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Veröffentlicht am 22.04.2026

Hilfreich

Schule ohne Burnout
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„Schule ohne Burnout“ von Ann-Marie Backmann beschäftigt sich mit einer Frage, die im Schulalltag viele betrifft: Wie lässt sich der Lehrberuf langfristig engagiert und gesund ausüben, ohne dabei auszubrennen?

Der ...

„Schule ohne Burnout“ von Ann-Marie Backmann beschäftigt sich mit einer Frage, die im Schulalltag viele betrifft: Wie lässt sich der Lehrberuf langfristig engagiert und gesund ausüben, ohne dabei auszubrennen?

Der Einstieg ins Buch ist mir direkt positiv aufgefallen, weil er sehr authentisch wirkt. Anders als viele Stimmen aus dem „Insta-Lehrerzimmer“ vermittelt die Autorin nicht das Gefühl, dass alle anderen alles im Griff haben, im Gegenteil: Die Herausforderungen werden realistisch benannt, ohne zu dramatisieren. Auch die Gestaltung des Buches ist übersichtlich und ansprechend, sodass ich mich direkt gut orientieren konnte.

Inhaltlich kombiniert Backmann persönliche Erfahrungen mit didaktischen Ansätzen, Forschungsergebnissen und Coaching-Impulsen. Besonders interessant fand ich die Unterscheidung zwischen Mental Load und Emotional Load. Während ersterer vielen inzwischen bewusst ist, wird der emotionale Anteil der Belastung im Schulalltag oft unterschätzt. Hier hat das Buch für mich tatsächlich neue Perspektiven eröffnet. Die vorgestellten Strategien zum Umgang mit Belastung sind praxisnah und konkret. Vieles kam mir bekannt vor, aber es gab auch einige Ansätze, die ich gerne stärker in meinen Alltag integrieren möchte, etwa die stärkere Einbindung der Schüler*innen in ihre eigenen Lernprozesse, zum Beispiel durch von ihnen vorbereitete Lernentwicklungsgespräche. Auch das zusätzliche Material zum Downloaden ist hilfreich und sinnvoll.

Im letzten Kapitel hatte ich allerdings gemischte Gefühle. Einerseits bietet es viele inspirierende Ideen für Schulentwicklung und Zusammenarbeit, andererseits hatte ich beim Lesen stellenweise wieder das Gefühl, dass sich neue To-dos auftun („Das müssten wir auch machen…“), was ja eigentlich dem Anspruch der Entlastung widerspricht. Hier hätte ich mir an manchen Stellen eine noch stärkere Einordnung gewünscht, dass nicht alles sofort umgesetzt werden muss.

Trotzdem ist „Schule ohne Burnout“ für mich ein sehr gelungenes, praxisnahes Buch, das viele hilfreiche Impulse für den Schulalltag liefert. Es eignet sich gut zum Nachschlagen und Reflektieren und wird bei mir definitiv griffbereit im Regal stehen bleiben.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Berührend

Solange ein Streichholz brennt
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Der Roman „Solange ein Streichholz brennt“ hat mich von der ersten Seite an emotional erreicht. Im Mittelpunkt steht Bohm, der seit Jahren auf der Straße lebt und sich gemeinsam mit seinem Hund Fox durch ...

Der Roman „Solange ein Streichholz brennt“ hat mich von der ersten Seite an emotional erreicht. Im Mittelpunkt steht Bohm, der seit Jahren auf der Straße lebt und sich gemeinsam mit seinem Hund Fox durch den Alltag kämpft.
Dem gegenüber steht Alina, eine Journalistin, deren Karriere ins Stocken geraten ist und die in einer Reportage über Obdachlosigkeit ihre letzte Chance sieht. Schnell merken sie beide, dass mehr zwischen ihnen ist als eine Zweckbeziehung.

Besonders gelungen finde ich, wie der Roman das Thema Obdachlosigkeit behandelt. Es wird weder beschönigt noch sensationsheischend dargestellt, sondern mit viel Empathie und Feingefühl erzählt. Man bekommt einen Einblick in eine Lebensrealität, die im Alltag oft übersehen wird, obwohl sie in allen Städten ein wachsendes Problem ist. Gerade diese Perspektive macht das Buch so wichtig. Auch die Beziehung zwischen Bohm und Alina wird überzeugend entwickelt. Sie entwickelt sich vorsichtig, ohne kitschig zu werden.

Sprachlich hat mich das Buch ebenfalls überzeugt. Der Stil ist flüssig, zugänglich und gleichzeitig emotional treffend, ohne dabei überladen zu wirken. Man merkt, dass der Autor, wie schon in seinem Debütroman, ein gutes Gespür für Figuren und Stimmungen hat.

Für mich ist „Solange ein Streichholz brennt“** ein berührender und wichtiger Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch den Blick für ein oft verdrängtes Thema richtet. Ich hoffe, dass viele Leserinnen und Leser nach dieser Lektüre anders auf obdachlose Menschen schauen.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Wie immer

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Das Hörbuch „Die Känguru-Rebellion“ von Marc-Uwe Kling ist wie immer politisch, pointiert und vor allem sehr witzig und kurzweilig.

Diesmal hat das Känguru endgültig genug von der Weltlage, von Merz und ...

Das Hörbuch „Die Känguru-Rebellion“ von Marc-Uwe Kling ist wie immer politisch, pointiert und vor allem sehr witzig und kurzweilig.

Diesmal hat das Känguru endgültig genug von der Weltlage, von Merz und von Spahn und ruft zur Rebellion auf, natürlich nicht ohne die gewohnt absurden Dialoge mit dem Kleinkünstler. Inhaltlich bleibt das Konzept vertraut: viele kleine Anekdoten statt einer durchgehenden Handlung. Besonders gut funktioniert das für mich wie immer das Hörbuchformat, weil Marc-Uwe Kling selbst liest. Wie schon bei den vorherigen Teilen bringt er das Timing, die Betonung und die kleinen Nuancen perfekt rüber. Etwas irritierend könnte zwischendurch für manche das Lachen des Live-Publikums sein, mich hat das aber nicht gestört.

Ich habe mich beim Hören durchgehend gut unterhalten gefühlt. Das Hörbuch ist witzig, kurzweilig und trifft oft genau den richtigen Ton zwischen Humor und Gesellschaftskritik. „Die Känguru-Rebellion“ ist damit genau das, was man erwartet und genau das, was man in dieser Reihe auch haben möchte.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Bittersüß

Little Hollywood
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Der Roman „Little Hollywood“ von Inga Hanka ist ein klassischer Coming-of-Age-Roman, was mein Lieblingsgenre ist. Im Mittelpunkt steht Leonie, die gerade Abi gemacht hat. Sie hat Streit mit ihrer psychisch ...

Der Roman „Little Hollywood“ von Inga Hanka ist ein klassischer Coming-of-Age-Roman, was mein Lieblingsgenre ist. Im Mittelpunkt steht Leonie, die gerade Abi gemacht hat. Sie hat Streit mit ihrer psychisch kranken Mutter, Probleme mit dem abwesenden Vater und muss dienVerantwortung für ihren kleinen Bruder Ben tragen. Die Videothek „Little Hollywood“ und ihr Mitarbeiter Jo werden für sie zu einem Rückzugsort.

Besonders gut gefallen hat mir die Stimmung des Romans. Diese letzten Wochen vor dem Erwachsenwerden sind sehr treffend eingefangen. Der Sommer fühlt sich beim Lesen richtig greifbar an: die Hitze, das Herumtreiben, das Gefühl von Übergang. Auch die vielen popkulturellen Details und Anspielungen auf die späten 90er (CDs, fehlende Handys etc.) tragen viel zur Atmosphäre bei.

Inhaltlich erfindet der Roman das Genre nicht neu, aber das ist hier auch gar nicht nötig. Mich hat die Mischung aus Leichtigkeit und Melancholie sehr angesprochen. Teilweise hat mich das Buch an Caroline Wahl erinnert - vor allem durch die Dynamik zwischen Leo und ihrem kleinen Bruder und die schwierige Familiensituation - und gleichzeitig an Benedict Wells durch die ruhige, leicht melancholische Grundstimmung und die popkulturellen Bezüge. Mir hat es ausgezeichnet gefallen!

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Erschütternd

Der Fährmann
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Der Roman „Der Fährmann“ hat mich von Anfang an begeistert. Das historische Setting an der Salzach, zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist atmosphärisch dicht und wird ...

Der Roman „Der Fährmann“ hat mich von Anfang an begeistert. Das historische Setting an der Salzach, zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist atmosphärisch dicht und wird mit einer fast märchenhaften Erzählweise verbunden, die mich sofort in die Geschichte hineingezogen hat.

Im Mittelpunkt steht die Dreiecksgeschichte zwischen Hannes, der als Fährmann nicht heiraten darf, Elisabeth, der Bauerntochter, die Josef heiraten muss, aber in Hannes verliebt ist, und Annemarie, die ebenfalls in Hannes verliebt ist. Damit entsteht ein Geflecht aus unerfüllten Hoffnungen, Loyalitäten und Verletzungen, die sich im Laufe des Romans immer weiter zuspitzen. Neben den individuellen Lebensgeschichten wird zusätzlich die gesellschaftliche Geschichte des Patriarchats, von Gewalt und dem Ersten Weltkrieg erzählt. Die politische und gesellschaftliche Zerrissenheit spiegelt sich auch in ihren persönlichen Beziehungen wider. Was zunächst wie eine Liebes- und Dorfgeschichte beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer düsteren, spannungsgeladenen Erzählung, in der Gewalt, Schuld und moralische Konflikte eine große Rolle spielen.

Ich fand den Roman stellenweise wirklich hart zu lesen, gerade wegen der drastischen Ereignisse und der emotionalen Intensität. Gleichzeitig konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, so sehr hat mich die Geschichte gepackt. Besonders berührt hat mich das Ende.Und auch die letzten Seiten und sogar die Danksagung haben bei mir noch einmal Gänsehaut ausgelöst. Wenn ein Buch so erschüttern und gleichzeitig berühren kann, bleibt es definitiv im Gedächtnis, für mich war es ein echtes Highlight.

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