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Veröffentlicht am 27.04.2026

Was trägt, auch wenn es ins Wanken gerät

Schon schwankte die Welt
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Leise, aber eindringlich erzählt Felicitas Prokopetz in „Schon schwankte die Welt“ von Verbindungen, die tragen – und ins Wanken geraten können. Im Zentrum steht die langjährige Freundschaft zwischen Viktoria ...

Leise, aber eindringlich erzählt Felicitas Prokopetz in „Schon schwankte die Welt“ von Verbindungen, die tragen – und ins Wanken geraten können. Im Zentrum steht die langjährige Freundschaft zwischen Viktoria und Helene, deren Stärke gerade darin liegt, dass sie nicht frei von Reibung ist. Unterschiedliche Lebensentwürfe und Prägungen schwingen dabei spürbar mit, ohne je plakativ erklärt zu werden.


Der Roman lebt von seinen Perspektivwechseln, die den Figuren nach und nach mehr Tiefe verleihen. Besonders gelungen ist, wie innere Prozesse sichtbar werden, ohne dass sie ausformuliert werden müssen. Auch Themen wie Kommunikation und das Ausweichen vor unangenehmen Wahrheiten sind fein eingewoben und wirken lange nach.


Zwischenmenschliche Dynamiken werden differenziert dargestellt – gerade dort, wo erste Gefühle der Realität standhalten müssen. Dabei zeigt der Text ein sensibles Gespür für Ungleichgewichte, ohne sie zu stark zu bewerten.


Eine besondere, fast leise zweite Ebene bringt das Motiv rund um die Raben hinein, das Fragen nach Verantwortung und Wahrnehmung aufwirft und dem Roman eine eigene Note verleiht.

Der Schreibstil ist ruhig, klar und stellenweise beinahe poetisch, die Kapitel angenehm strukturiert. Auch die Gestaltung mit den warmen Farbtönen und dem zunächst unscheinbaren Raben fügt sich stimmig ins Gesamtbild.


In der Kürze des Romans wird eine Vielzahl an Themen angedeutet – nicht alles wird ausgeleuchtet, manches bleibt bewusst offen. Gerade darin liegt jedoch auch eine Stärke: Vieles wirkt über die Lektüre hinaus nach.


Ein stiller, vielschichtiger Roman, der zeigt, wie viel auf wenigen Seiten entstehen kann – und der noch eine Weile im Kopf bleibt.


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Veröffentlicht am 26.04.2026

Ruhig erzählt, aber sehr nahbar

The Sea Sisters
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The Sea Sisters von Lucy Clarke hat mich vor allem durch seine Atmosphäre und die emotionale Tiefe überzeugt. Ich bin schnell in die Geschichte reingekommen und konnte gut dranbleiben.

Die beiden Sprecherinnen ...

The Sea Sisters von Lucy Clarke hat mich vor allem durch seine Atmosphäre und die emotionale Tiefe überzeugt. Ich bin schnell in die Geschichte reingekommen und konnte gut dranbleiben.

Die beiden Sprecherinnen Pia-Rhona Saxe und Ann-Kathrin Hinz machen das wirklich gut – die Perspektiven sind klar getrennt und gleichzeitig sehr nahbar erzählt. Gerade die leisen Momente zwischen den Schwestern kommen dadurch gut rüber.

Die Geschichte selbst ist eher ruhig, lebt aber von ihren Emotionen und den Themen rund um Familie, Erwartungen und das, was oft unausgesprochen bleibt.

An ein paar Stellen hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht, aber insgesamt hat mich das nicht gestört. Für mich ein stimmiges Hörbuch, das vor allem durch seine Atmosphäre und die starke Sprecherleistung überzeugt.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Klug erzählt, aber mit emotionaler Distanz

Die Spielerin
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Die Idee hinter „Die Spielerin“ hat mich direkt angesprochen: eine Frau, die unterschätzt wird und genau das für sich nutzt. Besonders die Perspektiven und der Blick auf gesellschaftliche Strukturen fand ...

Die Idee hinter „Die Spielerin“ hat mich direkt angesprochen: eine Frau, die unterschätzt wird und genau das für sich nutzt. Besonders die Perspektiven und der Blick auf gesellschaftliche Strukturen fand ich spannend.

Auch die Hörbuchumsetzung ist gelungen – die Sprecherin liest angenehm und sorgt für einen flüssigen Erzählfluss.

Was mir etwas gefehlt hat, war die emotionale Nähe zur Hauptfigur. Man bleibt eher Beobachter*in, als wirklich mitzufühlen. Dadurch wirkt die Geschichte stellenweise etwas distanziert.

Insgesamt ein interessanter und kluger Roman, der vor allem durch seine Themen überzeugt.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Spannende Familiendynamik mit starken Charakteren

Beth is dead
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„Beth is Dead“ hat mich als Buch sehr gut unterhalten. Die Geschichte ist spannend aufgebaut und lebt vor allem von den komplexen familiären Beziehungen.

Besonders interessant sind die Dynamiken innerhalb ...

„Beth is Dead“ hat mich als Buch sehr gut unterhalten. Die Geschichte ist spannend aufgebaut und lebt vor allem von den komplexen familiären Beziehungen.

Besonders interessant sind die Dynamiken innerhalb der Familie mit vier Töchtern, bei denen Themen wie Erwartungen, Selbstfindung und der eigene Platz im Leben im Mittelpunkt stehen. Diese Aspekte sind sehr gut dargestellt und wirken glaubwürdig.

Die Charaktere sind vielschichtig und entwickeln sich nachvollziehbar weiter. Die familiären Konflikte sorgen für Spannung und laden zum Miträtseln ein.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gut zu lesen, sodass man problemlos in der Geschichte bleibt.

Kritisch sehe ich die Gewichtung der Elternrollen: Die Mutterfigur hätte mehr Raum verdient, da sie viel zur Stabilität der Familie beiträgt, während der Vater sehr dominant dargestellt wird.

Insgesamt ein spannendes und gut geschriebenes Buch.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Beklemmend, intensiv und erschreckend aktuell

Guilty Pleasure
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Von Beginn an zieht sie einen in einen Strudel aus Spannung, moralischen Fragen und menschlichen Abgründen. Das hohe Erzähltempo sorgt dafür, dass man förmlich durch die Seiten fliegt.
Besonders stark ...

Von Beginn an zieht sie einen in einen Strudel aus Spannung, moralischen Fragen und menschlichen Abgründen. Das hohe Erzähltempo sorgt dafür, dass man förmlich durch die Seiten fliegt.
Besonders stark fand ich die zugrunde liegende Thematik: Wie weit würden Menschen gehen – sei es als Teilnehmende oder als Zuschauende? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und bleibt auch nach dem Lesen noch lange im Kopf.

Gleichzeitig ist die Geschichte stellenweise sehr hart. Die Gewaltdarstellungen sind explizit und fordernd, weshalb ich eine klare Sensibilität beim Lesen empfehlen würde. Hier hätte für mein Empfinden manchmal etwas weniger Detailtiefe gereicht.

Das Ende wirkt leicht konstruiert, rundet die Geschichte aber insgesamt gut ab. Trotz der Schwere bleibt vor allem eines hängen: die enorme Sogwirkung und die Relevanz der behandelten Themen.

Ein intensives Buch, das definitiv nicht jedem gefallen wird – aber genau deshalb so wirkungsvoll ist.

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