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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2026

Von der Kunst, sich in ganz unterschiedliche Charaktere hineinzuversetzen

The Iced Caramel Coffee Agreement
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Kyra Groh ist für mich eine Meisterin der liebenswert authentischen RomComs, die mich mit ihrem Wortwitz und ihren bildhaften Vergleichen immer wieder zum Lachen bringt. Ich bewundere ihr Talent, sich ...

Kyra Groh ist für mich eine Meisterin der liebenswert authentischen RomComs, die mich mit ihrem Wortwitz und ihren bildhaften Vergleichen immer wieder zum Lachen bringt. Ich bewundere ihr Talent, sich in ganz unterschiedliche, auch unbequeme oder "anstrengende" Charaktere glaubhaft hineinzuversetzen und diesen eine eigene Stimme zu geben.

Auch hier fand ich besonders beeindruckend, dass sich die POV von Nore und Dex im Ton deutlich unterschieden haben und man sie nicht nur anhand der Überschriften auseinanderhalten konnte, wie es leider sonst oft der Fall ist. Beide Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Es sind nicht die typischen wunderhübschen 0815 Protagonisten, sondern sie haben auch äußerlich ihre Eigenarten, durch die sie aber umso liebenswerter und schöner wirken. Dex war eine willkommene Abwechslung zu den typischen muskulösen, sportlichen und wortkargen Männern des Genres und Nore zu den oft etwas vorlauten, chaotischen und unangepassten Frauen.

Die Liebesgeschichte fand ich wunderschön dargestellt, ich bin ein bisschen dahingeschmolzen. Und ich konnte die Persönlichkeitsentwicklung von beiden gut nachvollziehen und spüren. Nores Selbstzweifel waren mir zwischendurch ein bisschen zu überspitzt dargestellt, aber das hat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan.

Fazit: Diese herrlich frühlingshafte RomCom ist etwas fürs Herz und ich kann sie nur wärmstens empfehlen!

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Ich mag die Reihe - ganz im Gegensatz zu den diskriminierenden Ansichten der Autorin

Der Tote mit dem Silberzeichen
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Vorab: Wie viele Fans der Reihe war ich mit dem inneren Konflikt konfrontiert, ob ich trotz der diskriminierenden und gefährlichen Ansichten und Handlungen der Autorin JK Rowling diese unter ihrem Pseudonym ...

Vorab: Wie viele Fans der Reihe war ich mit dem inneren Konflikt konfrontiert, ob ich trotz der diskriminierenden und gefährlichen Ansichten und Handlungen der Autorin JK Rowling diese unter ihrem Pseudonym erschienene Reihe fortsetzen soll. Ich habe mich dafür entschieden und möchte hier Werk und Autorin trennen. Ich habe das Buch gebraucht gekauft, ein schlechtes Gewissen bleibt.

Insgesamt war es sicher nicht der spannendste Fall der Reihe und die beiden vorherigen haben mir beispielsweise sehr viel besser gefallen. Auch ist das Buch mit über 1200 Seiten ein echter Wälzer und man hätte einige Handlungsstränge und Ermittlungsbeschreibungen kürzen können. Die extrem vielen Namen waren zudem verwirrend und das ist etwas, was mir nicht oft passiert, weil ich mir Namen gut merken kann.

Dennoch war ich ab einem gewissen Punkt wieder völlig gefesselt von der Story und dem einnehmenden Schreibstil, so dass ich noch bis spät in die Nacht gelesen und das Buch schlussendlich sehr schnell beendet habe. Das ist bei mir immer das beste Zeichen!

Die Reihe lebt von den authentischen Charakteren des Ermittlerteams, die wirklich mit ihren Ecken und Kanten und ganz eigenen Persönlichkeiten liebevoll und nachvollziehbar gezeichnet sind. Oft finde ich die private Story sogar noch sehr viel spannender als den Kriminalfall. Und wir haben es hier sicherlich mit dem Slowest Burn in History zu tun. Ich liebe es, immer wieder in diese Welt zurückzukehren.

Fazit: Nicht der beste Fall der Reihe, aber für mich wieder ein echtes Erlebnis, da ich die Reihe und ihre Charaktere liebe. Aufgrund der diskriminierenden Ansichten der Autorin kann ich aber nicht guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen. Da muss jede und jeder für sich eine Entscheidung treffen und eine eigene Haltung entwickeln.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Emotionaler Kater garantiert

Memories So Golden Like Us (Blue Eternity 2)
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Das ist mein erstes Buch von der Autorin, da ich den ersten Band aufgrund der Content Note ausgelassen habe. Es wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein.

Was für ein emotionaler und fast poetischer ...

Das ist mein erstes Buch von der Autorin, da ich den ersten Band aufgrund der Content Note ausgelassen habe. Es wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein.

Was für ein emotionaler und fast poetischer Schreibstil! Manchmal war es mir fast ein bisschen viel und hat mich an Dawsons Creek erinnert, wo die ganz jungen Charaktere so weise, reif und reflektiert gesprochen haben, als würden sie aus einem klugen Buch zitieren. Auch ähnelte sich der Ton, in dem Blairs und Connors Perspektive jeweils geschrieben war, durch diesen sehr eingängigen Schreibstil. Das fand ich etwas schade, weil ich die Unterschiede zwischen den Charakteren somit nur den Infos über sie entnehmen konnte, aber eben nicht ihrer eigenen Stimme im jeweiligen Kapitel.

Die Kritikpunkte sind jedoch klein angesichts meiner Begeisterung für dieses Buch. Ich habe wirklich mitgefühlt und mitgelitten. Besonders gut hat mir Blair gefallen und die Schilderung ihrer Trauerbewältigung, die ich sehr realistisch fand. Auch die Kombination mit ihrer Kunst hat dazu perfekt gepasst. Die feministischen Themen und das Bodyshaming sowie ihre Reaktion darauf haben mir ebenfalls ein sehr gutes Gespür für ihre Figur und ihr Erleben gegeben.

Connor blieb für mich dagegen blasser und passiver. Ich hätte gerne etwas mehr über seine Ecken und Kanten erfahren. Ich würde sogar sagen, es hätte gereicht, das Buch ausschließlich aus Blairs Perspektive zu erzählen.

Insgesamt passiert eigentlich von der Handlung her nicht besonders viel, jedoch ist die Innenansicht der Charaktere so intensiv, dass bei mir zumindest keine Langeweile aufkam und ich mittendrin war im Geschehen und in der Gefühlswelt. Auch ein paar Tränen sind geflossen und es gibt wunderbare Zitate zu Themen wie Trauer und Selbstliebe.

Fazit: Bei diesem emotionalen Buch über Trauerbewältigung und Liebe sollte man Taschentücher bereithalten. Es wird bei mir auf jeden Fall noch nachhallen und ich habe einige Zitate notiert.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Sticht für mich aus der Masse heraus

Nightweaver
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Ich bin ganz erstaunt, dass die Meinungen zu diesem Buch so auseinandergehen und es vielen gar nicht gefallen hat. Ich muss sagen, für mich war es seit langem mal wieder ein Buch, bei dem ich keine Probleme ...

Ich bin ganz erstaunt, dass die Meinungen zu diesem Buch so auseinandergehen und es vielen gar nicht gefallen hat. Ich muss sagen, für mich war es seit langem mal wieder ein Buch, bei dem ich keine Probleme hatte, dabei zu bleiben und das ich durchweg spannen fand.

Etwas irritiert hat mich, dass die Story vor allem an Land spielt, obwohl es als Piraten-Fantasy beworben wird. Aber schlussendlich hat das meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan.

Besonders gut hat mir der Schreibstil gefallen, ich fand ihn sehr bildhaft, flüssig und mitreißend. Auch die erschaffene Welt ist angenehm vielseitig, grausam und einfach mal etwas anderes. Es gibt sehr viele Geheimnisse und Lügen, durch die Spannung entsteht und die Welt noch mysteriöser wirkt.

Aster fand ich zwar vom Verhalten her nicht immer ganz logisch, aber im Charakter nicht inkonsistent und schon gar nicht anstrengend. Sie ist ja erst 17 Jahre alt und ich habe es eher als realistisch empfunden, dass sie sich mal als stark und tough zeigt und mal sehr unsicher und naiv wirkt. Auch die männlichen Hauptcharaktere fand ich gut gezeichnet. Sie waren eine willkommene Abwechslung zu den typischen mürrischen und wortkargen Love Interests /"Bad Boys", die mich schon langsam beginnen zu langweilen. Sie erscheinen vielschichtiger und gerade deshalb auch mysteriöser. Insgesamt finde ich, dass dieses Buch nicht dem Schema F einer klassischen YA Fantasy Romance folgt und das hat mir sehr gut gefallen.

Ein paar Nebencharaktere werden zugegebenermaßen etwas blass und hölzern dargestellt. Einige Plot-Twists habe ich schon sehr lange kommen sehen, was mich aber nicht gestört hat.

Ich würde diese Fantasy Romance allen empfehlen, die Lust auf eine neue Story haben, die gerne Young Adult ohne Spice lesen und einen guten Schreibstil zu schätzen wissen. Bei einer starken Vorliebe für radikale Badass-Heldinnen und typische Bad Boys sind sie mit diesem Buch dagegen wahrscheinlich nicht so gut bedient.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Fantasy-Vergnügen mit einer starken, politisch interessierten Prinzessin

Von Blut & Magie (Die Geschichte der Anderswelt 1)
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Wie mein Titel schon sagt: Es war mir ein Vergnügen! Der Auftakt dieser sechsteiligen Neuauflage der Anderswelt, die ich bisher noch nicht bereist habe, hat mir definitiv Lust auf mehr gemacht.

Wir werden ...

Wie mein Titel schon sagt: Es war mir ein Vergnügen! Der Auftakt dieser sechsteiligen Neuauflage der Anderswelt, die ich bisher noch nicht bereist habe, hat mir definitiv Lust auf mehr gemacht.

Wir werden elegant in die Welt eingeführt, die Sprache ist angenehm und locker, die Protagonistin Lilly stark, sarkastisch, emotional und für mich als Charakter durchweg gut spürbar.

Besonders toll fand ich ihren frischen Blick auf die teilweise angestaubten Ansichten in der Anderswelt, ihr politisches Interesse und ihre unbedingte Entschlossenheit, als zukünftige Königin etwas zu ändern. Wer Melanie Lane kennt, weiß, dass Gleichberechtigung und Diversität für sie Herzensangelegenheiten sind, die stets in ihre Stories mit einfließen. Außerdem haben mir die Found Family Vibes extrem gut gefallen. Ich fand die Charaktere, die sich da zusammengefunden haben, einfach so sympathisch und auch als Truppe so toll, dass ich mich richtig darauf freue, ihnen wieder zu begegnen. Zudem war die Story vielseitig, es wurden verschiedene Reiche und Kulturen gezeigt und bereist. Diese hätten für meinen Geschmack sogar noch etwas konkreter ausgearbeitet werden können, aber vielleicht folgt dies auch noch in zukünftigen Bänden. Die Spannung kam auch nicht zu kurz, vor allem natürlich gegen Ende.

Ich scheine nicht so der Bad Boy-Fan zu sein, deshalb habe ich etwas gebraucht, bis ich mit Lucan warm wurde. Inzwischen interessieren mich seine Geschichte und sein Schicksal aber sehr. Auch die emotionale Anziehungskraft in der Liebesgeschichte habe ich lange nicht richtig spüren können. Das wurde jedoch mit der Zeit ebenfalls besser und auch erklärbar. Die Liebesgeschichte dominiert zu keinem Zeitpunkt den Plot, was für mich immer ein riesengroßer Pluspunkt ist.

Ich kann definitiv verstehen, weshalb viele die Anderswelt als ein Zuhause bezeichnen. Dieses Gefühl hat sie auch mir vermittelt und ich freue mich sehr auf die fünf (!) Fortsetzungen, auf die wir ja zum Glück nicht Jahr(zehnte) lang warten müssen!

Fazit: Von mir gibt es eine große Empfehlung für den Auftakt dieser frischen, humorvollen und leicht zu lesenden Fantasy-Reihe, in der (in positiver Hinsicht) auch erstaunlich viel Politik steckt.

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