Ich wurde in den Kopf der Protagonistin reingeworfen, habe kurze und intensive Einblicke bekommen und wurde abrupt wieder rausgerissen.
Zusammenkunft"Zusammenkunft" erzählt die Geschichte einer namenlosen, britischen, Schwarzen Ich-Erzählerin, die mit ihrem Job im Finanzwesen den "gesellschaftlichen Aufstieg" "geschafft" hat. Die Handlung wird nicht ...
"Zusammenkunft" erzählt die Geschichte einer namenlosen, britischen, Schwarzen Ich-Erzählerin, die mit ihrem Job im Finanzwesen den "gesellschaftlichen Aufstieg" "geschafft" hat. Die Handlung wird nicht wie in einem klassischen Roman erzählt, sondern fragmentarisch und durcheinander. Dazwischen muss die Leser*in viele Leerstellen gedanklich selbst ausfüllen und kommt oft durcheinander.
Ich fand dieses Buch sehr bewegend! Es ist eindrücklich und schlau geschrieben und enthält viele nachdenklich stimmende Themen. Es kritisiert Rassismus, Klassismus, Sexismus, den Kolonialismus des britischen Empires und die fehlende Aufarbeitung dessen. Wenn ich mir das Buch nicht von meiner Geschichtslehrerin ausgeliehen hätte, hätte ich viele Passagen darin markiert, die on point sind! Die Thematik macht wütend, da gesellschaftlicher Druck und Missstände angeprangert werden.
Auf diesen 100 Seiten, die ich in einem Rutsch durchgelesen habe, steckt sehr viel drin und es ist noch viel mehr Raum da. Ich hätte gerne einen ganzen Roman mit dieser Figur im Fokus gelesen, denn so kam mir das alles viel zu kurz abgehandelt vor. Ich wurde in den Kopf der Protagonistin reingeworfen, habe kurze und intensive Einblicke bekommen und wurde abrupt wieder rausgerissen. Das fühlt sich für mich sehr unbefriedigend an, vor allem mit dem offenen Ende. Ich hätte sehr gerne 100-200 Seiten mehr gelesen, was vermutlich ein Kompliment an das Werk ist.