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Veröffentlicht am 22.08.2025

Mord und Mythos

Schwüre, die wir brechen
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Inhalt: Kommissar Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhuu stehen vor einem bizarren Rätsel. In Malmö wird eine Leiche mit einem angenähten Krokodilskopf entdeckt. Kurz darauf tauchen weitere Opfer auf, ...

Inhalt: Kommissar Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhuu stehen vor einem bizarren Rätsel. In Malmö wird eine Leiche mit einem angenähten Krokodilskopf entdeckt. Kurz darauf tauchen weitere Opfer auf, alle verstümmelt und als altägyptische Gottheiten inszeniert. Als schließlich ein junges Mädchen verschwindet, steigt der Druck auf die Ermittler zunehmend.

Mein Eindruck: Schon der Prolog hat mich direkt gepackt. Er ist atmosphärisch, geheimnisvoll und emotional. Ein Auftakt, der sofort Sogwirkung entfaltet. Auch der Schreibstil des Autorenduos Roman Voosen und Kerstin Danielsson überzeugt. Er ist dicht, flüssig und durchweg spannend.

Die beiden Ermittler Jon Nordh und Svea Karhuu habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie wirken authentisch und vielschichtig. Auch ihr Privatleben fließt ein, bleibt aber wohldosiert im Hintergrund.

Besonders spannend fand ich, dass gleich zwei faszinierende Themenfelder eingebunden sind: die dunkle Geschichte der Colonia Dignidad und die altägyptische Mythologie. Solche Momente, in denen man beim Lesen denkt „Das will ich noch einmal genauer wissen“ und nachrecherchiert, liebe ich sehr.

Der Spannungsbogen ist gut gesetzt. Falsche Fährten und überraschende Wendungen wurden gestreut und die Bedrohung wuchs stetig. Das Finale ist rasant, vielleicht einen Hauch zu abrupt, doch das ist wirklich nur ein winziger Kritikpunkt in einem rundum fesselnden Krimi.

Fazit: Ein packender Fall für Svea und Jon, der nicht nur spannend unterhält, sondern auch neugierig macht und den Blick über den Tellerrand hinauslenkt.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Zu viele Eulen, zu viele Gefühle

Hilfe, zu viele Zaubereulen!
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Inhalt: Zoas Oma wandert nach Griechenland aus und Zoas Familie zieht in deren altes Haus. Jetzt vermisst Zoa nicht nur ihre Oma, sondern sie muss auch noch die Schule wechseln, neue Freundschaften knüpfen ...

Inhalt: Zoas Oma wandert nach Griechenland aus und Zoas Familie zieht in deren altes Haus. Jetzt vermisst Zoa nicht nur ihre Oma, sondern sie muss auch noch die Schule wechseln, neue Freundschaften knüpfen und sich in einer völlig neuen Umgebung zurechtfinden. Kein Wunder also, dass sie traurig und wütend ist. Und immer dann, wenn ihre Gefühle besonders stark werden, taucht plötzlich eine Eule auf … bis es irgendwann viel zu viele sind.

Unser Leseeindruck: Die Geschichte rund um Zoa wird fantasievoll, lebendig und herrlich chaotisch erzählt. Besonders für Grundschulkinder eignet sich das Buch durch die größere Schrift und die angenehm kurzen Kapitel sehr gut. Auch die Illustrationen haben uns ausgesprochen gut gefallen. Vor allem die vielen unterschiedlichen Eulen sind liebevoll und farbenfroh gestaltet und erinnern charmant an verschiedene Figuren in der Geschichte.

Kindgerecht greift das Buch wichtige Themen wie Abschied, Veränderungen und Neuanfänge auf. Zoas Gefühle wirkten dabei auf uns sehr nachvollziehbar. Der Verlust der vertrauten Umgebung, die neue Schule und die Suche nach neuen Freundschaften sorgen verständlicherweise für viele emotionale Momente. Wir konnten uns gut in Zoa hineinversetzen. Die Visualisierung der Emotionen durch Eulen ist dabei eine gute Idee und lässt das Ganze greifbarer erscheinen.

Ein wenig mehr Begleitung für Zoa durch die Erwachsenen hätten wir uns allerdings gewünscht. Ihre Eltern wirken häufig gestresst und auch die Lehrkraft bleibt nach einem Vorfall in der Schule eher im Hintergrund. Dadurch hätten manche Situationen noch etwas intensiver aufgefangen werden können. Auch das Ende kam für unser Empfinden etwas plötzlich, hier hätten wir Zoa gerne noch ein Stück länger begleitet.

Fazit: Die Mischung aus authentischen Problemen und fantasievollen Elementen gelingt sehr gut. Eine warmherzige, humorvolle Geschichte über Veränderungen, starke Gefühle und magisches Eulenchaos mit ein wenig Verbesserungspotential.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Vom Zebra zum Apfel - das umgekehrte ABC

Retten wir das ABC!
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Das ABC beginnt bekanntlich mit dem Buchstaben A – doch was, wenn der Apfel verschwunden ist und man nicht von vorne anfangen kann? Ganz einfach: Man startet hinten beim Z wie Zebra.

In bunten, humorvollen ...

Das ABC beginnt bekanntlich mit dem Buchstaben A – doch was, wenn der Apfel verschwunden ist und man nicht von vorne anfangen kann? Ganz einfach: Man startet hinten beim Z wie Zebra.

In bunten, humorvollen Illustrationen und mit amüsanten Reimen bringt dieses Bilderbuch den Jüngsten das Alphabet auf spielerische Weise näher. Beim Lesen mussten wir immer wieder schmunzeln. Neben den klassischen Zuordnungen wie A wie Apfel und Z wie Zebra finden sich auch ungewöhnlichere Beispiele wie R wie Röntgengerät oder bei Kindern besonders beliebte Begriffe wie P wie Popel.

Ein, zwei Wortauswahlen hätte ich persönlich anders getroffen, da sie mit einem anderen Anlaut beginnen als der jeweilige Buchstabe (zum Beispiel S wie Schlange oder E wie Eis). Auch auf englische Begriffe wie „Hula Hoop“ hätte ich verzichten können.

Die Grundidee ist jedoch originell und erfrischend anders. Insgesamt macht das Buch viel Spaß und lädt Kinder dazu ein, sich spielerisch mit Buchstaben auseinanderzusetzen. Es eignet sich hervorragend zum Vorlesen und ist dank der großen Schrift sowie des reduzierten Textes auch für Erstleser gut geeignet.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Wenn der Urlaub zum Sturm wird

Meeresdunkel
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Inhalt: Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge planen einen gemeinsamen Urlaub auf Mallorca. Doch bei der Ankunft stellt sich heraus, dass das Ferienhaus doppelt vermietet wurde. Notgedrungen müssen ...

Inhalt: Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge planen einen gemeinsamen Urlaub auf Mallorca. Doch bei der Ankunft stellt sich heraus, dass das Ferienhaus doppelt vermietet wurde. Notgedrungen müssen sich zwei Familien das Haus teilen. Während die Tage gemeinsam vergehen, zeigt sich schnell, dass nicht nur die Fassade des Hauses bröckelt. Als schließlich ein Unwetter aufzieht, kommen auch lang gehütete Geheimnisse zwischen den Familien ans Licht.

Mein Leseeindruck: Die Inhaltsangabe hat sofort mein Interesse geweckt. Dennoch fiel mir der Einstieg zunächst etwas schwer. Der Prolog wirkte auf mich etwas verwirrend und auch an den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen.

Besonders gut gefallen haben mir die Perspektivwechsel zwischen den verschiedenen Familien sowie die Rückblicke in die Vergangenheit. Diese haben der Geschichte zusätzliche Tiefe verliehen. In der zweiten Hälfte nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf, die Spannung steigt spürbar. Dabei entlädt sich nicht nur das Unwetter am Himmel, sondern auch die angespannte Stimmung zwischen den Figuren im Ferienhaus. Dieser Showdown hat mich definitiv gepackt.

Die Protagonisten sind vielseitig gezeichnet. Ein paar waren mir sympathisch, andere hingegen konnte ich kaum leiden. Insgesamt wirkten sie jedoch authentisch. Jeder von ihnen bringt eigene Probleme mit und verbindet unterschiedliche Hoffnungen mit dem gemeinsamen Urlaub. Gleichzeitig hatte ich oft das Gefühl, dass sich die Familien selbst nicht unbedingt guttun und das Verhalten mancher Figuren blieb für mich nicht immer ganz nachvollziehbar.

Fazit: Ein spannender Roman mit kleinen Schwächen, der aber vor allem in der zweiten Hälfte mit seiner Spannung überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Auf zwei Rädern ins Abenteuer

SUPERBIKES Das große Vorlesebuch
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In dem Vorlesebuch erleben die „Superbikes“ rund um das große Velio-Rennen zahlreiche spannende Abenteuer. Die einzelnen Geschichten drehen sich um unterschiedliche Fahrräder, die alle individuell beschrieben ...

In dem Vorlesebuch erleben die „Superbikes“ rund um das große Velio-Rennen zahlreiche spannende Abenteuer. Die einzelnen Geschichten drehen sich um unterschiedliche Fahrräder, die alle individuell beschrieben und mit eigenen Charakterzügen ausgestattet sind. Gerade für kleine Fahrradfans bietet das Buch viele schöne Momente zum Staunen, Mitfiebern und Schmunzeln.

Der Schreibstil ist angenehm leicht, flüssig und für Kinder bis etwa 8 Jahre sehr gut verständlich. Die Geschichten sind lebendig erzählt und die Kapitel haben eine angenehme Länge, sodass sie sich wunderbar zum Vorlesen eignen. Gleichzeitig sind sie auch für Leseanfänger gut geeignet, weil die Handlung überschaubar bleibt.

Die Illustrationen sind farbenfroh, dynamisch und fangen die Szenen und die Bewegung der Geschichten sehr schön ein. Aus meiner Erwachsenensicht wirken die Fahrräder mit ihren „echten“ Köpfen teilweise ein wenig skurril oder ungewohnt, mein Sohn hingegen war davon begeistert. Und letztlich zeigt genau das, dass die Gestaltung ihre Zielgruppe offenbar sehr gut anspricht.

Was wir uns an einigen Stellen noch etwas mehr gewünscht hätten, ist mehr erzählerische Tiefe in den einzelnen Geschichten. Die Abenteuer sind durchweg unterhaltsam, liebevoll erzählt und kindgerecht aufgebaut, hätten an manchen Stellen aber noch ein wenig mehr Raum vertragen. Einige Figuren, Konflikte oder Entwicklungen hätten mit etwas mehr Ausarbeitung noch stärker wirken können.

Fazit: Ein liebevoll gestaltetes, unterhaltsames und kindgerechtes Buch, das vor allem kleine Fahrradfans begeistern dürfte. Es punktet mit sympathischen Figuren, einem gut verständlichen Schreibstil und farbenfrohen Illustrationen, die Kinder sofort ansprechen. Auch wenn die einzelnen Abenteuer stellenweise noch etwas mehr Tiefe hätten haben können, schmälert das den Lesespaß insgesamt kaum.

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