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Veröffentlicht am 24.02.2018

Ein Kragen im Zeichen der Zeit

Aimées geheimer Wunsch
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Ausgangspunkt der Geschichte ist London, wo die Auktionatorin Maggie mit ihrer kleinen Familie lebt. Eines Tages stößt sie beim Sichten alter Gegenstände auf einen aufwendig bestickten Kragen, der sie ...

Ausgangspunkt der Geschichte ist London, wo die Auktionatorin Maggie mit ihrer kleinen Familie lebt. Eines Tages stößt sie beim Sichten alter Gegenstände auf einen aufwendig bestickten Kragen, der sie fast magnetisch anzieht. Sie möchte unbedingt mehr über seine Geschichte herausfinden. Im Rückblick lernt man dessen Erzeugerin kennen, die Halbwaise Aimée aus der Normandie, welche den Kragen in mühevoller Kleinarbeit in vielen Stunden anlässlich ihrer eigenen Hochzeit gefertigt hat. Von hier aus gelangt der Kragen über Paris, Shanghai, Rom und Istanbul schließlich nach London. An jedem seiner Aufenthaltsorte erfährt man etwas über seine Trägerin und das Lebensgefühl zu der jeweiligen Zeit bis hin zur Gegenwart, in der Maggie ihren Alltag als berufstätige Mutter bestreitet.

Die Grundidee des Buches, anhand eines Kleidungsstücks mehr oder weniger die Geschichte der Frauen aufzuarbeiten, finde ich sehr spannend. In gewisser Weise sind sich Aimée und Maggie für die Zeit, in der sie leben, sehr emanzipiert: Auf der einen Seite Maggie, die neben ihrer Haushalt und Kind, so ganz nebenbei einem Job als ambitionierte Auktionatorin nachgeht, auf der anderen Seite Aimée, die sich nicht damit abfinden will, dass einem als Mädchen im ausgehenden 19. Jahrhundert jeglichen Zugang zu Bildung verwehrt wird. Heimlich schleicht sie sich des Nächtens in die hauseigene Bibliothek ihres Vaters, um sich Wissen aus seinen Büchern anzueignen, die sie geradezu verschlingt.

Die Geschichte der Aimée finde ich sehr faszinierend, ich hätte noch gerne mehr über sie erfahren, das Buch verliert sich jedoch in zahlreichen wirklich langatmigen Episoden rund um Maggie, die für den Rest der Geschichte irrelevant sind. Dadurch wird das Ganze zunehmend langweiliger und mühsamer zu lesen, sodass es mir wirklich schwerfiel, das Buch zu Ende zu lesen. Zudem macht die Fülle der einzelnen Figuren das Lesen nicht unbedingt einfacher, irgendwie hat man das Gefühl, als würde dem Ganzen „der rote Faden“ fehlen, da die Verbindung zwischen den einzelnen Handlungssträngen manchmal nur sehr mühsam hergestellt werden.

Mein Fazit daher: Die Idee zu dem Buch hätte durchaus Potential, leider happert es letztlich an der Umsetzung…

Veröffentlicht am 09.07.2026

Banal und enttäuschend

Picking Daisies on Sundays
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Inhalt & Handlung:
Daisy ist schon seit Jugendtagen in ihren besten Freund Levi verliebt, wagt es jedoch nicht, es ihm zu gestehen. Es bricht ihr jedesmal das Herz, wenn sie ihn mit einer anderen sieht, ...

Inhalt & Handlung:
Daisy ist schon seit Jugendtagen in ihren besten Freund Levi verliebt, wagt es jedoch nicht, es ihm zu gestehen. Es bricht ihr jedesmal das Herz, wenn sie ihn mit einer anderen sieht, deswegen bricht sie nach dem Highschool-Abschluss den Kontakt zu ihm ab. Als sie ihn vier Jahre später zufällig wiedertrifft, bittet er sie, für eine Hochzeit, seine Fake-Freundin zu mimen, Daisy willigt ein, wohl wissend, dass dieses Unterfangen nur in einem Desaster enden kann.

Schreibstil:
Dieser New-Adult-Roman befasst sich mit dem Thema Friends to lovers, greift aber auch Themen wie Selbstakzeptanz, Trauer und familiäre Beziehungen auf und zeichnet sich durch einen flüssigen, leicht verständlichen Schreibstil aus. Durch bildhafte Beschreibungen und viele emotionale Dialoge lässt die Autorin eine romantische Atmosphäre entstehen. Die Ich-Erzählperspektive ermöglicht einen intensiven Einblick in Daisys Gedankenwelt, in zahlreichen inneren Monologen wird die innere Zerrissenheit der Protagonistin dargestellt.

Charaktere:
Hauptcharakter ist Daisy, eine junge Studentin Anfang zwanzig. Sie ist seit vielen Jahren in ihren besten Freund verliebt, Ihm dies zu gestehen, wagt sie jedoch nicht. Ihre Selbstzweifel führen dazu, dass sich viele ihrer Gedankengänge ständig wiederholen, und die Handlung ein wenig stagniert. Zwar lernt sie im Laufe der Handlung, mehr Vertrauen in sich selbst zu entwickeln, dies passiert jedoch weniger dynamisch, als die Ausgangssituation erwarten lässt. Das Objekt ihrer Begierde, Levi, erscheint zwar sehr verständnisvoll und geduldig, ansonsten ist seine Figur eher farblos. Auch sonst sind die Randfiguren sehr eindimensional, haben eher funktionellen Charakter, tragen aber kaum zur Entwicklung der Geschichte bei.

Cover:
Das in zartem Baby-Rosa gehaltene Cover mit den im Roman so oft zitierten Gänseblümchen auf dem Tisch lassen bereits vermuten, dass es sich bei diesem Werk um einen bittersüßen Liebesroman für junge Mädchen handelt.

Sprecher:
Gelesen wird die Hörbuchfassung von Sabine Menne und Sebastian Seidel. Besonders erstere zeigt einige Schwächen, so sorgt etwa die völlig falsche Aussprache des bekannten Designers Givenchy für unfreiwillige Komik.

Meinung und persönliche kritikpunkte:
Aufgrund des verheißungsvollen Klappentextes, bei dem man von einer recht kuriosen Ausgangssituation ausgehen musste, war ich sehr gespannt auf diesen Roman, leider muss ich sagen, dass er weit hinter meinen Erwartungen zurückblieb. Der Handlungsaufbau war folgte einem sehr vorhersehbaren Muster, schon früh wird klar, dass die Beziehung zwischen den Protagonisten auf eine romantische Liaison hinauslaufen wird. Die Handlung basiert primär auf unausgesprochenen Gefühlen und auf mehr oder weniger unausgeräumten Missverständnissen, Konflikte lösen sich wie durch Zauberhand plötzlich in Luft auf. Alles in allem plätschert die Handlung ohne große Höhen und Tiefen ohne jegliche Spannung vor sich hin und wirkt phasenweise etwas langatmig.
Man vermisst überraschende Wendungen oder zumindest unerwartete Ereignisse, stattdessen wird man permanent mit Daisys Gedankenwelt konfrontiert, die sich unablässig um das Thema Levi dreht und in der sie sich permanent einredet, dass ihre Gefühle von Levi nicht erwidert werden. Selbst einige heiße Küsse ändern nichts an dieser Einstellung und Selbstzweifeln, was irgendwann sehr mühsam zu lesen wird. Viele der Dialoge wirken ein wenig konstruiert, Gefühle werden zwar benannt, sie spiegeln sich jedoch nicht in den Handlungen wieder. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Subtilität gewünscht, um das Unausgesprochene besser zum Ausdruck zu bringen.
Was mir beim Lesen außerdem negativ auffiel ist, dass kaum einer der Figuren altersentsprechend agierte, sowohl Daisy als auch Levi agierten nicht wie Über-Zwanzigjährige mit ein wenig Lebenserfahrung, sondern vielmehr unreif und naiv wie erstmals verliebte Teenager. Auch Levis Nichten, die beiden achtjährigen Zwillinge verhielten sich zum Teil wie Kleinkinder. Die Symbolik der Gänseblümchen, die offenbar für Liebe, Neuanfang, Unschuld, Hoffnung, Liebe und Romantik stehen sollen, wird mir ein wenig überstrapaziert, sie wird so oft eingesetzt, dass sie ihre Wirkung gänzlich verliert, wenn etwa Levi zum x-ten Mal mit einem Sträußchen Gänseblümchen in der Hand auftaucht, wirkt es irgendwann lächerlich.

Fazit:
Für Freunde einfach gestrickter romantischer Jugendromane ideal. Bei anspruchsvolleren Lesern wird die Geschichte mit ihren häufigen Wiederholungen einen faden Nachgeschmack hinterlassen. Für mich eher enttäuschend: da man aus der Ausgangssituation wesentlich mehr hätte machen können, wurde der Roman meinen Erwartungen nicht gerecht!

Veröffentlicht am 17.01.2019

Ein spannender Reisebericht ist etwas anderes...

Sailing Conductors
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Der Inhalt des Buches ist schnell erklärt: die beiden jungen Toningenieure Benjamin Schaschek und Hannes Koch beschließen ohne praktische Segelerfahrung eine Weltumsegelung zu machen und dabei auf verschiedenen ...

Der Inhalt des Buches ist schnell erklärt: die beiden jungen Toningenieure Benjamin Schaschek und Hannes Koch beschließen ohne praktische Segelerfahrung eine Weltumsegelung zu machen und dabei auf verschiedenen Kontinenten örtliche Musik aufzunehmen und diese bunt zusammenzumischen, um damit eine CD aufzunehmen. Nach einem Online-Segelkurs wird ein Segelschiff käuflich erworben und auf den Namen „Marianne“ getauft. Danach wird im März 2011 in See gestochen, wobei die Route von Australien ausgehend über Papua Neuguinea, Thailand, Indien, Madagaskar, Südafrika nach Brasilien und danach über Trinidad & Tobago und Jamaika schließlich im März 2014 in Miami, USA endet. Was wie ein spannender Reisebericht anmutet, entpuppt sich schon nach wenigen Seiten als recht öder, lieblos dahinerzählter Bericht, der sich durch die abwechselnde Erzählweise der beiden unnötig wiederholt und dadurch künstlich in die Länge gezogen scheint. Man erfährt Dinge, die man niemals hören wollte; so etwa detailgetreu, wie man sich auf einem Segelschiff am besten von diversen Körperinhalten befreit oder in allen ungustiösen Einzelheiten die Folgen für einen der Autoren nach einem intimen Kontakt mit einer Prostituierten. Um irgendwie die Spannung zu erhöhen, wird in einem Gebiet, in dem es in der Vergangenheit zu Piraten-Überfällen gekommen war, recht reißerisch bei jedem sich näherndem Schiff über einen potentiellen Piraten-Angriff spekuliert. Die Lektüre dieses Werks fand ich persönlich daher sehr mühsam, zeitweise musste ich mich wirklich zum Weiterlesen aufraffen, weil mich einerseits der Inhalt als auch der recht holprige, ungeübte Stil der beiden sehr langweilte. Irgendwie drängte sich mir die Vermutung auf, dass diese lange Segeltour im Nachhinein finanziell möglichst gut ausgeschlachtet werden wollte, indem ein Blog, der während des Segelns geschrieben wurde, ohne große Überarbeitung eins zu eins für dieses Buch übernommen wurde. Letztlich gewann man als Leser den Eindruck, dass das Hauptaugenmerk der beiden auf einem gut ausgestatteten Biervorrat auf dem Segelschiff lag. Mag sein, dass ich nicht ganz der Zielgruppe der Leserschaft entspreche, nur: welche Zielgruppe sollte sich mit diesem Werk angesprochen fühlen – etwa 15-jährige Jugendliche mit Hang zum Koma-Saufen? Zumindest würde dies der Grundhaltung in diesem Buch entsprechen. Einzig positiv zu vermerken ist die beigefügte CD, auf der sechs Titel der so entstandenen Musik zu hören sind. Ansonsten kann ich dieses Buch beim besten Willen niemandem empfehlen! Das Cover ist wahrscheinlich bewusst im Stile eines Heinz Erhardt-Filmes gehalten, von welchem auch der Bootsname entnommen wurde. Trotzdem spricht mich das entstandene Cover nicht besonders an, und hätte mich sicherlich nicht zum Kauf dieses Buches animieren können!

Veröffentlicht am 30.11.2018

Humor: verzweifelt gesucht

Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!
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Inhalt:
Ein Sammelsurium von Anekdoten rund um das Zusammentreffen mit „Helikopter-Eltern“, die leidgeplagte Berufsgruppen wie Hebammen, Lehrern, Ärzten, Erziehern aus unterschiedlichen Perspektiven zum ...

Inhalt:
Ein Sammelsurium von Anekdoten rund um das Zusammentreffen mit „Helikopter-Eltern“, die leidgeplagte Berufsgruppen wie Hebammen, Lehrern, Ärzten, Erziehern aus unterschiedlichen Perspektiven zum Besten geben.

Meinung:
Von der Leseprobe zu diesem Buch war ich noch recht angetan, ich erwartete mir daher von der bunt zusammengewürfelten Sammlung an Anekdoten aus dem Alltagsleben verschiedener Berufsgruppen amüsante Lesestunden. Gut, hie und da musste ich zugegebenermaßen schmunzeln, mit der Zeit begann ich mich eher zu langweilen bzw. zu ärgern. Man versucht hier auf Kosten anderer zwanghaft lustig zu sein, so etwas kann nur schiefgehen.


Was hier als „Helikopter-Eltern“ bezeichnet wird, sind zum Teil oft nur in ihrem Elternsein verunsicherte Menschen, die sich in ihrer Rolle erst zurechtfinden müssen, und die einfach nur möglichst alles richtig machen wollen. Gerade beim ersten Kind beginnen sie eben möglichst breitbandig so viele Informationen zu sammeln, wie sie nur können. Ihnen daraus einen Strick zu drehen, und sich auch noch darüber zu echauffieren, dass sich die Leute auch anderweitig Informationen suchen, finde ich ein wenig armselig! Oft können unterschiedliche Zugängen neuen Input liefern! Klar, der Erfahrungsschatz einer Hebamme sollte nicht außer Acht gelassen werden, aber diesen als einzig legitime Informationsquelle hinzustellen, finde ich doch ein wenig vermessen!

Zudem scheinen hier der Begriff „Helikopter-Eltern“ sehr inflationär gebraucht zu werden. Wenn ein Kind zuhause im Vorfeld keine Erziehung genossen hat, und sich dementsprechend in der Öffentlichkeit nicht zu benehmen weiß, hat dies selten etwas mit „Überfürsorglichkeit“ zu tun. Hier wird dennoch alles in einen Topf geworfen und als „Helikoptertum“ angeprangert.

Was mich an diesem Buch extrem stört, ist, dass hier alles recht einseitig dargestellt wird, teilweise wird über echte Banalitäten berichtet, die noch dazu zum Teil völlig aus dem Zusammenhang gerissen, präsentiert werden.

Letztlich ist dieses Buch nichts anderes als eine Aneinanderreihung wahllos zusammengewürfelter Zitate und Erfahrungsberichte, was einen schon nach kurzer Zeit ermüden lässt, weil dem Ganzen der vielzitierte rote Faden fehlt. So plätschert das Buch vor sich hin, ohne jeglichen Pfeffer oder irgendwelcher Highlights. Gelegenheiten, wirklich herzlich zu lachen, wird man hier allerdings vergeblich suchen!

Fazit:
Wenn man es als „Humor“ ansieht, andere Leute bloßzustellen und sich über sie lustig zu machen, ist man bei diesem Buch vermutlich an der richtigen Adresse. Meine Auffassung von Humor ist allerdings eine andere!