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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2026

Alles auf Anfang

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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„Er wollte Frieden. Kein Gerumpel, keine Gefühle, keine Schmerzen. Einfach Dunkelheit.“

Der Kreis schließt sich: Wir sind wieder im Kiosk auf dem Minigolfplatz. Dort, wo alles vor so vielen Jahren angefangen ...

„Er wollte Frieden. Kein Gerumpel, keine Gefühle, keine Schmerzen. Einfach Dunkelheit.“

Der Kreis schließt sich: Wir sind wieder im Kiosk auf dem Minigolfplatz. Dort, wo alles vor so vielen Jahren angefangen hat.

Eines direkt und ganz deutlich vorweg: Bitte unbedingt zuerst die ersten drei Teile – Der Morgen, Die Dämmerung und Die Nacht – lesen! Ohne Vorkenntnisse aus diesen Büchern ist das furiose Finale Im Morgengrauen kaum vollständig zu verstehen.

Art Mayer und Nele Tschaikowski sind zurück: das ungleiche Ermittlerduo, das mich bereits in den vorherigen Fällen vollkommen überzeugen konnte. Erneut fesselt dieser Thriller mit einer enorm dichten und intensiven Atmosphäre sowie mit unvorhersehbaren Wendungen, die einen bis zur letzten Seite in Atem halten.

Im finalen Teil der Reihe untersuchen die beiden BKA-Ermittler das rätselhafte Verschwinden des Kanzlers Henrik Westphal. Gleichzeitig sorgen Videos einer jungen Frau für einen politischen Skandal. Als dann eine Frauenleiche gefunden wird, erkennen die Ermittler eine Verbindung zwischen den Ereignissen. Für Art wird der Fall zusätzlich äußerst persönlich, da ihn eine gemeinsame Vergangenheit mit der Familie des Kanzlers verbindet.

Wahnsinn: Im vierten Teil werden tatsächlich alle offenen Fäden zusammengeführt und sämtliche Fragen geklärt – ein würdiger Abschluss der Reihe.

Von der ersten bis zur letzten Seite hält Marc Raabe den Spannungsbogen auf höchstem Niveau und sorgt mit den ständigen Perspektivwechseln für eine außergewöhnliche Dynamik. Der Schreibstil liest sich flüssig und direkt; gleichzeitig gelingt es Raabe mit kurzen Kapiteln immer wieder, neue Spannung aufzubauen. Der Thriller überzeugt durch sein hohes Tempo und eine lebendige, mitreißende Erzählweise. Dabei erzählt er von Macht, Geheimnissen und gefährlichen Intrigen.

Art und Nele sind zwei sympathisch gezeichnete Figuren, die mir mit ihren persönlichen Stärken und Schwächen sehr ans Herz gewachsen sind. Als Ermittlerduo wirken sie glaubwürdig, gerade weil beide nicht perfekt sind und auch privat unter enormem Druck stehen. Es fällt leicht, sich mit ihnen zu identifizieren – und leider schwer zu akzeptieren, dass die Reihe mit diesem Band endet.

Im Morgengrauen ist ein echter Pageturner – einmal begonnen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Wer auf der Suche nach einem hochspannenden und temporeichen Thriller ist, kommt an diesem Buch kaum vorbei.

Absolute Leseempfehlung – und zum vierten und leider letzten Mal vergebe ich die volle Punktzahl: fünf verdiente Sterne für Art und Nele.

„It's been decided how we lose.“

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Jäger und Gejagte

Nebelbeute
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"Die Unruhe in seinem Kopf war zu groß, seit Tagen schon, und er wusste nicht, warum."

Mila Weiss begibt sich allein in ein abgelegenes Bergdorf, um einen gesuchten Kindesentführer aufzuspüren. Ein inszenierter ...


"Die Unruhe in seinem Kopf war zu groß, seit Tagen schon, und er wusste nicht, warum."

Mila Weiss begibt sich allein in ein abgelegenes Bergdorf, um einen gesuchten Kindesentführer aufzuspüren. Ein inszenierter Mord kurz nach ihrer Ankunft macht deutlich, dass der Täter sie bereits erwartet hat und sie nun gezielt herausfordert. Schließlich verschwindet Mila spurlos und gerät selbst in Gefahr. Die Gruppe 4 unter der Leitung von Jakob Krogh übernimmt die Suche und trifft auf eine von Angst und Schweigen geprägte Dorfgemeinschaft.

Mit "Nebelbeute" setzt Benjamin Cors seine Thriller-Reihe um die Gruppe 4 überzeugend mit dem nun dritten Band fort. Für mich war es ein starkes Wiedersehen mit Mila Weiss und Jakob Krogh – allerdings sollte man unbedingt die vorherigen Bände kennen, um die Hintergründe vollständig zu verstehen.

Die Handlung ist in drei Abschnitte gegliedert, die geschickt zwischen Milas Alleingang, der Suche nach ihr und der finalen Auflösung übergehen.

Besonders hervorzuheben ist das Setting: Das abgeschottete Bergdorf mit seiner misstrauischen Gemeinschaft, dichtem Nebel und winterlicher Kälte erzeugt eine beklemmende, fast greifbare Atmosphäre.

Die Spannung bleibt durchgehend hoch, mit vielen Wendungen und falschen Fährten, die einen immer wieder in die Irre führen – selbst wenn man glaubt, den Täter bereits durchschaut zu haben. Der Schreibstil ist direkt, intensiv und teilweise ziemlich hart, was den Thriller stellenweise auch brutal macht. Gerade die Mischung aus psychologischem Druck, düsterer Stimmung und einem konsequenten Spannungsaufbau hat das Buch für mich zu einem echten Pageturner gemacht. Die Auflösung ist stimmig und überraschend, auch wenn sich gegen Ende leichte Vorahnungen einstellen.

"Nebelbeute" ist ein fesselnder Thriller, der mich mit viel psychologischer Tiefe, komplexen Charakteren und einer spannungsgeladenen Handlung in den Bann gezogen hat. Benjamin Cors ist es erneut gelungen, eine zunehmend düstere Atmosphäre zu erschaffen, in der die Ermittler nicht nur gegen einen skrupellosen Mörder, sondern auch gegen ihre eigenen inneren Dämonen kämpfen.

Insgesamt ein unheimlich packender und dichter Thriller, der sich seine 5 von 5 Sternen redlich verdient

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Komplexer und spannender Serienauftakt

Moorland. Die Zwillinge
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„Spuren findest du nicht nur auf dem Boden. Du musst sie auch in den Gedanken der Menschen suchen.“

Der Thriller "Moorland - Die Zwillinge" von Andreas Winkelmann erzählt vom Verschwinden der 18-jährigen ...


„Spuren findest du nicht nur auf dem Boden. Du musst sie auch in den Gedanken der Menschen suchen.“

Der Thriller "Moorland - Die Zwillinge" von Andreas Winkelmann erzählt vom Verschwinden der 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana in einer einsamen Moorlandschaft. Die Suche bleibt zunächst erfolglos, bis Kommissarin Malia Gold Hinweise findet, die darauf hindeuten, dass zumindest eine der Schwestern noch leben könnte. Ihre Ermittlungen lassen sie tief in ein undurchsichtiges Geflecht aus Geheimnissen und verdrängten Wahrheiten innerhalb der dörflichen Gemeinschaft in Moorbach eintauchen. Schließlich zeigt sich, dass das Moor nicht nur ein aktueller Tatort, sondern auch der Schlüssel zu einem lange verborgenen Verbrechen ist.

Die Geschichte verlangt anfangs etwas mehr Aufmerksamkeit, weil zunächst doch sehr zahlreiche Figuren und deren Beziehungen zueinander eingeführt werden.
Sobald man sich jedoch innerhalb des Dorfes zurechtfindet, entfalten gerade diese verdeckten Konflikte ihren ganz eigenen Reiz.

Das Miträtseln macht großen Spaß.

Die Spannung entwickelt sich langsam, aber stetig und kontrolliert. Sehr kurze Leseabschnitte, sowie zahlreiche Perspektivwechsel und die nur wenige Tage umspannende Handlung sorgen für ein hohes Tempo und das Gefühl, unmittelbar dabei zu sein. Verdächtige gibt es viele, und jede neue Enthüllung verschiebt die eigene Einschätzung erneut. Besonders gelungen finde ich, dass der Thriller ohne übertriebene Brutalität auskommt und stattdessen psychologische Spannung in den Vordergrund stellt. Die überraschende, zugleich aber stimmige Auflösung rundet das Gesamtbild perfekt ab.

Ein ungewöhnlich (fast) unblutiger, aber atmosphärisch dichter und durchweg fesselnd geschriebener Thriller, der mich nach kurzer Eingewöhnung nicht mehr losgelassen hat.

Schön, dass es sich um einen Serienauftakt handelt: Ich bin schon jetzt sehr gespannt, mehr über Malia und ihre Mutter Ruth zu erfahren.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Überzeugender Serienauftakt

Ungelöst – Die erste Zeugin
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„Wenn die Welt zu laut wird, musst du dorthin, wo sie dich nicht findet.“

„Ungelöst. Die erste Zeugin“ von Arno Strobel ist der Auftakt einer neuen Cold-Case-Serie. Im Mittelpunkt steht die Medizinstudentin ...


„Wenn die Welt zu laut wird, musst du dorthin, wo sie dich nicht findet.“

„Ungelöst. Die erste Zeugin“ von Arno Strobel ist der Auftakt einer neuen Cold-Case-Serie. Im Mittelpunkt steht die Medizinstudentin Luisa Menkhoff: Auf einem Vermisstenflugblatt erkennt sie eine Frau, die sehr eng mit ihrer eigenen Vergangenheit verknüpft ist. Nicole Klement war einst die Partnerin des Mannes, der Luisa als fünfjähriges Mädchen entführt hatte. Aufgrund ihrer besonderen Fähigkeit – sie verfügt über ein fotografisches Gedächtnis – kann Luisa sich noch sehr konkret an jedes einzelne Detail erinnern. Sie wendet sich an die Münchner Polizei und trifft dort auf Hauptkommissar Ramin Brunner. Beeindruckt von Luisas Erinnerungen, holt er sie als Beraterin für den aktuellen Vermisstenfall hinzu.

Strobel startet seinen neuen Thriller eher behutsam und bemüht sich, sein Ermittlerduo zunächst möglichst ausführlich und detailreich einzuführen. Ramin Brunner agiert dabei stets sehr empathisch, und Luisa Menkhoff wirkt vor allem aufgrund ihrer eiditischen Fähigkeit interessant. Eine Identifikation mit den beiden Hauptprotagonisten fällt leicht. Durch die langsame Entwicklung der Charaktere braucht die Handlung zwar etwas Anlaufzeit, doch sobald sie Fahrt aufnimmt, entfaltet sich ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Mich hat das Buch von da an bis zur letzten Seite gepackt; die Spannung bleibt permanent auf extrem hohem Niveau.

Mit Bernd Menkhoff, dem Vater von Luisa, begegnet man einer Figur, die Kenner der „Mörderfinder“-Reihe wiedererkennen dürften – doch das ist kein Muss: Der Thriller funktioniert vollständig eigenständig und ist auch ohne Vorkenntnisse problemlos verständlich.

Die Ermittlungen verlaufen alles andere als geradlinig. Zahlreiche Spuren, widersprüchliche Aussagen und offene Fragen stehen im Raum, die sich zunächst nicht zu einem schlüssigen Gesamtbild fügen wollen. Immer wieder glaubt man, der Lösung näherzukommen – nur um kurz darauf erneut eine überraschende Wendung zu erleben. Bis kurz vor Schluss hatte ich keine klare Vorstellung davon, worauf alles hinausläuft. Die letztliche Auflösung empfand ich als schlüssig und gut vorbereitet.

Typisch für Arno Strobel ist der klare, präzise und schnörkellose Schreibstil. Die vielen überschaubar kurzen Kapitel, schnellen Perspektivwechsel und gezielt eingesetzten Cliffhanger sorgen für ein hohes Tempo und machen es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der Spannungsbogen reißt kaum ab, selbst in ruhigeren Passagen bleibt stets ein unterschwelliger Druck bestehen.

Als Auftaktband erfüllt „Ungelöst. Die erste Zeugin“ genau das, was man sich von einer neuen Reihe wünscht: Der Fall wird konsequent zu Ende erzählt und stimmig abgeschlossen, gleichzeitig weckt das Finale große Neugier auf die weitere Entwicklung der Figuren und des neuen Ermittlerteams.

Fazit: Temporeich, überraschend und hochspannend – für mich klar 5 von 5 Sternen wert.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Rückkehr ins Himmelreich

Entführung im Himmelreich
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"Kontrolle ist Angst. Chaos ist Freiheit. Wer kontrollieren will, scheut das Risiko."

Endlich: Dauercamper Björn Kupernikus, fast pensionierter Schauspieler und "Wunsch-Tatort-Kommissar" und die ehemalige ...

"Kontrolle ist Angst. Chaos ist Freiheit. Wer kontrollieren will, scheut das Risiko."

Endlich: Dauercamper Björn Kupernikus, fast pensionierter Schauspieler und "Wunsch-Tatort-Kommissar" und die ehemalige Lehrerin Annabelle Schäfer ermitteln wieder. Schon nach wenigen Seiten fühlt man sich im Himmelreich wieder heimisch: alle - ja, wirklich alle - alten Bekannten sind auch im zweiten Teil wieder mit dabei. Und ganz genau deswegen ist es unerlässlich den ersten Teil vorab gelesen zu haben.

Der Campingplatz Himmelreich gerät in Aufruhr, als der ortsansässige Bäcker plötzlich verschwindet. Die Bewohner machen sich Sorgen: Der Lieferwagen des Vermissten wird in der Nähe des Sees gefunden, seine Schuhe stehen einsam am Ufer. Die Polizei sieht zuerst keinen Hinweis auf Fremdverschulden und spricht von einem möglichen Unfall oder Selbstmord. Da sind Kupernikus und Annabella grundsätzlich anderer Meinung und nehmen umfangreiche Ermittlungen auf. Diese gestalten sich dann nätürlich wieder äußerst turbulent und ereignisreich. Die Geschichte ist voller Abwechslung, der Humor nicht zu aufdringlich und jederzeit angemessen dosiert. Mit dem sympathischen Ermittlerteam rund um die Hundedame Pinguin muss man einfach mitermitteln.

Tatsächlich gelingt es Winkelmann, seine drastisch überzeichneten Charaktere gleichzeitig so charmant und liebenswert darzustellen, dass man ihnen gern durch jede noch so absurde Wendung folgt.

Auch aufgrund der angenehm einfach gewählten Sprache und der eingängigen Dialoge ist das Buch recht flüssig und deshalb auch leider schnell ausgelesen.
Der Fall bleibt dabei jederzeit spannend genug, um neugierig weiterzulesen.

Ein Campingplatz als nicht alltäglicher Schauplatz sorgt zusätzlich für ein ganz eigenes Flair und verleiht dem Krimi eine besondere Note.

"Entführung im Himmelreich" ist rasant, witzig und voller kluger Wortspielereien; und das ist genau die richtige Mischung für alle, die sich mit einem kurzweiligen Wohlfühlkrimi entspannen möchten. Bitte mehr davon!

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