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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2026

Interessantes Finale

Schere, Stein, Papier
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Adam erkennt keine Gesichter – er ist Gesichtsblind. Natürlich erkennt er auch seine Frau nicht und Veranstaltungen mit vielen Personen sind für ihn Horror. Seine Gesichtsblindheit belastet die Ehe, sie ...

Adam erkennt keine Gesichter – er ist Gesichtsblind. Natürlich erkennt er auch seine Frau nicht und Veranstaltungen mit vielen Personen sind für ihn Horror. Seine Gesichtsblindheit belastet die Ehe, sie ist jedoch nicht das Hauptproblem. Adam arbeitet als Drehbuchautor und stellt seine Arbeit in den Mittelpunkt – er ist ein Workaholic. Seine Partnerin Amelia fühlt sich übergangen und nicht mehr ernst genommen. Die emotionale Distanz in der Ehe wächst. Ob ein Wochenendtrip in die schottischen Highlands die Ehe retten kann?

Du verfolgst die Geschichte aus wechselnden Perspektiven. So erhältst du spannende Einblicke in beide Seiten. Besonders interessant sind die Briefe zu jedem Hochzeitstag. Sie zeigen, wie sich die Beziehung entwickelt. Du kannst miterleben, wann die Nähe zueinander verloren geht, und Konflikte entstehen.

Mit der Zeit wächst das Misstrauen und jede Figur wirkt auf mich unzuverlässig und unehrlich. Immer mehr habe ich die Aussagen sowie die Motive hinterfragt. Der Wendepunkt kam unglaublich spontan und schlussendlich blieben auch Fragen offen.

Den Einstieg ins Buch habe ich zunächst als langsam empfunden. Das Beziehungsdrama und der Zerfall der Ehe steht im Mittelpunkt und wirkt nicht wie ein Thriller. Adams Fokus auf seine Arbeit trifft auf die emotionalen Bedürfnisse von Amelia, die jedoch unerfüllt bleiben. Sympathie zu den Protagonisten konnte ich leider nicht aufbauen, vielleicht lag das auch an ihrem Verhalten oder die Beziehung zueinander. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass sie sich gegenseitig belügen und ahnen, dass der andere ihm/ihr etwas antun möchte. Die Spannung baut sich erst später im Buch auf. Die Autorin hat die Atmosphäre des Settings gut eingefangen und beschrieben, sie ist deutlich spürbar. Ich konnte nicht nur die Enge, die Kälte, sondern auch die Unsicherheit nachempfinden.

Wenn du mit ein wenig Geduld in das Buch einsteigst, bekommst du ein interessantes Finale. Du solltest keine klassische Thriller-Struktur erwarten, sondern dich vielmehr auf ein spannendes Psycho-Spiel zwischen Beziehung und Wahrnehmung freuen. Den großen „WOW-Moment“ für eine fünf Sterne Bewertung hatte ich leider nicht.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Interessanter Zufallsfund

Unter dem Moor
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Auf dieses Buch bin ich eher zufällig gestoßen und ich bereue keine einzige Seite. Interessant fand ich, wie die drei Frauenschicksale mit ihren individuellen Lebensbedingungen aus unterschiedlichen Zeitebenen ...

Auf dieses Buch bin ich eher zufällig gestoßen und ich bereue keine einzige Seite. Interessant fand ich, wie die drei Frauenschicksale mit ihren individuellen Lebensbedingungen aus unterschiedlichen Zeitebenen miteinander verknüpft wurden. Letztlich haben mich diese drei Frauenfiguren und die speziellen zeitlichen Hintergründe in ihren Bann gezogen.

Nina (Gegenwart) ist ausgebrannt vom Großstadtleben und ihren Job als Assistenzärztin und nimmt sich mit ihrer Hündin Ayla eine Auszeit im Stettiner Haff.

Gine (1936) verbringt ein Landjahr im Stettiner Haff, bis ihr dort etwas Schreckliches angetan wurde und sie auf Rache sinnt. Sie ahnt gar nicht, wie sehr sie damit den Lauf der Zeit beeinflussen wird.

Sigrun (1979) lebt am Stettiner Haff und ihr eintöniges Leben als junge Mitter während des DDR-Regimes wird erzählt.

Ich persönlich fand die Zeitepoche rund um Gine sehr interessant und den gesamten Handlungsaufbau des Buches wunderbar. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

mehr als kleine Grausamkeiten - eine tragische Familiengeschichte

Kleine Grausamkeiten (Steidl Pocket)
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"Alle drei Drumm-Brüder waren auf der Beerdigung, einer von uns allerdings im Sarg." Aber welcher? Und warum? Was für ein großartiger Einstieg in dieses Buch!


Die Brüder William, Brian und Luke sind ...

"Alle drei Drumm-Brüder waren auf der Beerdigung, einer von uns allerdings im Sarg." Aber welcher? Und warum? Was für ein großartiger Einstieg in dieses Buch!


Die Brüder William, Brian und Luke sind nur jeweils ein Jahr auseinander und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Kaum zu glauben, dass sie überhaupt Brüder sind oder vielleicht doch nicht?

Die drei Brüder werden von der dominanten Mutter unterschiedlich geliebt, behandelt, gefördert (oder das Gegenteil). Ihr ganzes Leben bleiben sie schicksalhaft miteinander verbunden, betrügen einander, verlieben sich und schlafen mit den gleichen Frauen. Was für eine irre Story. Jeder der Brüder erzählt ungeschönt seine eigene Geschichte, seine Ansichten. Diese Selbstdarstellung wird wundebar authentisch erzählt. Es wirkt wie ein Interview das man liest.
Diese menschlichen Abgründe und familiären Beziehungen muss ich ersteinmal verarbeiten und sacken lassen.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Eine Zeitreise mit emotionaler Tiefe, spannenden Wendungen und inspirierender Botschaft

Die Kryptografin
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Der Titel allein ist schon wunderbar: „Die Kryptografin – Für Träume braucht man Mut“ von Hanna Aden. Das Buch hat mich in eine Zeit geworfen, die ich selbst nicht kennenlernen konnte. Das Buch fasziniert ...

Der Titel allein ist schon wunderbar: „Die Kryptografin – Für Träume braucht man Mut“ von Hanna Aden. Das Buch hat mich in eine Zeit geworfen, die ich selbst nicht kennenlernen konnte. Das Buch fasziniert mich, weil wir das Frauenbild der 50er Jahre in verschiedenen Facetten kennenlernen.

Der Roman ist mit einer emotionalen Tiefe geschrieben, hat spannende Wendungen und eine inspirierende Botschaft: Träume sind es wert, verfolgt zu werden – auch wenn der Weg dorthin steinig ist. Damals wie auch heute aktuell.

Ich habe so sehr mit den Figuren Margot und Sue mitgefiebert. Sie sind einfach unglaublich authentisch dargestellt und die Geschichte regt zum Nachdenken an – über Mut, über Vertrauen und darüber, was im Leben wirklich zählt.

Für mich ist es ein eindrucksvoller historischer Roman. Eine klare Empfehlung für alle, die starke Frauenfiguren und historische Stoffe mögen.

Es ist ein wunderbares Buch, das noch ein wenig nachklingt. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Starke Frauenperspektive

Ein guter Blick fürs Böse
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Ich persönlich habe ein wenig gebraucht, um in die Story reinzukommen. Die Kalifornische Atmosphäre habe ich genossen und ich konnte die Sonne auf meiner Haut spüren. Dennoch kam mir der Anfang langatmig ...

Ich persönlich habe ein wenig gebraucht, um in die Story reinzukommen. Die Kalifornische Atmosphäre habe ich genossen und ich konnte die Sonne auf meiner Haut spüren. Dennoch kam mir der Anfang langatmig vor und häufig stellte ich mir die Frage, wieviel Zufall muss es geben, dass drei Frauen von Serienmördern zusammenfinden. Ganz schlüssig wirkte es auf mich zunächst nicht, dass ausgerechnet die Ehefrauen, die über Jahre hinweg nichts bemerkt haben sollen und plötzlich den Anspruch erheben, einen Serienmörder aufzuspüren. Doch im Verlauf ihrer Ermittlungen wird nach und nach auch ihre eigene Vergangenheit offengelegt. Dabei zeigt sich, dass ihre Männer teilweise auffällige Gemeinsamkeiten hatten – Merkmale, die sie nun auch bei dem gesuchten Täter zu erkennen glauben.

Ich persönlich habe die Ermittlungen und die Handlung insgesamt als solide Krimikost empfunden. Die Geschichte setzt sich aus zahlreichen Theorien zusammen, wodurch sie stellenweise etwas in die Länge gezogen sind und die Langatmigkeit entsteht. Der packende Showdown macht diese Schwächen jedoch etwas wieder wett und hinterlässt am Ende den Eindruck eines gelungenen Romans über die Diskriminierung von Frauen, über Freundschaft und über die Aufklärung eines Mordfalls. Beeindruckend fand ich die die starke Frauenperspektive, die den Kriminalfall dann doch noch zu etwas Besonderem macht.

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