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Veröffentlicht am 19.08.2025

Berührende Geschichte über eine besondere Freundschaft

Hase und ich
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Dieses Buch kommt so leise daher und hat mich doch sofort in seinen Bann gezogen. Es erzählt die berührende und wahre Geschichte einer (fast) unmöglichen Freundschaft zwischen der Autorin und einem wilden ...

Dieses Buch kommt so leise daher und hat mich doch sofort in seinen Bann gezogen. Es erzählt die berührende und wahre Geschichte einer (fast) unmöglichen Freundschaft zwischen der Autorin und einem wilden Feldhasen. Besonders beeindruckt hat mich, auf welch zurückgenommene Art und Weise die Autorin ihre Beobachtungen macht und den Hasen trotz seiner Bedürftigkeit und der räumlichen Nähe ganz das Wildtier sein lässt, das er ist. Der Sprachstil ist dabei angenehm flüssig und konkret. In jedem Satz spürt man die Faszination der Autorin für dieses kostbare Lebewesen und die Wunder der Natur, so dass keine der Beobachtungen und geteilten Fakten oder Mythen langweilig wirkt. Im Gegenteil, die Faszination und Neugierde springt auf uns über, so dass man voller Spannung der weiteren Entwicklung des Häschens folgen möchte. Die Hintergrundinformationen zu Feldhasen (z.B. die grundsätzliche Unterscheidung von Kaninchen) empfand ich ebenso bereichernd wie die Aufklärung über die Bedrohung dieser faszinierenden Tiere durch den Menschen. Gleichzeitig ist es ein Buch zum Innehalten und Entschleunigen. Es zeigt, wie die Autorin während der Pandemie nach und nach ihre gewohnte Lebensweise hinterfragt und ihre Prioritäten ändert, ausgelöst durch die Beobachtungen des wilden Tieres, das einzig dem Ruf der Natur folgt. "Ich spürte eine nie gekannte Nähe zur Natur, und obwohl sie im Grunde das Normalste der Welt hätte sein sollen, fühlte sie sich für mich wundervoll an" (S. 119). Genau dieses Gefühl hat auch mich beim Lesen begleitet und lässt mich staunend, demütig und dankbar zurück. Auch regt das Buch zum Nachdenken an. Für mich ist es ein ganz besonderes Buch, das ich von Herzen empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Spritzige, scharfsinnige RomCom zu einem wichtigen Thema

Red Flags
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Cover und Titel haben mich direkt angesprochen, da sie die humorvolle Verarbeitung eines wichtigen und sehr aktuellen Themas versprechen. Der Begriff "Red Flag" ist derzeit gefühlt in aller Munde und wird ...

Cover und Titel haben mich direkt angesprochen, da sie die humorvolle Verarbeitung eines wichtigen und sehr aktuellen Themas versprechen. Der Begriff "Red Flag" ist derzeit gefühlt in aller Munde und wird in der heutigen schnelllebigen Zeit teilweise fast inflationär verwendet, um Dating- oder Beziehungsabbrüche zu rechtfertigen. Doch was ist eigentlich eine wirkliche Red Flag und was sind überhöhte Ansprüche oder Ausreden, um Nähe zu vermeiden? Wann sollte man eine Beziehung beenden, weil die Passung nicht stimmt und die Beziehung nicht (mehr) gut tut, und wann gilt es, Unterschiede und Störfaktoren zu akzeptieren und Kompromisse zu schließen? Über diese großen Fragen sind sicherlich viele von uns schon einmal gestolpert. Die Autorin bearbeitet sie in diesem Roman mit viel Leichtigkeit, beißendem Witz, aber auch Ernsthaftigkeit und einer großen Prise Weisheit. Der Sprachstil ist locker, spritzig und humorvoll und macht es einem leicht, in die Geschichte einzutauchen. Abwechselnd wird aus der jeweiligen Perspektive der zwei Protagonistinnen erzählt, wobei hierfür die Ich-Form und die Gegenwart gewählt wurden. Beides mag ich in Romanen besonders gerne, weil es mir die Charaktere noch näher bringt und sie spürbarer macht. Tatsächlich sind die Protagonistinnen liebevoll ausgearbeitet und ich habe sie direkt ins Herz geschlossen. Die Dialoge sprühen vor Sarkasmus und Schlagfertigkeit. Besonders Poppys scharfsinnige Beobachtungen, ihre Begeisterung und ihr beharrliches Einstehen für ihre Werte haben mir gut gefallen. Sehr elegant fand ich, dass die Autorin beide Extreme des Themas "Red Flags" beleuchtet: Da sind Poppy und Cam, die potentielle Partnerinnen geradezu nach Störfaktoren abscannen und es gar nicht erst zu einer ernsthaften Beziehung kommen lassen. Auf der anderen Seite verdeutlichen einige Nebencharaktere das andere Extrem - die Überanpassung in und das Festhalten an einer Beziehung, die nicht gut tut oder sogar schadet. Zwischendurch werden auf humorvolle Art immer wieder psychologische Weisheiten eingestreut, z.B. durch eine Freundin von Poppy, die gerade in Therapie ist. Fazit: Obwohl ich 20 Jahre älter bin als die Protagonistinnen, hat mich die Geschichte nicht nur wunderbar unterhalten und zum Lachen gebracht, sondern auch zum Nachdenken angeregt. Klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Feinsinnige und kluge Second Chance-Romance

Und plötzlich ist es wunderbar
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Die Bücher von Mhairi McFarlane kenne und liebe ich alle. Ich habe mich riesig gefreut, dass sie diesmal eine Second Chance-Romance als Fortsetzung zu einem der vorherigen Romane geschrieben hat, bei dem ...

Die Bücher von Mhairi McFarlane kenne und liebe ich alle. Ich habe mich riesig gefreut, dass sie diesmal eine Second Chance-Romance als Fortsetzung zu einem der vorherigen Romane geschrieben hat, bei dem das Ende offen und eher traurig war. Die Charaktere hatte ich damals schon besonders ins Herz geschlossen und ich würde auch empfehlen, den ersten Band ("Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt") vor diesem hier zu lesen. Andernfalls könnte die Story eventuell langweilig wirken und der richtige Zugang zu den Charakteren fehlen. So aber konnte ich mich sofort gut in die Geschichte einfinden und das Wiedersehen mit den Charakteren genießen; mit Edie und ihrer unsicheren, zurückhaltenden, aber gleichzeitig beißend witzigen Art und mit Elliot und seiner Aufrichtigkeit, seinem Scharfsinn und seiner Fürsorge. Die Geschichte kommt eher leise daher und beschreibt auf kluge, feinsinnige und humorvolle Art, welche Schwierigkeiten sich die beiden mit ihrer Hollywood-Beziehung in ihrem Alltag stellen müssen. Die Missverständnisse und Zweifel fand ich durchaus realistisch und den Charakteren entsprechend. Ich stolperte lediglich über manche Stellen, bei denen ich nicht verstand, weshalb etwas nicht einfach direkt ausgesprochen wurde oder weshalb etwas als so sehr peinlich galt, bis ich von der Autorin charmant an die britische Zurückhaltung und Höflichkeit erinnert wurde. Mir gefällt auch, dass in ihren Romanen nicht so inflationär und aufdringlich mit Sexszenen um sich geworfen wird. Die Story steht eindeutig im Vordergrund. Fazit: Vielleicht ist es kein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann, mich hat es aber gerade durch die ruhige, zurückgenommene und kluge Erzählweise und die liebevolle Ausarbeitung der Charaktere und ihrer Schwierigkeiten überzeugt. Den ersten Band dazu sollte man meiner Meinung nach gelesen haben, um eine tiefere Beziehung zu den Protagonist*innen entwickeln zu können.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Liebevolle Beziehungsentwicklung von zwei spannenden Charakteren

Lakestone Campus of Seattle, Band 1 - What We Fear
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Dies war mein erstes Buch von der Autorin und es wird nicht mein letztes gewesen sein. Von Anfang an haben mich die beiden unterschiedlichen Charaktere mit ihren Geschichten und außergewöhnlichen Talenten ...

Dies war mein erstes Buch von der Autorin und es wird nicht mein letztes gewesen sein. Von Anfang an haben mich die beiden unterschiedlichen Charaktere mit ihren Geschichten und außergewöhnlichen Talenten in ihrem Bann gezogen. Die Entwicklung ihrer Beziehung wird unglaublich liebevoll dargestellt, was mich komplett abgeholt hat. Den Schreibstil fand ich angenehm, flüssig, emotional und fesselnd. Auch wenn es zwischendurch Längen gab, haben mir die Story und das Setting außerordentlich gut gefallen und es gab auch viele Spannungsmomente. Der nächste Band steht schon bereit und ich freue mich!

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Feministische und fesselnde Neuinterpretation einer tragischen Figur

Medea
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Als ehemalige Latein LK-lerin liebe ich die griechische Mythologie und doch habe ich gezögert, dieses Buch zu lesen angesichts der Dramatik und Grausamkeit von Medeas Geschichte. Ich bin sehr froh, dass ...

Als ehemalige Latein LK-lerin liebe ich die griechische Mythologie und doch habe ich gezögert, dieses Buch zu lesen angesichts der Dramatik und Grausamkeit von Medeas Geschichte. Ich bin sehr froh, dass ich mich dann doch dazu entschieden habe.

Denn diese Neuinterpretation, die einen Kontext für die komplexe Persönlichkeit und die unglaublich grausamen Taten Medeas liefert, ist durchweg fesselnd erzählt. Sie lässt eine Kategorisierung in Gut und Böse nicht so einfach zu und das hat mich neben dem feministischen Aspekt, der Medea als Opfer patriarchalischer Strukturen darstellt, am meisten an der Geschichte fasziniert. Dass diese aus Medeas Sicht (in der Ich-Perspektive und im Präsens) erzählt wird, hat dies noch verstärkt. Ich habe mitgefiebert, gebangt und gelitten.

Die Sprache ist flüssig und atmosphärisch. Durchgängig hatte ich das Gefühl drohenden Unheils. Medea wirkt trotz der Innenschau immer schwer greifbar, etwas distanziert, was sehr gut zu ihrer Biografie und ihrem Charakter passt. Es ist deshalb nicht so, dass ich sie als Protagonistin direkt stark ins Herz geschlossen habe, aber ich hatte viel Mitgefühl, war gefesselt von ihrer Erzählung und habe trotz allem auf ein gnädiges Schicksal für sie gehofft.

Im Mittelteil gab es ein paar Längen, ansonsten ließ sich das Buch erstaunlich schnell und leicht lesen.

Mein Fazit: Bei diesem Roman handelt es sich um eine fesselnde Neuinterpretation der Geschichte Medeas für alle, die eine Faszination für die griechische Mythologie und für starke Frauen hegen.

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