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Veröffentlicht am 22.05.2026

Grandioses Finale voller Gefahren, Lügen und anderer Geheimnisse

Sepia 3: Sepia und der Fluch des Tintendrachen
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Im letzten Band der Trilogie um Sepia und ihre Tintenmagie steht nicht weniger als das Schicksal Flohalls auf dem Spiel. Die laut der Legende einst von der mutigen Flo gegründete Stadt droht, von einem ...

Im letzten Band der Trilogie um Sepia und ihre Tintenmagie steht nicht weniger als das Schicksal Flohalls auf dem Spiel. Die laut der Legende einst von der mutigen Flo gegründete Stadt droht, von einem alles verschlingenden Nebel regelrecht verspeist zu werden. Einige Gebäude sind bereits verschwunden. Natürlich versuchen die Alchemisten der Stadt, wie Sepias Meister Silbersilbe, dem Nebel auf magische Weise Einhalt zu gebieten. Hierfür erhoffen sie sich die Hilfe von einer ganz besonderen Person. Doch Sepia und ihre Freunde wollen das Problem lieber auf ihre Weise lösen. Und geraten diesmal in ein Abenteuer, welches für so manche Überraschungen und Gefahren sorgt. Drachen inklusive.
Der dritte Band ist ein wahres Feuerwerk an fantastischen Ideen und Überraschungen. Neben der Handlung wird auch die Legende um Flo und ihrem Sieg über den Tintendrachen erzählt, bevor diese später eine wichtige Rolle einnimmt. Durch verschiedene Gefahren steigt die Spannung immer mehr, bis es zu einer Art finalem Kampf kommt. Auch im Anschluss wird die Leserschaft nicht allein gelassen, sämtliche losen Enden werden zu einem gemeinsamen Band verknüpft.
Besonders hervorgehoben wird auch diesmal wieder der Zusammenhalt der drei Freunde Sepia, Niki und Sanzio, deren Charaktere und Fähigkeiten sich gekonnt ergänzen. Ein gewisser Sidekick hat bei mir zudem für einige Schmunzler gesorgt. Das Geheimnis um die Tintenmagie und Sepias besondere Fähigkeiten wird recht eindrucksvoll gelöst. Ebenfalls kommen mehrere Charaktere der ersten beiden Bände wieder vor.
Ein gelungener Abschluss einer fantastischen Trilogie für alle, die auf magische Abenteuer stehen.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Fantastische gezeichnete, zeitlose Sozialkritik mit hohem Unterhaltungswert

Die Verwandlungen der Füchsin
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Lange hat mich ein Webtoon (bzw. Manhua) nicht mehr so bewegt wie Die Verwandlungen der Füchsin. Die Künstlerin hat ein unglaubliches Talent, gesellschaftliche Beobachtungen und Interpretationen in ihren ...

Lange hat mich ein Webtoon (bzw. Manhua) nicht mehr so bewegt wie Die Verwandlungen der Füchsin. Die Künstlerin hat ein unglaubliches Talent, gesellschaftliche Beobachtungen und Interpretationen in ihren Zeichnungen wiederzugeben und deren Atmosphäre farblich zu unterstreichen (das Buch ist komplett durchcoloriert!).
Inhaltlich geht es um zwei Füchsinnen, die als Fuchsgeister versuchen, durch Herzensgedanken der Menschen genügend Magie anzusammeln, bis sie zum neunschwänzigen Fuchsgeist aufgestiegen sind. Dabei wählt die ältere Füchsin den altbewährten Weg, welcher ihr damals beigebracht wurde, indem sie versucht, Männern als dienende Frau deren Wünsche zu erfüllen. Der jüngeren Füchsin widerstrebt diese Art der Selbstverleugnung und sie wählt einen anderen Weg.
Aufgebaut ist das Buch als ineinander übergehende Episoden und behandelt viele gesellschaftliche und soziale Themen. Die Füchsinnen erscheinen hierbei mal als mehr oder minder anthropomorphe Füchse oder als Menschen, sammeln Erfahrungen und tauschen ihre Gedanken aus. Es gibt ernste Themen, kritische Sichtweisen sowie humorvolle Details, optisch wunderschön gezeichnet und stimmungsvoll coloriert. Zwar spielt das Ganze in früheren Zeiten und beinhaltet einige Traditionen, die Themen selbst können jedoch als zeitlos und auch auf die Gegenwart anwendbar interpretiert werden. Als Beispiel wären da z. B. Themen zu nennen wie, inwiefern man sich selbst aufgeben soll/darf, um die Erwartungen anderer zu erfüllen. Oder wie Frau und Mann in der Gesellschaft wahrgenommen werden.
Empfehlen kann ich das Buch Jugendlichen und Erwachsenen, die Interesse haben, einen wunderschön gezeichneten Webtoon/Manhua mit sowohl Humor als auch ernsten Anklängen zu lesen.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Freiheit mit Dachschaden

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Dieses Buch war ein Experiment für mich. Normalerweise bevorzuge ich Romane, in denen ich mich in die Protagonist/innen hineinversetzen kann. Die mir von der Denkweise entweder ähnlich sind oder deren ...

Dieses Buch war ein Experiment für mich. Normalerweise bevorzuge ich Romane, in denen ich mich in die Protagonist/innen hineinversetzen kann. Die mir von der Denkweise entweder ähnlich sind oder deren Entscheidungen ich zumindest nachvollziehen kann. In diesem Roman kauft die Studentin Sophie spontan ein Haus zu einem Spottpreis, über eine Online-Anzeige und am anderen Ende der Republik, mitten im Nirgendwo. Etwas, was ich nie gemacht hätte, da bin ich ehrlich. Da bin ich doch eher der auf-Nummer-sicher-gehen-Typ. Andererseits liebe ich es, andere Länder und Kulturen über Bücher kennen zu lernen. Also warum nicht mal eine Person mit völlig anderem Denk- und Handlungsmuster? Challenge accepted.
Ja, der Anfang war dann auch erstmal eine Herausforderung, wenn auch im positiven Sinne. Sophies Kann-man-mal-so-machen-Abenteuer hat mich zwar zunächst gefühlt auf jeder Seite denken lassen, das ist völlig schräg und unbedarft. Und dennoch auf gewisse Weise mutig. Mit der Zeit fand ich es sogar immer interessanter, sie bei ihren Erlebnissen und Gedanken zu begleiten. Was ich als äusserst positiv betonen möchte: Es gibt kein Mimimi, kein Ertrinken in Selbstmitleid oder Selbstvorwürfen. Vielmehr verbirgt sich in Sophie eine bodenständige Person, die eine gewisse Freude daran findet, selbst anzupacken, dazuzulernen und ihre kleinen Erfolge zu genießen. Und der Hintergrund, warum sie das Ganze überhaupt gemacht hat, wird mit der Zeit immer überzeugender: Der Wunsch nach Freiheit, nach einem Sprung aus dem Hamsterrad der viereckigen Häuser und Bildschirme.
Ein wirklich gelungenes Buch über den Gedanken, mal auszubrechen. Und wenn man sich das nicht selbst zutraut, kann man zumindest Sophie bei diesem Schritt begleiten. Lohnt sich, hätte ich nicht gedacht.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Der spannendste und gefährlichste Schreibworkshop ever

Missing Page - Tödliche Worte
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Wart ihr schonmal auf einem Schreibworkshop? Also für mich war das mein erster Workshop dieser Art, den ich mit Toni besucht habe. Gemeinsam mit fünf weiteren jungen Schreibtalenten will die 17-jährige ...

Wart ihr schonmal auf einem Schreibworkshop? Also für mich war das mein erster Workshop dieser Art, den ich mit Toni besucht habe. Gemeinsam mit fünf weiteren jungen Schreibtalenten will die 17-jährige vom Bestsellerautor R. E. Giffard lernen, ihre Autorenskills zu verfeinern. Dafür sind alle extra auf das abgelegene schottische Anwesen des alten Kauzes gereist. Okay, vielleicht hat Toni das ein oder andere Geheimnis im Gepäck, welches sie uns zunächst nicht verraten will. Mit dem plötzlichen Mord hat sie aber nichts zu tun, oder? ODER?!
Mit Toni als Ich-Erzählerin erlebt man gemeinsam, wie sich der ursprüngliche Workshop in ein Live-Cluedo-Spiel verwandelt. Die Anzahl der Tatverdächtigen bleibt mit den Workshop-Teilnehmenden und dem wenigen Personal überschaubar, ein mögliches Motiv könnte nach einigem Recherchieren jede Person haben. Selbst Toni wird verdächtigt, aus gewissen Gründen. Und trotzdem muss hier mindestens eine Person falsch spielen.
Der Jugenthriller entwickelt sich schnell zu einem kniffligen Fall, in welchem der Täter sich unentdeckt inmitten der Gruppe befindet. Mehrere Wendungen, Entdeckungen und Erkenntnisse sorgen für abwechslungsreiche Spannung und von Tag zu Tag steigt die Gefahr für Toni, vielleicht das nächste Opfer zu werden. An ihrer Seite ermittelt George, ein weiterer Teilnehmer, doch kann sie ihm wirklich vertrauen?
Schon das Setting ist schräg, das alte Anwesen hätte als Kulisse für einen Horrorfilm herhalten können. Dank einer Skizze von Toni findet man sich beim Lesen im Anwesen recht gut zurecht. Weitere Notizen von Toni sowie Schreibübungen der Gruppe sind ebenfalls abgedruckt, ob hilfreich oder nicht gilt herauszufinden. Die Charaktere sind ziemlich verschieden, insbesondere die sechs Workshop-Teilnehmenden konnte ich schnell unterscheiden, während das Personal erst etwas später in den Fokus rückte.
Mich konnte der Jugendhriller auf voller Länge überzeugen. Der Fall ist knifflig, emotional mitreißend und bietet einiges an Überraschungen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Düsteres was-wäre-wenn Szenario nach dem HappyEnd

Deadly Ever After – Blut und Schnee
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Was wäre, wenn all die märchenhaften HappyEnds erst der Anfang einer viel schlimmeren Erzählung sind? Wenn Schneewittchen die Welt ins Chaos stürzt, während Rotkäppchen den Wolf jagt, der vielleicht gar ...

Was wäre, wenn all die märchenhaften HappyEnds erst der Anfang einer viel schlimmeren Erzählung sind? Wenn Schneewittchen die Welt ins Chaos stürzt, während Rotkäppchen den Wolf jagt, der vielleicht gar nicht so böse ist, wie viele denken?
In ihrem neuen Roman werfen die Autoren-Gebrüder T.S. Orgel sämtliche Schöne-Welt-Vorstellungen der Märchen komplett über den Haufen. Lassen die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen und bekannte Märchenfiguren Kämpfe ausfechten, von denen sie vorher nie zu träumen wagten.

Es sind keine Helden mehr übrig. (Zitat S. 361)

Der Roman entpuppt sich schnell als Wilder Ritt durch die Märchenwelt, in der Krieg und Unterdrückung herrschen. Verschiedene Märchenfiguren und -elemente sind geschickt in die Handlung eingebaut, seien es Frau Holle, der Froschkönig, Spinnräder und Spiegel, Rumpelstilzchen oder weniger bekannte Charaktere.

Ich hab da noch ein Aas im Ärmel. - Du meinst Ass? - Ich sagte, was ich meine. (Zitat S. 239)

Humor und Action kommen neben der Spannung ebenfalls nicht zu kurz und lockern die anfänglich düstere Grundstimmung angenehm auf. Die Hauptcharaktere schlagen verschiedene Wege ein, welche sich später wieder kreuzen. Dadurch bleibt die Handlung angenehm abwechslungsreich. Zum Inhalt selbst möchte ich gar nichts weiter verraten, da der gesamte Roman aus lauter Überraschungen besteht, die ich nicht spoilern möchte. An Einfallsreichtum hat es den Autoren hier definitiv nicht gemangelt. Von mir gibt es 5 von 5 roten Äpfeln für das Lesevergnügen.

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