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Veröffentlicht am 12.05.2026

Nicht mörderisch spannend, aber eine solide Mischung aus Krimi, Sozialstudie und Drama

Happy Wife
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Nora arbeitet mit Mitte 20 als Schwimmlehrerin in einem Country Club, wo die reiche Elite Floridas Zuhause ist. Dort lernt sie den 18 Jahre älteren Will kennen, einen charismatischen Anwalt, der frisch ...

Nora arbeitet mit Mitte 20 als Schwimmlehrerin in einem Country Club, wo die reiche Elite Floridas Zuhause ist. Dort lernt sie den 18 Jahre älteren Will kennen, einen charismatischen Anwalt, der frisch geschieden ist. Sie verlieben sich ineinander und heiraten wenig später spontan im Urlaub in der Karibik.
Nora fühlt sich in dem elitären Viertel Winter Park nicht wohl und wird von den allermeisten Bewohnern abgelehnt oder argwöhnisch als unpassend für Will betrachtet. Doch Nora macht gute Miene zum bösen Spiel und richtet die Party für Wills 46. Geburtstag aus. In der Nacht darauf verschwindet er spurlos und gilt seitdem als vermisst. Nora gerät in das Visier von Medien und Polizei und stellt Nachforschungen an, um Will zu finden und ihre Unschuld zu beweisen.

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen und wechselt dabei zwischen dem "Davor", der Entwicklung der Liebesgeschichte von Nora und Will und dem "Danach", der fieberhaften Suche nach Wills mysteriösem Verschwinden.

Nach einer stürmischen Liebeshochzeit gelangt Nora schnell auf den Boden der Tatsachen, als sie in der elitären Gemeinschaft von Winter Park im Vergleich zu Wills Exfrau wie eine Aussätzige behandelt wird und auch Wills Charakter seine Schattenseiten zeigt. Der Reichtum kann ihre emotionale Einsamkeit nicht kompensieren.
Nach Wills Verschwinden wittert Winter Park einen Skandal und würde nur zu gern sehen, dass Nora für das mysteriöse Verschwinden ihres Ehemanns verantwortlich ist.
Nora bewegt sich zwischen Unglaube, Verzweiflung und Wut. Ihre Emotionen sowie der Wunsch, selbst herausfinden, was mit Will passiert ist, sind nachvollziehbar.

Auch wenn es einzelne Hinweise auf Probleme in seiner Kanzlei und insbesondere mit seinem Partner Fritz gibt, kann über den tatsächlichen Grund nur spekuliert werden, insbesondere da es nur wenig Einblicke in die Ermittlungen der Polizei gibt, die erst einmal die neue Ehefrau als Hauptverdächtige führen.
Ohne neuen Input zieht sich die Geschichte ein wenig in die Länge und bleibt hinsichtlich der Bewohner Winter Parks so oberflächlich wie die Menschen selbst.

"Happy Wife" ist eine solide Mischung aus Krimi, Sozialstudie und Drama, die nicht mörderisch spannend ist, aber bis zum Schluss gut unterhält und zeigt, dass nicht alles Gold ist, das glänzt.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Cold-Case-Krimi, der sich zu einem wendungsreichen Thriller entwickelt

Seventeen Years Later
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Vor 17 Jahren wurde eine wohlhabende Familie in der Kleinstadt Cambridge in Neuseeland brutal ermordet. Blutverschmiert und am Tatort gesehen, war Bill Kareama, der Privatkoch der Primroses, der prädestinierte ...

Vor 17 Jahren wurde eine wohlhabende Familie in der Kleinstadt Cambridge in Neuseeland brutal ermordet. Blutverschmiert und am Tatort gesehen, war Bill Kareama, der Privatkoch der Primroses, der prädestinierte Tatverdächtige, der wenige Stunden nach der Tat verhaftet und angeklagt wurde.
Die erfolgreiche True-Crime-Podcasterin Sloan Abbott ist überzeugt, dass Bill kein faires Ermittlungsverfahren gewährt wurde und versucht nun, die Wahrheit herauszufinden. Schon am ersten Tag vor Ort deckt sie Ungereimtheiten in dem Kriminalfall auf, die weitere Zweifel schüren, dass damals sorgfältig ermittelt wurde.

Der Roman wird in der Gegenwart aus den Perspektiven von Sloan und dem Polizeipsychologen Te Kuru geschildert, während die Vergangenheit anhand des von Bill verfassten Manuskripts "Seventeen Years Later" erzählt wird.

Sloan sieht sich einem Justizirrtum auf der Spur und befragt Zeugen und in den Kriminalfall involvierte Personen. Dabei offenbart sie Hinweise, die die Polizei übersehen hat und findet sowohl entlastende als belastende Indizien für die Täterschaft von Bill Kareama, der im Gefängnis sitzt und seine Unschuld beteuert. TK, der Bill für schuldig hält, rollt nach Sloans Kontaktaufnahme den Fall ebenfalls auf.

Für anhaltende Spannung sorgt, dass man sich zu keinem Zeitpunkt sicher sein kann, ob es sich bei Bill Kareama um den wahren Täter oder einen unschuldig Verurteilten handelt. Als Maori könnte er rassistisch vorverurteilt worden sein oder tatsächlich eine unkontrollierte Wut auf seine ehemaligen Arbeitgeber gehabt haben, die ihn falsch verdächtigt hatten, ihrer Tochter zu nahe gekommen zu sein.

Die Suche nach der Wahrheit ist durch zahlreiche falsche Fährten wendungsreich gestaltet. Glaubt man den Tathergang durchschaut zu haben, wird man wiederholt von einer neuen Enthüllung erwischt, die alles in einem anderen Licht erscheinen lässt. Der Roman entwickelt sich damit von einem Cold Case-Krimi von Hobbydetektiven zu einem wendungsreichen Thriller, wobei es am Ende schon fast zu viele potentielle Täter hagelt.
Je näher Sloan und TK der Wahrheit kommen, desto bedrohlicher wird das Szenario. Gibt es am Ende Gerechtigkeit für einen Unschuldigen oder den letzten Beweis, dass es sich bei Bill um ein Monster handelt?

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Diffizil aufgebauter Psychothriller um Neid, Misstrauen und dunkle Familiengeheimnisse

Geliebte Schwester
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Tasha und ihre ältere Schwester Alice ähneln sich äußerlich, vertrauen einander blind, führen aber ganz unterschiedliche Leben. Während Tasha in ihrer Heimat in Chew Norton geblieben ist, verheiratet und ...

Tasha und ihre ältere Schwester Alice ähneln sich äußerlich, vertrauen einander blind, führen aber ganz unterschiedliche Leben. Während Tasha in ihrer Heimat in Chew Norton geblieben ist, verheiratet und Mutter von Zwillingen ist, ist Alice als Biochemikerin erfolgreich und lebt mit ihrem wohlhabenden Mann in London.
Als Tasha und ihr Mann Aaron eine Auszeit brauchen, bietet Alice an, mit ihrem Mann Kyle auf die Kinder aufzupassen, damit Tasha und Aaron einen Kurzurlaub in ihrer Wohnung in Venedig verbringen können. Der Aufenthalt endet abrupt, nachdem Alice und Kyle in Tashas Haus überfallen wurden. Zurück in England findet Tasha eine Botschaft: "Du solltest es sein".

Der Roman wird aus mehreren Perspektiven geschildert, wobei der Schwerpunkt auf der Ich-Erzählerin Tasha in der Gegenwart im Oktober 2019 liegt. Daneben gibt es Rückblenden beginnend sechs Monate zuvor und einzelne kursiv gedruckte Abschnitte mit einer hasserfüllten Beobachtung Tashas.

Im Verlauf der Handlung wird bekannt, welches tragische Familienunglück sich im Oktober 1989 in Tashas Kindheit ereignet hat und alle Beteiligten gezeichnet hat. Spuren am Tatort des mutmaßlichen Einbruchs stellen eine Verbindung zur Vergangenheit her, wirken verstörend und mysteriös.

Der Psychothriller hält die Spannung auf einem konstant hohen Niveau. Tasha und Aaron werden in Venedig bedroht, Alice und Kyle in Chew Norton überfallen. Dazu kommt Tage später eine Frauenleiche im Weiher hinter Tashas und Aarons Haus. Wie die einzelnen Ereignisse zusammenhängen, ist kaum zu erahnen. Die Charaktere haben ihre Geheimnisse, die erst allmählich enthüllt werden. Dabei kommt es zu zahlreichen Wendungen, die jedoch am Ende etwas verworren sind.

"Geliebte Schwester" ist ein diffizil aufgebauter Psychothriller um Neid, Misstrauen und dunkle Familiengeheimnisse, der auf falsche Fährten führt und auf schändliche Art und Weise beweist, dass Blut dicker ist als Wasser.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Psychothriller, der tief in die Seelen der handelnden Personen blicken lässt, aber nicht ganz so fesselnd wie Band 1

39 Grad
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Die Augusthitze ist mörderisch. In kurzer Abfolge werden mehrere Frauen im Raum Erfurt getötet. Der Täter inszeniert seine Opfer grausam in der Öffentlichkeit und hinterlässt jeweils dreistellige Zahlen ...

Die Augusthitze ist mörderisch. In kurzer Abfolge werden mehrere Frauen im Raum Erfurt getötet. Der Täter inszeniert seine Opfer grausam in der Öffentlichkeit und hinterlässt jeweils dreistellige Zahlen als Botschaft. Dabei scheint er Kriminalkommissar Lukas Johannsen persönlich anzusprechen. Das Opfer mit der Nummer 131 wird an seinem Geburtstag aufgefunden, dann erhält er einen Brief mit der Zahl 137 und die 139 platziert der Täter direkt vor seinem Zuhause. Lukas wird von dem Fall abgezogen und ermittelt privat mit Unterstützung der Profilern Berit Pernstein weiter. Noch bevor sie die Zahlen entschlüsseln können, ist sich Lukas sicher, dass sie es nach fünf Jahren wieder mit dem Puppenmörder zu tun haben.


"39 Grad" ist nach "Minus 22 Grad" der zweite Band der Reihe um den LKA-Ermittler Lukas Johannsen. Der Roman handelt ein halbes Jahr später und baut auf der Handlung des ersten Bands auf, weshalb eine chronologische Lesefolge empfehlenswert ist.


Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, die neben der Sicht der Ermittler auch die Perspektiven der Opfer und des Täters umfassen. Daneben gibt es Rückblenden in die Jahre 1991/ 1992, die von einer traumatisierten Familie und einem schikanierten Kind erzählen.


Auf Grundlage der einzelnen Erzählstränge kann frühzeitig über den Täter spekuliert werden. Dabei ist man den Ermittlern mehrere Schritte voraus, die unter Druck stehen, einen wahnsinnigen Serienmörder zu fassen. Die Hinweise aus der Vergangenheit sind dabei fast zu offensichtlich, die eine gequälte Seele präsentieren und auf ein bestimmtes Motiv schließen lassen.


Beängstigend sind die Szenen, wie der Täter seine Opfer jagt, die er sich nicht willkürlich ausgesucht hat. Für Spannung sorgt zudem, dass er auch Lukas im Visier hat, der trotz seiner Zwangsbeurlaubung weiter ermittelt. Schlüssig setzen sich nach und nach alle Puzzleteilte zusammen, die den Täter enttarnen. Vor dem Zugriff hat er jedoch schon ein neues Opfer ausgesucht, was für ein fesselndes Finale sorgt.


"39 Grad" ist wie schon "Minus 22 Grad" ein durchdachter Psychothriller, der tief in die Seelen der handelnden Personen blicken lässt, die alle eine bewegte Vergangenheit hinter sich haben. Im Vergleich zu Band 1 sorgt er jedoch nicht für ganz so viel Nervenkitzel und beschließt die Reihe mit einem etwas weichem Thriller-Ende.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Dystopischer Roman basierend auf einer alternativen Realität über Missbrauch und Manipulation

Das Buch der Schuld
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Die 13-jährigen Drillinge Vincent, Lawrence und William leben 1979 in einem Waisenhaus in der ländlichen Gegend von Hampshire, wo sie von drei Müttern betreut werden. Sie müssen von ihren Träumen erzählen, ...

Die 13-jährigen Drillinge Vincent, Lawrence und William leben 1979 in einem Waisenhaus in der ländlichen Gegend von Hampshire, wo sie von drei Müttern betreut werden. Sie müssen von ihren Träumen erzählen, die im Buch der Träume festgehalten werden, lernen ihre Lektionen aus dem Buch des Wissens und ihre Schandtaten werden im Buch der Schuld vermerkt. Ihr einziger Kontakt zur Außenwelt ist ein Arzt, der sie regelmäßig besucht. Er behandelt sie medikamentös gegen den Käfer, an dem sie erkrankt sind.
Als die Regierung beschließt, dass die Sycamore-Heime aus Kostengründen geschlossen werden, werden Familien für die drei Jungen gesucht. Dafür setzt sich die Einsamkeitsministerin ein, während die britische Bevölkerung sich vor den Kindern fürchtet, die bisher gut aufgehoben waren.

Der dystopische Roman, der von einem alternativen Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt, das Auswirkungen auf die Wissenschaft und Forschung hatte, wird aus drei Perspektiven erzählt. Neben Vincent und der Einsamkeitsministerin handelt die Geschichte von der 13-jährigen Nancy, die ihre Eltern von der Gesellschaft fernhalten.

Es ist ein beängstigendes Szenario, das aufgebaut wird. Sowohl die Drillinge, bei denen es sich um die letzten Jungen des Waisenhauses handelt, als auch die gleichaltrige Nancy werden streng von ihren Müttern bzw. Eltern kontrolliert. Als sie älter werden, beginnen sie Fragen zu stellen und die Antworten, die sie erhalten, anzuzweifeln. Die Jungen gewinnen zudem durch die beabsichtigte Schließung des Sycamore-Heims und Sozialisierungstage mehr Freiheiten und können bald den tatsächlichen Grund ihres Aufenthaltes dort und warum so viele Jungen vor ihnen gestorben sind, erahnen.
Als Nancy entdeckt, welches Geheimnis ihre fürsorglichen Eltern verbergen, gerät ihre Identität und ihr ganzes Leben ins Wanken.
Mit der Verbindung von Nancy und den Drillingen steigert sich die bisher unterschwellige Spannung einer Geschichte über Missbrauch und Manipulation.

Obschon der Roman auf einer historisch alternativen Realität basiert, ist das Szenario nicht undenkbar. Es geht um die Vereinbarkeit des wissenschaftlichen Fortschritts mit dem Erhalt der Menschenwürde. Solche moralischen Fragen sind zeitlos und machen das Buch bedeutsam - und im weiteren Verlauf der Handlung so erschreckend. Wird die Geschichte zu Beginn sehr detailverliebt erzählt, wirkt das Ende etwas ideenlos kurz gefasst und wird weg von den Emotionen auf eine faktenbasierende Sachebene gehoben.

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