreibt, der Spannung verstanden hat lange bevor das Genre überlaufen war.

Klar, manches zieht sich. Diese ausführlichen Beschreibungen und Gedankengänge sind typisch für die Zeit. Da erwischt man sich schon dabei wie man denkt komm jetzt auf den Punkt. Aber dann kommt wieder so ein Moment der einen komplett reinzieht.

Unterm Strich bleibt ein Krimi der mehr über Menschen erzählt als über das Verbrechen selbst. Und eine Hauptfigur, die ihrer Zeit meilenweit voraus ist. Ziemlich beeindruckend wenn man bedenkt wann das geschrieben wurde.

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