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Veröffentlicht am 21.04.2026

"Nur wer von Zuhause weggeht, kann Heimkommen".

Mirabellentage
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Die Szenerie spielt in dem beschaulichen Dorf Blumfeld in Bayern, mit dem Bach Ache, mit einem im Wald versteckten kleinen See. Hauptakteurin ist die 54-jährige Haushälterin Anna Nass, die mit dem unerwarteten ...

Die Szenerie spielt in dem beschaulichen Dorf Blumfeld in Bayern, mit dem Bach Ache, mit einem im Wald versteckten kleinen See. Hauptakteurin ist die 54-jährige Haushälterin Anna Nass, die mit dem unerwarteten Tod des katholischen Ortspfarrers Josef Heubeck, 57 Jahre, ihrem Arbeitgeber und Freund seit ihrer Kindheit, und wegen seinem besonderen Bestattungswunsch neue Entscheidungen in ihrem festgefahrenen Leben treffen muss. Bis zur Mirabellenernte im Pfarrgarten des Sommers 2010 geht es neben der Einführung des jungen Ersatzpriesters Fridtjof Nissen auch um ihre weit zurückliegenden Erinnerungen an Elternhaus, an harte Arbeitserfahrungen und teils lustigen Erlebnissen mit der Dorfgemeinschaft. Die Episoden rund um die lateinischen bzw. pikanten italienischen Sonntagspredigten des Friesen Fridtjof ohne hochdeutsche Sprachfertigkeiten wirken despektierlich in dieser ländlichen Idylle und dörflichen vertrauten Verbundenheit miteinander. Wie sich langsam besonders über den Fahrlehrer Manfred Tanner der Wendepunkt in Annas Leben anbahnt, hätte mehr Tiefgang einnehmen können. Ihre Angst vor dem Verlust ihres heimischen Platzes im Dorf, mit dem neuen, noch zu fremden Pfarrer, ist verständlich. Komplexere Gedanken zum Thema Neuanfang in der Lebensmitte hätten sicherlich gefallen. Der letzte Wunsch des verstorbenen Pfarrers wird leider sehr unspektakulär abgewickelt.
Insgesamt wirken die Charaktere authentisch, teils originell. Der Schreibstil vermittelt sommerliche Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Tödliche Geheimnisse und Schuldgefühle in einem spannenden Plot

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Das Cover mit Seenlandschaft in felsiger Umgebung siedelt das Szenario lt. Roman am Genfer-See nahe Yvoire in Frankreich passend an. In acht Episoden geht es um mörderische Beziehungen zwischen langjährigen ...

Das Cover mit Seenlandschaft in felsiger Umgebung siedelt das Szenario lt. Roman am Genfer-See nahe Yvoire in Frankreich passend an. In acht Episoden geht es um mörderische Beziehungen zwischen langjährigen Freunden rund um den erfolgreichen, verschlossenen Autor Marceau Miller und seiner hartnäckigen, zähen, wild entschlossenen Frau Sarah. Er hat bereits mit 40 Jahren ein Testament in Form eines Manuskripts verfasst, deponiert in einem Schließfach einer Bank in Genf, zusammen mit viel Bargeld. Mit seinem plötzlichen, tödlichen Kletterabsturz entwickelt sich für seine Ehefrau eine Aufklärungsphase voller Twists, kritischer Vertrauenskrisen und Zweifeln an eigener Menschenkenntnis neben der Suche nach dem plötzlich verschwundenen Manuskript.
Die Szenarien wechseln zwischen Aktionen am und auf dem Genfer See, in den Bergen und nicht nur polizeilichen Durchsuchungen. Zwischen Sarahs unermüdlichen Ermittlungserfolgen lüften auch Fragmente des entdeckten Manuskripts nach und nach mörderische Geheimnisse, auch zum Verschwinden von Marceaus Schwester Jade.
Hauptsächlich Sarah, die Ehefrau des Schriftstellers, tritt als unerschrockene, wütende Erzählerin auf, vielleicht in ihren Aktionen etwas zu übertrieben derb, unzivilisiert gegenüber Polizei und Freunden. Unrealistisch erscheint die grobe Vernachlässigung ihrer zwei Kinder, allein gelassen mit deren Trauerbewältigung. Jedoch Sarahs emotionale Verletztheit, Zweifel und Entschlossenheit in Sachen Aufklärung werden gut vermittelt. Mit langsam steigendem Spannungsbogen entpuppen sich die langjährigen Freundschaften als nachvollziehbare Dramen in angenehmer Landschaft.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Ein Yoga-Retreat in den Stockholmer Schären - ein spannender Schauplatz

Bachelorette Party
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Allein die karg bewachsene, felsige Formation dieser nordischen Insel im Sonnenuntergang ohne beleuchteten Steg hätte als passendes Cover auch punkten können, um die beängstigende Abgeschiedenheit des ...


Allein die karg bewachsene, felsige Formation dieser nordischen Insel im Sonnenuntergang ohne beleuchteten Steg hätte als passendes Cover auch punkten können, um die beängstigende Abgeschiedenheit des Ortes zu visualisieren. Zunächst wirkt die Insel Isle Blind unberührt und paradiesisch, jedoch endet das jeweilige Übernachten von langjährigen Freundinnen dort tödlich. Auf zwei Erzählebenen geht es zunächst im Jahre 2012 um Matilda und ihre Freundinnen an diesem besonderen Ort auf Isle Blind für nur eine mörderische Nacht..
Zehn Jahre später, 2022, feiert dort Anneliese ihre Bachelorette Party mit Yoga, Bonding, Schönheit und Sekt, glamourös im megaluxuriösen, brandneuen Yoga-Retreat ohne WLAN. Eingeladen für 4 Tage ist auch die Ich-Erzählerin und Journalistin Tessa Nilsson, True-Crime-Podcasterin, die bisher diesen Cold-Case nicht entschlüsseln konnte. Deren Charakter, ihre Verzweiflung und Schuldgefühle, ihr berufliches Scheitern werden authentisch und einfühlsam beschrieben. Bereits mit den dunklen Geheimnissen dieses Ortes vertraut, zeigt sie sich eher als ängstliche, vorsichtige Außenseiterin in dieser Gruppe, die ohnehin nicht wie 100 %-ige beste Freundinnen im Wir-Effekt glänzen, eher oberflächlich und blass dahin gleiten in ihren Gesprächsthemen um Beziehungen, Familienplanung, Karriere oder Soziale Medien.
Im zweiten Teil verdichtet sich der Plot besonders um Irene, denn erst hier wird der Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart deutlich durch einige Puzzlestücke. Irenes Charakter, ihre alten Nöte, ihre neuen Geheimnisse und Pläne sorgen für viel Gruppendynamik.
Die Grundidee langjähriger Frauenfreundschaften mit Geheimnissen, Misstrauen, Neid und Rachegefühlen gefällt. Die Auflösung ist schlüssig.
Ein spannender Krimi mit „Locked-Room“-Szenarien und Gewaltszenen.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Das ehemalige KZ Neuengamme – Historisches mit einem Krimi verknüpft.

Unter dem Strand
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Das Thema deutscher Geschichte über ehemalige Konzentrationslager speziell in Deutschland, hier in Neuengamme in der Lübecker Bucht, mag manche Gemüter langweilen, nicht interessieren oder sogar abstoßen. ...

Das Thema deutscher Geschichte über ehemalige Konzentrationslager speziell in Deutschland, hier in Neuengamme in der Lübecker Bucht, mag manche Gemüter langweilen, nicht interessieren oder sogar abstoßen. Jedoch wäre ein weiterer Informations- und Gedankenaustausch speziell mit der jüngeren Generation wünschenswert, um nicht wieder in Schweigen, Angst und Verdrängung zu verfallen, sollte eine ähnliche Gesinnung wieder erstarken trotz demokratischer Gesetzgebung. Interessant ist auf jeden Fall, auf einer Erzählebene den Lebensweg des Ich-Erzählers Léon Teitelbaum von 1941 bis zum 3.Mai 1945 sehr detailliert zu verfolgen in seinem saloppen, sarkastischen Erzählstil. Aber nicht nur das elende Schicksal von Menschen speziell jüdischer Herkunft wird nachgezeichnet bis zum Untergang der Cap-Arcona.
Auf der Gegenwartsebene geht es der Journalistin Cay Kuttner, 43, zunächst um Interviews und Hintergrundinformationen zur Cap-Arcona-Katastrophe, denn das Süseler Tageblatt wünscht einen allgemeinen historischen Beitrag und einen kurzen Bericht über die Gedenkfeier in Rettin und Neustadt nach 80 Jahren für ihre Ausgabe vom 3.Mai 2025. Während ihres 5-tägigen Aufenthaltes dort geht es aber nicht nur um Anzeichen wieder aufflammenden Antisemitismus z.B. durch Grabschändungen, sondern Cay selbst wird Opfer einiger Übergriffe. Respektvoll wird einerseits im Wechsel der historische KZ-Alltag diskriminierter Minderheiten beschrieben und andererseits die fiktive, teils traumatische Gegenwart beschrieben mit Nebenfiguren wie Frau Jansen und ihrer Tochter Beeke oder auch Oskar mit seinem Kriegstrauma.
Es ist natürlich ein niederdrückendes Thema, das hier mit umfangreicher Recherche bewältigt wurde. Historisch Interessierte sollte das nicht abschrecken.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

In einer Welt voller Erwartungen den eigenen Lebensinhalt finden

Statt aus dem Fenster zu schauen
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In vier Entwicklungsschritten folgt der Leser der Hauptfigur Sophie Geiger, 25, BWL-Studentin im Praktikum in München. Bei gähnender Langeweile vor endlosen Excel-Tabellen am PC sitzend kauft sie über ...

In vier Entwicklungsschritten folgt der Leser der Hauptfigur Sophie Geiger, 25, BWL-Studentin im Praktikum in München. Bei gähnender Langeweile vor endlosen Excel-Tabellen am PC sitzend kauft sie über e-Bay Kleinanzeigen aus einem spontanen Impuls heraus ein altes Haus in der ostdeutschen Provinz für 3000 €. Was zunächst wie eine mutige und unüberlegte Aktion erscheint, entwickelt sich zu einem konstruktiven Sinnfindungsprozess während einsamer Renovierungs- und Gartenarbeiten im bzw. am baufälligen Objekt im Nirgendwo. Über langjährige Freunde wie Pauline und Moritz Feldhammer kommt es neben interessanten Exkursionen vor Ort bis zur Ostsee auch zu tiefergehendem Gedankenaustausch. Das dörfliche Zusammenleben in Günderode und Nichwitz im Norden Ostdeutschlands wird realistisch beschrieben mit einem Touch von Nostalgie. Auch die Kindheitserinnerungen der sympathischen Ich-Erzählerin und Oma Monikas achtzigster Geburtstag stellen den schönen Familienbezug her. All diese detaillierten Facetten des dortigen Alltags vermitteln ein angenehmes Gefühl von Freiheit in meist sommerlicher Natur. Spannung kommt auf durch die spätere notarielle Eintragung des Grundbesitzes ins Grundbuch, da sich die einfache Möglichkeit öffnet, alles rückgängig zu machen. So verlockend dieser Notausgang vielleicht sein mag, mit gewachsenem Selbstbewusstsein und verändertem Leben vertraut Sophie lieber auf ihre weitere Sinnsuche, auch nach dem richtigen Arbeitsplatz. Die anfangs planlose, ahnungslose und teils naive Studentin entpuppt sich allmählich zu einer standfesten Frau, die neben Studium und Arbeit das Freiheitsgefühl im Nirgendwo nicht missen möchte.
Dieses realitätsnahe Setting charakterisiert Sophie als mutige Frau, die unvoreingenommen neue Situationen meistert. Der teils humorvolle Schreibstil gefällt.

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