Profilbild von Alrik

Alrik

Lesejury Star
online

Alrik ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Alrik über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2026

Mondstaub, Menschheitsträume und ganz großes Staunen

Auf dem Weg zum Mond
0

Manchmal reicht schon ein Blick zum Mond und plötzlich fühlt man sich wieder wie ein kleiner Junge, der viel zu lange aus dem Fenster starrt und sich fragt, was da oben eigentlich los ist. Genau dieses ...

Manchmal reicht schon ein Blick zum Mond und plötzlich fühlt man sich wieder wie ein kleiner Junge, der viel zu lange aus dem Fenster starrt und sich fragt, was da oben eigentlich los ist. Genau dieses Gefühl packt Auf dem Weg zum Mond ziemlich gekonnt am Schlafanzipfel.

Das Buch nimmt einen mit von den legendären Apollo-Missionen bis zum heutigen Artemis-Programm und macht dabei klar: Der Mond ist nicht nur romantische Deko am Nachthimmel. Der alte Kerl wird wieder richtig spannend. Und zwar so spannend, dass man beim Lesen fast erwartet, gleich selbst einen Helm aufgesetzt zu bekommen.

Besonders stark ist, dass hier nicht nur von Raketen, Technik und großen Plänen erzählt wird. Es geht auch um die Menschen dahinter. Um Astronauten, Kosmonauten, Wissenschaftler und diese ziemlich verrückte Frage: Wie bereitet man sich auf ein Leben an einem Ort vor, an dem schon der Gang zur Haustür eher nach Überlebenskurs klingt?

Die Testanlagen auf der Erde fand ich dabei besonders faszinierend. Da wird plötzlich greifbar, wie viel Planung, Mut und Wahnsinn in solchen Missionen steckt. Man liest nicht nur über den Mond, man spürt ein bisschen, wie gewaltig dieser nächste Schritt ist.

Dazu passt die typische National-Geographic-Wucht natürlich perfekt. Informativ, bildstark, neugierig machend und nie so trocken, dass man heimlich nach Kaffee Nummer drei greifen muss. Dieses Buch hat dieses schöne Gefühl von: Komm, wir gucken mal, wie Zukunft eigentlich aussieht.

Für Raumfahrt-Fans sowieso ein Treffer. Für neugierige Menschen aber genauso. Auf dem Weg zum Mond ist ein Sachbuch mit Staub an den Stiefeln, Sternen in den Augen und ordentlich Herz für das große Abenteuer Menschheit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.05.2026

Mit Stiften nach Japan geträumt

Japan - Das große Ausmalbuch nach Zahlen
0

Schon beim ersten Durchblättern hatte dieses Ausmalbuch diesen kleinen Zauber von Kofferpacken im Kopf. Japan liegt plötzlich nicht mehr nur irgendwo weit weg, sondern direkt auf dem Tisch, zwischen Stiften, ...

Schon beim ersten Durchblättern hatte dieses Ausmalbuch diesen kleinen Zauber von Kofferpacken im Kopf. Japan liegt plötzlich nicht mehr nur irgendwo weit weg, sondern direkt auf dem Tisch, zwischen Stiften, neugierigen Blicken und diesem leisen: Welche Seite machen wir zuerst?

Zusammen mit meiner Tochter wurde daraus kein stilles Nebenbei, sondern ein richtig schöner Buddyread Moment. Wir haben abwechselnd geblättert, Motive bestaunt und uns gegenseitig kleine Favoriten zugeschoben. Bei einer Seite meinte sie sofort: Die ist meine. Und zack, hatte Töchterchen die Stifte in der Hand und war verschwunden in Farben, Zahlen und völliger Konzentration.

Besonders schön finde ich, dass man nicht perfekt zeichnen können muss. Die Nummerierung nimmt den Druck raus, aber nicht die Freude. Nach und nach entstehen kleine Kunstwerke, fast wie Mini Reisen durch Japan. Mal ruhig, mal farbenfroh, mal so detailreich, dass man automatisch langsamer wird.

Das große Format, das feste Papier und die Möglichkeit, einzelne Seiten herauszutrennen, machen das Buch für mich deutlich wertiger als ein normales Ausmalbuch. Es ist kreativ, entspannend und gleichzeitig ein wunderschöner gemeinsamer Moment gewesen. Für uns ganz klar ein kleines Reiseglück mit Stiften.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2026

Wenn Geschichte plötzlich nach Abenteuer aussieht

Das alte Griechenland
0

Griechenland, aber bitte nicht trocken wie eine alte Tonscherbe aus dem Museumskeller. Genau das bekommt dieser Prachtband erstaunlich gut hin. Schon beim ersten Durchblättern merkt man: DK hat hier nicht ...

Griechenland, aber bitte nicht trocken wie eine alte Tonscherbe aus dem Museumskeller. Genau das bekommt dieser Prachtband erstaunlich gut hin. Schon beim ersten Durchblättern merkt man: DK hat hier nicht einfach ein Geschichtsbuch gebaut, sondern eher eine kleine Zeitmaschine mit Hardcover, Gewicht und ordentlich Wow-Faktor.

Von den Minoern bis Alexander dem Großen geht es einmal quer durch 3.000 Jahre Geschichte. Klingt erstmal nach Schulbuchtrauma und innerem Gähnen, ist hier aber überraschend lebendig. Paläste, Tempel, Agoren, Schlachten, Philosophie, Mythologie, Alltag, Kunst, Politik, alles bekommt seinen Platz, ohne dass man das Gefühl hat, gleich eine Prüfung schreiben zu müssen.

Besonders stark sind die Bilder, Karten und 3-D-Grafiken. Da steht man gedanklich plötzlich mitten auf einer Agora, hört fast die Sandalen klatschen und denkt sich: Mensch, Sokrates, hättest du mal kurz Platz gemacht, ich will mir das genauer ansehen. Genau diese Mischung aus Wissen und Atmosphäre macht den Band so schön.

Natürlich ist das kein Roman, den man mal eben wegatmet. Das ist eher ein Buch zum Blättern, Staunen, Wiederkommen und Nebenbei-klüger-Werden. Aber genau dafür ist es perfekt. Hochwertig, verständlich, visuell richtig stark und mit genug Tiefe, um nicht nur hübsch auszusehen.

Ein echtes Schmuckstück für alle, die Geschichte lieben, Griechenland spannend finden oder einfach gern Bücher besitzen, bei denen Besuch ehrfürchtig sagt: Uff, das sieht aber edel aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2026

Wenn Liebe klingt wie eine Warnung

Das Phantom der Oper
0

Manchmal reicht ein Opernhaus, ein paar knarzende Gänge und eine Maske, damit der Kopf direkt Kerzen anzündet und dramatische Musik einspielt. Das Phantom der Oper ist genau so ein Buch: düster, elegant, ...

Manchmal reicht ein Opernhaus, ein paar knarzende Gänge und eine Maske, damit der Kopf direkt Kerzen anzündet und dramatische Musik einspielt. Das Phantom der Oper ist genau so ein Buch: düster, elegant, tragisch und stellenweise herrlich übertrieben. Aber auf diese gute Art, bei der man denkt: Ja gut, normal ist hier keiner mehr, aber langweilig wird es definitiv nicht.

Christine steht zwischen Bewunderung, Angst, Glanz und diesem sehr unguten Gefühl, dass hinter der schönen Stimme im Dunkeln vielleicht doch mehr Wahnsinn lauert als Romantik. Das Phantom selbst ist keine Figur, die man einfach nur mögen oder hassen kann. Er ist faszinierend, verletzlich, manipulativ, gefährlich und traurig zugleich. Ein wandelnder roter Vorhang voller Drama, Einsamkeit und Kontrollverlust.

Besonders stark ist diese Atmosphäre der Pariser Oper. Man hört fast das Rascheln der Kostüme, riecht den Staub hinter der Bühne und wartet die ganze Zeit darauf, dass irgendwo eine Falltür aufgeht. Die Geschichte hat diesen alten Schauerroman Charme, der nicht hetzt, sondern langsam die Finger um den Nacken legt.

Die Schmuckausgabe von Coppenrath setzt dem Ganzen dann noch die goldene Krone auf. Goldfolie, Illustrationen, Extras zwischen den Seiten, Leseband, alles schreit: Stell mich sichtbar ins Regal, ich bin kein Taschenbuch für die dunkle Ecke.

Für mich ist das ein Klassiker, der Herz, Wahnsinn und Gänsehaut ziemlich edel miteinander verheiratet. Nicht perfekt glatt, aber genau deshalb so reizvoll. Dunkel, schön, tragisch und ein bisschen besessen. So muss Operndrama aussehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2026

Wenn Street Art plötzlich im Bücherregal rebelliert

Banksy: Prints
0

Banksy auf Papier klingt erstmal fast zu brav, oder? Dieser Typ, der sonst Wände, Mauern und den Kunstmarkt gleichermaßen frech angrinst, bekommt hier ein ordentliches Nachschlagewerk. Und genau das macht ...

Banksy auf Papier klingt erstmal fast zu brav, oder? Dieser Typ, der sonst Wände, Mauern und den Kunstmarkt gleichermaßen frech angrinst, bekommt hier ein ordentliches Nachschlagewerk. Und genau das macht den Reiz aus.

Banksy: Prints ist kein wildes Blätterbuch für nebenbei, sondern eher so ein Kunstband, bei dem man plötzlich viel länger hängen bleibt als geplant. Nur mal kurz reinschauen? Ja klar. Dreißig Minuten später sitzt man da, starrt auf Ratten, Polizisten, Blumenwerfer und denkt: Dieser Mann hat mit wenigen Motiven mehr gesagt als andere mit ganzen Romanen.

Besonders spannend finde ich, dass hier nicht nur hübsche Bilder gesammelt werden. Es geht um Editionen, Drucke, Entstehungsjahre, Details und den Sammlerwert dahinter. Das hat fast etwas Detektivisches. Man blättert nicht einfach durch Kunst, man verfolgt Spuren.

Natürlich ist das Buch eher etwas für Menschen, die Banksy schon mögen oder wenigstens neugierig auf seine Druckgrafiken sind. Wer eine lockere Künstlerbiografie mit viel Drama erwartet, könnte vielleicht etwas trockener landen als gedacht. Aber als Überblick über diese 51 Editionen ist das Ding schon ziemlich stark.

Optisch macht es ebenfalls was her. Die Reproduktionen wirken wertig, die Aufmachung passt zum Thema und trotzdem bleibt dieser kleine Banksy Stachel erhalten. Schön sauber gedruckt, aber innerlich immer noch mit Spraydose in der Hand.

Für mich ein richtig starkes Kunstbuch. Informativ, hochwertig, ein bisschen nerdig und genau deshalb so reizvoll. Banksy bleibt geheimnisvoll, aber seine Drucke bekommen hier eine Bühne, die ihnen verdammt gut steht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere