Gerechtigkeitssinn und Draufgängertum
BlutregenDer Titel des sechsten Falls mit Emma Ramm und Alexander Blix fügt sich natürlich gut in die Reihe ein, aber im Wesentlichen regnet er in diesem Krimi nicht Blut, sondern vielmehr Patronen. Schüsse, die ...
Der Titel des sechsten Falls mit Emma Ramm und Alexander Blix fügt sich natürlich gut in die Reihe ein, aber im Wesentlichen regnet er in diesem Krimi nicht Blut, sondern vielmehr Patronen. Schüsse, die die Osloer Innenstadt in Aufruhr versetzen.
Blix und Emma, die gemeinsam einen Privatdetektei führen, geraten durch Zufall mitten in einen neuen, großen Fall. Die ehemalige Journalistin und der ehemalige Polizeiermittler können und wollen nicht hinnehmen, dass die Polizei bei ihren Nachforschungen zu einem möglichen Serienattentäter, der als Heckenschütze scheinbar wahllos in die Menge schießt, nicht so recht vorankommt. Zudem ist auch noch Emmas Familie direkt betroffen. Die beiden stellen also eigene Ermittlungen an und über Blix’ alte Kontakte helfen sie der Polizei, ob diese nun will oder nicht.
Thomas Enger und Jørn Lier Horst schaffen es wie gewohnt, die 430 Seiten dank eher kurzer Kapitel und mehreren Schauplatzwechsel nur so verfliegen zu lassen. Blix ist im Vergleich zu Beginn der Serie nun zwar immer noch ein Mensch mit viel Gerechtigkeitssinn, feinem Gespür und einer Portion Draufgängertum, aber da er nicht mehr über die Ressourcen der Polizei verfügt, bewegt er sich allmählich in “gemäßigteren” Bahnen. Er ist immer noch sehr sehr gut, aber kein unbesiegbarer Superman mehr.
Emma lernen wir in “Blutregen” von einer neuen Seite kennen, aber davon möchte ich nicht zu viel verraten. Beide, sie und Blix, haben zudem viel durchgemacht und in ganz wenigen Szenen wird auch auf Vergangenes angespielt. Wer die früheren Bände kennt, weiß dann auch, warum sich die beiden manchmal eben so verhalten, wie sie sich verhalten. Aber grundsätzlich sind die Fälle alle gut individuell lesbar und unterhalten Krimifans auf jeden Fall zuverlässig.