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Veröffentlicht am 06.05.2026

Zwei Jungs, sieben Sommertage und ein Herzklopfen Richtung Meer

Vielleicht im Sommer
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Manchmal kommt ein Buch daher, stellt sich nicht groß vor, setzt sich einfach neben einen und sagt: Komm, wir fahren mal kurz ans Meer. Und zack, sitzt man mit Kian und Marco irgendwo zwischen Heim, Flucht, ...

Manchmal kommt ein Buch daher, stellt sich nicht groß vor, setzt sich einfach neben einen und sagt: Komm, wir fahren mal kurz ans Meer. Und zack, sitzt man mit Kian und Marco irgendwo zwischen Heim, Flucht, Sommerluft, kaputten Lebensläufen und dieser fiesen Hoffnung, die einen immer genau dann erwischt, wenn man gerade so tun will, als wäre man hart im Nehmen.

Vielleicht im Sommer erzählt von zwei Jungs, die das Leben nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst hat. Kian trägt Wut mit sich herum wie andere einen Rucksack, Marco hat diese stille Sehnsucht nach Zugehörigkeit, bei der man beim Lesen kurz schluckt und so tut, als wäre Staub im Auge. Kennt man ja. Ganz plötzlich. Mitten im Gesicht.

Was mir richtig gut gefallen hat: Das Buch drückt nicht künstlich auf die Tränendrüse. Es ist emotional, ja, aber nicht kitschig. Eher so ein leiser Schlag in die Rippen. Der Roadtrip an die Nordsee fühlt sich nicht nach großem Abenteuerfilm an, sondern nach zwei Jugendlichen, die zum ersten Mal merken, dass Familie manchmal nicht da entsteht, wo Blutlinien gezogen werden, sondern da, wo jemand bleibt.

Der Schreibstil ist jung, direkt und angenehm ungeschönt. Manchmal rotzig, manchmal verletzlich, manchmal so nah dran, dass man denkt: Junge, jetzt mach bitte kurz langsamer, ich muss das gerade fühlen. Genau diese Mischung macht das Buch stark.

Für mich ist das ein Debüt mit Herz, Kante und erstaunlich viel Reife. Nicht perfekt glatt poliert, aber gerade deshalb so echt. Vielleicht im Sommer ist kein lautes Buch. Es ist eins, das nachhallt. Wie Meeresrauschen, nur mit mehr Kloß im Hals.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Ein kleines Geschenk mit ganz viel Herz

Herr Hase und das schöne Geschenk
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Manchmal braucht es gar kein großes Abenteuer, keinen Drachen, keinen Zauberwald und kein wildes Durcheinander, damit ein Bilderbuch mitten ins Herz trifft. Herr Hase und das schöne Geschenk ist so ein ...

Manchmal braucht es gar kein großes Abenteuer, keinen Drachen, keinen Zauberwald und kein wildes Durcheinander, damit ein Bilderbuch mitten ins Herz trifft. Herr Hase und das schöne Geschenk ist so ein leises kleines Buch, das sich anfühlt wie ein warmer Nachmittag im Garten, mit Sonnenlicht auf den Seiten und einer kindlichen Frage, die größer ist, als sie zuerst klingt.

Zusammen mit meiner Nichte gelesen, wurde aus der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für die Mutter ein richtig schönes kleines Gespräch zwischen uns. Was schenkt man jemandem, den man lieb hat? Etwas Rotes? Etwas Gelbes? Etwas Grünes oder Blaues? Meine Nichte war sofort dabei, hat mitüberlegt, gelacht und natürlich auch eigene Geschenkideen eingeworfen, die teilweise sehr süß und teilweise herrlich unpraktisch waren.

Besonders schön fand ich, wie sanft die Geschichte erzählt wird. Herr Hase wirkt dabei wie ein ruhiger Begleiter, der nicht alles besser weiß, sondern dem kleinen Mädchen hilft, ihre eigenen Gedanken zu sortieren. Genau das macht dieses Bilderbuch so liebevoll. Es geht nicht um das teuerste oder auffälligste Geschenk, sondern um Aufmerksamkeit, Farben, Gefühle und darum, jemanden wirklich zu kennen.

Die Illustrationen von Maurice Sendak haben diesen verträumten, fast märchenhaften Charme, der nicht laut sein muss, um im Kopf zu bleiben. Für mich ist Herr Hase und das schöne Geschenk ein zartes, warmherziges Bilderbuch über Liebe, Fantasie und die Kunst, mit kleinen Dingen etwas ganz Großes zu sagen.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Zwischen Highlands, Regen und ganz viel Fernweh

LONELY PLANET Reiseführer Entdecke Schottland
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Schottland gehört bei uns ganz klar zu diesen Ländern, bei denen man schon beim Gedanken daran sofort Fernweh bekommt. Highlands, alte Burgen, kleine Pubs, windige Küstenstraßen und dieses Wetter, bei ...

Schottland gehört bei uns ganz klar zu diesen Ländern, bei denen man schon beim Gedanken daran sofort Fernweh bekommt. Highlands, alte Burgen, kleine Pubs, windige Küstenstraßen und dieses Wetter, bei dem man vermutlich innerhalb von fünf Minuten gleichzeitig Sonne, Regen und Sturm erlebt.

Genau dieses Gefühl transportiert der LONELY PLANET Reiseführer Entdecke Schottland richtig schön.

Das Buch fühlt sich nicht an wie ein trockener Reiseführer voller nüchterner Fakten. Viel eher wie jemand, der einem begeistert erzählt, wo man unbedingt hin sollte, bevor man plötzlich selbst schaut, was Flüge nach Edinburgh kosten.

Besonders gefallen hat mir die Mischung aus bekannten Orten und kleinen besonderen Ecken. Oban als Meeresfrüchte Hauptstadt klingt zum Beispiel nach genau so einem Ort, an dem man eigentlich nur kurz halten wollte und am Ende viel länger bleibt als geplant. Auch die versteckten Strände oder der Galloway Forest Park machen sofort Lust aufs Entdecken.

Optisch wirkt der Reiseführer angenehm übersichtlich und nicht überladen. Der Reiseplaner und der herausnehmbare Faltplan sind unterwegs sicher richtig praktisch.

Natürlich ersetzt das Buch keine komplette Detailplanung bis zur letzten Wanderroute. Aber darum geht es hier auch gar nicht. Dieser Reiseführer soll Lust auf Schottland machen.

Und genau das schafft er ziemlich mühelos.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Zwischen Blutdurst und Begierde

Forged in Blood
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Schon die ersten Seiten fühlten sich an wie ein Schritt durch schwere alte Universitätsflure, in denen hinter jeder Tür ein dunkles Geheimnis lauert. Montridge University wirkte auf mich gleichzeitig wunderschön ...

Schon die ersten Seiten fühlten sich an wie ein Schritt durch schwere alte Universitätsflure, in denen hinter jeder Tür ein dunkles Geheimnis lauert. Montridge University wirkte auf mich gleichzeitig wunderschön und bedrohlich. Genau diese Atmosphäre hat mich komplett eingesogen.

Ophelia mochte ich überraschend schnell. Hinter ihrer Unsicherheit steckt unglaublich viel Stärke und gerade ihre Vergangenheit als Pflegekind machte sie für mich greifbar und emotional nah. Zwischen all den manipulativen Vampiren wirkte sie manchmal wie ein kleines Licht mitten in einem Sturm und genau das machte ihre Dynamik mit Axl, Malachi und Xavier so spannend.

Besonders intensiv war die Mischung aus Gefahr, Verlangen und dieser ständigen unterschwelligen Bedrohung. Jede Begegnung knisterte. Jede Berührung fühlte sich verboten an. Professor Dracos sorgte zusätzlich für dieses dunkle Ziehen im Bauch, bei dem man genau weiß, dass man sich besser fernhalten sollte und trotzdem immer näher rückt.

Die Story lebt aber nicht nur vom Spice. Hinter den Geheimnissen rund um Ophelia steckt viel mehr, als man anfangs ahnt. Verrat, Machtspiele und versteckte Identitäten sorgen dafür, dass ständig neue Fragen entstehen. Mehr als einmal musste ich nachts weiterlesen, obwohl ich längst schlafen wollte.

Wer düstere Vampire, obsessive Männer, Dark Academia und emotional aufgeladene Romantasy liebt, wird dieses Buch vermutlich inhalieren. Dieses gefährliche, sündige und gleichzeitig überraschend emotionale Gefühl bleibt auch lange nach der letzten Seite noch im Kopf.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Wenn Berufe plötzlich nach Abenteuer riechen

Die verrücktesten Jobs, von denen du garantiert noch nie gehört hast!
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Schon nach den ersten Seiten lag bei uns dieses neugierige Kribbeln in der Luft, das entsteht, wenn ein Buch nicht einfach Wissen erklärt, sondern Türen aufstößt, von denen man vorher gar nicht wusste, ...

Schon nach den ersten Seiten lag bei uns dieses neugierige Kribbeln in der Luft, das entsteht, wenn ein Buch nicht einfach Wissen erklärt, sondern Türen aufstößt, von denen man vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt. Zusammen mit meinem Neffen habe ich Die verrücktesten Jobs, von denen du garantiert noch nie gehört hast! angeschaut und gelesen, und es war herrlich zu sehen, wie schnell aus einem kurzen Blättern ein großes Staunen wurde.

Die Mischung aus professionellem Schläfer, Duftforscherin, Wasserrutschentester, Fischezähler oder Schiffscowboy ist so wunderbar schräg, dass man automatisch weiterliest. Mein Neffe blieb immer wieder hängen, stellte Fragen, lachte über die Ideen und überlegte direkt, welcher Beruf wohl am verrücktesten wäre. Genau das macht dieses Buch so schön: Es erklärt nicht trocken, sondern kitzelt die Fantasie wach.

Die kurzen Texte passen sehr gut für Kinder ab etwa acht Jahren, weil sie leicht verständlich bleiben und trotzdem genug Futter für Gespräche bieten. Dazu kommen die humorvollen Illustrationen, die jede Seite lebendig machen und den ungewöhnlichen Berufen noch mehr Charme geben. Man merkt sofort, dass hier nicht nur informiert, sondern auch gespielt, gestaunt und geschmunzelt werden darf.

Für mich ist es ein richtig schönes Kindersachbuch, das zeigt, wie bunt die Arbeitswelt sein kann. Es nimmt Kindern den engen Blick auf klassische Berufe und schenkt ihnen stattdessen dieses schöne Gefühl: Vielleicht gibt es da draußen viel mehr Möglichkeiten, als man denkt.

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