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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2026

Humorvoll

Mord mit Schwips
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Romy, früher Investigativjournalistin in München, nun Keramikkünstlerin im heimischen Bayerischen Wald, erhält einen panischen Anruf von ihrer Großtante, die in einem feudalen Alterswohnsitz lebt. Dort ...

Romy, früher Investigativjournalistin in München, nun Keramikkünstlerin im heimischen Bayerischen Wald, erhält einen panischen Anruf von ihrer Großtante, die in einem feudalen Alterswohnsitz lebt. Dort wurde in der zum Gut gehörenden Destillerie der Brennmeister tot aufgefunden, offenbar im Waldmeisterlikör ertrunken. Eine Kopfwunde lässt vermuten, dass er zunächst bewusstlos geschlagen wurde und dann kopfüber in den Destillationstank mit besagtem Likör fiel. Die Großtante steht nun unter Verdacht, weil sie zuvor mit dem Brennmeister gestritten hatte, wie Zeugen angeben. Romy eilt ihrer Verwandten zu Hilfe, muss aber feststellen, dass auch sie verdächtigt wird, denn ihre Telefonnummer ist im Handy des Toten gespeichert und eine SMS mit einer Einladung an sie. Nicht genug damit, ermittelt ausgerechnet ihr Ex in diesem Fall, offenbar strafversetzt in die bayerische Provinz. Das ruft die Schnüfflerin in ihr wach und so ermittelt sie teils an der Seite ihres Ex, teilweise hinter seinem Rücken für sich hin, nicht ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Flott erzählt, mit Wärme, Humor und Spannung, wie auch der Klappentext suggeriert. Und irgendwie auch eine Hommage an den Bayerischen Wald.

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  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 31.05.2026

Bedrohlich

Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln
0

Sehr bedrohliche Szenarien breiten sich in diesem Thriller aus, die aufzeigen, dass KI nicht die Bedrohung ist, sondern diejenigen, die diese Instrumente für sich, gegen alle anderen, einsetzen und in ...

Sehr bedrohliche Szenarien breiten sich in diesem Thriller aus, die aufzeigen, dass KI nicht die Bedrohung ist, sondern diejenigen, die diese Instrumente für sich, gegen alle anderen, einsetzen und in verbrecherischer Weise nutzen. Hochintelligente, selbstgefällige, ichbezogene, brandgefährliche Individuen, die hochentwickelte Systeme beherrschen, um alle anderen zu beherrschen. So die Situation, der die EU-Kommission und die mit der Lösung beauftragten Mitarbeiter der relativ neu gegründeten CSA5 gegenüberstehen. Ein relativ harmlos wirkender Vorfall beim Berlin Marathon, bei dem ein Autofahrer von seinem Navi mitten auf die Marathon-Strecke geleitet wurde, was zum Glück ohne Folgen für die Läufer blieb, offenbart sich als Cyberangriff auf das Galileo-System. Nur wenige Sekunden haben gereicht, um die Navis in Berlin verrückt spielen zu lassen. Eine Demonstration, Warnung und Erpressung, wie ein Erpresserbrief an die EU-Kommissionsvorsitzende aufzeigt, der auch eine Forderung von 1 Milliarde Euro beinhaltete. Ansonsten würde man demonstrieren, wozu Timeout, so der Name der Terroristen, noch in der Lage sei. Mit gravierenden Folgen für Berlin, Deutschland, Europa, die ganze Welt. Ein Wettlauf um die knapp bemessene Zeit beginnt für Lukas Philips und die hinzugezogene, „freie“ Hackerin Charlie, sowie die von ihr kreierte KI Kim. Flott und eindringlich geschrieben. Wechselnde Perspektiven erhalten die Spannung. Der Strippenzieher ein wenig arg übermächtig. Die KI Kim zu menschelnd. Manche Situationen nicht logisch und die Komplizen des Strippenziehers zu früh entlarvt. Dennoch ein brisanter und rasanter Thriller mit sympathischen Ermittlern, der die Fährte zum nächsten bereits gelegt hat.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Launig

Schnitzel, Mord & Tunke - Kommissar Hubsis erster Fall
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Sucht man sich allen Ernstes einen solchen Namen aus, wenn mansich eigentlich bedeckt halten sollte? Der Name klingt nicht nur lächerlich, man macht es sich damit auch. Hubsi, wer möchte Hubsi genannt ...

Sucht man sich allen Ernstes einen solchen Namen aus, wenn mansich eigentlich bedeckt halten sollte? Der Name klingt nicht nur lächerlich, man macht es sich damit auch. Hubsi, wer möchte Hubsi genannt werden (Hubertus vom Basalthügel)? Titel und Cover und erst der Name lassen auf einen Cosy-Crime schließen. Aber da steckt tatsächlich mehr drin. Es beginnt gemütlich. Hubsi und Familie sind im Familienurlaub – Camping – der eher unbequemen Art. Ausgerechnet Ehefrau Melli erblickt im See eine Leiche. Als Krimifan erwacht bei der gleich der Ermittlerinstinkt, sehr zum Verdruss von Hubsi, der selbst Kriminalhauptkommissar ist. Aber nicht hier, hier ist er im Urlaub. KHK ist er im Sauerland. Er übernimmt sozusagen erst einmal die Erstlage: Polizei informieren, Fundort absperren, Fotos machen, so was eben. Dann ist die örtliche Polizei vor Ort, aber überfordert, denn gleichzeitig ist eine Herde von Kühen auf der nahe gelegenen Autobahn unterwegs und Klimaaktivisten haben sich dort festgeklebt. Vollsperrung der Autobahn. Also muss Hubsi erst einmal einspringen – und bleibt an dem Fall festkleben, wie sein Chef anordnet. Die nächsten Geschehnisse regen arg zum Kichern an. Da wird quasi kein Fettnäpfchen ausgelassen. Und dann kommt noch Ex-Kollegin Anna aus Hamburg zur Unterstützung dazu. Gemeinsam können sie die zähen Ermittlungen zum Abschluss führen. Und dabei wird es für Hubsi durchaus gefährlich, drohen doch Dinge aus seiner Vergangenheit ans Licht gerückt zu werden. Das Buch ist voller Anspielungen, die aber von den Betroffenen nicht verstanden werden. Wie der örtliche Polizeikommissar Paul Ehrlich den vielen Anspielungen auf Institute und Bakterien verständnislos gegenübersteht. Auch der Knecht, der ausgerechnet Ruprecht heißt, weiß nichts mit entsprechenden Vergleichen anzufangen. Witzig geschrieben, launig, mit dennoch ernstem Ermittlerhintergrund.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Grantelnde Ermittler

Ein romantischer Tod
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Grantig geht es zu in diesem Buch. Allen voran Commissario Vito Grassi, der schon im Normalzustand eher zur Aggression neigt. Nun, nach einem Leichenfund, bei dem er selbst verletzt wird, ist er nurmehr ...

Grantig geht es zu in diesem Buch. Allen voran Commissario Vito Grassi, der schon im Normalzustand eher zur Aggression neigt. Nun, nach einem Leichenfund, bei dem er selbst verletzt wird, ist er nurmehr auf Zinne. Gestörte Impulskontrolle wird nach einem heftigen Schlag auf den Kopf diagnostiziert. Ein Steinschlag aus einer korrodierten historischen Trockenmauer, wie es scheint, wie auch bei dem aufgefundenen Toten. Allein Grassi glaubt nicht daran. Er fühlte sich schon beim Begehen des Fundortes beobachtet und glaubt, angegriffen worden zu sein. Und er glaubt, dass auch der Tote nicht verunfallte, sondern ermordet wurde. Diesem Gedankengut schiebt der derzeit stellvertretende Questore einen Riegel vor, in dem er eine Obduktion verhindert, den Fundort nicht weiter untersuchen lässt und den Fall als unglücklichen Unfall abschließen will. Der äußerst angeschlagene Commissario und seine umtriebige Kollegin Ispettore Ricci ermitteln weiter, haben aber vor lauter Fehlschlägen mittlerweile das Fonduekächele gestrichen voll. Eine ruhig erzählte Geschichte mit reichlichen Wutanfällen des Commissario, dem seine Kollegin in nichts nachsteht. Viel übermitteltes Lokalkolorit. Flüssig und spannend übermitteltes Ermittlergeschehen. Überraschende Wendung zum Schluss.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Verzwickter Urlaubskrimi

Tödliche Begegnung
2

Urlaub macht da keiner der handelnden Personen. Im Gegenteil. Es werden reichlich Überstunden geschoben in dem Fall, der doch so einfach anmutete. Eine getötete Person, über ihr gebeugt ein Mann mit der ...

Urlaub macht da keiner der handelnden Personen. Im Gegenteil. Es werden reichlich Überstunden geschoben in dem Fall, der doch so einfach anmutete. Eine getötete Person, über ihr gebeugt ein Mann mit der Tatwaffe in der Hand, genauso blutüberströmt wie die Leiche. In Flagranti ertappt? Fall gelöst?
Urlaubskrimi deshalb, weil man zwischen den Ermittlungen immer wieder auf die Schönheit des Sees, der pittoresken Dörfer und Städtchen hingewiesen wird, auf kulinarische Erlebnisse. Kurzum, man will da eigentlich Urlaub machen. Zurück zum Fall. Der Verdächtige schweigt, betont nur seine Unschuld, will nur mit seiner Ex-Frau sprechen. Die Geschichte, die er ihr erzählt, klingt wenig glaubwürdig, selbst in Marias Ohren, die selbst bei der Polizei ist. Trotzdem versucht sie, durch eigene verdeckte Ermittlungen, ihm zu helfen. Sowohl zum Unbehagen wie Gefallen von Commissaria Giovanna, die mit Maria schon in einem früheren Fall zusammengearbeitet hat. Wie Maria hat sie Zweifel an der Schuld des Verdächtigen, wohingegen der Kollege, der Vorgesetzte, der Staatsanwalt den Fall abschließen wollen. Eine zermürbende Ermittlungsarbeit beginnt. Sehr wendungsreich und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, behält die Geschichte Spannung und Drive und bietet einen überraschenden Plot zum Schluss.

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