Leider nicht mein Fall
Überwintern. Wenn das Leben innehältInhalt:
Der Winter in der Natur dient oft dem Innehalten, der Ruhe aber auch dem Überleben von dunklen Zeiten. Katherine May nennt die Phasen im Leben, in denen wir Dunkelheit und Langsamkeit überwinden ...
Inhalt:
Der Winter in der Natur dient oft dem Innehalten, der Ruhe aber auch dem Überleben von dunklen Zeiten. Katherine May nennt die Phasen im Leben, in denen wir Dunkelheit und Langsamkeit überwinden müssen "Winter" und fügt persönliche Erlebnisse, Wintertraditionen und Lichtblicke am Horizont der Trauer und Hoffnungslosigkeit zu einem ruhigen Buch zusammen, in dem das persönliche Überwintern und das Überwintern der Flora und Fauna parallel voranschreiten.
Meine Meinung:
Von diesem Buch habe ich mir sehr viel erhofft, weil es mir schon einige Male empfohlen worden ist. Als Fan der dunklen Jahreszeit und mit grossem Interesse für winterliche Bräuche und Experimente habe ich mich voller Neugier in die Lektüre gestürzt. Die Jahreszeit hat ja ebenfalls zum Lesen eingeladen. Nur leider hat sich mir der Reiz des Buches nicht so sehr erschlossen. Vielmehr hat es mich immer wieder zutiefst gelangweilt und ich hatte das Gefühl, einfach nicht zur Zielgruppe zu gehören. Ich musste nicht erst enorme persönliche Krisen überwinden, um zu wissen, dass Pausen wichtig sind, die Wintermonate sind zwar auch bei mir oft mit Arbeit gefüllt, aber in unserem Zuhause sind Ruhe und Gemütlichkeit das oberste Gebot. Auch Langsamkeit, Rituale und gezielte Phasen der Erholung gehören seit jeher zu meinem Alltag, den ich sonst mit meinem Pensum gar nicht gesund bewältigen könnte.
Spannend fand ich aber die vielen geschilderten Bräuche, die grandiosen Recherchen zum Überwintern der Pflanzen- und Tierwelt und die Experimente der Autorin, die ich mit grossem Interesse und oft auch einem Schmunzeln im Gesicht gelesen habe.
Schreibstil und Aufbau:
Das Buch ist in acht Abschnitte aufgeteilt und bewegt sich anhand der Monate September bis März durch den Herbst, Winter und den beginnenden Frühling. In den ersten Kapiteln geht es um die Vorbereitungen für das Überwintern, dann werden die tiefe Dunkelheit des Winters und gegen Ende auch wieder das Aufwachen aus der winterlichen Starre beschrieben.
Neben zahlreichen wissenswerten Dingen rund um den Winter und das Überwintern verarbeitet die Autorin auch persönliche Krisen und Erkenntnisse im Buch. Ich habe davor stets den grössten Respekt, empfand aber ausgerechnet diese Szenen als sehr anstrengend und ein wenig zu hoffnungslos und Mitleid heischend erzählt.
Fazit:
Dieses Buch ist eine ideale Lektüre für Menschen, welche gerade Krisen überwinden, auf der Suche sind oder mehr über winterliche Gebräuche erfahren wollen. Mir persönlich waren die Texte zu langatmig und wehleidig erzählt.