Überhaupt nicht spannend, aber sehr unterhaltsam
Der NachbarInhalt:
Es sind kleine Dinge, an denen Sarah bemerkt, dass sich jemand zuerst unerkannt in ihren vier Wänden bewegt hat; gegossene Pflanzen, ein voller Kühlschrank oder auch eine kleine Reparatur. Bald ...
Inhalt:
Es sind kleine Dinge, an denen Sarah bemerkt, dass sich jemand zuerst unerkannt in ihren vier Wänden bewegt hat; gegossene Pflanzen, ein voller Kühlschrank oder auch eine kleine Reparatur. Bald wird klar, dass sie weder ihre eigene Zerstreutheit noch ihre Tochter dafür verantwortlich machen kann und dass sich ein Stalker, der sich als "Der Nachbar" bezeichnet und sie auf eine sehr eigene Art und Weise zu "beschützen" versucht, in ihr Leben geschlichen hat.
Meine Meinung:
Mein erster Fitzek seit Jaaaahren und gekauft hätte ich mir das Buch wohl nicht, aber einem geschenkten Gaul... Und ich muss sagen, dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe. Denn auch wenn das jetzt sicher für einige sehr irritierend klingt, irgendwie hat mich die Geschichte nämlich super unterhalten und sie wirkte sogar ziemlich gemütlich auf mich. Die Handlung ist nämlich so absurd und teilweise auch vorhersehbar konstruiert und überhaupt nicht spannend oder gruselig, dass ich ganz viele Dinge gar nicht ernst nehmen konnte und dass ich beim Lesen sehr neugierig auf die nächste schräge Idee oder Figur war. Die Logik bleibt ziemlich auf der Strecke, aber dafür hat mir gefallen, dass Fitzek ziemlich am Puls der Zeit ist und sexistische Gesellschaftsstrukturen und Vorurteile in seinem "Thriller" aufgreift, auch wenn er mit Sarah - wie irgendwie in allen Büchern, die ich von ihm gelesen habe - eine Frau in die Opferrolle zwingt.
Schreibstil und Aufbau:
Das Buch besteht aus sehr kurzen Kapiteln und liest sich dadurch extrem schnell weg. Die unlogische und sehr konstruierte Handlung hat bei mir aber nicht für Kopfschütteln, sondern für beste Unterhaltung gesorgt. Ein Thriller als cozy crime? Irgendwie fühlt sich dieses Buch so an. Es passt alles stets verdächtig gut zusammen, der Täter ist immer genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, obwohl das zeitlich gar nicht aufgehen kann und alles, was irgendwie nicht so richtig passt, wird im Nachhinein noch passend gemacht. Das hat bei mir für den einen oder anderen Lacher gesorgt und irgendwie habe ich mich gerne an Sarahs Seite durch die zahlreichen Rätsel und Konstrukte gewühlt.
Fazit:
Als Thriller kann ich euch das Buch nicht empfehlen, auch wenn ich mir sicher bin, dass Fitzek-Fans auch mit diesem Buch voll auf ihre Kosten kommen. Unterhaltsam und vor allem sehr kurzweilig war die Geschichte aber allemal.