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Veröffentlicht am 21.04.2026

Ehrlich, schmerzhaft und erschreckend nah an der Realität

Weggewischt
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Dieses Buch hat mich wirklich überrascht – und vor allem abgeholt. Ich habe es anfangs einfach „mal angefangen“ und war dann ziemlich schnell komplett drin. Es ist eines dieser Bücher, bei denen man ständig ...

Dieses Buch hat mich wirklich überrascht – und vor allem abgeholt. Ich habe es anfangs einfach „mal angefangen“ und war dann ziemlich schnell komplett drin. Es ist eines dieser Bücher, bei denen man ständig denkt: Ja, genau so ist es. Man erkennt Situationen wieder, Gedanken, Verhaltensweisen – manchmal zum Schmunzeln, oft aber auch mit einem kleinen Stich.

Besonders stark fand ich, wie authentisch die Welt des Datings dargestellt wird. Egal ob über Plattformen, die mit perfekten Algorithmen werben, oder diese direkte, schnelle Art des Kennenlernens – alles fühlt sich sehr nah an der Realität an. Dieses ständige Wiederholen von Gesprächen, das vorsichtige Hoffen, das schnelle Enttäuschtwerden… und irgendwann dieses Gefühl von Erschöpfung. „Dating-Burnout“ hätte ich vorher vielleicht belächelt, aber hier trifft es einfach genau den Punkt.

Sophias Weg durch diese Erfahrungen fand ich unglaublich gut beschrieben. Man spürt ihre Hoffnung, ihr Zögern, ihr Sich-Einlassen – und dann auch wieder diese Enttäuschung, die einen beim Lesen wirklich trifft. Gerade die Entwicklung mit Thiento hat mich emotional richtig erwischt. Dieses Gefühl, dass da jemand vielleicht anders ist… und dann passiert genau das, was man eigentlich nicht mehr erleben wollte. Dieses kommentarlos Verschwinden, dieses Nicht-Erklären – ich glaube, viele kennen genau dieses Gefühl. Und es wurde hier so greifbar beschrieben, dass es fast weh getan hat.

Gleichzeitig mochte ich sehr, dass die Figuren nicht einfach in „gut“ oder „schlecht“ eingeteilt werden. Auch Thiento bleibt trotz allem irgendwie greifbar, menschlich – und genau das macht es so realistisch. Menschen handeln nicht immer logisch oder fair, und genau das zeigt das Buch sehr gut.

Auch die Verknüpfungen zwischen den Figuren, zum Beispiel mit Gael, haben für mich absolut funktioniert. Erst wirkt es vielleicht wie ein Zufall, aber eigentlich zeigt es nur, wie klein diese Welt manchmal ist – und wie sehr sich Dinge überschneiden.

Besonders positiv fand ich, dass die Geschichte kein klassisches Happy End erzwingt. Es wäre vielleicht schön gewesen, aber es hätte sich nicht richtig angefühlt. So bleibt das Buch ehrlich – und genau das macht es für mich so stark.

Der Schreibstil ist dabei angenehm direkt, sehr nah am Alltag und ohne große Umwege. Genau das passt perfekt zur Thematik und macht es leicht, sich in die Situationen hineinzuversetzen.

Für mich ist das ein Buch, das unterhält, aber gleichzeitig auch ziemlich ehrlich den Finger in die Wunde legt. Es zeigt, wie kompliziert Nähe geworden ist, wie schnell Menschen austauschbar wirken – und wie groß trotzdem die Sehnsucht nach echter Verbindung bleibt.

Ein Buch, das hängen bleibt. Und eines, bei dem man sich an mehr Stellen wiedererkennt, als einem vielleicht lieb ist.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Zwischen Wahnsinn und Wahrheit – ein Buch, das mehr ist als ein Roman

Botanik des Wahnsinns
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Dieses Buch hat mich auf eine ganz besondere Weise berührt – und ehrlich gesagt auch überrascht. Ich habe es als Hörbuch erlebt und war von Anfang an gefangen in dieser Mischung aus Tiefe, kluger Beobachtung ...

Dieses Buch hat mich auf eine ganz besondere Weise berührt – und ehrlich gesagt auch überrascht. Ich habe es als Hörbuch erlebt und war von Anfang an gefangen in dieser Mischung aus Tiefe, kluger Beobachtung und einer Sprache, die gleichzeitig zart und schonungslos ist.
Im Kern ist es eine Familiengeschichte – aber keine „normale“. Es ist eher eine Art Spurensuche durch Generationen, geprägt von psychischen Erkrankungen, Brüchen und der großen Frage: Was nehmen wir eigentlich aus unserer Herkunft mit?
Und genau das macht dieses Buch so besonders: Es bleibt nicht bei einer Geschichte stehen, sondern öffnet immer wieder neue Ebenen – persönliche Erinnerungen, psychologische Einordnungen, fast schon kleine Exkurse in die Welt der Psychiatrie.
Und genau hier liegt für mich auch der kleine Wermutstropfen – allerdings wirklich nur auf ganz persönlicher Ebene:
Ich hätte dieses Buch unglaublich gern gelesen statt gehört. Es ist eines dieser Bücher, in denen so viele Gedanken, Sätze und Denkanstöße stecken, die man eigentlich markieren, nachlesen, weiterdenken möchte. Denn man spürt auf jeder Seite dieses fundierte Wissen – fast, als würde in diesem Roman auch ein kleines Sachbuch mitschwingen. Beim Hören geht einem da zwangsläufig etwas verloren.
Aber: Das ändert nichts daran, wie gut dieses Hörbuch gemacht ist. Die Stimme trägt die Geschichte unglaublich angenehm, schafft genau die richtige Balance zwischen Distanz und Nähe und lässt einen tief eintauchen in diese oft schwere, aber nie hoffnungslose Welt.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist diese ständige Gratwanderung: zwischen Tragik und leiser Ironie, zwischen Schwere und einem fast tröstlichen Blick auf das Menschsein. Es geht um Angst – vor Vererbung, vor dem eigenen „Abgleiten“, vor dem, was in einem selbst steckt. Und gleichzeitig auch um Verständnis. Für sich selbst. Für die eigene Familie. Für all das, was uns geprägt hat.
Dieses Buch ist kein klassischer Roman, den man einfach so „wegliest“. Es fordert. Es regt zum Nachdenken an. Und es bleibt.
Und genau deshalb werde ich es ganz sicher nochmal lesen – diesmal mit Stift in der Hand.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Steckt nicht in jedem von uns ein kleines Klugscheißerchen?

Das Klugscheißerchen
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Tina und Theo entdecken auf ihrem Dachboden ein kleines, ziemlich vorlautes Wesen: ein echtes Klugscheißerchen. Und plötzlich steht die große Frage im Raum, wer hier eigentlich wirklich alles besser weiß ...

Tina und Theo entdecken auf ihrem Dachboden ein kleines, ziemlich vorlautes Wesen: ein echtes Klugscheißerchen. Und plötzlich steht die große Frage im Raum, wer hier eigentlich wirklich alles besser weiß – die Kinder oder doch die Erwachsenen?
Ich habe das Hörbuch gehört und hatte wirklich richtig Spaß dabei. Marc-Uwe Kling ist einfach eine Klasse für sich. Seine Art zu lesen, zu betonen, mit Sprache zu spielen – das trägt diese Geschichte nochmal auf ein ganz anderes Level. Man merkt einfach, wie viel Freude da drin steckt.
Inhaltlich ist das Buch herrlich ehrlich und gleichzeitig unglaublich witzig. Denn seien wir mal ehrlich: Sind wir nicht alle kleine Klugscheißerchen? Kinder sowieso – aber Erwachsene mindestens genauso. Vielleicht nur ein bisschen besser darin, es nicht zuzugeben 😉
Genau da setzt das Buch an: Es hält uns allen auf charmante Weise den Spiegel vor, ohne belehrend zu sein.
Besonders gelungen finde ich, wie leicht und verspielt hier mit Sprache umgegangen wird. Wortwitz, kleine Seitenhiebe, absurde Situationen – das macht einfach Spaß beim Zuhören und Lesen. Gleichzeitig steckt aber auch eine schöne Botschaft dahinter: Wissen ist toll. Rechthaben auch manchmal. Aber noch wichtiger ist es, miteinander umzugehen, zuzuhören und auch mal über sich selbst lachen zu können.
Auch für den Grundschulunterricht ist das Buch ein echter Gewinn:
Sprache & Ausdruck: Wie formuliere ich etwas? Wie wirkt es auf andere, wenn ich „es besser weiß“?
Hör- und Sprecherziehung: Perfekt als Hörbuch einsetzbar – Betonung, Sprachmelodie, Humor verstehen und selbst ausprobieren
Soziales Lernen: Umgang mit Rechthaberei, Streitkultur, Perspektivwechsel
Selbstreflexion: Wann bin ich selbst ein Klugscheißerchen? Und ist das immer schlecht?
Kreatives Arbeiten: eigene „Klugscheißerchen“-Dialoge schreiben oder spielen
Fächerübergreifend lässt sich das wunderbar mit Deutsch, Sachunterricht und sogar Theater verbinden. Gerade das Nachspielen von Dialogen oder das bewusste Übertreiben von „Besserwisserei“ kann richtig Spaß machen – und gleichzeitig zum Nachdenken anregen.
Und genau das ist die Stärke dieses Buches: Es ist leicht, lustig und gleichzeitig klug – ohne jemals schwer zu wirken.
Fazit: Witzig, treffend und überraschend reflektiert – ein Buch (und Hörbuch!), das Kinder wie Erwachsene gleichermaßen abholt. Und am Ende bleibt vor allem eins: ein breites Grinsen – und vielleicht ein kleines bisschen Selbsterkenntnis.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Anders sein – und genau darin richtig

Popofisch
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Ein kleiner Fisch, der aussieht wie ein Popo, wird ausgelacht – und findet ausgerechnet in der Fremde heraus, dass genau das seine Stärke sein kann. Eine scheinbar einfache Geschichte, die viel mehr in ...

Ein kleiner Fisch, der aussieht wie ein Popo, wird ausgelacht – und findet ausgerechnet in der Fremde heraus, dass genau das seine Stärke sein kann. Eine scheinbar einfache Geschichte, die viel mehr in sich trägt, als man auf den ersten Blick erwartet.
Ich LIEBE dieses Buch. Wirklich. Es ist so herrlich schräg, witzig und gleichzeitig so tiefgründig, dass man es kaum glauben kann. Der Popofisch wird zu Beginn auf etwas reduziert, das Kinder sofort verstehen: Anderssein. Ausgelacht werden. Nicht dazugehören. Und was macht er? Er passt sich an, macht sich selbst zum Witz – bis er merkt, dass er das eigentlich gar nicht will.
Was dann passiert, ist für mich das Herzstück der Geschichte: Er geht los. Sucht sich einen neuen Ort, neue Begegnungen – und trifft auf Figuren, die selbst auf ihre Weise „anders“ sind. Besonders die Freundschaft mit dem Käsefisch ist so liebevoll erzählt. Erst befremdlich, dann vertraut, schließlich einfach schön. Genau da kippt der Blick: Was vorher komisch oder sogar „hässlich“ wirkte, wird plötzlich besonders.
Und genau das ist die große Stärke dieses Buches: Perspektivwechsel. Dinge anders sehen lernen. Sich selbst anders sehen lernen.
Für den Grundschulunterricht ist das Buch eine absolute Schatzkiste. So viele Themen stecken darin:
Anderssein & Selbstakzeptanz
Mobbing und Ausgrenzung (und wie Kinder damit umgehen)
Freundschaft & Empathie
Perspektivwechsel („Was wirkt auf den ersten Blick komisch – und warum?“)
Identität & Selbstwert
Mut zur Veränderung
Und das alles in einer Sprache, die Kinder sofort abholt. Kurz, klar, manchmal albern (im besten Sinne – Stichwort Pupsen 😄), aber nie flach. Gerade dieser Humor öffnet Türen, um über eigentlich sehr große Themen ins Gespräch zu kommen.
Didaktisch lässt sich unglaublich viel damit machen:
Gesprächsanlässe: Wann hast du dich mal anders gefühlt?
Perspektivübungen: Was macht etwas „schön“ oder „komisch“?
Kreatives Schreiben: Erfinde deinen eigenen „besonderen“ Fisch
Rollenspiele zu Ausgrenzung und Zugehörigkeit
Kunst: eigene Fantasiewesen gestalten
Und dann dieses Ende: kein großes Drama, sondern ein leises, glückliches Ankommen. Der Popofisch ist nicht plötzlich „normal“ – sondern einfach er selbst. Und genau das reicht.
Für mich ist das eines dieser Kinderbücher, die man als Erwachsene:r liest und merkt: Da steckt so viel Wahrheit drin.
Fazit: Witzig, klug, berührend – ein Buch über das Anderssein, das eigentlich ein Buch übers Ganz-selbst-Sein ist. Und genau deshalb so wertvoll.
10 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Drei Frauen, drei Wege, eine Kraft, die bleibt

Die Riesinnen
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Die Riesinnen hat mich von der ersten Seite an gepackt – und ehrlich gesagt kaum mehr losgelassen. Es ist eines dieser Bücher, die man nicht einfach liest, sondern erlebt. Schnell, intensiv, fast atemlos ...

Die Riesinnen hat mich von der ersten Seite an gepackt – und ehrlich gesagt kaum mehr losgelassen. Es ist eines dieser Bücher, die man nicht einfach liest, sondern erlebt. Schnell, intensiv, fast atemlos – und gleichzeitig mit einer Tiefe, die lange nachwirkt.
Was mich besonders begeistert hat, ist die klare Dreiteilung des Romans. Jede Generation bekommt ihren eigenen Raum, ihre eigene Stimme – und doch sind alle miteinander verbunden. Das gibt der Geschichte Struktur, ohne sie einzuengen, und lässt jede Figur wirklich wirken.
Mit Liese war ich sofort verbunden. Diese leise, zweifelnde, aber unglaublich starke Frau, die so viel trägt, ohne es selbst wirklich zu sehen. Man leidet mit ihr, hofft mit ihr und fragt sich immer wieder, woher sie diese Kraft nimmt. Gerade diese Mischung aus Beklemmung und gleichzeitig so viel innerer Stärke und Hoffnung hat mich tief berührt.
Cora hingegen hat es mir zunächst nicht leicht gemacht. Ihre Sehnsucht nach Freiheit ist spürbar, aber sie lebt sie auf eine ganz andere, oft impulsive und rastlose Weise aus. Ihr Trotz, ihre Waghalsigkeit – das hat mich manchmal auf Abstand gehalten. Gerade im Vergleich zu Liese wirkte ihr Verhalten stellenweise fast wie ein Aufbegehren gegen all das, was ihr gegeben wurde. Vielleicht auch, weil man mit zunehmender Lebenserfahrung manches anders bewertet.
Und doch: Je weiter ihre Geschichte voranschreitet, desto mehr verändert sich der Blick. Nach ihrer Rückkehr gewinnt Cora an Tiefe, an Reife, an innerer Klarheit. Plötzlich entsteht eine Nähe, die vorher gefehlt hat. Am Ende stand sie mir genauso nah wie Liese – nur auf eine ganz andere Weise.
Der dritte Teil bringt noch einmal eine neue Perspektive hinein. Die Enkelin, die sich bewusst entscheidet zurückzukehren, ihren eigenen Weg zu gehen und als Försterin eine Verbindung zur Vergangenheit und zur Natur schafft. Auch hier zeigt sich wieder diese leise, aber kraftvolle Entwicklung, die sich durch das ganze Buch zieht: Frauen, die ihren Platz suchen – und ihn irgendwann auch finden.
Was das Buch für mich so besonders macht, ist neben den Figuren vor allem die Sprache. Sie trägt die gesamte Geschichte. Unaufgeregt, eindringlich, atmosphärisch – sie zieht einen hinein, ohne laut zu werden, und hält einen dort fest.
Fazit:
Ein intensiver, vielschichtiger Roman über Generationen, über Herkunft, Freiheit und die unterschiedlichen Wege, mit dem Leben umzugehen.
Drei Frauen, drei Perspektiven – und eine gemeinsame Kraft, die alles miteinander verbindet.
Ein Buch, das ich wirklich geliebt habe.

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