Profilbild von Schugga

Schugga

Lesejury Star
offline

Schugga ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schugga über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2026

Der spannendste und gefährlichste Schreibworkshop ever

Missing Page - Tödliche Worte
0

Wart ihr schonmal auf einem Schreibworkshop? Also für mich war das mein erster Workshop dieser Art, den ich mit Toni besucht habe. Gemeinsam mit fünf weiteren jungen Schreibtalenten will die 17-jährige ...

Wart ihr schonmal auf einem Schreibworkshop? Also für mich war das mein erster Workshop dieser Art, den ich mit Toni besucht habe. Gemeinsam mit fünf weiteren jungen Schreibtalenten will die 17-jährige vom Bestsellerautor R. E. Giffard lernen, ihre Autorenskills zu verfeinern. Dafür sind alle extra auf das abgelegene schottische Anwesen des alten Kauzes gereist. Okay, vielleicht hat Toni das ein oder andere Geheimnis im Gepäck, welches sie uns zunächst nicht verraten will. Mit dem plötzlichen Mord hat sie aber nichts zu tun, oder? ODER?!
Mit Toni als Ich-Erzählerin erlebt man gemeinsam, wie sich der ursprüngliche Workshop in ein Live-Cluedo-Spiel verwandelt. Die Anzahl der Tatverdächtigen bleibt mit den Workshop-Teilnehmenden und dem wenigen Personal überschaubar, ein mögliches Motiv könnte nach einigem Recherchieren jede Person haben. Selbst Toni wird verdächtigt, aus gewissen Gründen. Und trotzdem muss hier mindestens eine Person falsch spielen.
Der Jugenthriller entwickelt sich schnell zu einem kniffligen Fall, in welchem der Täter sich unentdeckt inmitten der Gruppe befindet. Mehrere Wendungen, Entdeckungen und Erkenntnisse sorgen für abwechslungsreiche Spannung und von Tag zu Tag steigt die Gefahr für Toni, vielleicht das nächste Opfer zu werden. An ihrer Seite ermittelt George, ein weiterer Teilnehmer, doch kann sie ihm wirklich vertrauen?
Schon das Setting ist schräg, das alte Anwesen hätte als Kulisse für einen Horrorfilm herhalten können. Dank einer Skizze von Toni findet man sich beim Lesen im Anwesen recht gut zurecht. Weitere Notizen von Toni sowie Schreibübungen der Gruppe sind ebenfalls abgedruckt, ob hilfreich oder nicht gilt herauszufinden. Die Charaktere sind ziemlich verschieden, insbesondere die sechs Workshop-Teilnehmenden konnte ich schnell unterscheiden, während das Personal erst etwas später in den Fokus rückte.
Mich konnte der Jugendhriller auf voller Länge überzeugen. Der Fall ist knifflig, emotional mitreißend und bietet einiges an Überraschungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 06.04.2026

Düsteres was-wäre-wenn Szenario nach dem HappyEnd

Deadly Ever After – Blut und Schnee
0

Was wäre, wenn all die märchenhaften HappyEnds erst der Anfang einer viel schlimmeren Erzählung sind? Wenn Schneewittchen die Welt ins Chaos stürzt, während Rotkäppchen den Wolf jagt, der vielleicht gar ...

Was wäre, wenn all die märchenhaften HappyEnds erst der Anfang einer viel schlimmeren Erzählung sind? Wenn Schneewittchen die Welt ins Chaos stürzt, während Rotkäppchen den Wolf jagt, der vielleicht gar nicht so böse ist, wie viele denken?
In ihrem neuen Roman werfen die Autoren-Gebrüder T.S. Orgel sämtliche Schöne-Welt-Vorstellungen der Märchen komplett über den Haufen. Lassen die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen und bekannte Märchenfiguren Kämpfe ausfechten, von denen sie vorher nie zu träumen wagten.

Es sind keine Helden mehr übrig. (Zitat S. 361)

Der Roman entpuppt sich schnell als Wilder Ritt durch die Märchenwelt, in der Krieg und Unterdrückung herrschen. Verschiedene Märchenfiguren und -elemente sind geschickt in die Handlung eingebaut, seien es Frau Holle, der Froschkönig, Spinnräder und Spiegel, Rumpelstilzchen oder weniger bekannte Charaktere.

Ich hab da noch ein Aas im Ärmel. - Du meinst Ass? - Ich sagte, was ich meine. (Zitat S. 239)

Humor und Action kommen neben der Spannung ebenfalls nicht zu kurz und lockern die anfänglich düstere Grundstimmung angenehm auf. Die Hauptcharaktere schlagen verschiedene Wege ein, welche sich später wieder kreuzen. Dadurch bleibt die Handlung angenehm abwechslungsreich. Zum Inhalt selbst möchte ich gar nichts weiter verraten, da der gesamte Roman aus lauter Überraschungen besteht, die ich nicht spoilern möchte. An Einfallsreichtum hat es den Autoren hier definitiv nicht gemangelt. Von mir gibt es 5 von 5 roten Äpfeln für das Lesevergnügen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2026

Freundschaft, Zusammenhalt und kriminalistische Raffinesse

Die Rätsel meines Großvaters
0

Die Rätsel meines Großvaters ist der zweite Band der Trilogie, welche mit Die Bibliothek meines Großvaters begann. Nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich ist das Buch wieder sehr gelungen. Kaede und ...

Die Rätsel meines Großvaters ist der zweite Band der Trilogie, welche mit Die Bibliothek meines Großvaters begann. Nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich ist das Buch wieder sehr gelungen. Kaede und ihre beiden Freunde sind ein aussergewöhnliches Trio, das stets zusammenhält, wenn es darauf ankommt.
Aufgebaut ist das Buch wieder in lockeren Episoden, die sich in das Leben der Protagonisten einfügen, wobei jede Episode für ein Rätsel steht, welches sie lösen wollen oder sie sogar selbst betrifft. Ebenso gibt es wiederholt Anspielungen auf klassische Kriminalromane oder -motive, zumal Kaedes Großvater eine beachtliche Sammlung früherer Krimis besitzt. Die Treffen mit Kaedes Großvater, der vielen aus früheren Zeiten als Fensterputz-sensei bekannt ist, sind jedesmal spannend zu verfolgen, da sie wie ein kleines Ritual ablaufen. Obwohl er durch seine besondere Form der Demenz bisweilen Halluzinationen hat, welche ihm meist bewusst sind, ist sein Verstand messerscharf, wenn es um das Lösen von Rätseln geht.
Ergänzend kommen diesmal zwei weitere Charaktere hinzu, welche wiederholt eine Rolle im Leben der Freunde spielen. Und Kaede und ihre Freunde geraten auch diesmal wieder in tödliche Gefahr.
Das Buch ist eine wunderbare Mischung aus Feelgood-Roman, freundschaftlichem Zusammenhalt und zu lösenden Rätseln, Überraschungen inklusive. Von mir volle Punktzahl und ich freue mich bereits auf Band 3.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2026

Bewegendes Zeitreise-Abenteuer im früheren Korea mit leichten K-Drama-Touch

Prinzessin der tausend Diebe – Chosen
0

Der zweite Teil der Dilogie setzt kurz nach dem ersten an, jedoch mit einer überraschenden Wendung gleich zu Beginn: Die Welt droht unterzugehen! Mächtige Monster, denen kein Militär der Welt etwas entgegenzusetzen ...

Der zweite Teil der Dilogie setzt kurz nach dem ersten an, jedoch mit einer überraschenden Wendung gleich zu Beginn: Die Welt droht unterzugehen! Mächtige Monster, denen kein Militär der Welt etwas entgegenzusetzen hat, haben bereits für unzählige Opfer gesorgt. Jia Hong, die den Platz ihrer Schwester Sora als Oberhaupt des Hong-Clans eingenommen hat, sieht nur eine Möglichkeit: In die Vergangenheit reisen und den koreanischen Künstler der Gemälde töten, aus denen diese monströsen Ungetüme entsprungen sind.
Was für ein Abenteuer! Jia landet als Mann verkleidet in der früheren Joseon-Ära, wo sie sich als Jian in die einstige Künstlerakademie des früheren Seoul einschleichen will. Neben der Suche nach Maler Sin Yun Bok gerät sie an den Kronprinzen, der in Verdacht steht, einen Anschlag auf seinen Bruder, den Kaiser zu planen. Mit ihrem Wissen um die damalige Zeit, der Mythologie sowie ihren magischen Fähigkeiten ist Jia(n) zwar den anderen in manchen Dingen um einiges voraus, dennoch hat sie nicht mit der Version des Sin Yon Bok gerechnet, dem sie begegnet: Ein hilfsbereiter und sympathischer junger Quatschkopf, der aus irgendwelchen Gründen gar nicht mehr malen will. Was Jias Pläne vor neue Herausforderungen stellt.
Das Buch liest sich wie ein gelungenes K-Drama mit historisch-fantastischem Setting und punktet auf mehreren Ebenen. Es gibt viele interessante Details aus der damaligen Zeit, politische Intrigen, Mythologie, Kämpfe, Spannung und Herzschmerz. Auch die Charaktere und deren Interaktionen sind sehr gelungen, insbesondere Jia ist hier zielstrebig und mutig und zugleich eine junge Frau mit Träumen und Wünschen. Mir hat das Buch richtig viel Spaß gemacht, nicht zuletzt auch, weil ich das Setting so faszinierend fand und ich mitgerätselt habe, was es mit diesen Monstern überhaupt auf sich haben könnte. Mit der Auflösung hierzu konnte mich die Autorin nochmal vollends überraschen. Zudem schafft sie es, gekonnt einen Bogen zum ersten Band zu schlagen, so dass beide Bände als gemeinsames Ganzes wirken. Und das Ende nach dem emotionalen Auf und Ab, hachja, wie in einem richtigen K-Drama, erst bitter, dann süß.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 09.03.2026

Drei Freunde im Kampf gegen die Pläne der Götter

How to Kill Fate (Fate Dilogie, Bd. 2)
0

Wer so richtig Lust auf auf Fantasy hat, in der drei Freunde ihren Gottheiten die Stirn bieten, um für die Selbstbestimmung aller Menschen zu kämpfen; denen Freundschaft und Vertrauen ebenso wichtig sind ...

Wer so richtig Lust auf auf Fantasy hat, in der drei Freunde ihren Gottheiten die Stirn bieten, um für die Selbstbestimmung aller Menschen zu kämpfen; denen Freundschaft und Vertrauen ebenso wichtig sind wie prickelnde SlowBurn-Romance; und die statt Stereotypen lieber von Charakteren auf gemeinsamer Augenhöhe lesen, die sich ihre Meinung sowie andere Neckereien an den Kopf werfen: für all diejenigen unter euch ist die Fate-Dilogie genau richtig!
Dieser zweite Teil schließt direkt an den ersten Band (How to Fight Fate) an, wobei es vorweg eine aufschlussreiche Szene aus der Vergangenheit der Freunde Nevin und Tyron gibt. Gemeinsam kommen sie Schritt für Schritt dem Geheimnis um die Schicksalsfäden immer näher, sehr zum Missfallen des göttlichen Liebespaares Moyra und Pazan, die daraufhin die Jagd auf die drei Schicksalsbrecher verstärken.
Es gibt so viele Punkte, die mir an Band 2 richtig gut gefallen haben. Die Dynamik zwischen den Dreien ist richtig gut und hierbei wird die freundschaftliche Liebe ebenso hoch bewertet wie die romantische Liebe. Alle drei Gottheiten tragen diesmal auf ihre Weise zur Handlung bei und Kiana erhält bei allen die Chance, Details aus deren Vergangenheit zu sehen, um das Puzzle Stück für Stück zu einer verhängnisvollen Wahrheit zusammen zu setzen. Es gibt einige wirklich sehr gelungene Überraschungen, u. a. auch die drei Freunde betreffend. Und das Spannungslevel ist mindestens ebenso hoch wie der Spaß, wenn Kiana, Nevin und Tyron sich ihre Neckereien an den Kopf werfen.
Ein episches und rasantes Finale einer Dilogie, die emotional einfach mitreisst.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere