Platzhalter für Profilbild

Lesefastalles

Lesejury Star
offline

Lesefastalles ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lesefastalles über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2026

Eine turbulente RomCom mit Herz und Humor

Annie Knows Everything
0

Ich habe das herrlich chaotische und zugleich witzige Buch „Annie Knows Everything“ von Rachel Wood förmlich verschlungen, schon das Cover hat mich sofort angesprochen.
Die Geschichte ist fesselnd und ...

Ich habe das herrlich chaotische und zugleich witzige Buch „Annie Knows Everything“ von Rachel Wood förmlich verschlungen, schon das Cover hat mich sofort angesprochen.
Die Geschichte ist fesselnd und humorvoll erzählt und bietet genau die richtige Mischung aus Romantik und Chaos. Annie ist jemand, der Probleme nicht ignorieren kann. Sobald sich eines zeigt, greift sie ein und landet dabei regelmäßig in Fettnäpfchen, die teils ziemlich dramatische Konsequenzen haben.
Nachdem sie von der Tech-Firma, in der sie arbeitet, gekündigt wird, gelingt es ihr mit Hilfe ihrer besten Freundin Carrie aus der HR-Abteilung, sich einen Job in der Data-Strategy-Abteilung zu erschleichen, obwohl sie dafür denkbar ungeeignet ist.
Doch Annie wäre nicht Annie, wenn sie nicht auch ihren attraktiven und sympathischen zukünftigen Chef Connor davon überzeugen könnte, dass sie dennoch eine Bereicherung für das Team ist. Als Programmiererin kann sie zwar nicht glänzen, aber sie ist fest entschlossen, ihren Beitrag zu leisten, indem sie ihre eigenen Stärken einsetzt. Mit den anstehenden Umstrukturierungen im Unternehmen ist das Chaos ohnehin vorprogrammiert.
Zusätzlich verfolgt Annie eine ganz persönliche Mission. Sie will um jeden Preis die Hochzeit ihrer Schwester mit Dan verhindern, nachdem dieser eine Affäre mit einer Kollegin hatte.
Annie ist unglaublich liebenswert und handelt meist intuitiv aus den besten Absichten heraus, auch wenn sie dabei oft übers Ziel hinausschießt. Frei nach dem Motto: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.
Die besondere Anziehung zwischen ihr und Connor ist von Anfang an spürbar, und ihre schlagfertigen Wortgefechte gehören definitiv zu den Highlights der Geschichte. Connor ist charmant, verständnisvoll und einfach der Typ Mann, den man sich nur wünschen kann.
Für mich war dieses Buch eine absolute Wohlfühllektüre, die ich kaum aus der Hand legen konnte. Eine humorvolle RomCom, die ich für entspanntes, unterhaltsames Lesevergnügen nur wärmstens empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.04.2026

Wunderschönes Bilderbuch

Tom Tauber – Ratte der Lüfte
0

Schon beim ersten In-die-Hand-Nehmen merkt man an der Haptik, dass das Bilderbuch „Tom Tauber – Ratte der Lüfte“ besonders hochwertig verarbeitet ist. Dieser Eindruck setzt sich im Inneren fort. Sowohl ...

Schon beim ersten In-die-Hand-Nehmen merkt man an der Haptik, dass das Bilderbuch „Tom Tauber – Ratte der Lüfte“ besonders hochwertig verarbeitet ist. Dieser Eindruck setzt sich im Inneren fort. Sowohl die Illustrationen als auch der Text überzeugen auf ganzer Linie. Vor allem die ausdrucksstarke Mimik der Tiere ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und macht das Buch zu etwas ganz Besonderem.
Die Geschichte erzählt von einer großen Rattenfamilie, die in einem alten Haus lebt. Ihr Besitzer, Sven Hansen, versorgt sie eher zufällig immer wieder mit etwas Futter, sehr zum Erstaunen von Nelli, die fest davon überzeugt ist, dass dahinter Absicht steckt. Eines Tages entdecken die Ratten ein verlassenes Nest mit einem kleinen, piepsenden Etwas. Für sie ist sofort klar, dass sie sich um den Findling kümmern müssen. Der kluge Töffel erkennt schnell, dass es sich um ein Taubenküken handelt und weiß auch, was es zum Überleben braucht. Wie es der Zufall will, bringt Sven genau das passende Futter vorbei, sodass sie den Kleinen, den sie Tom nennen, liebevoll aufpäppeln können.
Doch Tom merkt bald, dass er anders ist als die anderen. Tagsüber verlässt er den Keller und erkundet die Welt draußen, wobei er auch in gefährliche Situationen gerät …
Das Buch besticht durch seine liebevollen Illustrationen mit vielen charmanten Details und hebt sich dadurch deutlich von der Masse ab. Auch der Text ist äußerst gelungen, witzig, informativ und zugleich herzerwärmend erzählt. Im Anhang finden sich zudem spannende und kindgerecht aufbereitete Informationen über Stadttauben.
Eine klare Empfehlung für dieses außergewöhnlich schön gestaltete Bilderbuch mit einer wichtigen Botschaft. Anders zu sein bedeutet nicht, nicht dazuzugehören, im Gegenteil, es kann uns verbinden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.04.2026

Gegen Hoffnung ist kein Kraut gewachsen

Widdersehen
0

Widdersehen ist der dritte Schafskrimi rund um die Herde aus ›Glennkill‹ von Leonie Swann.
Die liebenswerte Schafherde macht sich gemeinsam mit ihrer Schäferin Rebecca auf den Rückweg von Frankreich zu ...

Widdersehen ist der dritte Schafskrimi rund um die Herde aus ›Glennkill‹ von Leonie Swann.
Die liebenswerte Schafherde macht sich gemeinsam mit ihrer Schäferin Rebecca auf den Rückweg von Frankreich zu ihrer heimischen Weide. Doch die Wiederkehr verläuft ernüchternd. Die Weide ist längst nicht mehr so üppig wie in ihrer Erinnerung. Zudem grasen dort bereits drei fremde Schafe, ausgerechnet unter der Obhut des Metzgers. Als Rebecca dann auch noch spurlos verschwindet, ist das Chaos perfekt.
Gemeinsam mit den Neuankömmlingen begibt sich die Herde auf die Suche nach ihrer Schäferin. Dabei stoßen sie auf einen geheimnisvollen Schäfer, der nur Theseus aus der Erzählung sein kann und dem ein Finger fehlt. Ob das mit dem Finger zusammenhängt, den Rebecca zuvor in einem Paket erhalten hat?
Den Schafen stehen turbulente Zeiten bevor, in denen Plüschschafe, dubiose Gestalten, die altbekannte Beth und auch der Metzger eine entscheidende Rolle spielen.
Leonie Swann gelingt es erneut, ihre Schafsfiguren mit viel Witz und Charme zum Leben zu erwecken. Jedes Tier bringt dabei ganz eigene Fähigkeiten ein, sei es das Gedächtnisschaf Moppel the Whale, das kluge Schaf Miss Maple oder Madouc, die Ziege in Ausbildung zum Schaf. Gemeinsam prägen sie nicht nur die Dynamik der Herde, sondern auch den Verlauf der Geschichte.
Besonders unterhaltsam ist die originelle Gedankenwelt der Schafe, in die man als Leser eintauchen darf, oft herrlich naiv und dabei äußerst komisch.
Auch die menschlichen Figuren überzeugen, allen voran Rebecca, ihr Bruder James alias Theseus sowie der Metzger, die für zusätzliche Spannung und interessante Wendungen sorgen.
Ein tierisch gutes Lesevergnügen voller Wortwitz, Situationskomik und Spannung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2026

Lernen mit Nervenkitzel

Sans Cœur
0

Der französischsprachige Lernkrimi, oder vielmehr Thriller, „Sans cœur“ von Virginie Pironin sticht sofort ins Auge. Die dominierenden Farben Rot und Schwarz erzeugen eine düstere, spannungsgeladene Atmosphäre, ...

Der französischsprachige Lernkrimi, oder vielmehr Thriller, „Sans cœur“ von Virginie Pironin sticht sofort ins Auge. Die dominierenden Farben Rot und Schwarz erzeugen eine düstere, spannungsgeladene Atmosphäre, die hervorragend zum Genre passt. Auch der Warnhinweis „Achtung: Nichts für schwache Nerven!“ ist hier durchaus wörtlich zu nehmen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Stéphane, der an einem genetisch bedingten Herzleiden leidet. Eines Tages verschlechtert sich sein Zustand dramatisch, und er ist dringend auf ein Spenderherz angewiesen. Tatsächlich hat er Glück. Schnell wird ein passendes Herz gefunden. Am Tag der Transplantation bricht ein Schwerverbrecher aus einer psychiatrischen Einrichtung aus und kommt wenig später bei einem Lkw-Unfall ums Leben.
Nach der erfolgreichen Transplantation erholt sich Stéphane zunächst gut, doch schon bald wird er von intensiven Albträumen geplagt, die sich erschreckend real anfühlen. Er behält diese Erlebnisse lieber für sich und vertraut sich nur einer Freundin an. Gleichzeitig treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es gezielt auf die Herzen seiner Opfer abgesehen hat. Eine verzweifelte Suche nach dem Täter beginnt.
Da meine Schulzeit bereits einige Zeit zurückliegt und ich Französisch bis zum Maturaniveau gelernt habe, kann ich nicht mit Sicherheit beurteilen, ob der Text tatsächlich dem Referenzniveau B1 entspricht. Für mich war er jedoch gut verständlich und ließ sich dank der hervorgehobenen sowie im Anhang und teilweise direkt im Text übersetzten Wörter relativ flüssig und zusammenhängend lesen.
Die in den Text integrierten Übungen finde ich besonders gelungen, da sie den Lesefluss auflockern und gleichzeitig zum aktiven Mitdenken anregen. Dadurch bleibt man konzentrierter und setzt sich intensiver mit dem Inhalt auseinander. Sehr positiv ist zudem, dass die Lösungen zur Selbstkontrolle beigefügt sind, so kann man den eigenen Lernfortschritt gut überprüfen und gezielt an möglichen Unsicherheiten arbeiten.
Besonders hilfreich sind auch die übersichtlich gestalteten Infokästchen: Hier werden schwierige, im Text rot markierte Wörter direkt übersetzt. Das ist äußerst praktisch, da man nicht erst im Glossar nach vorne blättern muss.
Für alle, die ihr Französisch vertiefen möchten und gleichzeitig Freude an spannenden, leicht schaurigen Geschichten haben, kann ich diesen Thriller uneingeschränkt empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2026

Aus dem Schatten ins Licht

The Artist
0

Der Autorin Lucy Steeds ist mit ihrem Debüt The Artist ein außergewöhnlicher Roman gelungen, der tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt.
Im Jahr 1920 erhält der Journalist Joseph, der ...

Der Autorin Lucy Steeds ist mit ihrem Debüt The Artist ein außergewöhnlicher Roman gelungen, der tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt.
Im Jahr 1920 erhält der Journalist Joseph, der für die Kunstzeitschrift „The Inkling“ arbeitet, die einmalige Gelegenheit, den renommierten Maler Édouard Tartuffe zu besuchen. Dieser lebt seit Jahren zurückgezogen auf einem abgelegenen Bauernhof, gemeinsam mit seiner Nichte Ettie. Sie kümmert sich um den Haushalt, erledigt alle Besorgungen und hält sein Atelier in Ordnung. Umso größer ist Josephs Begeisterung über die Einladung.
Doch bei seiner Ankunft in Saint-Auguste zeigt sich Tartuffe wenig erfreut über den Besuch. Es ist schließlich Ettie, die die Situation rettet, indem sie vorschlägt, Joseph könne Modell für ein lange geplantes Gemälde stehen.
Während der Maler distanziert und verschlossen bleibt, gewährt Ettie Joseph Einblicke in Tartuffes Schaffen und Arbeitsweise. Zwischen Joseph und Ettie entwickelt sich langsam eine vorsichtige Nähe. Doch der exzentrische Künstler duldet keine Beziehungen, vor allem nicht für seine Nichte. Generell scheint er ihr jede Form von Lebensfreude zu verwehren. Selbst ihre frühere Leidenschaft für die Malerei hat er im Keim erstickt. In seinem Haus gibt es nur einen Künstler, ihn selbst. Ettie lebt in einer toxischen Abhängigkeit von ihrem Onkel.
Die Handlung ist eindrucksvoll und atmosphärisch dicht erzählt. Die Perspektive wechselt kapitelweise zwischen Joseph und Ettie, wodurch ihre innersten Gedanken und Gefühle eindringlich sichtbar werden.
Besonders eindrucksvoll sind die Beschreibungen des künstlerischen Schaffensprozesses, von der Auswahl der Motive bis hin zur Umsetzung auf der Leinwand. Auch die wunderschöne Landschaft Südfrankreichs wird bildhaft konstruiert.
Doch dieser Roman ist weit mehr als nur das Porträt eines Künstlers. Er ist auch der verzweifelte Ruf einer Frau, in ihrem eigenen Talent gesehen und anerkannt zu werden.
Ein absolut empfehlenswertes Buch, ein „Kunstwerk“.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere