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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.04.2026

Klug erzählt, aber mit emotionaler Distanz

Die Spielerin
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Die Idee hinter „Die Spielerin“ hat mich direkt angesprochen: eine Frau, die unterschätzt wird und genau das für sich nutzt. Besonders die Perspektiven und der Blick auf gesellschaftliche Strukturen fand ...

Die Idee hinter „Die Spielerin“ hat mich direkt angesprochen: eine Frau, die unterschätzt wird und genau das für sich nutzt. Besonders die Perspektiven und der Blick auf gesellschaftliche Strukturen fand ich spannend.

Auch die Hörbuchumsetzung ist gelungen – die Sprecherin liest angenehm und sorgt für einen flüssigen Erzählfluss.

Was mir etwas gefehlt hat, war die emotionale Nähe zur Hauptfigur. Man bleibt eher Beobachter*in, als wirklich mitzufühlen. Dadurch wirkt die Geschichte stellenweise etwas distanziert.

Insgesamt ein interessanter und kluger Roman, der vor allem durch seine Themen überzeugt.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Spannende Familiendynamik mit starken Charakteren

Beth is dead
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„Beth is Dead“ hat mich als Buch sehr gut unterhalten. Die Geschichte ist spannend aufgebaut und lebt vor allem von den komplexen familiären Beziehungen.

Besonders interessant sind die Dynamiken innerhalb ...

„Beth is Dead“ hat mich als Buch sehr gut unterhalten. Die Geschichte ist spannend aufgebaut und lebt vor allem von den komplexen familiären Beziehungen.

Besonders interessant sind die Dynamiken innerhalb der Familie mit vier Töchtern, bei denen Themen wie Erwartungen, Selbstfindung und der eigene Platz im Leben im Mittelpunkt stehen. Diese Aspekte sind sehr gut dargestellt und wirken glaubwürdig.

Die Charaktere sind vielschichtig und entwickeln sich nachvollziehbar weiter. Die familiären Konflikte sorgen für Spannung und laden zum Miträtseln ein.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gut zu lesen, sodass man problemlos in der Geschichte bleibt.

Kritisch sehe ich die Gewichtung der Elternrollen: Die Mutterfigur hätte mehr Raum verdient, da sie viel zur Stabilität der Familie beiträgt, während der Vater sehr dominant dargestellt wird.

Insgesamt ein spannendes und gut geschriebenes Buch.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Beklemmend, intensiv und erschreckend aktuell

Guilty Pleasure
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Von Beginn an zieht sie einen in einen Strudel aus Spannung, moralischen Fragen und menschlichen Abgründen. Das hohe Erzähltempo sorgt dafür, dass man förmlich durch die Seiten fliegt.
Besonders stark ...

Von Beginn an zieht sie einen in einen Strudel aus Spannung, moralischen Fragen und menschlichen Abgründen. Das hohe Erzähltempo sorgt dafür, dass man förmlich durch die Seiten fliegt.
Besonders stark fand ich die zugrunde liegende Thematik: Wie weit würden Menschen gehen – sei es als Teilnehmende oder als Zuschauende? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und bleibt auch nach dem Lesen noch lange im Kopf.

Gleichzeitig ist die Geschichte stellenweise sehr hart. Die Gewaltdarstellungen sind explizit und fordernd, weshalb ich eine klare Sensibilität beim Lesen empfehlen würde. Hier hätte für mein Empfinden manchmal etwas weniger Detailtiefe gereicht.

Das Ende wirkt leicht konstruiert, rundet die Geschichte aber insgesamt gut ab. Trotz der Schwere bleibt vor allem eines hängen: die enorme Sogwirkung und die Relevanz der behandelten Themen.

Ein intensives Buch, das definitiv nicht jedem gefallen wird – aber genau deshalb so wirkungsvoll ist.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Ein vielschichtiges, berührendes Buch über Mutterschaft in all ihren Facetten

Alle meine Mütter
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„Alle meine Mütter“ von Lena Gorelik ist ein sehr eindringliches und besonderes Buch, das sich mit der wohl prägendsten Beziehung im Leben eines Menschen beschäftigt: der zu den Müttern – biologisch, emotional, ...

„Alle meine Mütter“ von Lena Gorelik ist ein sehr eindringliches und besonderes Buch, das sich mit der wohl prägendsten Beziehung im Leben eines Menschen beschäftigt: der zu den Müttern – biologisch, emotional, gewählt oder verloren.

Statt einer klassischen Romanhandlung besteht das Buch aus vielen einzelnen Perspektiven, Geschichten und Momentaufnahmen. Genau das macht es inhaltlich so stark: Es zeigt Mutterschaft nicht als einheitliches Bild, sondern in all ihren Brüchen, Widersprüchen und Facetten. Dabei geht es um Nähe und Distanz, Liebe und Überforderung, Verlust, Sehnsucht und Identität.

Besonders gelungen finde ich die Vielfalt der Stimmen. Unterschiedliche Lebensrealitäten und kulturelle Hintergründe fließen ein und machen das Buch sehr authentisch und vielschichtig. Viele Gedanken wirken lange nach und regen zum Reflektieren an.

Gleichzeitig erfordert die fragmentierte Erzählweise etwas Konzentration, da kein durchgehender roter Faden im klassischen Sinne vorhanden ist. Man muss sich immer wieder neu in die jeweiligen Perspektiven hineinfinden. Für mich hat das die emotionale Wirkung jedoch nicht geschmälert, sondern eher verstärkt, weil jede Geschichte für sich stehen darf.

Fazit: Ein wichtiges, feinfühliges und literarisch besonderes Buch über Mutterschaft, Identität und das, was uns geprägt hat – vielschichtig, anspruchsvoll und sehr berührend.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Wenn Nähe herausfordert und stärkt

Sie wollen uns erzählen
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Birgit Birnbacher erzählt intensiv und sehr persönlich über Mutter und Sohn, die beide auf ihre Weise aus dem Raster fallen. Die Figuren sind authentisch, ihre Dynamik nah, chaotisch, manchmal tragikomisch. ...

Birgit Birnbacher erzählt intensiv und sehr persönlich über Mutter und Sohn, die beide auf ihre Weise aus dem Raster fallen. Die Figuren sind authentisch, ihre Dynamik nah, chaotisch, manchmal tragikomisch. Der direkte, teilweise rohe Stil erfordert etwas Eingewöhnung, fesselt dann aber sofort. Das Setting im Grünen verstärkt die besondere Atmosphäre, und die Familiengeschichte über Generationen verleiht Tiefe. Ein Roman, der berührt, herausfordert und zeigt, wie Nähe und Verständnis trotz Widrigkeiten wachsen können. Sehr empfehlenswert für alle, die sich auf authentische Familiendynamik einlassen möchten.

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