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Veröffentlicht am 03.05.2026

Eine besondere Kinderbuchreihe – geheimnisvoll und fesselnd

Mika Mysteries - Die Spur der Meisterdiebin
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Im Vergleich zum ersten Teil empfanden unser neunjähriger Sohn und ich diesen zweiten Band vielleicht etwas langatmiger. Gleichzeitig besticht der Roman durch seine geheimnisvolle und wunderbar erzählte ...

Im Vergleich zum ersten Teil empfanden unser neunjähriger Sohn und ich diesen zweiten Band vielleicht etwas langatmiger. Gleichzeitig besticht der Roman durch seine geheimnisvolle und wunderbar erzählte Atmosphäre im Stockholm der Jahrhundertwende. 

Zur Handlung: Stockholm 1881: Die Stadt fiebert der Rückkehr des Forschungsschiffs Vega entgegen, während im Waisenhaus einige Kinder spurlos verschwinden. Als Kommissar Hoff Mika wegen einer Diebstahlserie um Hilfe bittet, gerät sie in einen gefährlichen Konflikt zwischen Loyalität und Gerechtigkeit.

Ungewöhnlich für ein Kinderbuch haben die Charaktere eine bemerkenswerte Tiefe. Das ganze Buch hat durchaus etwas Düsteres, was Kinder einerseits als faszinierend erleben, aber möglicherweise nicht für empfindsame Kinder geeignet ist. Johan Rundberg traut seinen jungen Lesern in der Darstellung durchaus viel zu.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, das Buch vorzulesen und unser 9 jähriger Sohn war trotz kleiner Längen in der Mitte immer gespannt dabei. Für uns eine besondere Buchreihe zwischen all den anderen Kinderbüchern. Johan Rundberg wurde für den ersten Band "Der Ruf des Nachtraben" 2021 mit dem renommierten schwedischen Augustpreis ausgezeichnet – zu Recht!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Starke Atmosphäre und Sprache, dramaturgisch etwas überfrachtet

Der Fährmann
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„Der Fährmann" hat mich mit den ersten Seiten durch seinen dunklen, geheimnisvollen Schreibstil, die teils poetische Sprache und die atmosphärische Dichte mitnehmen können. Denk gelingt es, mit bildhaften ...

„Der Fährmann" hat mich mit den ersten Seiten durch seinen dunklen, geheimnisvollen Schreibstil, die teils poetische Sprache und die atmosphärische Dichte mitnehmen können. Denk gelingt es, mit bildhaften Worten das Gesellschaftsporträt einer jungen Generation zu Beginn des Ersten Weltkriegs im deutsch-österreichischen Grenzgebiet nachzuzeichnen – insbesondere die eingeschränkten Lebensmöglichkeiten von Frauen.

Weniger überzeugt haben mich die Figurenzeichnung und das Finale. Die Hauptfiguren bleiben leider etwas eindimensional – klare Sympathieträger stehen einem bösen Gegenspieler gegenüber, Grautöne fehlen. Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse geradezu, was mich emotional nicht mehr richtig hat mitnehmen können. Weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen.

Trotz dieser Schwächen ein lesenswerter Roman, der durch seine sprachliche Kraft und die Darstellung der Lebensrealität junger Frauen zu Beginn des Ersten Weltkriegs berührt.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Persönlich und berührend

Love and be loved
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"Love and be loved" ist ein typisches Geschenkbuch, das man aber auch gerne selber in einer ruhigen Minute in die Hand nimmt. "Mögest du..." - so beginnt eine jede Seite und es folgt ein Wunsch, der wirklich ...

"Love and be loved" ist ein typisches Geschenkbuch, das man aber auch gerne selber in einer ruhigen Minute in die Hand nimmt. "Mögest du..." - so beginnt eine jede Seite und es folgt ein Wunsch, der wirklich von Herzen zu kommen scheint. Manchmal ist dieser direkt anrührend, vielleicht auch zum Nachdenken anregend, hin und wieder inspirierend, Wünsche an eigene liebe Menschen zu formulieren. Es gibt aber auch immer mal wieder Wünsche, die mich nicht so überzeugt haben. Vielleicht liegt es auch an einer etwas unaufmerksamen Übersetzung.
Die Illustrationen wirken in ihrer schlichten und persönlichen Gestaltung auf eine zarte Weise berührend. Insgesamt ist es mit dem großen Format recht hochwertig gestaltet und eignet sich sicher gut zum Verschenken, z.B. Geburt, 18.Geburtstag...
Es ist vielleicht kein Buch, das man unbedingt besitzen muss, wenn man es aber mit etwas Muße durchblättert, einen warmes und wohliges Gefühl hinterlässt.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Ein intensives Kammerspiel über Freundschaft, Grenzen und Weiblichkeit

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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„Weil sie ein bisschen stolz war auf ihre Fähigkeit, einen Unterschied zu machen, statt immer nur das Nötigste, damit alle überleben. Seit wann war sie so sehr damit beschäftigt? So beschäftigt damit, ...

„Weil sie ein bisschen stolz war auf ihre Fähigkeit, einen Unterschied zu machen, statt immer nur das Nötigste, damit alle überleben. Seit wann war sie so sehr damit beschäftigt? So beschäftigt damit, Bedürfnisse zu befriedigen, dass darüber hinaus nichts mehr möglich war. Es gibt so viele Bedürfnisse. Unendlich viele. Befriedigt man eins, kommen drei nach, und wer kann entscheiden, welches ignoriert werden darf, ja, vielleicht sogar sollte?" (S. 110)

Der Roman „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" von Dita Zipfel fühlt sich beim Lesen wie ein intensives Kammerspiel an. Zwei Paare reisen gemeinsam in den Urlaub nach Südfrankreich: das eine mit ihren beiden Kindern, gut situiert und Gastgeber; das andere Paar mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Männer sind seit Schulzeiten eng befreundet. Die Frauen nähern sich zunehmend aneinander an, dabei so unterschiedlich – die eine fast archaisch-wild. Die andere in ihrer weichen Art vordergründig zufrieden-angepasst.
Die Sprache ist kraftvoll und zugleich auch irgendwie zart. Die Annäherung zwischen Eva und Linn hat mich an den französischen Film „Liebe mich, wenn du dich traust" aus dem Jahre 2003 erinnert: dieses sich gegenseitige Antreiben, über Grenzen bringen, immer ein bisschen am Rande des Wahnsinns.
Was mir besonders gefallen hat, war die Darstellung der beiden unterschiedlichen Frauenfiguren. Beide so besonders und speziell, dass es eine Freude war, ihnen in ihren Gedankengängen zu folgen, die zugleich so vertraut sind. Sie als Leserin bei ihren Taten zu begleiten, die zum Teil nachvollziehbar sind, hat sich mitunter irritierend angefühlt.
Das Ende kam für mich tatsächlich etwas abrupt und hat mich mit hundert Fragezeichen im Kopf zurückgelassen. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht – andererseits passt es irgendwie auch wieder sehr gut zu den beiden Frauen mit ihrer in sich schlummernden ungezähmten Wildheit. Letztendlich war es wie eines dieser Bühnenstücke, bei dem am Ende alle nackt über die Bühne laufen und sich gegenseitig mit Tomaten bewerfen und man als Zuschauer sich fragt: Was will die Autorin uns damit sagen? Es ist auf jeden Fall ein emotionales Leseerlebnis, zum Teil wild, dann wieder überraschend feinfühlig. Und auch die Fragezeichen, die die Autorin zum Ende mit Wucht platziert, hallen noch nach.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Wunderbarer Roman

Die Riesinnen
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„Die Dunkelheit ist sprichwörtlich und wild. Sie türmt sich in den Wolken, die über dem Tal liegen, und streckt sich weit bis an die Zipfel des Himmels."
Was für ein schöner Einstieg in den Roman! Mit ...

„Die Dunkelheit ist sprichwörtlich und wild. Sie türmt sich in den Wolken, die über dem Tal liegen, und streckt sich weit bis an die Zipfel des Himmels."
Was für ein schöner Einstieg in den Roman! Mit poetischer, zum Teil leicht verspielter Sprache beschreibt Hannah Häfner das Leben von drei Frauengenerationen im Schwarzwald. Es geht um Außenseitertum, Angenommensein in der Familie, Heimat suchen und finden, weibliche Selbstbestimmung. Besonders beeindruckend fand ich die Schilderung und Beschreibungen der Natur. Aber auch die drei Figuren Liese, Cora und Eva wachsen einem zunehmend ans Herz, so unterschiedlich sie auch sind. Es gibt Sätze, an denen bleibt man hängen, die berühren etwas in einem, sodass man sie manchmal dreimal lesen möchte:
„In Wittenmoos ändern sich selten Dinge, darum geht es ja gerade. Das große Sichdrehen braucht eine Achse. (...) Ein Ort, an dem man hingehört, auch wenn man ihn sich nicht ausgesucht hat. Geh, und alles hinter dir zerfällt, bleib, und du musst bleiben, wer du bist, weil es sonst nicht funktioniert. Was ist Heimat, wenn nicht eine Zuflucht vor einer Angst, die du ohne sie nicht hättest?" (S. 102)
„Alles, was für immer sein soll, (...) nimmt einem die Luft. Lass es für heute sein, für ein Jahr vielleicht. Ein Jahr kannst du tragen. Ein Jahr darf schrecklich sein, und mies. Das macht noch kein mieses Leben." (S. 287)
Alle drei Frauen verlassen, wenn manchmal auch nur sehr kurz, ihr Dorf. Gerade was sie dort erleben, verändert noch mal in unterschiedlicher Weise die Perspektive auf ihre Heimat im Schwarzwald:
„In Wittenmoos hat sie nie über die Dinge nachdenken müssen. Ihre Freunde waren einfach da – und einfach ihre Freunde, da gab es nichts zu denken und nichts zu fürchten, auch nicht die Einsamkeit, nicht einmal ihre Schatten." (S. 270)
Es ist ein Roman, der sich trotz seiner poetischen Sprache ausgesprochen flüssig liest und sehr zugänglich ist, bei dem viele Bilder im Kopf entstehen und der einen immer wieder berührt und zum Nachdenken bringt. Ich bin aufgrund des Einstiegs mit hohen Erwartungen in das Buch gegangen. Zwischendrin flachte für mich die Spannungskurve etwas ab. Dennoch habe ich das Lesen des Romans aufgrund seiner wunderbaren Sprache wirklich genossen bzw. mich immer auf den Moment im Alltag gefreut, wenn ich „Die Riesinnen" als Leserin weiter begleiten konnte.

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