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Veröffentlicht am 11.03.2026

Das Känguru ist nicht mehr kommunistisch...

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Ich habe diesen fünften Band der Känguru Reihe sehnsüchtig erwartet, seit vier Jahren höre ich die Hörbücher zum Einschlafen und kann quasi auswendig mitsprechen. Kaum eine Reihe hat mich so sehr geprägt ...

Ich habe diesen fünften Band der Känguru Reihe sehnsüchtig erwartet, seit vier Jahren höre ich die Hörbücher zum Einschlafen und kann quasi auswendig mitsprechen. Kaum eine Reihe hat mich so sehr geprägt (und vermutlich auch etwas "radikalisiert"). Da ich ein großer Fan von Marc-Uwe Kling als Autor und vom Känguru als Figur bin, hatte ich sehr hohe Erwartungen an "Die Känguru-Rebellion", habe mit einer ebenbürtigen Fortsetzung gerechnet, die ein großes Highlight wird. Leider wurde ich etwas enttäuscht. "Die Känguru-Rebellion" ist ein tolles Buch, aber es kann nicht an die Vorgänger heranreichen und unterscheidet sich inhaltlich sehr.

Dieser Band behandelt quasi tagesaktuelle Themen, in fast jedem Kapitel dabei sind Merz, Trump, Söder, Musk und Co. Dadurch ist dieses Buch nicht nur ernster und weniger lustig als die Vorgänger, sondern vor allem nicht so zeitlos. "Die Känguru-Chroniken" ist vor 17 Jahren erschienen und immer noch lesbar und verständlich für eine neue Zielgruppe (einfach zeitlos, das macht die Känguru Bücher so genial). Ich befürchte, das wird bei der "Känguru-Rebellion" in 17 Jahren nicht so sein, da zu dem Zeitpunkt kaum jemand mehr etwas mit dem tagespolitischen Geschehen aus 2026 anfangen kann und wir (hoffentlich) alle vergessen haben, wer Christian Lindner war.

"Die Känguru-Rebellion" ist vielmehr ein Manifest von Marc-Uwe Kling persönlich, in dem er durch das Känguru seine eigenen politischen Forderungen und Denkanstöße artikuliert. Diese würde ich zwar fast 1:1 so unterschreiben und konnte viel für mich daraus mitnehmen, aber dadurch wird das Känguru politisch gemäßigter, um Klings Meinung anschlussfähig zu machen. Das Känguru erzählt nicht mehr ständig vom Viet Cong und schimpft nicht mehr auf den "Kapitalismus" im Generellen als Wurzel allen Übels, sondern auf "Profitinteressen". Das Känguru ist nicht mehr gegen das System AN SICH , sondern rebelliert gegen die Zustände INNERHALB des Systems (Neoliberalismus, Konservatismus und Faschismus). Das ist eine noble Einstellung, allerdings passt das für mich nicht zur Figur des Kängurus, dass in den vorherigen Bänden noch mehr oder weniger an einer kommunistischen Revolution gearbeitet hat. In der "Känguru-Rebellion" kann ich mich nicht mal daran erinnern, dass der Begriff "Kommunismus" auch nur erwähnt wurde, was untypisch ist für das Känguru, das ich kenne und liebe.

Ich möchte diese Fortsetzung soooo gerne ebenfalls mit 5 Sternen bewerten wie den Rest der Reihe, aber sie kommt leider nicht an diese heran. Ich bringe es allerdings auch nicht übers Herz, diesen Teil schlecht zu bewerten. "Die Känguru-Rebellion" ist trotz allem ein Buch, dass ich gerne gelesen habe und bei dem ich mich über bekannte Charaktere und alte Insider gefreut habe. Ich nehme einige Denkanstöße mit, denn auch wenn das für mich kein richtiger Känguru Band ist, bin ich trotzdem Fan von diesem "Marc-Uwe Kling Manifest" (oder vllt lieber "Das Kleinkünstler-Manifest", das wäre ein passender Titel). Denn Kling hat die Fähigkeit, schwierige Themen runterzubrechen und gute Antworten zu finden. Das Känguru bietet sich halt gut als Medium für Klings politische Agenda an und ich finde es nur logisch und richtig, dass er seine größtmögliche Bühne dafür nutzt. Wenn man das Känguru als funktionales Sprechrohr Klings betrachtet (es wiederstrebt mir sehr, dass zu schreiben, das Känguru würde sofort seine Boxhandschuhe aus dem Beutel holen…), ist dieser Band großartig.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Ich wurde in den Kopf der Protagonistin reingeworfen, habe kurze und intensive Einblicke bekommen und wurde abrupt wieder rausgerissen.

Zusammenkunft
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"Zusammenkunft" erzählt die Geschichte einer namenlosen, britischen, Schwarzen Ich-Erzählerin, die mit ihrem Job im Finanzwesen den "gesellschaftlichen Aufstieg" "geschafft" hat. Die Handlung wird nicht ...

"Zusammenkunft" erzählt die Geschichte einer namenlosen, britischen, Schwarzen Ich-Erzählerin, die mit ihrem Job im Finanzwesen den "gesellschaftlichen Aufstieg" "geschafft" hat. Die Handlung wird nicht wie in einem klassischen Roman erzählt, sondern fragmentarisch und durcheinander. Dazwischen muss die Leser*in viele Leerstellen gedanklich selbst ausfüllen und kommt oft durcheinander.

Ich fand dieses Buch sehr bewegend! Es ist eindrücklich und schlau geschrieben und enthält viele nachdenklich stimmende Themen. Es kritisiert Rassismus, Klassismus, Sexismus, den Kolonialismus des britischen Empires und die fehlende Aufarbeitung dessen. Wenn ich mir das Buch nicht von meiner Geschichtslehrerin ausgeliehen hätte, hätte ich viele Passagen darin markiert, die on point sind! Die Thematik macht wütend, da gesellschaftlicher Druck und Missstände angeprangert werden.

Auf diesen 100 Seiten, die ich in einem Rutsch durchgelesen habe, steckt sehr viel drin und es ist noch viel mehr Raum da. Ich hätte gerne einen ganzen Roman mit dieser Figur im Fokus gelesen, denn so kam mir das alles viel zu kurz abgehandelt vor. Ich wurde in den Kopf der Protagonistin reingeworfen, habe kurze und intensive Einblicke bekommen und wurde abrupt wieder rausgerissen. Das fühlt sich für mich sehr unbefriedigend an, vor allem mit dem offenen Ende. Ich hätte sehr gerne 100-200 Seiten mehr gelesen, was vermutlich ein Kompliment an das Werk ist.

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Veröffentlicht am 22.03.2024

Ein toller Nostalgietrip!

Das Geheimnis des Amuletts
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Das Geheimnis des Amuletts hat mir einen tollen Nostalgietrip beschert! Das Buch erinnert mich sehr an Mia and Me (die Serie habe ich GELIEBT)! Außerdem sind bei mir die Klassenfahrt- und Urlaubfeelings ...

Das Geheimnis des Amuletts hat mir einen tollen Nostalgietrip beschert! Das Buch erinnert mich sehr an Mia and Me (die Serie habe ich GELIEBT)! Außerdem sind bei mir die Klassenfahrt- und Urlaubfeelings sehr gut rübergekommen und es kam mir so vor, als wäre ich selbst auf einem Ausflug an der französischen Küste! Nicht nur das, auch die Fabelwesen sind bildhaft und unfassbar süß beschrieben und ich hatte sie direkt vor Augen! Leonie Langpeter schreibt sehr authentisch mit einer flüssigen und lebensnahen Sprache, die das Lesen sehr leicht macht!

Allerdings war mir das Buch viel zu schnell geschrieben. Ich hatte das Gefühl, als wäre die Handlung sehr gerafft und man rast nur durch die Geschichte. Dadurch hatte ich kein richtiges Gefühl für die Charaktere und einige Fragen sind unbeantwortet. Was hat es mit der Stadt der Elfen und ihrem Gründer auf sich? Warum existiert sie? Wer ist der Bösewicht, was hat er vor und vor allem WARUM? Dadurch, dass ich das alles nicht wusste, kam mir die Geschichte nicht hundertprozentig glaubhaft vor. 50 bis 100 Seiten mehr hätten dem Buch gut getan, um sich mehr Zeit zu lassen und solche Fragen zu beantworten. Diese Seiten hätte ich auch gerne gelesen, da mir Das Geheimnis des Amuletts an sich gut gefallen hat!

Die Protagonistin Amelie musste viele mysteriöse Rätsel lösen und ich hatte viel Spaß beim Miträtseln! Einige Plottwists habe ich vorhergesehen aber das hat der Geschichte keinen Abbruch getan. Der Cliffhanger am Ende macht mich sehr neugierig auf eine mögliche Fortsetzung, die ich gerne lesen möchte!

Ich gebe diesem Debüt 3,5 von 5 Sternen und empfehle es wärmstens Kindern, die noch nicht so viel Leseerfahrung haben! Durch die einfache Sprache und der Länge des Buches eignet es sich für sie perfekt!

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Veröffentlicht am 09.05.2026

🎶Sie wollen Tipps von mir, wie man eine Baddie wird🎶

Frauen schulden dir gar nichts
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"Frauen schulden dir gar nichts" ist ein feministisches Sachbuch, das sich mit gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen auseinandersetzt. Es geht um Selbstliebe, Grenzen setzen, den male gaze, eigene Privilegien ...

"Frauen schulden dir gar nichts" ist ein feministisches Sachbuch, das sich mit gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen auseinandersetzt. Es geht um Selbstliebe, Grenzen setzen, den male gaze, eigene Privilegien (die frau checken sollte) und gegenseitigen Support. Das Buch ist einsteigerfreundlich und leicht verständlich. Besonders toll fand ich die zahlreichen, thematisch passenden Illustrationen!

Die Idee des Buches ist, (kleine) Denkanstöße zu liefern, die sich direkt umsetzen lassen. Das sind vor allem Reality Checks, die zum sich-selbst- Hinterfragen anregen. Weil ich mich schon eine Weile mit Feminismus beschäftige, liefert "Frauen schulden dir gar nichts" kaum neue Erkenntnisse für mich, sondern eher Reminder für die Basics. Die Perspektive ist die einer normschönen, weißen Frau, das macht die Autorin Florence Given mehrfach deutlich und adressiert eine entsprechende Zielgruppe.

Das Buch liest sich wie ein feministischer Verhaltensratgeber. Das ist an sich nicht schlecht, da es am einfachsten ist, das eigene Verhalten zu überdenken und verändern und sich erstmal an die eigene Nase zu fassen (irgendwo muss ja angefangen werden). Gesellschaftliche, strukturelle Veränderungen sind nicht der Anspruch des Buches, das Individuum steht klar im Fokus.
Es ist vor allem ein "Wohlfühlbuch" und nach dem Lesen habe ich mich auch sehr gut und empowert gefühlt. Ich empfehle das Buch als Einstieg ins Thema.

Ich hatte beim Lesen die ganze Zeit einen Ohrwurm von Ikkimels Song "Tipps von mir", da mich das Buch stellenweise sehr daran erinnert hat. Florence Given geht zwar etwas mehr in die Tiefe als in einem zweiminütigem Track möglich ist (wobei Mutter Ikki beeindruckend viel abgedeckt hat), aber der Tenor ist ein ähnlicher.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Zu kitschig

The Last Wish of Bristol Keats
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Während ich ein sehr großer Fan von Pearsons "Chroniken der Verbliebenen" bin und mir auch "The Courting of Bristol Keats" sehr gut gefallen hat, hat mich "The Last Wish of Bristol Keats" leider nicht ...

Während ich ein sehr großer Fan von Pearsons "Chroniken der Verbliebenen" bin und mir auch "The Courting of Bristol Keats" sehr gut gefallen hat, hat mich "The Last Wish of Bristol Keats" leider nicht ganz so sehr abgeholt.
Die Handlung dieses zweiten, finalen Bandes knüpft nahtlos an Band 1 an und alle Handlungsstränge, die im ersten Teil aufgemacht wurden, werden fortgeführt. Jedes kleinste Detail wird wichtig und das fand ich sehr toll zu lesen, weil sich alles perfekt zusammenfügt.

Schon im Klappentext wird angeteasert, dass eine Person stirbt und das geschieht auch recht zu Anfang des Buches. Ich habe bei diesem Mord leider überhaupt nicht mitgefühlt, sondern mich eher gefragt: "Wer war diese Figur nochmal??". An dieser Stelle tut es den Emotionen nicht so gut, dass schon in Band 1 sooo unglaublich viele Nebenfiguren eingeführt wurden. Das sorgt zwar dafür, dass Elfheim detailreich und riesengroß wirkt, führt allerdings im entscheidenden Moment dazu, dass kaum Bindung zu den Charakteren da ist. Das wurde im Laufe des Buches etwas besser, da ich mehr Zeit mit den Charakteren verbringen konnte, aber eine richtig enge Bindung habe ich nicht aufbauen können und das finde ich etwas schade.

Am meisten herausgerissen haben mich die Spice-Szenen! Die waren für mich sehr unangenehm zu lesen und deutlich vulgärer und überpräsenter als im ersten Band, vor allem an, meiner Meinung nach, wirklich unangebrachten Stellen. Hallo, ihr hattet gerade einen riesigen Konflikt und solltet euch lieber vernünftig aussprechen!! Hallo, gerade ist Krieg!! Irgendwann, im Laufe der Handlung arbeiten Bristol und Thygan endlich vernünftig an ihrer Beziehung, aber ich fand das ganz schön spät.

Das epische Finale, auf das sich bestimmt 200 Seiten lang vorbereitet wurde, hat mich dann sehr berührt, das war sehr spannend aufgebaut. Allerdings mag ich das Ende nicht, was meiner Meinung nach auf einer Seite viel zu hart und auf einer anderen Seite viel zu kitschig ist. Da wurde viel Drama geschoben, damit es am Ende ein trauriges "8 Jahre später"-Kapitel und danach einen kitschigen "1 Jahr später"-Epilog geben kann. Von so etwas bin ich kein Fan, weil es dem Finale die Schlagkraft nimmt. Ich mag es lieber, wenn Bücher kurz nach dem Höhepunkt aufhören und die Figuren auf eine hoffnungsvolle Zukunft blicken, diese brauche ich aber nicht komplett auserzählt.

Alles in allem hat mich "The Last Wish of Bristol Keats" zwar mitgerissen, aber ich bin oft unzufrieden aus der Handlung ausgestiegen. An den tollen ersten Band kommt dieses Finale für mich leider nicht ran.

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