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Veröffentlicht am 28.09.2022

Wunderbarer Winterroman

Die Wunderfrauen
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„Die Wunderfrauen - Wünsche werden wahr“ ist der vierte Band über die vier Freundinnen Luise, Helga, Annabel und Marie. Und wie gewohnt entführt uns die Lektüre nach Oberbayern, genauer gesagt an den Starnberger ...

„Die Wunderfrauen - Wünsche werden wahr“ ist der vierte Band über die vier Freundinnen Luise, Helga, Annabel und Marie. Und wie gewohnt entführt uns die Lektüre nach Oberbayern, genauer gesagt an den Starnberger See, diesmal ins Jahr 1991.
Die Kapitel werden wie immer abwechselnd aus Sicht von Luise, Annabel, Helga und Marie erzählt und zusätzlich in diesem Roman auch von Josie, Luises Tochter.
Wir begleiten die Frauen durch die leicht hektische Vorweihnachtszeit. Nicht ohne Stress und Turbulenzen verläuft diese bei den vier Freundinnen und ihren Lieben. Auch springen wir zurück in die vergangenen Jahre und erfahren, was da so alles geschehen ist. Nicht zu vergessen „Luises-Ladenkundealbum“ mit Notizen und Rezepten, das uns schon vertraut ist aus den anderen Büchern. Und wer will, kann wieder zu Spotify hüpfen und die von Stephanie Schuster erstellte Playlist zur Lektüre hören mit passenden Titeln aus der damaligen Zeit.

Mit diesem Buch, das die Reihe sehr stimmig ergänzt, endet leider die Geschichte der „Wunderfrauen“.
Mich hat es sehr gefreut, dass zur geplanten Trilogie noch dieses Weihnachtsbuch dazukam. Ich habe es wieder mit großem Vergnügen gelesen, und am Ende schwang bei mir doch etwas Wehmut mit. Aber eine Leseprobe im Anhang macht bereits neugierig auf die neue Romanreihe von Stephanie Schuster, auf die wir uns jetzt schon freuen dürfen.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Verwilderte Wege, neue Anfänge

Brombeerblaue Tage
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Elisa, eine Landschaftsarchitektin aus Berlin, fährt nach Rügen, um sich um das Haus ihres Vaters zu kümmern, nachdem dieser ins Krankenhaus musste. Dort erwartet sie ein verwildertes Anwesen mit überwuchertem ...

Elisa, eine Landschaftsarchitektin aus Berlin, fährt nach Rügen, um sich um das Haus ihres Vaters zu kümmern, nachdem dieser ins Krankenhaus musste. Dort erwartet sie ein verwildertes Anwesen mit überwuchertem Garten, fehlendem Komfort und zahlreichen Erinnerungen an eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung. Während sie beginnt, den Garten langsam wieder in Form zu bringen, entdeckt sie nicht nur ihre Liebe zu Pflanzen neu, sondern stößt auch auf verborgene Geschichten der Gegend und ihrer eigenen Familie.

„Brombeerblaue Tage“ von Simone Veenstra lässt sich richtig schön lesen. Mir haben besonders die Beschreibungen der Natur und die Atmosphäre des Landhausgartens gefallen. Die Geschichte ist ruhig erzählt, die Figuren sind sympathisch und die Handlung insgesamt stimmig.
Es ist ein kurzweiliges Buch, das mir richtig schöne, entspannte Lesestunden gebracht hat. Daher empfehle ich es sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Ein Hotel zum Wohlfühlen

Das kleine Hotel am Getreidemarkt
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„Das kleine Hotel am Getreidemarkt“ von Gerda Stauner ist wie ein Sehnsuchtsort zwischen zwei Buchdeckeln. Ein Ort voller Wärme, Geborgenheit und Magie. Ein Hotel, in das man beim Lesen selbst gern einchecken ...

„Das kleine Hotel am Getreidemarkt“ von Gerda Stauner ist wie ein Sehnsuchtsort zwischen zwei Buchdeckeln. Ein Ort voller Wärme, Geborgenheit und Magie. Ein Hotel, in das man beim Lesen selbst gern einchecken würde.

Hier treffen ganz unterschiedliche Menschen aufeinander: Gäste, die Abenteuer suchen, Ruhe brauchen oder einfach nur einen Platz zum Ankommen. Gerade diese Vielfalt macht den Reiz der Geschichte aus. Jede Figur bringt ihre eigene Geschichte mit, und man begleitet sie abwechselnd, was das Lesen angenehm lebendig und abwechslungsreich macht.

Doch nicht alles bleibt so ruhig und harmonisch. Als jemand von außerhalb in Marilles Welt tritt, zeigt sich schnell, dass nicht alle dieser Offenheit mit Verständnis begegnen und das Miteinander wird auf die Probe gestellt. Gerade dann wird deutlich, wie wichtig Freundschaft und Menschlichkeit sind.

Ich mochte besonders diese leise, warme Art zu erzählen. Der Roman liest sich sehr angenehm und leicht, ohne dabei oberflächlich zu sein. Am Ende bleibt vor allem ein Gefühl von Zusammenhalt und Hoffnung.
Eine leichte, berührende Geschichte, die ein warmes Gefühl hinterlässt.
Und irgendwie spürt man beim Lesen, dass viel Herzblut drinsteckt. Kein Wunder, wenn man weiß, dass die Autorin selbst einmal ein kleines Hotel in Regensburg geführt hat.

Mir hat es wirklich Spaß gemacht, und daher empfehle ich das Buch gerne weiter.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Manche Sommer bleiben für immer

Der Sommer, der uns blieb
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Britta, Pia und Martin waren als Kinder und Jugendliche unzertrennlich. Doch ein einschneidendes Ereignis zerstört ihre enge Freundschaft und ihre Wege trennen sich.

Jetzt treffen sich die drei wieder. ...

Britta, Pia und Martin waren als Kinder und Jugendliche unzertrennlich. Doch ein einschneidendes Ereignis zerstört ihre enge Freundschaft und ihre Wege trennen sich.

Jetzt treffen sich die drei wieder. In der Straße, in der sie damals gelebt haben, gibt es mehr oder weniger zufällige Begegnungen.
Nach und nach wird enthüllt, was damals geschehen ist und warum es zum Zerwürfnis kam. Gleichzeitig wird klar, weshalb Pia zurückgekehrt ist und dass sie entschlossen ist, sich der Vergangenheit zu stellen und Antworten zu geben.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der drei erzählt und bewegt sich zwischen zwei Zeitebenen: der Gegenwart im Jahr 2020 zu Beginn der Pandemie und den 90er Jahren, in denen alles begann.

Der Spannungsaufbau durch die wechselnden Perspektiven und Zeitebenen hat mir dabei besonders gut gefallen. Auch wenn einige Entwicklungen vorhersehbar waren, hat das dem Leseerlebnis keinen Abbruch getan, da die Emotionen und Beziehungen der Figuren klar im Mittelpunkt stehen.
Gegen Ende wird die Geschichte dann nochmal sehr bewegend, da sich alles zuspitzt und schließlich aufgelöst wird.

„Der Sommer, der uns blieb“ ist auf jeden Fall ein lesenswerter Roman.
Und was man noch besonders betonen muss: Das Buch ist optisch wirklich ein Highlight. So wunderschön gestaltet, selbst ohne Schutzumschlag. Auch im Inneren setzt sich das fort. Jedes Kapitel wird sehr kunstvoll eingeleitet und macht das Lesen zu etwas Besonderem.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Zwischen zwei Welten

Real Americans
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Für mich war „Real Americans“ von Rachel Khong ein Buch, das mich wirklich berührt hat. Es erzählt die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie über mehrere Generationen. Von May, die in China ...

Für mich war „Real Americans“ von Rachel Khong ein Buch, das mich wirklich berührt hat. Es erzählt die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie über mehrere Generationen. Von May, die in China aufwächst und unter den strengen gesellschaftlichen Bedingungen leidet, bis zu ihrer Tochter Lilly, die als Amerikanerin aufwächst, sich aber immer wieder mit ihrer Herkunft konfrontiert sieht, und zu Lillys Sohn Nick, der in einer gewissen Abgeschiedenheit aufwächst und die Familiengeschichte nur Stück für Stück versteht.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was mir geholfen hat, die Figuren und ihre Entscheidungen besser nachzuvollziehen. Besonders spannend fand ich, wie die Autorin Themen wie Identität, kulturelle Wurzeln und die Verantwortung, die man für andere trägt, miteinander verknüpft. Es gibt Momente voller Emotionen, aber auch viele Fragen zur Genetik und moralischen Entscheidungen, die zum Nachdenken anregen.

Ein paar Dinge hätten für mich etwas ausführlicher sein dürfen: Einige Zeitsprünge lassen wichtige Entwicklungen nur erahnen, und manche große Themen wie die genetische Forschung oder Lillys Identitätskonflikte werden eher angerissen. Trotzdem hat mich der flüssige, bodenständige Schreibstil gepackt, und vor allem Mays Geschichte in China hat mich gefesselt. Für mich ist es ein nachdenklicher, vielschichtiger Familienroman, der lange nachklingt.

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